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Roter Alarm!

William Shatner empört über "dämliche Leute", die Kirk für bisexuell halten

Captain Kirk stand auch auf Männer? Bei dieser Theorie platzt dem Darsteller des Weltraum-Machos die Hutschnur.


Schau mir in die Augen, Kleiner: Spock (Leonard Nimoy, l.) und Kirk (Wiliam Shatner) in einem intimen Moment der Originalserie "Raumschiff Enterprise", die von 1966 bis 1969 im US-Fernsehen ausgestrahlt wurde (Bild: NBC)

Der kanadische Schauspieler William Shatner hat gereizt darauf reagiert, dass seine bekannteste Serienfigur – Captain James T. Kirk aus "Star Trek" – bisexuell sein könnte. Dabei war er insbesondere ungehalten darüber, dass ein Fan die Konkurrenz-Serie "Star Wars" als Vorbild nannte.

Konkret reagierte der 89-Jährige am Donnerstag auf einen viralen Videoclip aus dem Jahr 2016, in dem "Star Wars"-Schauspieler Mark Hamill erklärte, dass seine Figur Luke Skywalker schwul sein könnte ("die Rolle ist dafür da, vom Publikum interpretiert zu werden. Wenn du denkst, dass Luke schwul ist, dann ist er natürlich schwul"). Ein "Star Trek"-Fan tweetete daraufhin an Shatner, dass dieser sich ein Beispiel an Hamill nehmen und die Bisexualität von Kirk als eine Möglichkeit akzeptieren könne.


William Shatner beim Fanevent Comi-Con im Jahr 2016 (Bild: Gage Skidmore / flickr)

Shatner denkt aber gar nicht daran, wie er in seiner Antwort klarstellte: "Wenn Kirk bisexuell wäre, hätte es 'Star Trek' nie gegeben." Schließlich sei die Figur Mitte der Sechzigerjahre als heterosexuell angelegt worden.



In einem weiteren Tweet erklärte der Golden-Globe- und Emmy-Preisträger, er sei es leid, wenn "dämliche Leute das Wertesystem zum Maßstab nehmen, um über die Vergangenheit zu urteilen". Ferner erklärte er: "Kirk wäre als bisexuelle Figur nie im Fernsehen oder im Kino erlaubt worden, als er erschaffen wurde."


Der Streit erinnert an eine Auseinandersetzung um George Takeis Figur Sulu aus dem Jahr 2016: Damals wurde Sulu, der inzwischen von John Cho dargestellt wird, in der Verfilmung "Star Trek Beyond" erstmals mit seinem Ehemann gezeigt (queer.de berichtete). Takei, der sich selbst erst 2005 als schwul geoutet hatte, bedauerte diese Entscheidung mit der fast identischen Argumentation wie Shatner – nämlich dass Sulu ursprünglich von Serienschöpfer Gene Roddenberry als heterosexuelle Figur erdacht worden sei (queer.de berichtete). Später relativierte er die Kritik (queer.de berichtete).

Schwule "Star Trek"-Fans haben freilich seit Beginn der Science-Fiction-Serie vor 55 Jahren über die sexuelle Orientierung ihrer Held*innen spekuliert. So dichteten schwule Trekkies (oder auch heterosexuelle weibliche Fans) in selbstverfassten Geschichten oder Bildern Captain Kirk und Mister Spock eine leidenschaftliche Liebesbeziehung an. Die "K/S"-Geschichten gelten als Startschuss für die sogenannte Slash-Fiction, in der Figuren aus literarischen Vorbildern eine gleichgeschlechtliche Beziehung eingehen. (dk)

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#1 AtreusProfil
  • 04.02.2021, 16:12hSÜW
  • Ach William, ich empfehle einen Grundkurs in Hollywoods queere Filmgeschichte. Schon "Ben Hur" von 1959 oder "Denn sie wissen nicht was sie tun" von 1955 hatten queere Charaktere. Sonnenklar für jeden, dessen Weltbild nicht die Sicht einschränkt. Also entweder Du suchst dir bessere Argumente oder gibst Deine queerphoben Vorbehalte einfach zu. Das Kind ist eh schon in den Brunnen gefallen.
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#2 andererBlickAnonym
  • 04.02.2021, 16:21h
  • Antwort auf #1 von Atreus
  • "queerphoben Vorbehalte" kann ich jetzt nicht unbedingt bestätigen. Shatner weist ja gerade darauf hin, dass es um queere Menschen in den 60ern nicht gut bestellt war, "warum sonst wäre Stonewall nötig gewesen", wie er im englischen Originaltext schreibt. Und für die Freiheiten, die es heute gibt, verweist er auf tapfere Leute in den Jahrzehnten davor. die dafür gekämpft haben.
    Es mag ja sein, dass seine Sicht der Dinge, ob es damals in den 1960ern möglich gewesen wäre, einen bisexuellen Hauptcharakter in einer US-Primetime-Serie zu etablieren, ohne dass es den großen Erfolg der Show geschmälert hätte, nicht zutrifft. "queerphobe Vorbehalte" kann ich darin aber nicht erkennen. Nicht jede falsche Einschätzung, ob damals etwas möglich gewesen wäre oder nicht, ist gleich homophob.
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#3 PiakAnonym
  • 04.02.2021, 16:23h
  • Kirk war nie eine queere Figur. Insoweit hat er recht. Da ich alles im TOS-Bereich gesehen habe, kommt mir der Gedanke geradezu absurd vor. Kirk-Spock ist halt eine Star Trek II/III entsprungene sehr schräge Fanphantasie ohne belastbare Charaktergrundlage. Sulu war zwar genau so wenig queer, da kann man m.E. aber wenigstens argumentieren, dass er so sehr Nebenfigur war, dass das letztlich nicht als definitiv gesetzt zu sehen braucht.

    Und zu meinem Vorredner: Fernsehen und Film waren etwas völlig anderes. Allein schon der harte, verlorene Kampf Roddenberrys um einen weiblichen 1. Offizier ... letztlich setzte man ihm die Pistole auf die Brust: entweder Spock oder den 1. Offizier streichen oder die Serie wird nicht produziert. Da war ihm dann das antirassistische Zeichen wichtiger als das feministische.
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#4 TinoAnonym
  • 04.02.2021, 16:25h
  • Antwort auf #1 von Atreus
  • Das finde ich, ist eine unmögliche Aussage von dir. Shatner hat absolut Recht und Gene hat die Figuren nun mal heterosexuell geschrieben. Ist doch überhaupt nichts dabei. Und ja, es war damals eine andere Zeit. Genau so werden in 50 Jahren alle über das herziehen, was wir heute als normal und alltäglich ansehen. Zeiten ändern sich und das ist auch gut so. Dennoch muss man die Vergangenheit respektieren. Das sie Sulu schwul gemacht haben, fand ich auch nicht so prall. Man hätte einfach auch eine neue Figur einführen können. Discovery ist da ja richtig super und es macht mir viel Freude zu sehen, wie Star Trek heute dargestellt wird. Es ist eben eine Serie die immer die aktuelle Zeitline nimmt und sie weiterspinnt. Deswegen hat sich Star Trek heute auch so verändert und viele der Fans mögen die Serie nicht mehr, obwohl sie tatsächlich noch genau so ist, wie sie schon immer war: Ein Blick in eine mögliche Zukunft, gesehen aus den Augen von heute.
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#5 SchleicheRAnonym
  • 04.02.2021, 16:45h
  • Antwort auf #1 von Atreus
  • Ja, aber grundsätzlich waren die 50er und 60er eben die 50er und 60er *g*
    Wir leben heute in den 20er Jahren - :)
    Außerdem hab ich gehört, dass Shattner immer schwieriger wurde und eher schneller als langsamer ungehalten wird. Ist eigentlich auch egal, er hat 8 Jahrzehnte auf dem Buckel. So jemandem muss man nicht mit hypermodernem Gesellschaftskram kommen... Wahrscheinlich hält er rein gar nichts von anderen Sexualitäten, aber er scheints für sich zu behalten.
    Außerdem hatte Kirk immer wieder Liebschaften oder Szenen, die Heterosexualität darstellten. Eine Beziehung zu Spock, die über eine normale Freundschaft hinausgeht, konnte ich nie entdecken. Daher find ich das schon etwas absurd, sowas Shattner an die alte Birne zu werfen *g*.
    aaachwas - Schwamm drüber
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#6 KaiJAnonym
  • 04.02.2021, 17:08h
  • Die beiden waren sich doch über's Platonische hinaus verbunden. Das empfand ich schon damals als Kind so. Mehr oder weniger deutlich wird's doch zu jeder Zeit dargestellt.
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#7 LegatAnonym
  • 04.02.2021, 17:34h
  • Sorry, liebe Mit-Star-Trek-Fans, Trekkies und Trekker, queer wie non-queer, aber ihr macht euch leider was vor, wenn ihr glaubt, Bill sei nicht queerphob. Dazu muss man einfach nur mal die Story zwischen ihm und George Takei nachlesen und man ist im Bilde. Ja richtig, Bill ist auch Philantrop, Tierschützer und sicher hat er viel in den letzten Jahrzehnten dazugelernt, aber seine Äußerungen beweisen nun mal, dass er seine 60er Jahre Queerphobie doch noch nicht so ganz hinter sich gelassen hat. Da beißt die Maus keinen Faden ab.
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#8 LegatAnonym
  • 04.02.2021, 17:41h
  • Frage in die Runde: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer normalen und einer queerphoben Person?

    Zweite Frage: Warum gelingt Mark Hamill mit seinem Kultcharakter Luke Skywalker etwas völlig problemlos, dass William Shatner geradezu in Raserei versetzt?

    www.rollingstone.de/mark-hamill-ist-luke-skywalker-schwul-en
    tscheidet-selbst-983231/


    Und die dritte Frage: Warum fällt es manchen hier so derartig leicht, queerphobes Verhalten eines Schauspielers, dessen dargestellten Charakter sie scheinbar mögen, so einfach zu entschuldigen?
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#9 AtreusProfil
  • 04.02.2021, 17:46hSÜW
  • Antwort auf #5 von SchleicheR
  • Queerness oder genauer, Bi- und Homosexualität als "hypermodernen Gesellschaftskram" zu bezeichnen spricht entweder deiner Geisteshaltung Hohn oder deiner Kenntnis menschlicher Geschichte. Der Gesellschaftskram ist sogar so hypermodern, dass Theben schon um 350 vor Christus seine Elitephalanx (Heilige Schar) aus 150 männlichen Liebespaaren formte. Aber lachen ist ja bekanntlich gut fürs Immunsystem, deshalb herzlichen Dank für deine Antwort.
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#10 andererBlickAnonym
  • 04.02.2021, 17:47h
  • Antwort auf #7 von Legat
  • "Heute bedauere ich es, nicht bei der Hochzeit dabei gewesen zu sein", stellte William Shatner nun auf der FEDCON 2012 klar: "Zeiten ändern sich wie gesagt, und dass Präsident Obama die Homo-Ehe befürwortet, spricht für sich. Liebe ist ein respektvolles Gut, egal in welcher Beziehung. So sehe ich das heute."

    www.queer.de/detail.php?article_id=16564

    Klingt jetzt nicht gerade wahnsinnig queerphob...
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