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Roter Alarm!
William Shatner empört über "dämliche Leute", die Kirk für bisexuell halten
Captain Kirk stand auch auf Männer? Bei dieser Theorie platzt dem Darsteller des Weltraum-Machos die Hutschnur.

Schau mir in die Augen, Kleiner: Spock (Leonard Nimoy, l.) und Kirk (Wiliam Shatner) in einem intimen Moment der Originalserie "Raumschiff Enterprise", die von 1966 bis 1969 im US-Fernsehen ausgestrahlt wurde (Bild: NBC)
- 4. Februar 2021, 14:30h 2 Min.
Der kanadische Schauspieler William Shatner hat gereizt darauf reagiert, dass seine bekannteste Serienfigur – Captain James T. Kirk aus "Star Trek" – bisexuell sein könnte. Dabei war er insbesondere ungehalten darüber, dass ein Fan die Konkurrenz-Serie "Star Wars" als Vorbild nannte.
Konkret reagierte der 89-Jährige am Donnerstag auf einen viralen Videoclip aus dem Jahr 2016, in dem "Star Wars"-Schauspieler Mark Hamill erklärte, dass seine Figur Luke Skywalker schwul sein könnte ("die Rolle ist dafür da, vom Publikum interpretiert zu werden. Wenn du denkst, dass Luke schwul ist, dann ist er natürlich schwul"). Ein "Star Trek"-Fan tweetete daraufhin an Shatner, dass dieser sich ein Beispiel an Hamill nehmen und die Bisexualität von Kirk als eine Möglichkeit akzeptieren könne.
Shatner denkt aber gar nicht daran, wie er in seiner Antwort klarstellte: "Wenn Kirk bisexuell wäre, hätte es 'Star Trek' nie gegeben." Schließlich sei die Figur Mitte der Sechzigerjahre als heterosexuell angelegt worden.

In einem weiteren Tweet erklärte der Golden-Globe- und Emmy-Preisträger, er sei es leid, wenn "dämliche Leute das Wertesystem zum Maßstab nehmen, um über die Vergangenheit zu urteilen". Ferner erklärte er: "Kirk wäre als bisexuelle Figur nie im Fernsehen oder im Kino erlaubt worden, als er erschaffen wurde."

Der Streit erinnert an eine Auseinandersetzung um George Takeis Figur Sulu aus dem Jahr 2016: Damals wurde Sulu, der inzwischen von John Cho dargestellt wird, in der Verfilmung "Star Trek Beyond" erstmals mit seinem Ehemann gezeigt (queer.de berichtete). Takei, der sich selbst erst 2005 als schwul geoutet hatte, bedauerte diese Entscheidung mit der fast identischen Argumentation wie Shatner – nämlich dass Sulu ursprünglich von Serienschöpfer Gene Roddenberry als heterosexuelle Figur erdacht worden sei (queer.de berichtete). Später relativierte er die Kritik (queer.de berichtete).
Schwule "Star Trek"-Fans haben freilich seit Beginn der Science-Fiction-Serie vor 55 Jahren über die sexuelle Orientierung ihrer Held*innen spekuliert. So dichteten schwule Trekkies (oder auch heterosexuelle weibliche Fans) in selbstverfassten Geschichten oder Bildern Captain Kirk und Mister Spock eine leidenschaftliche Liebesbeziehung an. Die "K/S"-Geschichten gelten als Startschuss für die sogenannte Slash-Fiction, in der Figuren aus literarischen Vorbildern eine gleichgeschlechtliche Beziehung eingehen. (dk)
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