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"Ich fühle mich wohl damit, schwul zu sein"

Country-Superstar T.J. Osborne outet sich als schwul

Einer der größten Stars der Countrymusik-Szene spricht erstmals über seine sexuelle Orientierung. T.J. Osborne ist damit der einzige Künstler eines großen Country-Labels, der offen schwul ist.


T.J. Osborne gehört zu den wenigen Countrysängern, die offen zu ihrer Homosexualität stehen (Bild: Twitter / T.J. Osborne)

Der 36-jährige Sänger T.J. Osborne, der mit seinem Bruder John seit Jahren in den Country-Charts Erfolge feiert, hat sich am Mittwoch in einem Interview mit dem Magazin "Time" als schwul geoutet. Die beiden sind seit 2013 als Osborne Brothers aktiv und wurden bereits mit fünf "Country Music Awards" ausgezeichnet.

Osborne erklärte, dass Familie, Freund*innen und Bekannte bereits seit Jahren von seiner sexuellen Orientierung wüssten. Nun sei es aber an der Zeit, auch öffentlich darüber zu sprechen. "Ich fühle mich wohl damit, schwul zu sein", so Osborne zu "Time". Es sei eigenartig, über etwas defensiv zu sprechen, mit dem er kein Problem habe. "Das fühlt sich sehr komisch an", so Osborne. Gleichzeitig erklärte er auch, dass sich viele Leute wundern würden, "wenn ich Hand in Hand mit meinem Partner zu einer Preisverleihung auflaufen würde". Ein altmodisches Coming-out sei eben noch immer notwendig.

Nun müsse er darauf warten, was danach geschieht: "Ich denke, ich werde nicht von einer Bühne in Chicago vertrieben werden", so Osborn. "Ich bin aber gespannt, was bei einem Jahrmarkt im ländlichen Bereich passieren wird." Der Künstler gab zu, dass Countrymusik unter Homosexuellen nicht sehr beliebt sei. "Aber der Grund dafür ist womöglich, dass sie nie die Chance hatten, sich damit zu identifizieren."

Die Brothers Osborne hatten bereits als eher linksliberale Band gegolten, weil sie im Video zu ihrem Megahit "Stay A Little Longer" auch homosexuelle und – was in den konservativen Südstaaten oft noch kontroverser ist – gemischtrassische Hetero-Paare zeigten.

In dem "Time"-Artikel heißt es auch, dass Osborne der einzige offen schwule Künstler sei, der einen Plattenvertrag mit einem großen Country-Label hat. "Ein historischer Moment für das Genre", kommentierte das Magazin.

Am Donnerstag trat Osborne auch in der Nachmittagstalkshow der lesbischen Komikerin Ellen DeGeneres auf, deren Coming-out im Jahre 1997 noch sehr kontrovers aufgenommen wurde. Osborne erzählte, dass ihm das Versteckspiel über Jahre belastet habe. "Die perfekte Zeit für ein Coming-out ist immer die Gegenwart", so der Countrystar. "Ich wünschte, ich hätte das schon vor langer Zeit getan." DeGeneres attestierte Osborne, dass sein Schritt einen großen Einfluss habe: "Du hilfst damit vielen Menschen", so die 63-Jährige. "Du bist jetzt ein großes Vorbild."

In einem Instagram-Video ergänzte Osborne: "Ich wollte nur sagen, dass ich sehr stolz darauf bin, das öffentlich zu machen. Alle, die mich in den letzten Jahren kennengelernt haben, möchte ich wissen lassen, dass die Person, die ihr kennt, ich bin. Jetzt wisst ihr einfach mehr über mich." (cw)



#1 HansWurstAnonym
  • 05.02.2021, 16:37h
  • Finde ich persönlich klasse. Ich mag die Musik der beiden sehr gerne und freue mich das endlich jemand aus der Country Music Szene offen mit seiner Sexualität umgeht.
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#2 queergayProfil
  • 05.02.2021, 17:33hNürnberg
  • Ich mochte Country-Musik eigentlich noch nie wirklich. Die Musik hier im Video hat jedoch etwas, das über herkömliche Country-Musik hinausgeht und nicht old fashioned klingt. Vielleicht sowas wie der moderne schwule Cowboy besingt seine Sehnsüchte.
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#3 qwertzuiopüAnonym
  • 05.02.2021, 22:25h
  • Ich muss sagen, dass ich beim Lesen des Begriffs "gemischtrassisch" ein sehr komisch Gefühl bekommen hab. Im Deutschen hat das Wort eben noch sehr andere Assoziationen als im Englischsprachigen, darüber hinaus gibt es keine Rassen unter Menschen. Ich finde, wir sollten mit solchen Wörtern sensibler umgehen.
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#4 WillieAnonym
#5 MeckieAnonym
  • 06.02.2021, 00:02h
  • Will ja wirklich nix unterstellen, aber wer sich etwas mit Country-Music und vor allem wer die Osborne Brüder + Familie etwas besser kennt, der könnte unterstellen (wenn man böse ist), dass dieses Outing eher dazu dienen könnte, noch bekannter zu werden. Man erinnere sich an das Twitter-Duell mit einem Barbetreiber aus den Südstaaten. Da konnte man schon merken, wie die ticken.
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#6 QwertzAnonym
#7 WanndererAnonym
#8 queergayProfil
  • 07.02.2021, 00:42hNürnberg
  • Antwort auf #5 von Meckie
  • Wir wollen hier aber doch nicht böse sein und spekulative Gedankengänge so in den Raum stellen. Wenn man das anfängt, könnte es endlos so weitergehen. Und welchen Sinn sollte das gegebenenfalls haben, solche Interpretationen anzusprechen, auch wenn prinzipiell letztlich alles möglich sein könnte? Mr. Osborne kennen wir alle nicht persönlich. Daher sollten wir sein Outing prinzipiell positiv bewerten. Das Musikvideo hier fand ich zunächst mal überzeugend.
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