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Wrestling-Star Gabbi Tuft outet sich als trans

Jahrelang spielte sie den starken Macho im Wrestling-Ring. Jetzt spricht Gabbi Tuft erstmals darüber, wer sie wirklich ist.


Mit diesem Foto outete sich Gabbi Tuft in sozialen Netzwerken als trans (Bild: Instagram / gabetuft)

Ein ehemaliger Superstar des weltweit führenden Wrestling-Unternehmes WWE hat sich als trans geoutet. Die Kalifornierin Gabbi Tuft, die in der WWE-Welt unter dem Künstlernamen Tyler Reks bekannt wurde, veröffentlichte am Freitag auf Instagram einen berührenden Offenen Brief, in dem sie erstmals öffentlich über ihre Geschlechtsidentität sprach: "Das ist die Seite von mir, die im Schatten versteckt war und Angst hatte, was die Welt von ihr halten würde. Sie hatte Angst, was meine Familie, meine Freunde und meine Fans sagen oder tun würden."

Ferner schrieb die 42-Jährige, dass sie nicht länger Angst habe: "Ich kann jetzt mit Selbstbewusstsein sagen, dass ich mich dafür liebe, wer ich bin. Die letzten acht Monate seien hingegen die "dunkelsten meines gesamten Lebens" gewesen. "Der seelische Aufruhr, transgender zu sein und der Welt entgegenzutreten, hat mich in mehreren Fällen fast das Leben gekostet", so Tuft weiter. Der Tag, an dem sie ihr "authentisches Selbst" werden konnte, sei jener Tag gewesen, "als ich mich nicht mehr darum geschert hatte, was andere Leute denken". Ihre Freund*innen, ihre Verwandten und ihre Ehefrau Priscilla Tuft, mit der sie seit 2002 verheiratet ist, hätten ihre Geschlechtsidentität akzeptiert. "Ihnen werde ich immer dankbar sein", so Gabbi Tuft.


Gabbi Tuft bei der Arbeit im Jahr 2010 (Bild: Gerspach Laurie / wikipedia)

In einem Interview in der TV-Show "Extra" erklärte die 42-Jährige, dass sie bereits im Alter von zehn Jahren heimlich im Kleiderschrank ihrer Mutter gespielt habe. Sie habe diese Seite ihrer selbst aber jahrzehntelang unterdrückt. In dem Interview erklärte ihre Ehefrau auch, dass sie nach der Transition nicht mehr Sex mit ihrer Partnerin habe. Das Interview führte Billy Bush, der Vetter des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush – er wurde 2016 weltweit durch ein mitgeschnittenes Audio-Tonband bekannt und berüchtigt, in dem er über die Missbrauchsfantasien des damaligen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump ("Grab her by the pussy") lachte.

Tuft begann ihre Wrestling-Karriere 2007. Von 2009 bis 2012 war sie in WWE-Shows aktiv. Ihre Karriere beendete sie 2014 und arbeitete fortan im Marketing. Sie gründete außerdem mit anderen Wrestler*innen eine Fitnesswebseite. (dk)



#1 NonBinary
  • 08.02.2021, 09:33h
  • WOW.

    Was für ein wunderbarer Beweis dafür, dass auch eine nach außen hin super maskulin wirkende Person in Wirklichkeit eine Frau sein kann.

    Geschlechtsidentität lässt sich nun mal nicht am Äußeren festmachen. Was Sätze wie "Du siehst aber doch gar nicht aus wie..." ad absurdum führt.

    Es kommt nicht darauf an, wie man aussieht, sondern wie man sich selbst definiert - wer man IST. Und es kommt NUR darauf an. Wenn Andere eine_n nicht so sehen können, wie man wirklich ist, hat das DEREN Problem zu sein, und nicht das eigene.

    Anekdotisch dazu etwas, das mich im Film "Avatar" sehr beeindruckt hat: Dort sagt man nicht "Ich liebe Dich", sondern "Ich sehe Dich" (im Sinne von "Ich sehe Dein wahres Ich - und liebe es"). Das ist einfach nur wunderschön. Eine solche Welt wünsche ich mir.
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#2 KenshiroProfil
  • 08.02.2021, 15:01hBerlin
  • Im Wrestling hat sich generell immer ein wenig queernes ausgelebt und versteckt als man es auf dem ersten Blick sieht. Und es hat sich auch vieles geändert, bei Fans und Wrestlern selbst.
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#3 antosProfil
  • 09.02.2021, 11:44hBonn
  • Antwort auf #1 von NonBinary
  • >>[...] Und es kommt NUR darauf an. Wenn Andere eine_n nicht so sehen können, wie man wirklich ist, hat das DEREN Problem zu sein, und nicht das eigene.<<

    Folgt man Gabbis eigenen Statements, spielt Anerkennung durch andere (family, friends and followers) für sie eine wichtige Rolle - was mir mehr als selbstverständlich zu sein scheint. Zu einem ihrer Selfies auf Instagram schreibt sie:

    >This is me. Unashamed, unabashedly me,< Gabbi wrote. >This is the side of me that has hidden in the shadows, afraid and fearful of what the world would think; afraid of what my family, friends, and followers would say or do.<

    www.buzzfeed.com/stephenlaconte/gabbi-tuft-wwe-star-transgen
    der?origin=tuh


    Wenn sich Geschlechtsidentität auch nicht am Äußeren festmachen lässt, zeigt Gabbi doch mit ihrem Auftreten, dass sie ihr Äußeres jetzt - erkennbar zufrieden und befreit wirkend - an ihrer Geschlechtsidentität festmacht. Oder nicht?
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#4 NonBinary
  • 09.02.2021, 12:47h
  • Antwort auf #3 von antos
  • "zeigt Gabbi doch mit ihrem Auftreten, dass sie ihr Äußeres jetzt - erkennbar zufrieden und befreit wirkend - an ihrer Geschlechtsidentität festmacht"

    ...was für Trans-Männer oder Trans-Frauen auch oft genau das erstrebenswerte Ziel ist. Das heißt jedoch noch lange nicht, dass jede queere Person ein solches Ziel verfolgen muss - insbesondere diejenigen, die sich nicht als eindeutig männlich oder eindeutig weiblich verorten.

    Was genauer ich damit meine, erschließt sich in meinem Kommentar hier vom 11.11.2018:

    www.queer.de/bild-des-tages.php?einzel=2445&antwort_zeig
    en=ja#cc523949


    Deshalb schrieb ich, was ich hier in #1 schrieb.

    Des weiteren schrieb ich hier "Wenn Andere eine_n nicht so sehen können, wie man wirklich ist, hat das DEREN Problem zu sein, und nicht das eigene."

    Ich habe nicht geschrieben, dass queere Menschen keine Angst vor mangelnder Anerkennung des tatsächlichen eigenen Ichs durch Andere hätten. Natürlich haben die meisten diese, wie Du auch ganz richtig zitierst. Diese Angst wurde und wird uns tagtäglich von nahezu der gesamten Gesellschaft eingeimpft.

    Nur, wenn wir diese Angst als Maßstab nehmen, kommen wir nie zu einer echten und vollständigen Emanzipation. Wenn ich pausenlos riesige Angst davor habe, dass die Gesellschaft mit meinem eigentlichen Ich nicht klarkommt, und diese Angst zu meinem eigenen Problem mache, werde ich in den meisten Fällen eben auch "in the closet" bleiben. Ich zitiere hier noch einmal den entscheidenden Ausschnitt aus dem Artikel:

    "Ferner schrieb die 42-Jährige, dass sie nicht länger Angst habe: "Ich kann jetzt mit Selbstbewusstsein sagen, dass ich mich dafür liebe, wer ich bin. Die letzten acht Monate seien hingegen die "dunkelsten meines gesamten Lebens" gewesen. "Der seelische Aufruhr, transgender zu sein und der Welt entgegenzutreten, hat mich in mehreren Fällen fast das Leben gekostet", so Tuft weiter. Der Tag, an dem sie ihr "authentisches Selbst" werden konnte, sei jener Tag gewesen, "als ich mich nicht mehr darum geschert hatte, was andere Leute denken".

    Ich denke, das spricht ausreichend für sich selbst.
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#5 antosProfil
  • 09.02.2021, 16:59hBonn
  • Antwort auf #4 von NonBinary
  • So verstehe ich auf Fälle besser, was Du meinst. Ich war über deine - wie ich finde - sehr ausschließliche Aussage mit dem großen >NUR< gestolpert. Mir geht es selbstverständlich nicht darum, Angst bzw. Furcht vor anderen als Maßstab für irgendwas zu nehmen (die ist ja gerade etwas, von dem wir uns befreien müssen!) - sondern letztlich darum, darauf hinzuweisen, dass ein erfülltes Leben mit bzw. in der eigenen >Identität< am Ende nur mit der Anerkennung auch durch andere wirklich in Reichweite gerät. Alles andere wäre meiner Meinung nach ein pubertäres >Ich gegen den Rest der Welt< - eine Lebensunglückskonstruktion.
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#6 NonBinary
  • 09.02.2021, 17:33h
  • Antwort auf #5 von antos
  • Ich teile Deine Schlussfolgerung keinesfalls, der zufolge eine Person sich pubertär verhält, sofern sie nicht anerkannt wird und trotzdem weiterhin "ihr Ding durchzieht". Echte Emanzipation ist eben gerade nicht von der Anerkennung Anderer abhängig.
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#7 antosProfil
  • 09.02.2021, 18:11hBonn
  • Antwort auf #6 von NonBinary
  • >> Echte Emanzipation ist eben gerade nicht von der Anerkennung Anderer abhängig.<<

    What? Sämtliche >Kämpfe< - weniger martialisch-dramatisch und einer Demokratie vielleicht angemessener könnte man auch sagen: Streits - unsererseits drehen sich auch um Anerkennung von anderen, vom Streit um Schreibweisen bis hin zum Gesetzeswerk. - Wir kommen nicht zusammen, das ist auch ok.
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#8 NonBinary