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Homo-Hass und Rassismus

Zwei Jahre Bewährung für "jüngsten Terroristen des Königreichs"

Er hasste insbesondere Homosexuelle, Menschen jüdischen Glaubens und Dunkelhäutige. In England ist jetzt ein Bub, der seine rechte Terrorkarriere mit 13 Jahren begann, zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.


Der Junge wurde im historischen Strafgerichtsgebäude Old Bailey verurteilt, in dem schon Oscar Wilde wegen Homosexualität abgeurteilt worden war (Bild: GrindtXX / wikipedia)

in geständiger Neonazi, der in den britischen Medien als "jüngster verurteilter Terrorist des Königreichs" bekannt geworden ist, hat eine zweijährige Bewährungsstrafe erhalten. Der extrem homophobe Teenager, der zum Zeitpunkt der ersten Taten 13 Jahre alt war, hatte aus dem Haus seiner Großmutter in der englischen Grafschaft Cornwall heraus eine Neonazi-Zelle geleitet und im Internet Terrorpropaganda verbreitet. Einer Haftstrafe wegen Verbreitung und Besitzes von Terrormaterial entging der heute 16-Jährige nur knapp.

Richter Mark Dennis sagte bei der Online-Urteilsverkündung am Montag in London, eine Haft würde die laufenden Maßnahmen zur Resozialisierung des Jugendlichen untergraben. Jede Wiederholung werde aber eine "Spirale immer längerer Gefängnisstrafen" auslösen, warnte der Richter.

Teenager wollte Schwule und Lesben erhängen

Der Jugendliche hatte extremistisches Material angehäuft, darunter Bauanleitungen für Bomben und Molotow-Cocktails. In Internetforen fiel er mit rassistischen, antisemitischen und homophoben Ansichten auf. So warb er etwa online dafür, homosexuelle Menschen zu erhängen und CSDs "niederzuschießen". Schließlich stieg der Junge zum Anführer des britischen Ablegers des rechtsextremen Terrornetzwerks "Feuerkrieg Division" auf. Eines der von ihm rekrutierten Mitglieder war ein verdeckter Ermittler – im Juli 2019 wurde das Haus der Großmutter durchsucht und der Jugendliche festgenommen.

Im Verhör hatte der Teenager angegeben, keine extremistischen Ansichten zu haben, mit seinen Online-Kommentaren habe er nur cool erscheinen wollen. Allerdings räumte er mehrere Vorwürfe ein.

In den britischen Landesteilen England und Wales sowie in Nordirland liegt die Strafmündigkeit bei zehn Jahren (Schottland: zwölf Jahre, Deutschland: 14 Jahre). Das Urteil gegen den Neonazi gilt als milde, da im Königreich häufig auch junge Leute für lange Zeit ins Gefängnis müssen. So wurde etwa vergangenen Monat ein 20-Jähriger zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, weil er seinen gleichgeschlechtlichen Freund erschlagen hatte – der Täter war zum Tatzeitpunkt gerade einmal 18 Jahre alt gewesen (queer.de berichtete). (dpa/cw)



#1 Julian SAnonym
  • 09.02.2021, 10:31h
  • Wenn der schon als Kind so sehr vom Hass zerfressen ist, will ich gar nicht wissen, was als Erwachsener aus dem wird.

    Ich kann nur hoffen, dass es nach dieser milden Strafe bei nochmaligen Taten in diese Richtung deutlich härtere Strafen gibt.
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#2 FurchtAnonym
  • 09.02.2021, 12:03h
  • Ich fürchte auch, dass der längst verloren ist. Ich frage mich zwar, wie der so jung schon so werden konnte und ob da die Familie ähnlich gestrickt ist. Aber das ändert natürlich nichts daran, dass Unschuldige vor solchen Subjekten geschützt werden müssen.

    Ich finde es gut, ihm in diesem Alter nochmal eine Chance zu geben und gleichzeitig zu zeigen, dass das nicht ohne Konsequenzen bleibt.

    Aber wenn er sich nicht ändert oder sogar noch weiter radikalisiert, dann müssen eben (die der Richter schon sagte) die Strafen immer härter werden.
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