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England

Schwules Model attackiert: Bewährungsstrafe für brutalen Schläger

Ein 18-Jähriger beschimpft einen schwulen Mann wegen dessen Homosexualität und schlägt ihn dann krankenhausreif. Ein Richter attestiert dem Täter aber, dass er vor der Tat einen "guten Charakter" gehabt habe und lässt ihn laufen.


Ryan Williams veröffentlichte dieses Bild als Reaktion auf die Freilassung des homophoben Täters (Bild: privat)

Angesichts eines milden Urteils gegen eine homophoben Gewalttäter hat der 24-jährige Ryan Williams aus der nordwestenglischen Großstadt Preston von seiner Tortur nach der Attacke berichtet und Bilder von seinen Gesichtsverletzungen veröffentlicht. Hintergrund ist, dass der 19-jährige Täter mit einer Bewährungsstrafe davongekommen ist.

Der Vorfall hatte sich am 13. Juli 2019 ereignet. Täter Brandon F. hatte zu dieser Zeit gerade seinen 18. Geburtstag nahe des bekannten Gay Village von Manchester gefeiert, das in Serien wie "Queer as Folk UK" verewigt worden ist. Dort habe der Angetrunkene den zufällig vorbeilaufenden Williams gesehen und sei aus Homosexuellenhass auf ihn losgegangen: F. habe "Schwulsein ist falsch" und "Ihr solltet alle sterben" gerufen und auf Williams eingeschlagen. Das Opfer konnte sich später nur noch erinnern, wie es im Krankenhaus aufgewacht sei.

Der Täter wurde zwar vom Amtsgericht Preston zu einer neunmonatigen Haftstrafe verurteilt. Später erließ Richter David Potter dem Schläger aber wegen "seines vorherigen guten Charakters" und der Corona-Pandemie die Haftstrafe – statt dessen erhielt er eine Bewährungsstrafe von 18 Monaten.

Nach dem Verfahren hat er meiner Mutter ins Gesicht gelacht"

Williams erklärte gegenüber dem Londoner Boulevardblatt "Daily Mirror", dass er das milde Urteil für "widerlich" halte. Schließlich habe der Täter die Tat nicht bereut: "Nach dem Verfahren hat er meiner Mutter ins Gesicht gelacht", erinnerte sich Williams.

Zudem sei das milde Urteil unverständlich angesichts seines Leidens. Die Verletzungen, so Williams, hätten ihn fast das Leben gekostet. Noch heute sei er traumatisiert. Er habe seither etwa seine Modelkarriere und seine Laufbahn als Dragqueen aufgegeben. Sein Gesicht sei nun von Narben durchzogen. Er habe Trost im Alkohol gesucht und sei heute nicht mehr dieselbe Person: "Ich habe mein Selbstbewusstsein verloren. Davor war ich selbstbewusst und lebendig. Aber jetzt zerbreche ich mir endlos den Kopf über alles, was ich tue."

Wegen des Vorfalls habe er auch die Metropole Manchester nicht mehr besucht. Statt zu modeln, arbeitet er jetzt für ein Spielcasino in seiner Heimatstadt. "Leute denken, Homophobie gibt es heute kaum noch. Aber derartige Dinge passieren immer noch nur weil manche Menschen sind, wie sie sind", so Williams. (cw)



#1 Re-AsozialisierungAnonym
  • 09.02.2021, 15:45h
  • Solche Urteile sind eine Aufforderung an die Täter*innen, weiterzumachen wie bislang.
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#2 Peter-J-J-L aus WienAnonym
  • 09.02.2021, 16:10h
  • Antwort auf #1 von Re-Asozialisierung
  • SORRY! Aber ich kann nicht genügen Kotzen wie ich müsste bei dem Richte und Urteil. Deine Antwort ist leider die Realität. Wenn es keine drastischen Änderung in der Denke von Justiz gibt, so wird es schritte in die Vergangenheit. L.G. Euer Peter.
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#3 SchandurteilAnonym
  • 09.02.2021, 17:09h
  • Mit diesem Urteil wird das Opfer ein zweites Mal gedemütigt, abgewertet und psychisch fertig gemacht.

    Und ein Stück weit, mit ihm auch alle anderen Homosexuellen, denn der Hass und die Gewalt gegen uns wird nicht ernst genommen.

    Der Täter kann sich bestätigt sehen.
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#4 KumpelAnonym
  • 09.02.2021, 17:54h
  • Antwort auf #1 von Re-Asozialisierung
  • Dieses Urteil ist schlichtweg Menschenunwürdig. Es verschlägt mir die Sprache. Unfassbar. Dem Opfer wünsche ich an dieser Stelle alles erdenklich Gute. Corona als Entschuldigung finde ich geradezu an den Haaren herbeigezogen. Immerhin gibt es doch diese Fußfessel?, wobei man dazu verdonnert wird, die Wohnung nicht verlassen zu dürfen. Und wenn doch, ab in den Knast.
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#5 YannickAnonym
  • 09.02.2021, 18:13h
  • Unfassbar, wenn man sich anguckt, wie das Opfer zugerichtet wurde. Und dann lässt man den Täter straffrei laufen und er bekommt nicht mal Sozialstunden oder sowas.

    Das ist ja fast eine Einladung, weiter auf LGBTI einzuprügeln.

    Es muss sich offenbar einiges ganz grundlegend ändern...
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#6 TomDark
  • 09.02.2021, 19:16h
  • Wie..? Hat das Opfer nicht einmal Schmerzensgeld zugesprochen bekommen?!?

    Unfassbar, falls der Täter für diese Verletzungen nicht zumindest finanziell herangezogen worden ist!!!

    Oder weiß da jemand mehr?
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#7 IckeAnonym
  • 09.02.2021, 19:45h
  • Man kann dem Opfer Ryan nur wünschen dass er wieder auf die Beine kommt. Vielleicht wäre eine Therapie gut, es ist so wichtig dass so eine Geschichte öffentlich wird, einfach um zu zeigen dass noch nicht alles gut ist. Fut dass er sein Leid öffentlich macht, auch dazu gehört Mut. Ich hoffe die Zukunft wird für ihn besser.
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#8 dellbronx51069Anonym
  • 09.02.2021, 19:55h
  • Mein Beileid an das Opfer dieser unfassbaren Gewalttat. Ich habe es hier schon öfter gesagt. Wir als LGBTI, besonders als schwule Männer müssen lernen uns selbst zu verteidigen. Wir können weder von der Hetero Polizei noch von der Hetero Justiz erwarten das Straftaten gegen uns entsprechend verfolgt und bestraft werden. Das "Urteil" bringt es ja zum Ausdruck was hier die Denke war: Geschieht der schwulen Sau doch Recht! Da können wir uns nur selbst Respekt verschaffen. Wenn sich dass herumspricht wird sich eine Änderung einstellen. Ich selbst bin schon öfters in solche Situationen gekommen und bin der Situation nicht ausgewichen. Mit durchschlagendem Erfolg! Das fängt mit Köperhaltung , Mimik , Gestik und klarer Ansprache an und geht mit Schlägen und Tritten weiter . Wer das nicht kann dem empfehle ich entsprechende Kurse zu belegen.
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#9 SoistdadAnonym
  • 09.02.2021, 22:28h
  • Antwort auf #8 von dellbronx51069
  • Gleiches mit gleichem vergelten wäre manchmal der befriedigender Weg. Nur ist nicht jeder mit der passenden Physis gesegnet.
    Mit 18 ist man dort wohl nicht ausreichend strafmündig? Und Alkohol sollte eher Schuld verstärken gewertet werden als mindernd. Aber das ist noch ein weiter weg leider..
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#10 HerrmannAnonym
  • 10.02.2021, 00:58h
  • Ich denke gerade von der explicit queeren community haben die Richter 0 Ahnung...sie wissen nicht, dass die Menschen in derselben ein Primärziel alle Spinner in dieser Gesellschaft sind.
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