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Angst vor Homosexualität

Vater zwang siebenjährigen "schwulen" Sohn zu Sex mit weiblichen Prostituierten

Ein besonders schlimmer Fall von Kindesmissbrauch aus Homophobie sorgt in Malta für Schlagzeilen. Der Täter ist inzwischen zu einer Haftstrafe verurteilt worden.


Der Täter muss für acht Jahre ins Gefängnis (Bild: Hermann / pixabay)

Ein Gericht in Valletta hat laut einem Bericht von "Malta Today" einen 65-jährigen Mann zu einer Haftstrafe von acht Jahren verurteilt, weil er seinen siebenjährigen Sohn gezwungen hatte, mit Sexarbeiterinnen Geschlechtsverkehr zu haben. Anlass für die Tat war die Angst des Vaters gewesen, dass sein Sohn schwul sein könnte.

Die Polizei hatte die Anklage gegen den Vater vor fünf Jahren erhoben, nachdem zwei Prostituierte das Jugendamt informiert hatten. Dieses hatte das Kind in seine Obhut genommen. Der Junge, der inzwischen zwölf Jahre alt ist, hatte in Gegenwart eines Sozialarbeiters vor der Polizei ausgesagt.

Der Mann aus der südmaltesischen Kleinstadt Siġġiewi hatte auf "nicht schuldig" plädiert. Richterin Audrey Demicoli war am Ende des Verfahrens aber von seiner Schuld überzeugt. Er habe laut Aussagen von Zeug*innen die Homosexualität seines Sohnes verhindern wollen, weil bereits zwei Mitglieder der Familie homosexuell seien.

Zum Gruppensex gezwungen

Die Lebensgefährtin des Angeklagten sagte aus, dass er sie ebenfalls zum Sex mit dem Jungen gezwungen habe. Der Mann habe dem Jungen auch andere Frauen aufgezwungen, teilweise zu Gruppensex. Zudem seien in Anwesenheit des Kindes Drogen konsumiert worden.

Laut der Aussage eines Polizisten habe eine Sexarbeiterin während eines Verhörs ausgesagt, dass der Vater den Jungen – sollte er in Anwesenheit der Frauen keine Erektion gehabt haben – als "pufta" (Schwuchtel) beschimpft habe. Außerdem habe der Mann seinem Kind in diesen Fällen mit einem Stromkabel Schläge auf den Rücken versetzt. (cw)



#1 AthreusProfil
  • 10.02.2021, 17:00hSÜW
  • Aus dem Artikel lese ich, dass die Sexarbeiterinnen mit dem Jungen geschlafen haben, ebenso wie die Lebensgefährtin. Ich hätte gerne gewusst, wie man das fertig bringt, sofern das eigene Leben nicht bedroht wurde und wieso nicht die allererste betroffene Frau oder Person sofort die Polizei verständigt hat. Wieso hat das Umfeld nicht längst vor der Vergewaltigung das Jugendamt oder die Polizei informiert? Ich weigere mich zu glauben, dass das bei einem so offensichtlich kranken Menschen, wie der Vater einer ist, nichts auffällig war. Und welche Strafen haben die Frauen bekommen, die den Jungen vergewaltigt haben? Hier hat, wie so oft, eine Kette von Menschen versagt. Ich hoffe, dass Kind kann den Schaden durch mutmaßlich lebenslange Therapie in Grenzen halten und ein erfülltes Leben führen.
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#2 Teddy63Anonym
  • 10.02.2021, 19:56h
  • Antwort auf #1 von Athreus
  • Bei einem als Staatsreligion in der Verfassung verankerten Katholizismus und über 93% katholischer Bevölkerung wundert es mich nicht, das die Homophobie dort solche schrecklichen Ausmaße annehmen kann. Es ist doch immer wieder so, dass religiöse Extremisten auch vor Folter und Vergewaltigung von Schutzbefohlenen nicht zurückschrecken, um sie auf den "rechten" und "gottgefälligen" Weg zu zwingen. Die Partnerin des Täters sagt aus, sie sei auch gezwungen worden, was dann ebenfalls Mißbrauch oder Vergewaltigung bedeutet. Und aus dem Artikel geht nicht hervor, inwieweit die Sexarbeiterinnen auch gezwungen wurden, möglicherweise sogar von ihrem "Arbeitgeber". Immerhin haben zwei Anzeige erstattet und damit dem körperlichen Leidensgeschehen des Jungen zunächst einmal ein Ende bereitet. Leider wird er das Erlebte mit durch sein ganzes Leben nehmen müssen, ich wünsche ihm Kraft und Mut, dass er das Erlebte möglichst gut verarbeitet. Allerdings frage ich mich, weshalb es fünf Jahre für eine Verurteilung des Täters brauchte.
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