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Schwuler Jude im Nazi-Reich

Google ehrt Fredy Hirsch mit Doodle

Anlässlich seines 105. Geburtstags zeigt Google in Deutschland einen Doodle des offen schwulen Lehrers und Athleten Fredy Hirsch, dessen Leben im Vernichtungslager Auschwitz endete.


So sieht google.de am Donnerstag aus (Bild: google.de)
  • 11. Februar 2021, 09:42h 27 2 Min.

Der amerikanische Suchmachmaschinenkonzern Google ehrt am Donnerstag den offen schwulen deutsch-jüdischen Athleten Fredy Hirsch in mehreren Ländern mit einem sogenannten Doodle, weil er an diesem Tag seinen 105. Geburtstag feiern würde. Hirsch war ein Vertreter des 1928 gegründeten Jüdischen Pfadfinderbundes und kam 1944 als Insasse des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau ums Leben.


Fredy Hirsch (1916-1944) (Bild: ZDF)

"Alfred 'Fredy' Hirsch wurde an diesem Tag im Jahre 1916 in Aachen, Deutschland, geboren, wo er eine Laufbahn als Lehrer von mehreren jüdischen Jungendorganisation und Sportverbänden begann", so beschreibt Google auf Englisch den Lebensweg Hirschs. Dabei wurde auch ausdrücklich seine Homosexualität erwähnt: "Er war offen schwul in einer Zeit, in der queere Menschen von der wachsenden NSDAP verfolgt wurden.

Er floh in die Tschechoslowakei, bis das Nazi-Regime ins Land einmarschiert ist und ihn zuerst ins Ghetto Theresienstadt und dann 1943 nach Auschwitz deportiert hat." In Gefangenschaft kümmerte sich Hirsch um Tausende jüdischer Kinder, die er unter schweren Bedingungen unterrichtete. Google merkte an, dass Hirsch in Auschwitz "gegen alle Widerstände" eine Kindertagesstätte betrieben habe. "Viele der Kinder, die Hirsch unterrichtet hat, sagten später, dass er ihre kreative Ader geweckt habe." Unter ihnen sei etwa Zuzana Růžičková (1927-2017), die Auschwitz überlebte und später laut Google zu einer der "weltgrößten Cembalistinnen" aufgestiegen sei.

Der Doodle ist laut Google in Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Israel zu sehen.


(Bild: Google)

Als Google Doodle (Deutsch: Gekritzel) wird die grafische Veränderung des Firmenlogos des US-Techkonzerns bezeichnet. Bereits seit 1998 stellt das Unternehmen das Logo zu besonderen Anlässen in veränderter Form dar. Meistens sind die Buchstaben noch zu erkennen. Zusätzlich sind diese Grafiken mit einer Suchanfrage zu dem entsprechenden Thema verlinkt. Letztes Jahr ehrte Google mit einem Doodle bereits LGBTI-Aktivistin Marsha P. Johnson (queer.de berichtete). (dk)

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#1 AtreusEhemaliges Profil
  • 11.02.2021, 11:35h
  • Wer mehr über Fredy erfahren möchte:

    Dirk Kämper
    "Fredy Hirsch und die Kinder des Holocaust"
    Orell Füssli - Verlag

    Als E-Book erhältich; die gedundene Ausgabe erhält man noch in Booklooker oder auf ZVAB.
  • Direktlink »
#2 PeerAnonym
  • 11.02.2021, 12:06h
  • Sehr vorbildlich.

    Ich würde mir nur wünschen, dass Google auch jährlich am Internationeln Tag gegen Homo- und Transphobie (IDAHOT) am 17.5. ein entsprechendes Doodle macht. Und zwar nicht nur sichtbar, wenn man nach LGBTI-Themen sucht, sondern als generelles Doodle, für alle sichtbar.

    Denn dass Fredy Hirsch schwul war, ist ja Zufall - die Ehrung geht zur Hauptsache um das NS-Opfer, das sich im KZ für Kinder einsetzte.
  • Direktlink »
#3 WikipediaMedienAnonym
  • 11.02.2021, 14:11h
  • Leider wird in Wikipedia und den meisten anderen deutschen Medien, die darüber berichten, die Homosexualität komplett verschwiegen.

    Es folgt dem alten Muster: Queere Menschen entweder komplett totgeschwiegen oder ihre Lebensläufe so frisiert, dass das Queere unsichtbar wird.
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