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Kommentare zu:
Google ehrt Fredy Hirsch mit Doodle


#1 AtreusProfil
  • 11.02.2021, 11:35hSÜW
  • Wer mehr über Fredy erfahren möchte:

    Dirk Kämper
    "Fredy Hirsch und die Kinder des Holocaust"
    Orell Füssli - Verlag

    Als E-Book erhältich; die gedundene Ausgabe erhält man noch in Booklooker oder auf ZVAB.
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#2 PeerAnonym
  • 11.02.2021, 12:06h
  • Sehr vorbildlich.

    Ich würde mir nur wünschen, dass Google auch jährlich am Internationeln Tag gegen Homo- und Transphobie (IDAHOT) am 17.5. ein entsprechendes Doodle macht. Und zwar nicht nur sichtbar, wenn man nach LGBTI-Themen sucht, sondern als generelles Doodle, für alle sichtbar.

    Denn dass Fredy Hirsch schwul war, ist ja Zufall - die Ehrung geht zur Hauptsache um das NS-Opfer, das sich im KZ für Kinder einsetzte.
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#3 WikipediaMedienAnonym
  • 11.02.2021, 14:11h
  • Leider wird in Wikipedia und den meisten anderen deutschen Medien, die darüber berichten, die Homosexualität komplett verschwiegen.

    Es folgt dem alten Muster: Queere Menschen entweder komplett totgeschwiegen oder ihre Lebensläufe so frisiert, dass das Queere unsichtbar wird.
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#4 RichtigAnonym
#5 NichtNurNöhlenAnonym
#6 Girlygirl
  • 11.02.2021, 15:04h
  • Antwort auf #3 von WikipediaMedien
  • An dieser Stelle fühle ich mich aber mal gezwungen Wikipedia zu verteidigen. Es arbeiten unzählige Menschen an einzelnen Artikeln und die sie sind meist sehr streng was Quellenangaben angeht. Wikipedia Artikel haben sich in den letzten Jahren so weiterentwickelt, dass auch schon gleichgeschlechtliche Beziehungen historischer Figuren erwähnt wurden, selbst bei unbekannteren. Außerdem gibt es die Listenfunktion, d.h. viele sind in der Liste queerer Persönlichkeiten ohne dass es im eigentlichen Artikel erwähnt wird. Für alle Angaben in einem Wikipedia Artikel braucht es halt "handfeste" Beweise, nicht nur Sachen,die jemand gehört hat, zumal "offen schwul gelebt" ein extrem dehnbarer Begriff ist. Das hat nichts mit böswilligem Verschweigen zu tun.
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#7 NajaAnonym
  • 11.02.2021, 15:10h
  • Antwort auf #5 von NichtNurNöhlen
  • 1. Wenn die sexuelle Identität einer der Gründe für die Verfolgung ist, gehört das selbstverständlich in den Artikel. Genauso wie ja auch der jüdische Glauben zum Artikel gehört, obwohl bei anderen Personen der jüdische Glauben nicht genannt werden braucht, wenn er nicht für den Lebenslauf relevant ist.

    2. Allzu oft passiert es, dass man als Neuling zu Wikipedia beitragen will und dann Änderungen (obwohl man sie belegen kann) wieder gelöscht werden, weil einige "alte Hasen" da scheinbar ihren Privat-Club haben wollen. Und die meisten Leute haben halt keine Zeit, um stundenlange Diskussionen mit Leuten zu führen, die nichts anderes zu tun haben. Wenn man auch noch anderes im Leben hat, fehlt einem aber oft die Zeit dafür und dann gibt man auf und sagt sich "Dann eben nicht. Dann fehlt das eben in Wikipedia oder bleibt falsch stehen."
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#8 dazzleAnonym
  • 11.02.2021, 15:12h
  • Antwort auf #3 von WikipediaMedien
  • Wer den (deutschen) Wikipediaartikel genau liest, wird feststellen, dass hier nichts verschwiegen wird. Und auf der englischsprachigen Seite wird Hirschs Sexualität und sein Privatleben überaus präsent dargestellt.

    Ob es problematisch ist, dass die deutschsprachige Version hierzu nur am Rande informiert? Gemessen an der Länge des Artikels reicht es mir ehrlich gesagt aus, schließlich hat sich auch Fredy Hirsch selbst nicht in erster Linie als schwuler bzw. als homosexuell lebender Mann gesehen, sondern als Athleten und Lehrer.
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#9 VerschämtAnonym
  • 11.02.2021, 15:21h
  • Antwort auf #8 von dazzle
  • Da steht nur an einer Stelle "[...] wo er seinen Partner [...] kennenlernte". Was für ein Partner? Geschäftspartner? Bridgepartner? Zellenpartner? Lebenspartner?

    Dann kann man auch sagen: "Larry Page lernte seinen Partner Sergey Brin an der Uni kennen und dann gründeten sie Google." Dennoch waren die beiden nie ein Paar und sind beide Hetero.
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#10 Julian SAnonym
  • 11.02.2021, 15:29h
  • Antwort auf #9 von Verschämt
  • Genau das ist das Problem, wenn Wikipedia zu 90% von weißen, heterosexuellen Männern gemacht werden, die noch dazu alle computeraffin sind, also in der soziologischen Struktur sehr ähnlich sind.

    Die bemerken wahrscheinlich nicht mal das Problem und sagen nur "Ist doch alles in Ordnung. Da ist doch sein Partner erwähnt." Dass aber solche mindestens mehrdeutigen oder sogar missverständlichen Formulierungen Teil des Unsichtbarmachens sind, verstehen sie gar nicht erst.

    Das ist genauso entwürdigend, wie wenn man von seinem Lebenspartner als "Bekannter" vorgestellt würde. Und das ist hier nur ein Beispiel. Das zieht sich leider (auch bei Nicht-LGBTI-Themen) durch die ganze Wikipedia.
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#11 AndreasAnonym
  • 11.02.2021, 17:33h
  • Antwort auf #7 von Naja
  • Das kann ich sehr gut nachempfinden. Ging mir auf Wikipedia ebenso.
    Ich hatte eine wissenschaftliche Arbeit in einem rechtlichen Teilgebiet verfasst und nach der Veröffentlichung (und Reviewprozess natürlich) den Eintrag auf Wikipedia, der dieses Gebiet erklärt, korrigiert, die gröbsten Schnitzer entfernt und sauberer strukturiert.
    Meine Änderungen wurden abgelehnt, weil ich sie (angeblich) nicht belegen konnte. Meine Quellenangaben waren umfangreich und wesentlich besser als der vorherige Stand.
    Es war lächerlich wie es lächerlicher kaum sein konnte.

    Auch ich hatte mehr als genug in meinem Beruf zu tun als stundenlange Diskussionen mit Personen auf Wikipedia zu führen,
    a) deren Expertise ich nicht nachprüfen kann, weil sie nicht mit Klarnamen, Universitätszugehörigkeit, Abschluss, etc. auftauchen;
    man also nicht weiß, ob man es mit einem "Hobbywissenschaftler" oder mit einem Kollegen zu tun hat,
    b) man oft überhaupt nicht auf Augenhöhe diskutieren konnte, weil offensichtlich die absoluten Grundlagen auf dem entsprechenden Fachgebiet fehlten,
    c) besagte Personen anscheinend mehr Zeit haben als ich, um über Kaisers Bart zu streiten.

    Die 5 Stunden Arbeit in den Wikipediaartikel hätte ich mir schenken können und habe seither nie wieder etwas zur Wikipedia beigetragen.

    Dann bleibt es eben bei der angestammten Fachliteratur und den entsprechenden Fachverlagen, die Anpassungen gerne aufnehmen, wenn sie fundiert sind.

    Eins hat mich die Geschichte aber gelehrt: Es spielt keine Rolle, ob du Albert Einstein persönlich bist oder Max Mustermann, ob deine Inhalte fundiert sind oder nicht. Es scheint rein in der Hand der Moderatoren zu liegen, was auf Wikipedia auftaucht darf und was nicht.
    Ich vertraue mittlerweile Wikipedia nur noch bei Artikeln, die Themen betreffen, die mindestens 20 Jahre zurückliegen. Bei allem anderen hätte ich Angst, dass die wichtigsten und vor allem neuesten Erkenntnisse fehlen.
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#12 antosProfil
  • 11.02.2021, 18:15hBonn
  • Antwort auf #3 von WikipediaMedien
  • Weil ich gerade zufällig in einem Buch* über Kubrick, Clarke und den Film 2001 darauf gestoßen bin: Auch der vielgeehrte Autor (Sir) Arthur Clarke war schwul, er verließ deshalb England und zog ins freizügigere Colombo, Sri Lanka. Beerdigt wurde er neben seinem Lebensmenschen , dem Taucher Leslie Ekanayake. Was erfährt man auf Wikipedia Deutschland? Das:

    Er heiratete im Juni 1953 Marilyn Mayfield. Die Ehe währte aber nur bis zum Dezember desselben Jahres, und Clarke zog 1956 nach Colombo auf Sri Lanka.

    Tja.

    Er heiratete im Juni 1953 Marilyn Mayfield. Die Ehe währte aber nur bis zum Dezember desselben Jahres, und Clarke zog 1956 nach Colombo auf Sri Lanka.

    (* Sehr empfehlenswert! Michael Benson: Space Odyssee. Stanley Kubrick, Arthur C. Clarke and the making of a Masterpeace.)
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#13 _hh_Anonym
  • 11.02.2021, 18:50h
  • Dieses "Doodle" ist geschmacklos, weil völlig nichtssagend und inhaltsleer. Aus den Bildchen ist nicht ansatzweise zu entnehmen, dass sie sich auf einen ermordeten Juden bzw. einen Schwulen oder sonst irgendwie auf die NS-Zeit beziehen. Es könnte genauso gut Werbung für Gymnastik im Corona-Lockdown sein. Genau dafür hielt ich es, bis mich der queer.de-Artikel aufklärte, dass das eine "Ehrung" für Fredy Hirsch darstellen soll. Statt dieser Peinlichkeit hätte Google es besser ganz bleiben lassen.
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#14 NichtNurNöhlenAnonym
#15 antosProfil
#16 NichtNurNöhlenAnonym
  • 11.02.2021, 19:08h
  • Antwort auf #15 von antos
  • Gerade für das nur deutsch sprechende Publikum wäre es wissenswert. Aber wie ich jetzt hier gelernt habe, gibt es ja bei der deutschen Wikipedia Zensoren, die selbst Eintragungen von Fachleuten nicht verstehen und daher nicht zulassen. Wenn ich demnächst mal Zeit habe, werde ich mich anmelden und mein Glück versuchen, versprochen.
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#17 antosProfil
#18 YannickAnonym
  • 11.02.2021, 20:06h
  • Antwort auf #17 von antos
  • Aber es wäre natürlich schon schön gewesen, wenn schon am Doodle halbwegs klar geworden wäre, worum es geht. Bei anderen Doodles ist das denen schon deutlich besser gelungen.

    Ich will da gar nicht mal Absicht unterstellen, aber auch auf mich wirkte es zuerst, als ginge es um Gymnastik.
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#19 YannickAnonym
  • 11.02.2021, 20:12h
  • Antwort auf #11 von Andreas
  • Ja, dafür ist Wikipedia leider bekannt und berüchtigt. Da gibt es ein paar Platzhirsche, die Neulinge gerne mal wegekeln. Und die es scheinbar nicht ertragen können, wenn sich jemand anderes mal irgendwo besser auskennt als sie.

    Wahlweise ist das dann Point-of-view (selbst wenn man es belegen kann) oder nicht relevant genug. Und wenn man das dann diskutieren will, kommt ein Admin, die das letzte Wort haben, und beendet das.

    Dass das Konzept nicht funktioniert, hat mal der bekannte Informatiker und Autor überprüft. Der hat mal einige Fehler bewusst eingebaut und abgewartet, wie lange es dauert, bis sie entdeckt wurden. Die meisten Fehler standen da nach über einem Jahr noch drin.

    Diese angeblichen Selbstheilungs-Mechanismen durch eine angebliche Intelligenz der Massen funktioniert also offenbar nicht.

    Die besten Artikel sind eigentlich die zu Computerspielen, Hardware, Software, Technik, etc. Also die klassischen Geek-Themen.

    Zum Stöbern mag Wikipedia ganz nett sein, aber für verlässliche Infos sollte man da nicht suchen. Weil man auch nie weiß, wie zuverlässig das ist.
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#20 antosProfil
#21 _hh_Anonym
  • 11.02.2021, 20:54h
  • Antwort auf #20 von antos
  • Es gibt jede Menge Möglichkeiten - auch schon vielfach praktizierte -, diese Themen graphisch darzustellen. Das Problem dürfte vielmehr sein, dass diese "Doodles" grundsätzlich dazu gedacht sind, bei den Betrachter*innen gute Laune hervorzurufen. Das passt aber mit der Thematisierung von NS-Terror und -Morden nun mal nicht zusammen. Somit ist die Idee, NS-Gedenken per "Doodle" zu vermitteln, im Grunde die Quadratur des Kreises. Daher sollte Google das entweder bleiben lassen und bei belanglos-lustigen Bildchen bleiben - oder, wenn sie ernsthafte Themen angemessen vermitteln wollen, diese eben auch ernsthaft und angemessen darstellen und auf den Fun-Faktor verzichten. Eine Mischung aus beidem geht nicht.
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#22 kuesschen11Profil
#23 BaerchenProfil
  • 12.02.2021, 10:25hzuhause
  • Danke für diesen Artikel, um ehrlich zu sein hatte ich vorher noch nie etwas von Fredy Hirsch gehört, habe anschließend über ihn nachgelesen, wieder eine tragische Geschichte aus dieser schlimmen Zeit. Und nun im 21. Jahrhundert gewinnt man immer öfter den Eindruck all das fängt wieder von vorn an...
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#24 LegatProfil
  • 12.02.2021, 11:53hFrankfurt am Main
  • Ich finde ein nettes, freundliches Doodle auch gut, selbst in diesem speziellen Fall, dass Fredy Hirsch auch Jude, schwul und Nazi-Opfer war. Es ist natürlich rein spekulativ von mir, aber von dem zu schließen, was ich über Fredy Hirsch zu wissen glaube, war er neben dem oben genannten auch Lehrer, Athlet und eine verdammt coole Socke! Ich zumindest könnte mir durchaus vorstellen, dass es Fredy Hirsch gefallen hätte, auf diese locker-lässige und lebensbejahende Art und Weise, wie durch dieses Google Doodle, geehrt zu werden.
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#25 StaffelbergblickAnonym
  • 12.02.2021, 13:31h
  • Antwort auf #22 von kuesschen11
  • schon interessant diese Diskussion: Einerseits verweist "Gott und die Welt" auf Wikipedia. Dann die Diskussion was hier zu finden ist. Es gibt dazu schon längere Zeit Auseinandersetzungen, gerade aus feministischer Sicht. Aber zum primären Thema finde ich "In Brünn arbeitete er als Rhythmik-Lehrer in der Makkabi-Vereinigung, wo, wie die Historikerin Anna Hájková nachgewiesen hat, er auch seinen Lebenspartner, den Medizinstudenten Jan Mautner, kennenlernte.[2] Und diese [2] verlinkt auf den besagten Tagesspiegelartikel.
    Aber andererseits lebt Wiki davon was die User daraus machen. Und da scheint es definitiv Platzhirsche zu geben. Selbst das Doodle ist bereits in Wiki eingetragen.
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#26 antosProfil
#27 stromboliProfil
  • 15.02.2021, 00:49hberlin
  • Antwort auf #22 von kuesschen11
  • ich würde gerne in dem zusammenhag einen artikel aus der siegessäule einbringen, der sich mit dem thema der unsichtbarkeit des gleichgeschlechtlichen unter den dortens entrechtet eingepferchten menschen beschäftigt.

    Dort beginnt, dass düstere verhältnis der wegen herkunft- rasse -kriegsgefangenschaft -religionszugehörigkeit & politischer verfolgung entrechteten, im hinblick auf ihr verhältnis zu den rosawinkelträgern aufarbeitet.

    www.siegessaeule.de/magazin/queere-geschichte-des-holocaust/

    Was im tagesspiegelartikel selbst heute noch rüberkommt, wo mitinsassen eine inhaltliche fortführung ihrer damaligen lagerpolitik betreiben...
    "die tschechische Vereinigung der Holocaustüberlebenden, in ihrem Newsletter nach Zeugen des Paares suchen zu wollen, wurde überraschenderweise zunächst zurückgewiesen. Eine Überlebende legte ihr Veto ein. Auch wenn alle wüssten, dass Hirsch schwul gewesen war, so sollte darüber nicht gesprochen werden. Das würde sein Andenken beschmutzen.

    Historikerin Anna Hajkova geht mit gutem grund davon aus, dass es bezüglich der von den nazis ermordeten ",dank" dieser denkhaltung, mit einem weitaus höheren anteil an ermordeten gleichgeschlechtlichen menschen zu rechnen ist.
    Verdeckt u.a. durch die zuordnung zu den anderen, der sogn. "endlösung" zugeführten hauptgruppen aus juden_sinti-roma_russische kriegsgefangene.

    Das knüpft hierbei auch an die diskussion um die lesbische leidensgeschichte und ihre allgemeine marginalisierung in wahrnehmuzng und geschichtsschreibung.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #22 springen »

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