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"Spiegel"-Bericht
Dresdner Terror-Mord: Homo-Hass nun doch ein Motiv
Lange hatten die Behörden Homosexuellenhass als mögliches Motiv des Terrorangriffs auf zwei schwule Männer totgeschwiegen. Mehr als vier Monate nach der Tat soll er nun offenbar doch wegen Mordes aus islamistischen und homosexuellenfeindlichen Motiven angeklagt werden.
- 11. Februar 2021, 14:35h 2 Min.
Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe hat laut einem "Spiegel"-Bericht vom Donnerstag Anklage gegen den mutmaßlichen Attentäter von Dresden erhoben. Dem 21 Jahre alten Abdullah Al H.H. werde Mord aus islamistischen und homosexuellenfeindlichen Motiven vorgeworfen, berichtete das Portal unter Berufung auf sächsische Justizkreise.
Der aus Syrien stammende Beschuldigte soll am 4. Oktober ein schwules Paar aus Nordrhein-Westfalen, das touristisch in der Dresdner Altstadt unterwegs war, mit einem Messer angegriffen haben. Ein 55 Jahre alter Mann starb, sein 53 Jahre alter Partner überlebte schwer verletzt. Laut "taz" werde Abdullah Al H.H., der zu seiner Motivation schweige, daher auch wegen versuchten Mordes angeklagt.
Zunächst hatten die Behörden jegliche Frage nach dem Motiv Homosexuellenfeindlichkeit zurückgewiesen und die Beziehung der beiden Männer nicht publik gemacht. Der Dresdner Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt hatte bei einer Pressekonferenz etwa auf eine entsprechende Frage betont, dass man sich "zur sexuellen Orientierung von Tatopfern nicht" äußere, das sei "nicht unsere Aufgabe" (queer.de berichtete). Erst durch Medienrecherchen wurde die Homophobie des mutmaßlichen Täters publik: Laut "Spiegel" habe er bereits lange vor dem Terrorakt seinen Hass auf Homosexuelle in Chats offenbart.
"Die beiden Männer seien für ihn als Homosexuelle erkennbar gewesen", schreibt das Redaktionsnetzwerk Deutschland zum Inhalt der Anklage. "Auch sei der Angriff unvermittelt erfolgt, ohne vorherigen Austausch, der Grund für ein anderes Motiv hätte sein können", ergänzt die "taz".
Erster islamistischer Mordanschlag gegen Homosexuelle in Deutschland
Dem Hamburger Nachrichtenmagazin zufolge wäre es der erste Mordanschlag eines Islamisten aus Hass auf Homosexuelle in Deutschland, wenn die Vorwürfe der Ankläger zutreffend sind. Der Prozess soll vor dem Oberlandesgericht Dresden stattfinden.
Bei dem Angreifer handelt es sich um einen bereits zuvor als islamistischer Gefährder eingestuften Mann. Er wurde erst wenige Tage vor dem Anschlag aus der Haft entlassen und überwacht, weil er weiter als gefährlich galt. Dennoch konnte er den Anschlag verüben.
Laut "taz" äußerte sich der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) positiv über die neueste Entwicklung: "Es ist zu begrüßen, dass Homosexuellenfeindlichkeit als Tatmotiv explizit benannt wird. Denn damit wird der Angriff klar als Hasskriminalität erkenntlich und erfasst", erklärte demnach ein Sprecher. Der LSVD hatte zuvor das Schweigen der Behörden kritisiert. (AFP/dk)
















Und wer sagt so etwas?
Meist Männer, die durch ihre Religion zu Hass erzogen wurden, oder Männer, die Angst vor ihren homosexuellen Anteilen haben.
Was der Täter braucht, ist nicht nur eine Verurteilung, sondern auch ein "brain washing", weil auch ein Urteil dem Täter nicht zur Einsicht verhelfen wird.