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#MeTooGay

20-Jähriger begeht Suizid nach Vergewaltigungsvorwürfen gegen Pariser Politiker

Ein Student warf einen Pariser Politiker Vergewaltigung vor. Dieser drohte mit Gegenmaßnahmen. Jetzt ist der Student tot.


Guillaume T. nahm sich im Alter von nur 20 Jahren das Leben (Bild: Twitter / MagnusRadius)

Der Freitod des 20-jährigen Studenten Guillaume T. hat Schockwellen in der LGBTI-Szene von Frankreich ausgelöst. Die Leiche von Guillaume war am Dienstagabend in seinem Studentenzimmer im Pariser Vorort Nanterre gefunden worden. Er hatte sich erhängt. Noch ist unbekannt, ob er einen Abschiedsbrief hinterlassen hat.

Anlass für den Suizid war möglicherweise die Gegenreaktion nach Guillaumes Vergewaltigungsvorwurf gegen einen offen schwulen Stadtrat – gegen den 36-jährigen Maxime Cochard, einen Politiker der kommunistischen PCF, einer Schwesterpartei der deutschen Partei Die Linke.


Maxime Cochard ist im Juni 2020 in den Pariser Stadtrat gewählt worden (Bild: PCF)

Guillaume, der selbst für die PCF aktiv war, hatte Cochard und seinem Partner Mitte Januar wegen Vergewaltigung angezeigt und seinen Vorwurf unter dem Hashtag #MeTooGay bei Twitter bekannt gemacht. Dabei handelt es sich um eine im September 2020 gestartete Onlinekampagne, in der schwule und lesbische Opfer sexueller Gewalt von ihren Erlebnissen erzählen.

Der Student schrieb in seinem Tweet, dass Cochard seine prekäre Lage im Jahr 2018 nach einem Coming-out und familiären Problemen ausgenutzt habe. Der damals 18-Jährige habe er auch keinen Platz zum Übernachten gehabt.

Twitter / TT_Guillaume | In diesem Tweet wirft Guillaume seinem Mentor Vergewaltigung vor

Cochard reagierte auf die Anschuldigung umgehend mit einem Dementi – seine Anwältin ließ er etwa erklären, dass es sich um einvernehmlichen Sex gehandelt habe. Außerdem kündigte der Kommunalpolitiker via Twitter eine Verleumdungsklage gegen seinen Beschuldiger an. Die PCF forderte ihn auf, Parteiämter ruhen zu lassen.

Nach dem Suizid protestierten am Mittwoch mehrere Dutzend LGBTI-Aktivist*innen und Studierende vor der Pariser Parteizentrale der PCF. Dort wurden die Kommunist*innen unter anderen dafür kritisiert, dass sie nur eine kurze und "heuchlerische" Pressemitteilung nach dem Tod Guillaumes herausgegeben hätten. Darin hatten sie den verstorbenen Studenten als "Genossen" bezeichnet. Cochard oder seine Anwältin haben sich nach dem Tod seines Beschuldigers nicht mehr zu dem Fall geäußert. (dk)

Twitter / CharlesBaudry | Protestaktion vor der PCF-Zentrale
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Hilfsangebote bei Suizidgedanken

Eine generelle Notfall-Seelsorge für Menschen mit Suizidgedanken ist unter der kostenlosen Nummer 0800 111 0 111 zu erreichen (für Kinder und Jugendliche gibt es auch die kostenlose "Nummer gegen Kummer" unter 116 111).

Für Kinder und Jugendliche, die in Deutschland Schwierigkeiten rund um ihr Coming-out haben, gibt es zahlreiche LGBTI-Jugendgruppen und -zentren, die ebenso Beratung bieten wie Kontaktmöglichkeiten zu Gleichgesinnten. Auch mehrere Webseiten, etwa dbna (Du bist nicht allein) oder die des bundesweiten Jugendnetzwerks Lambda, richten sich gezielt an junge Schwule und Lesben.

Hilfsangebote bei sexuellem Missbrauch listet diese Seite auf.


#1 IckeAnonym
  • 11.02.2021, 16:50h
  • Furchtbare Geschichte, die man als Außenstehender kaum beurteilen kann. Hat der 36 Jährige und dessen Partner den jungen Mann vergewaltigt oder nicht? Wie soll man das klären, das vermeintliche Opfer hat sich umgebracht. Das kann man nun auslegen dass er das aus Scham gemacht hat, wegen dem was ihm passiert ist oder weil er sich vor den Konsequenzen einer Lüge gefürchtet hat.
    Wenn er vergewaltigt wurde ist das eine ganz ganz traurige Geschichte und er hätte stark bleiben müssen, so wird der Vergewaltiger davon kommen. Wurde er nicht vergewaltigt und es war eine Lüge hätte er sich auch nicht umbringen müssen. Dann muss man zu seinen Taten stehen und mal sorry sagen. Der tot ist doch kein Ausweg, das Leben ist doch so schon kurz genug und mit 20 hätte er noch so viele schöne Dinge vor sich gehabt.
    Es gibt immer Leute die einem helfen können, immer!
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#2 KumpelAnonym
  • 11.02.2021, 18:00h
  • Antwort auf #1 von Icke
  • Du hast recht damit, jetzt läßt es sich sehr schwer beurteilen, was davon stimmt. Aber eins läßt mich doch irritiert zurück. Der junge Mann hat eine Anzeige erstattet wegen Vergewaltigung. Dazu gehört, wie ich finde, schon sehr viel Mut. Aber lassen wirs dabei hier und jetzt aus der Ferne zu urteilen.
    Mir ist ein ähnlicher Vorfall bekannt, wo ein Freund von mir vergewaltigt wurde von einem gemeinsamen Bekannten. Mein Freund fragte in einer gemeinsamen Freundeskreisrunde, ob er diesen Mann, der schon mal in der Fremdenlegion tätig war, anzeigen soll. Wir alle waren uns einig ja. Über das Urteil erspare ich mir jetzt jeglichen Kommentar dazu. Der Täter bekam nur eine Bewährungsstrafe. Aber immerhin hat er sich vor uns allen entschuldigt. Aber dazu schweigen und alles in sich hineinzufressen, das geht schon mal gar nicht.
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#3 BrainAnonym
  • 11.02.2021, 19:07h
  • Antwort auf #1 von Icke
  • "Es gibt immer Leute, die einem helfen können."

    Icke, ich glaube in dem Moment denkt man anders.
    Was wirklich vorgefallen ist, wissen nur die Beteiligten.

    Gut das nicht solche Aussagen kommen:

    Männer können gar nicht von Frauen vergewaltigt werden und schwule Männer nicht von schwulen Männern..
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#4 NikiAnonym
  • 11.02.2021, 20:15h
  • Antwort auf #3 von Brain
  • Stimmt.
    wenn man genau an der Schwelle steht,
    gibt es keine andere hilfe als man selbst.
    und wenn man selbst keine Hilfe findet..niemandem für den man den letzten Schritt nicht tun möchte..
    dann war es das.
    ich hoffe dass niemand vor diesem schritt steht...und wenn ,dann doch noch jemanden vor sich sieht, den man nicht allein lassen möchte.
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#5 BrainAnonym
  • 11.02.2021, 21:41h
  • Antwort auf #4 von Niki
  • Sehe ich genauso wie du Niki. Wenn es einen Menschen gibt, für den es sich lohnt weiter zu leben hat man eventuell eine Motivation. Es könnte die Rettung sein.

    Wenn so etwas Ohnmächtiges passiert, beginnt wieder das Schubladendenken der Wissenschaft. Wir Menschen sind jedoch ( zum Glück) Individualisten. Man bekommt nicht immer eine Antwort auf die Frage "Warum?"

    Wichtig ist das man zu gegebener Zeit einen Fallschirm besitzt. So lange sich dieser öffnet, geht es weiter.
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#6 intensiveAnonym
  • 11.02.2021, 22:06h
  • Hier ist eine Stellungnahme der PCF, in der Guillaume sehr einfühlsam gewürdigt wurde:

    "Hommage à Guillaume

    C'est avec effroi et une immense tristesse que les communistes ont appris le suicide du jeune Guillaume dans sa chambre universitaire. Cette annonce nous plonge dans une grande douleur.

    Le PCF s'incline devant sa mémoire.

    Toutes nos pensées vont à ce jeune garçon de 20 ans qui a été notre camarade, à sa famille, à ses proches et amis.
    Guillaume plaçait la lutte pour la justice et l'égalité au cur de son engagement. Il manquera profondément à toutes celles et tous ceux qui l'ont connu.

    Fidèle à nos valeurs, aujourd'hui comme hier, le PCF veut la vérité et la justice pour Guillaume. Le parquet annonce une enquête qui doit faire toute la lumière sur ce drame terrible.

    Parti communiste français,

    Paris, le 10 février 2021."

    www.pcf.fr/actualite_hommage_guillaume
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#7 InitialsGGAnonym
  • 11.02.2021, 23:20h
  • Tragisch. Wahrscheinlich wird die Wahrheit nicht ans Licht kommen. Sollten nun keine Beweise vorliegen, die den Beschuldigten belasten, kann und darf er nicht verurteilt werden. In dubio pro reo, auch wenn der Kläger nun leider nicht mehr unter uns ist. Möge er nun Frieden finden.
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#8 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 12.02.2021, 05:13h
  • Seltsam, dass vermutliche Täter IMMER von "einvernehmlichem Sex" reden, und die Opfer der Lüge bezichtigen, und Opfer FAST IMMER, wenn die Täter prominent sind, die Klage zurückziehen, oder Selbstmord begehen.
    Trotz des Todes sollte die Justiz weiter ermitteln. Allein schon, um weitere Selbstmorde zu verhindern!
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#9 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 12.02.2021, 05:21h
  • Antwort auf #1 von Icke
  • Hör bitte jetzt genau zu, denn hier schreibt jemand, die weiß, wovon sie spricht!
    Wenn man vergewaltigt wird, gibt man sich meist zuerst selbst die Schuld. Man hatte das "Falsche" an, hat "falsche" Signale ausgesendet, etc.
    Dann begreift man langsam, dass es nicht die eigene Schuld war, und steht vor einem Entscheidungsweg: Zu schweigen, oder zu reden (den Täter anzuzeigen).
    Die meisten entscheiden sich, auch heute noch, für das Schweigen. Aus Angst vor den Strapazen einer Gerichtsverhandlung, wo Opfer zu Tätern gemacht werden, Aus Angst, mit dem Täter konfrontiert zu werden, und somit die Tat immer wieder hochkommt; und aus Angst, Familie und Freunde zu verlieren.
    Nur wenige entscheiden sich, die Täter anzuzeigen. Meist wollen sie nicht eine Bestrafung, sondern, dass der Täter seine Schuld eingesteht.
    Und wie reagieren Täter?
    Sie leugnen die eigene Schuld, machen das Opfer zum Täter, nutzen, wenn sie Geld und Macht haben, ihren Einfluss.
    Opfer wissen das!
    Nur wenige können dem Stand halten!
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#10 saltgay_nlProfil
  • 12.02.2021, 07:43hZutphen
  • Es mag hilfreich sein allgemein über eine solche Problematik zu diskutieren. Doch, wer ist denn in der Lage den beschriebenen Fall objektiv zu beurteilen? Schreiben in diesem Forum Mitarbeiter der Ermittlungsbehörden? Haben die Kommentatoren Einsicht genommen in die Akten, die diesen Vorfall behandeln?

    Man möge sich doch bitte darauf beschränken die Berichte darüber zu lesen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Natürlich soll darüber diskutiert und es können Erfahrungen ausgetauscht werden, wer ähnliches erfahren hat. Doch bitte nicht in einem Fall, den man nur aus den Medien kennt. Die Beurteilung ist einzig und allein den Gerichten vorbehalten.

    Das populistiusche Aburteilen in Leserforen entspricht dagegen eher dem Volksgerichtshof à la BLÖD-Zeitung.
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