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Jochen Schropp: Sender müssen mehr als Stereotype abbilden

Der schwule Schauspieler und Moderator fordert mehr Diversity im Fernsehen und am Set: "Ich denke jeder von uns hat im Beruf diskriminierende Erfahrungen gemacht."


Jochen Schropp ist seit Jahren einer der meistgesehenen Gesichter im deutschen Fernsehen – 2018 outete er sich als schwul (Bild: TVNOW)

Nach dem aufsehenerregenden queeren Manifest im Magazin der "Süddeutschen Zeitung" fordert Schauspieler und Moderator Jochen Schropp die TV-Sender zum Handeln auf. "Viele Streamingdienste gestalten ihre Filme und Serien bereits diverser, erzählen neue, aufregende Geschichten", sagte der 42-Jährige dem Onlinemagazin watson. "Jetzt müssen deutsche Sendeanstalten und Produzentinnen und Produzenten auch zeigen, dass sie mehr können als Stereotype abzubilden."

Im Magazin der "SZ" hatten sich kürzlich 185 Menschen aus der Schauspielbranche in einem gemeinsamen Manifest zusammengeschlossen, um eine breite öffentliche Diskussion in Gang zu bringen. Sie identifizieren sich demnach selbst "unter anderem als lesbisch, schwul, bi, trans*, queer, inter und non-binär" (queer.de berichtete). Unterzeichnet haben etwa Maren Kroymann, Ulrike Folkerts, Karin Hanczewski, Ulrich Matthes, Jaecki Schwarz oder Godehard Giese – auch Jochen Schropp selbst gehört dazu.

"Ich denke jeder von uns hat im Beruf diskriminierende Erfahrungen gemacht", erklärte Schropp gegenüber watson." Ob es die Art ist, wie ich mich kleide, dass ich kein Ballgefühl habe und demnach nie einen Fußballer spielen könnte – vieles wurde in Verbindung mit meiner Homosexualität gebracht. Mir wurde von mehreren Stellen abgeraten, mich zu outen. Diese Art von Erfahrungen homo-, bi-, transsexueller oder non-binären Schauspielerinnen und Schauspieler sind endlos."

Schropp wurde Anfang des Jahrtausends als Herzensbrecher in der ARD-Vorabendserie "Sternenfänger" bekannt und ist seither aus dem deutschen Fernsehen nicht mehr wegzudenken. Erst Mitte 2018 outete sich der gebürtige Gießener als schwul (queer.de berichtete). (cw/dpa)



#1 DominikAnonym
  • 13.02.2021, 15:27h
  • Die Grundthese, dass einzig auf stereotype Figuren zu setzen irgendwie nicht ganz richtig sein kann, unterstütze ich ja. Dass aber ausgerechnet ein "Big Brother"-Moderator, dessen Kerngeschäft das voyeuristische Bloßstellen von Menschen ist, hier ein besonders überzeugender Botschafter für derartige Anliegen sein soll.. Na ja..!?
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#2 MichaelTheDragonProfil
  • 13.02.2021, 16:54hBabenhausen
  • Ganz meine Meinung.
    Ich bin Krimi-Fan.
    Wann gab es den letzten schwulen Kommissar im TV? Ja, es gab mal einen, da muß aber mind. 30a her sein.
    Es wird Zeit!
    Außerdem hängen mir diese ständigen Ehe-, Partner- und Flirtprobleme der anderen langsam zum Halse raus.
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#3 KumpelAnonym
  • 13.02.2021, 17:52h
  • Antwort auf #2 von MichaelTheDragon
  • Vollkommen richtig. Für mich gesehen, wäre es schon eine Glanzleistung, wenn U.Folkers endlich mal im Tatort ihr ewig verkniffenes Gesicht ändert und wenigstens in eine Folge zeigen darf, wie sie sich in eine Frau verliebt. Dann gleich noch als Top obendrauf, der immer innerlich zerrissene Kommissar Faber. Jörg Hartmann spielt ihn so brillant. Einfach toll. Die Bönisch darf herummachen in der Serie. Das wäre doch der absolute Hammer zur Prime Zeit im Ersten. Faber merkt dass er schwul ist. Muß ja nicht gleich mit Bettszene sein. Ein langer hingebungsvoller Kuß mit einem durchschnittlich gut aussehenden Mann reicht schon. Den Rest sollen sich die Zuschauer*innen selber denken.
    Apropos Krimifan. Ich lese unheimlich viele Kriminalromane. Da ist so einiges an Büchern zusammengekommen. Also fing ich an, mir einen Krimisessel aus Büchern zu bauen. Er steht auf einen stabilen Möbelhund mit Rollen und ist im Aufbau fast fertig. Untenrum als Unterbau sind nur Taschenbücher. Der Rest sind alles gebundene Bücher. Natürlich muß auch etwas Blut aus den Bücherritzen fließen. Wird alles gemacht. Er ist sogar bequem zu sitzen und er hält. Die Sitzauflage sind zwei große Bildbände von HR Giger. Jeder Band davon wird immernoch hoch gehandelt. Steigert somit den Wert. Wenn dieser Stuhl fertig ist, möchte ich ihn sehr gerne der Berliner Aidshilfe Stiften, damit sie ihn versteigern lassen können. Falls die ihn nicht wollen, geht er eben woanders hin.
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#4 knalltrauma69Anonym
  • 13.02.2021, 17:59h
  • Sender müssen mehr als Stereotype abbilden...
    Beim Betrachten des Titelbildes (Unterhemd, schwarze Krawatte, weißer Handschuh, Mercury-Oberlippenbart..) darf sich jeder fragen, wieso jemand der so gut wie jeden Stereotyp abbildet, sich gegen eben solche wendet
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#5 knalltrauma69Anonym
  • 14.02.2021, 01:54h
  • Antwort auf #3 von Kumpel
  • und wenigstens in eine Folge zeigen darf, wie sie sich in eine Frau verliebt...

    In den achtziger Jahren, zur Zeit der Schwarzwaldklinik, gab es immer wieder Menschen, die Hans-Jürgen Wussow auf der Straße als Doktor Brinkman ansprachen tatsächlich glaubten, er sei Arzt und könne Ihnen helfen.

    Nur zur Info: Frau Folkerts spielt eine Rolle, nicht sich selbst, d.h. sie ist real nicht bei der Polizei!!!
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#6 ElfolfProfil
  • 14.02.2021, 06:31hHamburg
  • Antwort auf #5 von knalltrauma69
  • Sehr schön geschrieben. Es kommt darauf an, wie die Rolle geschrieben ist und wie der Regisseur sie sehen will. Das Privatleben und die sexuelle Orientierung der Schauspieler ist unwichtig. Wichtig ist, dass sie die Rolle glaubhaft verkörpern können. Nahezu jeder Schauspieler kann von sich behaupten, diskriminiert worden zu sein. Zu alt, zu jung, zu dick, zu dünn, zu maskulin, zu feminin. Und wenn jemand dann seine Rolle besonders gut umsetzt, hängt sie ihm noch ewig hinterher. Der Schauspieler Heinz Schubert, der sehr viele verschiedene Parts am Theater gespielt hat, wurde noch nach zwanzig Jahren auf Ekel Alfred Tezlaff angesprochen, was er gehasst hat, weil die Rolle das Gegenteil seiner eigenen Einstellungen präsentiert hat. Früher mal hatten Schauspieler ein Privatleben außerhalb der Öffentlichkeit. Das Problem bei Schropp und seinen Mitstreitern taucht erst auf, wenn sie über Homestory und Social Media versuchen, ihren Marktwert zu heben und sich dafür selbst verkaufen.
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#7 KumpelAnonym
  • 14.02.2021, 09:43h
  • Antwort auf #5 von knalltrauma69
  • Ja meinst Du etwa das weiß ich nich? Die U.Folkers spielt schlecht und immer nur mit gleicher Mimik. Aber da ist sie nicht die Einzige hier an B Schauspieler*innen in d.deutschen Filmlandschaft. Ja, ich gehe sogar soweit zu behaupten, die Folkers klammert sich derartig an ihre Rolle, um ja beim Ball zu bleiben.
    Und gewisse Schauspieler*innen können auch ganz anders mit den Mediengeilen Journalisten umgehen. Martina Gedeck hat es denen von Beginn an deutlich gemacht. Interview veröffentlichten ja, aber erst wenn ich vorher alles gelesen und mein ok dazu gebe. Prompt wird sie zur Persona non grata abgestempelt. Und das geht ihr am Allerwertesten vorbei.
    Letztendlich waren diese beiden Vorschläge von mir nur ein schönes Beispiel, um mal etwas mehr Pepp in die oftmals recht eintönigen und drögen Tatort Serien zu bringen. Stereotypen finden sich darin zu genüge. Gähn. Langweilig.
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#8 KumpelAnonym
#9 AnselmAnonym
  • 14.02.2021, 10:33h
  • Antwort auf #2 von MichaelTheDragon
  • Die Serien "Mit Herz und Handschellen" und "SK Kölsch" sind bei weitem keine 30Jahre her. Die ARD-Krimi-Reihe Barcelona-Krimi hat einen schwulen Kommissar.

    Aber ich gebe dir recht, es könnte mal wieder eine schöne Serie geben. Schließlich sind die beiden Serien schon 15Jahre her.
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#10 Taemin
  • 14.02.2021, 10:47h
  • Beim Zappen kam ich dieser Tage in eine Karnevalssendung, wo gerade ein Karbevalist als total vertunteter schwuler Friseur als lächerliche Witzfigur agierte und das Publikum zum Johlen brachte. Das ist die deutsche Fernsehrealität von 2021.
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