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Studienprojekt der Uni Frankfurt

Wie ticken schwule und lesbische AfD-Fans?

Ethnologiestudentin Maryna Natkhir fragt sich, warum sich ausgerechnet Homo- und Bisexuelle für eine Partei engagieren, die ihre Rechte einschränken will. Sie bittet daher queere AfD-Anhänger*innen um Unterstützung.


Mit für Außenstehende schwer verständlichen "Argumenten" macht selbst das lesbische Aushängeschild der AfD Werbung für das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben (Bild: Facebook / Alice Weidel)

Für ein Master-Projekt an der Goethe-Universität Frankfurt am Main sucht Studentin Maryna Natkhir AfD-Sympathisant*innen aus der queeren Community. Die Forscherin am Institut für Ethnologie interviewt derzeit homo- oder bisexuelle Anhänger*innen der rechtspopulistischen Partei und bittet auch um die Teilnahme an einer anonymen Online-Umfrage. Darin fragt sie unter anderem, welche AfD-Programmpunkte als besonders interessant erachtet werden. Interessierte an einem persönlichen Interview können sich zudem unter maryna.natkhir@gmail.com bei der Wissenschaftlerin melden.

Im Exposé (PDF) für ihre Arbeit erklärte Natkhir, dass es in der Öffentlichkeit als "widersprüchlich" angesehen werde, wenn Homo- oder Bisexuelle die AfD unterstützen – immerhin eine Partei, die dieser Gruppe das Recht auf Eheschließung wieder entziehen will (queer.de berichtete). "Dieser scheinbare Wiederspruch erweckte meine wissenschaftliche Neugier und ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, diesen Sachverhalt möglichst objektiv zu untersuchen", so Natkhir. Zudem stellt sie die Frage: "Stellen die homo- und bisexuellen AfD-Wähler einen wichtigen Teil der angestrebten Wählerschaft dar oder erweisen sie sich eher als eine Ausnahme?"

"Als Wissenschaftlerin agiere ich parteilos"

"Mein Interesse zu diesem Thema fing mit zufälligen Online-Artikeln über homosexuelle AfD-Politiker*innen an, in welchen die Widersprüchlichkeit stark hervorgehoben wurde", ergänzte Natkhir gegenüber queer.de. "Dabei kommen nur wenige Menschen auf den Gedanken, dass auch ein gewisser Teil von Homo- und Bisexuellen selbst die AfD wählt und unterstützt. Das häufige Gefühl des Widerspruchs sowie die Frage nach politischen Beweggründen homosexueller AfD-Wähler*innen und Unterstützer*innen haben mich letztendlich dazu bewegt, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen." Schließlich gebe es kaum wissenschaftliche Arbeiten zu diesem Thema. "Als Wissenschaftlerin agiere ich parteilos, die Meinung von jedem/jeder in der Zielgruppe wird berücksichtigt und in die Forschung aufgenommen", erklärte Natkhir.

Bislang hat die Forscherin bereits mit Transkriptionen erster Interviews begonnen. Die Auswertung daure noch mehrere Monate. Der Titel ihrer Arbeit lautet: "Homo-, bisexuell und rechtskonservativ: vereinbar oder widersprüchlich?" (dk)



#1 LedErich
  • 16.02.2021, 15:30h
  • So eine Studie wäre auch unter CDU-CSU-Anhängern spannend, denn dort gibt es zu LGBT-Themen dieselben Haltungen und Aussagen.
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#2 michael hnkAnonym
  • 16.02.2021, 16:04h
  • Das Forschungsprojekt ist nicht wirklich spannend. Es gibt auch gar keinen echten Widerspruch, da der LGBT-Faktor keine signifikante Rolle für den Zulauf spielt - wetten..!? ;-) Die signifikante Rolle spielen nationalistische, rassistische, xenophobe und islamfeindliche Grundüberzeugungen; DESHALB ist jemand in der AfD oder wählt sie. Das bisschen Homophobie (oder auch das bisschen Frauenfeindlichkeit) stört da nicht weiter, weil man ja sonst so viel geboten kriegt von all dem braunen Dreck, an dem das ganze ideologische Herz allein schon hängt. Und selbstverständlich können auch LGBT waschechte Rassisten sein. Prominentes Beispiel aus Amerika: Richard Grenell. Prominente Beispiele aus Deutschland: natürlich Alice Weidel, aber auch so widerliche Typen wie David Berger. Zu glauben, nur weil jemand schwul oder lesbisch ist, müsse dessen Weltbild automatisch ein humanistisches sein, ist reichlich naiv.
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#3 sinolaAnonym
  • 16.02.2021, 16:06h
  • ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es queere Menschen geben soll, die irgendeine Art von Toleranz gegenüber der AfD besitzen. Das ist ja ein Widerspruch in sich.
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#4 JadugharProfil
  • 16.02.2021, 16:20hHamburg
  • Antwort auf #2 von michael hnk
  • Ich hatte mal einen schwulen Neonazi in den Achtzigern des vorigen Jahrhunderts kennengelernt. Er wurde sogar von seinen eigenen Leuten wegen der Homosexualität bedroht und verfolgt. Ich fragte ihn, wie kann man einer solchen nationalsozialistischen Gruppierung angehören, von der man auch noch verfolgt wird und mit den Leben bangen muß. Die Triebfeder war die Schmach der abgetretenen deutschen Gebiete, weswegen er für rechtsradikales Gedankengut sympathisierte. Er kämpft dafür, daß alle ehemals deutschsprachigen Gebiete wieder an Deutschland angegliedert werden zu einen großdeutschen Reich.
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#5 jochenProfil
  • 16.02.2021, 17:11hmünchen
  • Ich denke die Menschen wägen ab, und setzen Prioritäten, nach ihren wirtschaftlichen Situationen und Perspektiven, nach ihren Überzeugungen und ihren Werten.
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#6 WerteAnonym
#7 dellbronx51069Anonym
  • 16.02.2021, 18:10h
  • So unverständlich es ist, was dem einen ein wert ist , ist dem anderen unwert.
    Das können wir wohl nie ändern, so sehr sich die meisten darüber aufregen .
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#8 LupdejuppAnonym
  • 16.02.2021, 18:22h
  • Antwort auf #6 von Werte
  • Um die Aussage so zu verstehen muss man sich aber schon bewusst arg verbiegen....

    Es geht um Prioritäten... In der Position zu sein soziale Werte ausschlaggebend für die Wahlentscheidung zu setzen ist ein Privileg.... Wer aber zb trotz Job und minibude auf die Tafel angewiesen ist und aufgrund fehlendem Geld in seiner "Freizeit" nur daheim sein kann hat sicher nicht Adoptionsrecht und Migration als Top Thema....
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#9 Teddy63Ehemaliges Profil
  • 16.02.2021, 19:07h
  • Antwort auf #2 von michael hnk
  • Da stimme ich zu. Leider kenne ich auch ein solches Männerpaar, gutsituiert, Einfamilienhaus, nett, unauffällig. Da würdest Du denken, na ja vielleicht CDU oder FDP. Nein, bei jedem Gespräch wurde dieses widerliche braune Grundrauschen in den Gedanken der beiden deutlicher...
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#10 LunaAnonym
  • 16.02.2021, 20:34h
  • Antwort auf #3 von sinola
  • Es gab damals auch Juden und Schwule in der NSDAP, Menschen muss man nicht verstehen. Ich glaube Überanpassung nennt sich das Ganze. Wenn die ganze Familie Konservativ ist, baut man eben einen gewissen Selbsthass auf.
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