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Kommentare zu:
Philipp Lahm warnt schwule Fußballer noch immer vor Coming-out


#1 WanndererAnonym
#2 TinoAnonym
  • 17.02.2021, 07:05h
  • Antwort auf #1 von Wannderer
  • Wunschdenken? Er ist Hetero und gut. Muss man Heteros immer eine Homosexualität andichten? Ich kann Frauen ja schließlich auch nicht leiden, welche mir nur eine Phase unterstellen und ich solle es einfach mal versuchen. So etwas ist zu tiefst krank! Halte dich also mit öffentlichen Aussagen zurück, du kannst so etwas offensichtlich nicht sehr gut. Vielleicht hast du aber auch einfach keine männlichen, heterosexuellen Freunde im Kreis. Denn dann wüsstest du, dass sich so einige mit Diskriminierung beschäftigen. Wir haben schließlich nicht mehr das Jahr 2000. Versuche mal, außerhalb von Romeo, Grindr & Co. dein Leben zu führen. Dann befindet man sich auch nicht in einer unrealistischen Blase. Hinzu hat der Lahm ja leider recht. Es ist schwer im Sport. Besser man outet sich, hat man seine Karriere durch. Als Sportler gibt es eben nur Sport. Mit den kommenden Jahrzehnten wird es aber besser werden, es dauert eben noch was.
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#3 WartenAnonym
  • 17.02.2021, 08:05h
  • Na dann warten wir eben auf bessere Zeiten.
    Es ist halt nur so, dass die nicht kommen werden, wenn wir nicht selbst etwas dafür tun.
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#4 FliegenAnonym
#5 TzhjAnonym
#6 NerdAnonym
  • 17.02.2021, 09:14h
  • Der soll weiter in seinen geschützten Privatclubs feiern...
    typisches gelaber aus dem Schrank...
    Eigentlich bemitleidenswert...
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#7 AtreusProfil
  • 17.02.2021, 09:33hSÜW
  • Was er damit sagt, nur etwas verschwurbelt ausdrückt ist: Der Profifussball ist ein menschenfeindliches Geschäft, dass toxische Stereotype pflegt und innerhalb von zehn Jahren kein Gramm Entwicklung vollzogen hat, entgegen den anderslautenden Einlassungen eines gewissen Herrn Hitzlsperger. Wer sich outet, kann sich auf Mobbing in der Mannschaft, aus der Fanbase und der sportlichen Gegnerschaft gefasst machen und falls die psychische und seelische Belastung zu groß wird und in Suizid mündet, ist der Spieler qua Outing selbst schuld. Denn er hätte sich ja weiterhin verstecken können. Es grüßt ihr Toleranz-Award-Gewinner: Philipp Lahm. So weit, so bekannt.

    Ich finde es ausgesprochen schade, dass man seine homosexuellenfeindlichen Tipps zur Unterdrückung der eigenen Person und der Unischtbarmachung zum Wohle der Fussballgemeinschaft, in beinahe demselben Wortlaut durch Buch Nr.2 manifestiert. Und ich frage mich, was er seiner Logik folgend farbigen Spielern oder Juden rät: Konversion und Hautbleaching? Ich bin nur Unsicher, ob das Lahms ureigenem Charakter entspringt oder der FC Bayern abgefärbt hat, der das Banner der Toleranz und Menschenrechte vor sich herträgt, um sich gleichzeitig von Unrechts- und Fokterstaaten sponsern zu lassen und gerne dort Trainingslager abhält. Weil, wie wir wissen, 40° im Schatten die optimale Trainingsbedingung ist und Europa schließlich nicht so schöne Rasen hat.

    Was wir von Lahm lernen: nicht die Gesellschaft ist das Problem, wir sind es. Nicht die Gesellschaft soll sich ändern, wir sollen so tun, als gäbe es uns nicht. Merket auf.
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#8 AtreusProfil
  • 17.02.2021, 10:04hSÜW
  • Antwort auf #7 von Atreus
  • Nachtrag: In der aktuellen Ausgabe der "11 Freunde" melden sich als Hommage an "Act Out" 800 Fussballer als Straight-Allies zu Wort, mit dem Versprechen "Ihr könnt auf uns zählen". Um Kollegen Mut zuzusprechen und Solidarität im Falle des Coming Outs zu garantieren.

    Während ganze Mannschaften, etwa Frankfurt oder St. Pauli daran teilnehmen, ratet doch mal, welche Spieler und Mannschaften fehlen...
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#9 janxAnonym
  • 17.02.2021, 10:05h
  • Er legt doch nur den Finger in die Wunde. Können manche wohl nicht ertragen dass er einfach nur die Realität beschreibt. Verstehe auch nicht dass alle solche gesamtgesellschaftlichen Aufgaben immer an Einzelpersonen abladen.

    Ist das Stadtviertel unsicher, braucht es angeblich mehr Zivilcourage (anstatt effektivere Strafverfolgung), ist im Krankenhaus das Personal knapp braucht es "Helden" im Krankenhaus (anstatt bessere Bezahlung und Neueinstellungen) und ist der Fußball eine komplett toxische Umgebung soll sich halt jemand outen und dann schaun' mer mal. Nö. So läuft das nicht. Da sollen doch mal Vereine, Politik & Medien in Vorleistung gehen, um eine Umgebung zu schaffen in der man sich gerne outet.

    Alleine die Duldung der Hooliganszene... Wieso gibt es sowas in den USA eigentlich nicht? Oder in Japan? Tja...
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#10 Ralph
  • 17.02.2021, 10:16h
  • Die Frage drängt sich in der Tat auf, welches persönliche Interesse Herr Lahm an diesem Thema hat, dass er es immer wieder zur Sprache bringt, um sich dabei schwulenfeindlich zu positionieren. Auch wenn er sich um moderate Sprache bemüht und scheinbar nur indirekt gegen Schwule auftritt, will er doch offen gelebte Homosexualität aus seinem Sport draußen halten, indem er vorgeblich freundschaftliche Ratschläge gegens Outen gibt. Damit macht er sich zu einem der Anführer jener ach so zivilisierten und lächelnden Homofeindlichkeit, die in gehobenen Kreisen des Bürgertums inzwischen die laut schreiende abgelöst hat.
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#11 ProblemkindAnonym
  • 17.02.2021, 10:22h
  • Antwort auf #7 von Atreus
  • "nicht die Gesellschaft ist das Problem, wir sind es. Nicht die Gesellschaft soll sich ändern, wir sollen so tun, als gäbe es uns nicht."

    Das erinnert mich an 1990, als ich mich, damals 25-jährig, bei der Feier des 80. Geburtstages meiner Oma dem Familienclan gegenüber outen wollte. Meine Mutter ahnte das, zog mich auf den Flur hinaus und verbot es mir mit Blicken, die hätten töten können. Ich würde sonst "der Oma die Feier versauen". Wir haben uns ewig herumgestritten, und ich habe letztlich total frustriert nachgegeben.

    Meine Oma (Jahrgang 1910, möge sie in Frieden ruhen) war übrigens die einzige, die mir nach meinem Coming-out sagte, dass das für sie überhaupt nichts ändert und sie mich genauso liebt wie immer schon. Sie starb mit 97 und fehlt mir unendlich.
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#12 balla ballaAnonym
#13 trostAnonym
  • 17.02.2021, 10:43h
  • Antwort auf #11 von Problemkind
  • deine geschichte macht mich traurig, weil ich sie ähnlich kenne. meine mutter hat mich nach meinem coming-out vor die tür gesetzt. ich hoffe für dich, dass du diese frau so hinter dir lassen konntest, wie ich meine mutter.

    wir sind keine problemkinder! solche frauen sind keine mütter, sondern nur kalte anzuchtgefäße.
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#14 AtreusProfil
  • 17.02.2021, 10:44hSÜW
  • Antwort auf #9 von janx
  • Ich glaube du hast Lese- und Verständnisprobleme, die ich gerne offenlegen will:

    "Er legt doch nur den Finger in die Wunde. ... immer an Einzelpersonen abladen."

    Etwas bei sich abgeladen bekommen oder eigeninitiativ darüber nachzudenken, die Gedanken in Schrift zu übertragen, in ein Buch drucken zu lassen, mit dem eigenem Namen zu versehen und dieses öffenlichkeitswirksam zu vermarkten, sind sehr gegensätzliche Dinge. Letzteres tat Lahm. "Den Finger in die Wunde legen" suggeriert die Draufsicht, eine wertfreie Bestandsaufnahme aktueller Probleme. Handlungsempfehlungen zu publizieren, die die Unkenntlichmachung der eigenen Person als Problemlösung versprechen ist etwas völlig anderes. Letzteres tat Lahm.

    "Alleine die Duldung det Hooliganszene... Wieso gibt es sowas in den USA eigentlich nicht?"

    Weil die USA rassistische und gewalttätige Vereine wie den KKK oder die ProudBoys dulden. Welcher Menschenfeind sollte sich mit Freizeit-Fanschlägereien zufrieden geben, wenn er gleich zu den richtig harten Jungs mit Waffen und Mordphantasien gehen kann?
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#15 swimniAnonym
  • 17.02.2021, 10:59h
  • jeder freiheitskampf läßt blessuren des freiheitskämpfers zurück. das ist der preis der freiheit. angepasste typen wie der immer liebe herr lahm verstehen dass offensichtlich nicht und setzen auf angst. ich sage nur: nein danke!!!
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#16 LupdejuppAnonym
  • 17.02.2021, 11:10h
  • Schwulenfeindlich? Versteckter Homo? lol....

    Wer 2021 n Buch über Fußball schreibt kommt nicht umhin auch soziale Themen anzusprechen.... und der dude hat sicher mehr Einblick und Erfahrung wie ihr (ich weiß, niemand ist erfahrener als ihr und andere Meinungen sind immer mindestens skandalös unverschämt und absolut realitätsfern, völlig gleich wie sehr jemand mit dem Umfeld vertraut ist....)

    Wie kommt man egtl dazu permanent die eigenen Homophobieerfahrungen als größte Tragödie der Menschheitsgeschichte zu präsentieren um dann jemanden, der die homophoben Tendenzen benennt, anzugreifen...???

    Köstlich, kannste dir nicht ausdenken.... !
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#17 antosProfil
#18 AtreusProfil
  • 17.02.2021, 11:33hSÜW
  • Antwort auf #12 von balla balla
  • Ja klar. Lahm fehlt sowieso, da nicht mehr aktiv, aber im Grunde auch jeder große Name, der dir als erstes durch den Kopf rauscht, wenn du an die Bundesliga denkst. Wie erwähnt, manche Kapitäne sprechen ausdrücklich im Namen ihrer gesamten Mannschaft und Vereine, bsplw. Freiburg, Köln oder St. Pauli, andere fehlen, wie der FC Bayern, BVB oder Leipzig.

    Für mehr Infos einfach "11Freunde_de" auf Twitter anschauen oder den Hashtag verwenden, unter dem im Grunde das gesamte Heft mehr und minder geleakt wurde. Oder einen Blick in die Rubrik "Bild des Tages" hier auf queer.de werfen.
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#19 KumpelAnonym
  • 17.02.2021, 11:35h
  • Antwort auf #11 von Problemkind
  • Mit knappen Sätzen hast Du hier geschildert, was ich schon in der Vergangenheit sehr häufig gerade unter den älteren Personen positiv festgestellt habe. Deren Einstellung zumindest so weit ging: Leben und leben lassen. Ich wuchs ohne Familie auf. Im Kinderheim war es ausgerechnet die alte u.erfahrene Mutter Oberin, die voll hinter mir stand, als ich begann mit Jungs herumzumachen. Während andere nach Bestrafung schrien. Sie besuchte mich sogar noch einmal, als ich raus aus dem Heim war.
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#20 Uwe_RAnonym
  • 17.02.2021, 12:32h
  • Lahm hat sicher Recht, wenn er sagt, dass es hinsichtlich der Akzeptanz Personen in der Mannschaft gibt, die mit einem Homosexuellen so ihre Probleme haben. Aber zählt nur das, was andere über mich denken? Muss man sich an den Dummen orientieren?
    Gibt es für manche Dinge überhaupt den richtigen Zeitpunkt oder den richtigen Ort?
    Gut gemeinte Ratschläge, zum Wohle (von was überhaupt?) das eigene Schwulsein geheim zu halten, halten nur den bescheuerten Status quo aufrecht. Mehr nicht. Als Nichtbetroffener hat man aber auch leicht reden.

    Ist der Fußball wirklich so homofeindlich, wie Lahm behauptet? Oder sind es einzelne, vielleicht einflussreiche Funktionäre, deren Homophobie auf einmal zur Schau gestellt werden würde, müssten sie sich mit dem Thema ernsthaft befassen?

    Umfragen glaubend hat die Mehrheit der Deutschen kein Problem mit Homosexualität. Tummeln sich also nur noch in den Stadien die Homohasser? Ist das der Maßstab? Echt jetzt?

    Die Wahrheit ist, ein geouteter aktive Spieler ist für viele Maulhelden im Fußball die Gretchenfrage bezüglich der Akzeptanz Homosexueller. Dann reicht es nämlich nicht mehr tolerant zu tun, mal mit Regenbogenbinde zu spielen und ansonsten einen großen Boden um das Thema zu machen.

    Es ist ein Armutszeugnis für den Fußball, dass im Jahre 2021 einzelne Menschen eine Lebenslüge spielen müssen, weil man nicht die Eier hat, homophobe A.... vor die Tür zu setzen.
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#21 NadjaAnonym
#22 balla ballaAnonym
#23 PhillybertAnonym
#24 Too littleAnonym
  • 17.02.2021, 14:33h
  • "Wenn ein Spieler schwul ist, ist er trotzdem mein Mannschaftskollege, und für mich würde sich im Umgang mit ihm nichts ändern"

    Nichts zu ändern reicht aber nicht aus, wenn jemand Diskriminierung befürchtet oder schon erlebt. Für mich hat das einen Unterton von "Ich möchte mich mit dem Thema gar nicht auseinander setzen."

    Wie man den entscheidenden Schritt weiter gehen kann, zeigen gerade 800 Profis. Hat Lahm irgendwo auch einmal erklärt, dass und wie er schwule Spieler aktiv unterstützen würde? Oder glaubt er, ein Schulterzucken wäre hilfreich genug?
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#25 BillypfertAnonym
#26 marcocharlottenburgAnonym
  • 17.02.2021, 15:10h
  • Fußballspieler sind Profis, jedenfalls von denen wir hier schreiben. Sie üben ihre Beruf aus. Warum meinen hier einige, dass sich der Fußball vom Durchschnitt der Bevölkerung (Bezahlung mal abgesehen) unterscheiden muss. Irgendwo in den Tiefen von queer.de findet sich sicherlich noch der Beitrag, wie viele sich nicht trauen in ihrem Job zu outen. Und ganz ehrlich, ich entscheide, wann und wem ich was erzähle. Ich verheimliche nichts, trage mein Schwulsein aber auch nicht vor mich her. So offen (Anführungszeichen) gehe ich auch erst damit um, seit ich mir sicher war, große Probleme wird es nicht geben. Im Wissen, es hätte Probleme gegeben, hätte ich nichts preisgegeben. Warum sollte ich? Persönlich hatte ich auch eine Vorstellung, was ich erreichen wollte und der Erfolg liegt im Zweifel auch an Menschen, die mit bestimmten Themen ein Problem haben. Soll ich deshalb zurückstehen und sagen, he, ich bin schwul und schade ich bekomme jetzt den Job nicht, aber toll, hab mich geoutet! Ne, Fußballspieler sind da eben nicht anders. Soll der eine oder andere hier mal seine Besserwisserei überdenken. Und ob nun Lahm schwul ist oder nicht, was geht uns das an? Selbst wenn und er es sich auch selbst noch nicht öffentlich eingesteht, wie viele von uns hatten denn gleiches Problem und haben jedem im Umfeld alles möglich vorgespielt!? Mal nen Gang runterschalzen.
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#27 zundermxeAnonym
  • 17.02.2021, 15:29h
  • Philipp Lahm ist nicht homophob oder schwulenfeindlich!
    .... und seine Äußerungen sind es auch nicht.
    Wer meint ihm selbst Homo- oder Bisexualität unterstellen zu können weil er sich wiederholt zum Thema äußerst, ist einfach leider sehr eingeschränkt in seiner Denke und wahrscheinlich auch in seiner Lebenserfahrung und reagiert genau so primitiv warum eben eine selbstverständliche und gelassene Auseinandersetzung leider immer noch Fiktion und Utopie in weiten Teilen des Profi-Fußball sind.

    Warum er sich wiederholt zum Thema äußerst?!
    Natürlich drängt sich die Frage auf weil es leider die Ausnahme ist, dass im Profi-Fußball darüber gesprochen wird.
    Philipp Lahm wird über die Jahre persönlich einige Sportler kennen, die eben alles andere als gute Erfahrungen gemacht haben bis hin zum vorzeitigen Ende der Karriere.
    Persönlich teile ich seine Äußerungen nur teilweise, kann sie aber auch gut nachvollziehen.

    Profi-Fußball ist ein brutales Tagesgeschäft mit extremen Konkurrenzkampf innerhalb einer Mannschaft, von Mannschaften und Fans untereinander und und nicht zuletzt der Presse und Vermarktung.
    Wer sich als aktueller Spieler outet müsste verdammt große Eier haben, ein überdurchschnittlich großes Standing im Verein und ein stabiles privates Umfeld.
    Alles Umstände, die eher untypisch sind.
    Und nun mal ganz ehrlich: wie viele von uns hatten das als junge Schwule in ihrer eigenen Lebensrealität?

    IdR sind Profi-Fußballer Entwicklungs-verzögert weil sie von Kind an in einer Blase aufwachsen und so gut wie ausschließlich, gewollt oder nicht, immer über sportliches Talent und Leistung definiert werden bis sich die meisten von ihnen selbst darüber definieren.
    Jeder vermeidbare Angriffspunkt wird vermieden. Vom Sportler selbst oder von Beratern oder Vereinen.

    Aus meiner Sicht wäre es natürlich mehr als wünschenswert, dass sich aktuelle Spieler outen. Wer aber behauptet, dass dies für sie persönlich mit Sicherheit gut verlaufen würde, ist zumindest sehr ignorant oder kennt sich mit Profi-Fußball ganz einfach nicht aus.
    In Blasen, wie bspw dem Profi-Fußball, ist die gängige ich-hab-ja-nix-gegen-Schwule-ABER-Umgangsweise potenziert vertreten im Vergleich mit der Gesellschaft. Und das ist dann noch die bessere Umgangsweise verglichen mit den tatsächlich toxischen Gestalten und Strukturen, die auch vorhanden sein können.

    Ein Ausnahme-Talent oder eine Gruppe von Fußballern hätten kühl berechnet die besten Chancen einigermaßen schadlos (sportlich wie persönlich) mit eigenem Outing umgehen zu können.

    Frage mich allerdings warum dieses Thema immer wieder so hoch gehängt wird, wo wir nicht nur, aber selbst, in Deutschland gesellschaftlich betrachtet noch so unendlich weit und auch unerträglich weit von einem selbstverständlichen, nachhaltigen und gleichberechtigten Umgang entfernt sind.
    Was soll der Fußball alles leisten was wir nicht wirklich in unserer Gesellschaft und manche nicht mal in ihrem eigenen Umfeld hinbekommen können?
    Wir brauchen keine Märtyrer sondern Solidarität für die persönlichen Entscheidungen einzelner Menschen selbst wenn sie uns nicht immer gefallen.
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#28 Too littleAnonym
  • 17.02.2021, 16:10h
  • Antwort auf #27 von zundermxe
  • "Was soll der Fußball alles leisten was wir nicht wirklich in unserer Gesellschaft und manche nicht mal in ihrem eigenen Umfeld hinbekommen können?"

    Du hast da schon irgendwie einen Punkt. Allerdings sind, wenn ich das richtig im Kopf habe, zwei Drittel der queeren Deutschen im Job geoutet. Im Profi-Männerfußball niemand. Da kann man sich doch fragen, welche besonderen Aspekte da eine Rolle spielen und wie man mit diesen besonderen Aspekten umgehen kann. Immerhin gehört zu diesen besonderen Aspekten auch eine gewisse Vorbildfunktion des Profifußballs. Man kann vielleicht nicht erwarten, dass die vorwegmarschieren, aber man darf es sich doch wünschen.
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#29 LarsAnonym
  • 17.02.2021, 16:28h
  • Antwort auf #11 von Problemkind
  • Du sprichst indirekt ein wichtiges Thema an, nämlich, dass mit einem Coming out für den, der sich outet, eine Entwicklung abgeschlossen ist, die für die anderen erst beginnt.

    (Hast du dich denn vorher bei der Oma geoutet, oder erst nachher? Ich finde, man darf er Umgebung Zeit geben, sich auf eine neue Situation einzustellen und das beste ist es dann, dass man dann gemeinsam an die Öffentlichkeit geht oder in einer entspannten Situation das Eis bricht.)

    Wenn sich ein Fußballer outet, dann müssen seine Teamkollegen lernen, damit umzugehen, dass auch über sie Witze gemacht werden, wenn sie z.B. nach einem Tor sehr eng und körperlich werden, andere Spieler bespringen, küssen oder umgekehrt, darauf eingehen. Ein Problem im Fußball ist, dass all diese Gesten, auch das Dominanzverhalten und anderes, was typsch für "Männerrudel" ist, eben sowohl neutral als auch homoerotisch gedeutet werden kann. Eine scharfe Grenze ist da sowieso nicht zu ziehen, weder durch "no homo" Rufen noch durch romantische Überhöhung. Leider betreiben das alle Seiten gern.

    Es braucht - nicht nur im Fußball - ein anderes Verständnis von genußvoller Männlichkeit, von Bromance, ich denke, sowohl bei Heteros als auch bei Queeren. Vor allem eine offenere Kommunikation und nicht nur dieses etwas billige Distanzieren von Homophobie wäre wichtig. (Nach dem Motto: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass). Hier müssten Kerle mit Kerle sich über Gefühle verständigen lernen, was ja nicht immer leicht ist.

    Insofern erschreckt es mich, dass Lahm nicht einmal bei Teamkollegen genügend gesundes Männlichkeitsgefühl und Teamgeist ausmacht.
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#30 andererBlickAnonym
  • 17.02.2021, 16:30h
  • Antwort auf #26 von marcocharlottenburg
  • "Soll ich deshalb zurückstehen und sagen, he, ich bin schwul und schade ich bekomme jetzt den Job nicht"

    bei mir ist es genau umgekehrt. ich habe nie verheimlicht, dass ich schwul bin. da wär ich nie drauf gekommen, mich zu verbiegen. hab immer die jobs bekommen, die ich wollte (wohl weil ich gut in dem bereich bin), und die sind nicht in "kreativen" szenen. wenn mein schwulsein für einen job oder einen potenziellen arbeitgeber ein problem gewesen wäre, hätte ich den job nicht gewollt.

    und von den schwulen und lesben in meinem sehr gemischten bekanntenkreis sind alle out. die energie, die dafür notwenig ist, immer darauf zu achten, sich nicht zu verraten, setzen wir lieber für etwas anderes ein.

    es geht also auch anders, um hier mal mut zu machen. vielleicht nicht für jeden, vielleicht nicht an jedem ort.
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#31 StaffelbergblickAnonym
  • 17.02.2021, 16:40h
  • Wenn ich diese Diskussion so lesen ... dann taucht bei mir eine Frage auf: Wer aus dem erlauchten Kreis spielt selbst Fußball oder ist gar in einem Fußballverein aktiv???? Und damit ... wie sieht es dort aus????
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#32 Teddy63
  • 17.02.2021, 16:41h
  • "Ich glaube nicht, dass die Gesellschaft schon so weit ist, schwule Profi-Fußballer als etwas Selbstverständliches zu akzeptieren, so wie es in anderen Bereichen bereits möglich ist"

    Und wie bitte stellt der nette und so besorgte Herr Lahm sich vor, soll die Gesellschaft so weit kommen? Alles was queere Menschen in der Gesellschaft an Akzeptanz erreicht haben, ist doch immer initial und initiativ nur aus diesen Menschen selbst hervorgegangen und das teilweise unter großen Opfern und Problemen.

    (By the way, Phillip Lahm deshalb zu unterstellen, er sei eine Schrankschwester, ist absurd.)
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#33 LupdejuppAnonym
  • 17.02.2021, 17:39h
  • Antwort auf #32 von Teddy63
  • Er hat doch nirgends behauptet dass er ne "Lösung" hat sondern nur den ist-zustand beschrieben.... Und das ist auch korrekt so, um Profifußball zu werden musst du quasi deine komplette Jugend opfern und alles diesem Ziel unterordnen, wer hat schon Bock nach all den Jahren des Trainings dann seine Karriere zu killen nur um dann "der schwule" zu sein an dem sich Gegner, Presse, Community und Gesellschaft abarbeiten und jeden Schritt analysieren, jeden beiläufigen nebensatz nach Empörungspotenzial untersuchen....

    Mal abgesehen davon das du sowieso nur verlieren kannst, du weißt wie die community den Spieler zerreißen würde wenn er zb in Katar spielen würde oder in nem hotel einquartiert wird dessen Besitzer ne fragwürdige Organisation unterstützt etc.... scheiße nein, lohnt sich nicht, da muss Gesellschaft ganzheitliche inkl. queerer szene erstmal ein wenig lockerer werden....
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#34 zundermxeAnonym
  • 17.02.2021, 17:46h
  • Antwort auf #28 von Too little
  • Die besonderen Aspekte habe ich versucht aus meiner Sicht zu erläutern. Was ich damit natürlich ausdrücklich nicht gutheißen will.
    Die Fußball-Welt hinkt nach außen scheinbar einerseits der gesellschaftlichen Entwicklung hinterher und ist zeitgleich ein absolut aktueller und leider auch wahrer Spiegel der gesellschaftlichen Ist-Situation.

    Was könnte und würde wohl auf einen einsamen geouteten Spieler zukommen?
    - von den Sponsoren des Spielers selbst und die des Vereins?
    - von kirchlicher Seite (Fußball ist leider aus meiner Sicht auf verschiedenen Ebenen (viel zu) eng mit Religionen verbunden)?
    - wie würden Medien, Umfeld und Fans bei sportlich schlechteren Phasen (die jeder ganz automatisch hat) reagieren?
    - würde der Spieler nicht ganz automatisch auf schwul reduziert werden bzw alles, was er sagt und macht, damit in Verbindung gebracht werden?
    - wäre das Privatleben, dass ohnehin bei Profi-Fußballern sehr eingeschränkt ist und immer unter öffentlichen Fokus steht, nicht noch viel eingeschränkter?
    - würden wir nicht alle von einem geouteten Spieler noch mal zusätzlich die Vorbild-Funktion erwarten?
    - müsste ein geouteter Spieler nicht bei jedem Vereinswechsel die gleiche Geschichte durchmachen?
    - würden populistische und konservative Politiker*innen dies nicht früher oder später instrumentalisieren?
    ...

    Im Wettkampf Sport wird es keine nachhaltige und andauernde Solidarität geben. Das liegt aus meiner Sicht leider in der Natur der Sache.

    Wenn die Zeit kommen sollte (ich hoffe immer noch dies tatsächlich zu erleben weil für mich aus Prinzip das Glas immer halb voll ist), dass Profi-Fußballer ganz selbstverständlich geoutet leben können, dann müsste sich vorher unsere Gesellschaft nachhaltig ändern. So lange aber Nachrichten wie hier bei queer.de an der ganz normalen Tagesordnung sind und wir über einfachste Selbstbestimmung und Gleichstellung streiten müssen, so lange werden wir keine offen Schwule im aktiven Fußball erleben.
    Allein das Thema Outing steht dafür exemplarisch.
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#35 Ana NymAnonym
  • 17.02.2021, 17:52h
  • Er kennt die Fußballszene besser, er sagt versteckte Homophobie, er macht sich Sorgen, er ist nur ein echter Kapitän der sich um die Seinen kümmert, er zementiert durch seine Aussagen den Status Quo, er rechtfertigt dass es im Fußball eben anders ist, er ist ggf. selbst betroffen...
    Was auch immer.
    Wenn er sich Sorgen macht aber auch die Situation ändern möchte, dann kämen Aussagen wie: Es könnte das und das passieren, das ist aber so nicht richtig, auch Fußball hat fair zu sein nicht nur im Spiel, sollte jemand den Mut aufbringen sich zu outen kann er sicher sein dass ich (Lahm) ihm mit allem zur Seite stehen werde.
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#36 Teddy63
  • 17.02.2021, 19:10h
  • Antwort auf #33 von Lupdejupp
  • "Er hat doch nirgends behauptet dass er ne "Lösung" hat sondern nur den ist-zustand beschrieben.... (...)"

    Falsch, er fordert offensiv dazu auf, sich weiterhin unsichtbar zu machen, sich den heteronormativen Machtstrukturen zu unterwerfen, er schürt Angst, anstatt Mut zu machen. Ich wette, wenn der erste sich outet, werden weitere folgen.

    "Mal abgesehen davon das du sowieso nur verlieren kannst, du weißt wie die community den Spieler zerreißen würde wenn er zb in Katar spielen würde oder in nem hotel einquartiert wird dessen Besitzer ne fragwürdige Organisation unterstützt etc.... scheiße nein, lohnt sich nicht, da muss Gesellschaft ganzheitliche inkl. queerer szene erstmal ein wenig lockerer werden...."

    Nein, weiss ich nicht, lege mir bitte nichts in den Mund, was ich nicht gesagt habe und auch nicht denke. Zu kritisieren wäre in diesem Fall auch nicht der Spieler, allenfalls der Verein, der es organisiert.

    Übrigens kritisiere ich auch keinen Spieler, der sich nicht outet. Ich stelle es mir auch alles andere als leicht vor, einen solchen Schritt zu wagen und erkenne die von Lahm genannten Probleme auch. Trotzdem und gerade darum halte ich es für falsch und latent homophob, aktiv von einem Coming-Out abzuraten. Vielleicht ist der eine oder andere Spieler schon fast an der Schwelle zum Coming Out, weil wir gerade erfreulicherweise erleben, dass viele Spieler und Vereine bereits ein deutliches Zeichen gegen Homophobie und Queerphobie setzen und dann kommt der besorgte Philipp daher...
  • Antworten » | Direktlink » | zu #33 springen »
#37 WanndererAnonym
  • 17.02.2021, 19:27h
  • Wahrscheinlich wäre es eh besser, wenn eine Gruppe ihr Coming Out hätte, da sich dann der Druck verteilen würde.
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#38 Grete WurmAnonym
  • 17.02.2021, 19:39h
  • Da zitiere ich doch gerne den Tagesspiegel zu einem Artikel bzgl. Philipp Lahms Sexualität:
    Das Gerücht, es schweift umher, wabert durch Ritzen, breitet sich aus und wenn es vorübergezogen ist, hat es etwas zurückgelassen, etwas, das hängen bleibt, immer bleibt etwas hängen.
    Mehr braucht man dazu nicht zu sagen.
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#39 LupdejuppAnonym
  • 17.02.2021, 19:43h
  • Antwort auf #36 von Teddy63
  • Ich hab dir nichts "in den Mund gelegt", was ein bs, ich hab lediglich ausgeführt was du mit deiner Unterstellung direkt bestätigst...

    Und Lahm fordert gar nichts....

    (Nicht das ich den Eindruck habe hier würde es um die getroffene Aussagen gehen und nicht um eine selbsterhöhende empfindlichkeitsorgie)

    Amüsant aber ziellos....
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#40 DirkAnonym
  • 17.02.2021, 20:03h
  • Ich stimme Herrn Lahm voll und ganz zu. Ein Mann der mitten im Leben steht und weiß wie Heterosexuelle Männer ticken.
    So jemand ist mir lieber der die Wahrheit ausspricht als ein Herr Hitzleberger, der immer noch behauptet daß sich vieles zum positiven für Homosexuelle in Deutschland verbessert hat. Und das ist eine glatte Lüge. Oder warum hat er sich erst nach seiner Profi Fussball Karriere geoutet. Dieser Herr ist schon lange nicht mehr bei uns und scheint im Schlaraffenland zu leben. Ein Profifussballer/ Eishockey, Handballer, usw. der sich während seiner Karriere outet, dessen Tage sind gezählt. In der TV Landschaft sieht es zum Glück ganz anders aus. Da hat es ein schwuler Schauspieler, Sänger, Opernsänger, Tänzer, A Promis, Z Promis viel einfacher sich zu outen. Sich in einer reinen Männer Heterosexuellen Welt als schwul zu outen, dass geht nicht gut. Und warum wird hier Herren Lahm böses unterstellt, es gibt ganz ganz viele Heterosexuelle Frauen und Männer die sich für unsere Rechte stark machen, mit uns, für uns kämpfen. Ich persönlich finde es respektlos Herrn Lahm hier irgend etwas böses zu unterstellen.
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#41 marcocharlottenburgAnonym
  • 17.02.2021, 20:05h
  • Antwort auf #37 von Wannderer
  • Das könnte sicherlich helfen, wenn es nicht einer, sondern viele wären und wie bereits an anderer Stelle geschrieben wurde, dass Umfeld muss den Weg mitbereiten. Würden Vereine, Verband und Fans ernsthaft zeigen, dass es nichts besonders ist, dann würde dies eben auch helfen eigene Entscheidungen anders zu treffen.
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#42 Homonklin_NZAnonym
  • 17.02.2021, 20:26h
  • Antwort auf #31 von Staffelbergblick
  • Das ist so eine Sache, wie beim selbsternannten Experten-Wesen. Jeder, wer damit nie Erfahrung hatte, weiß es garantiert besser.

    Im Fußball scheint ja doch allmählich eine Verbesserung einzutreten.

    Neben diversen Befürchtungen dürfte die Sorge um die persönlichen Karriere-Chancen einen Pro-Sportler davon abhalten, diese Chancen an so vielen Enden wie nur möglich aufs Spiel zu setzen. Das, was er erreichen kann, davon wird er leben, und da sichert er ab, wo möglich.

    Sicher gibt es noch Menschen, die ihr Privatleben nicht veröffentlichen möchten, und Details deswegen für sich behalten.
    Allzuviel Zeit, um für die Boulevardzeitungen verwertbare Sensationsnachrichten zu produzieren, bleibt zwischen den Trainingseinheiten für ernsthaften Sport eh nicht.
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#43 Teddy63
  • 17.02.2021, 20:42h
  • Antwort auf #39 von Lupdejupp
  • "Ich hab dir nichts "in den Mund gelegt", was ein bs, ich hab lediglich ausgeführt was du mit deiner Unterstellung direkt bestätigst..."

    Mit Deiner Formulierung "Du Weisst" tatest Du genau das und ich bestätige garnichts.

    "Und Lahm fordert gar nichts...."
    Nein, er fordert nicht, er fordert auf...

    "(Nicht das ich den Eindruck habe hier würde es um die getroffene Aussagen gehen und nicht um eine selbsterhöhende empfindlichkeitsorgie)

    Amüsant aber ziellos...."

    Rhetorische Spitzfindigkeiten, ziellos, aber nicht amüsant...
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#44 MurmeltierwatchAnonym
  • 17.02.2021, 22:08h
  • Antwort auf #42 von Homonklin_NZ
  • "Sicher gibt es noch Menschen, die ihr Privatleben nicht veröffentlichen möchten"

    Das ist an sich richtig. Aber hast du verstanden, dass es hier überhaupt nicht darum geht, wer das einfach nicht möchte, sondern darum, wer es eigentlich durchaus möchte, aber Nachteile befürchten muss? Findest du es nicht wichtig, darüber zu diskutieren?
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#45 IngoAnonym
  • 17.02.2021, 22:14h
  • Auch wenn es viele "andere" Fußballfans gibt - eine dominante Strömung sind Menschen, überwiegend Männer, teilweise aber auch Frauen, für die der Habitus der TOXISCHEN MÄNNLICHKEIT unabdingbar zu ihrem Lieblingssport dazu gehört. Sie akzeptieren ihn und/oder finden ihn sogar gut. Ob es die Mehrheit ist? Keiner weiß es. Aber es sind viele und sie sind laut.
    Stell Dir vor ein junger Mann outet sich und am Samstag danach muss er raus in ein Stadion mit 50000 Menschen - ohne die geringste Ahnung, wie viele "gegen" Dich sind. Das ist sehr, sehr viel Druck.
    Jede_r, die/der schon einmal erlebt hat wie ein paar hundert Vollidiot_innen mit Affengeräuschen einen schwarzen Spieler verunsichern oder sogar demoralisieren können erahnt die Belastung dieser Situation.
    Das ist sehr traurig, aber zumindest derzeit leider noch die Situation.
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#46 SeltsamAnonym
  • 17.02.2021, 22:19h
  • Antwort auf #42 von Homonklin_NZ
  • "Allzuviel Zeit, um für die Boulevardzeitungen verwertbare Sensationsnachrichten zu produzieren, bleibt zwischen den Trainingseinheiten für ernsthaften Sport eh nicht."

    Da ist es doch aber seltsam, dass "Spielerfrau" ein anerkannter und offensichtlich recht lukrativer Beruf geworden ist. Wo das Privatleben der Spieler doch wirklich "niemanden interessiert". Privat ist halt immer nur das Privatleben von Manchen.
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#47 herhehtehAnonym
  • 18.02.2021, 00:26h
  • Wir leben nicht mehr im 20. Jahrhundert, sondern im Jahr 2021.

    Jeder schwule Bundesligaprofi sollte seine Identität nicht verstecken, sondern ganz normal sein Leben als schwuler Mann leben. Wer als schwuler Bundesligaprofi einen Lebensgefährten hat, sollte ihn ganz selbstverständlich immer dann zu Veranstaltungen mitnehmen, zu denen hetero Bundesligaprofis ihre Lebensgefährtin mitbringen. Wenn man sich expliziter outen möchte, wäre vermutlich ein Coming Out einer ganzen Gruppe von mehreren schwulen Bundesligaprofis eine gute Sache. Je mehr sich auf einmal outen, desto einfacher für jeden.

    Hitzlsperger hat sich vor 9 Jahren nach Karriereende geoutet. Es war dann kurze Zeit zwar ein großes Thema in den Medien, aber das ebbte genauso schnell auch wieder ab. Durch sein Coming Out hat er das Coming Out für weitere Spieler erleichtert. Mit Sicherheit würde der Medienrummel nicht mehr so groß ausfallen wie bei Hitzlsperger. Immerhin sind schon 9 Jahre vergangen.

    Ein paar wenige homophobe Idioten gibt es immer, aber es gibt auch immer ein paar wenige Rassisten. Die große, überwältigende Mehrheit der Menschen ist nicht rassistisch und nicht homophob und wird die paar wenigen homophoben und rassistischen Idioten schnell niedermachen.

    Sich von ein paar wenigen homophoben Idioten als schwuler Bundesligaspieler Freiheit wegnehmen zu lassen, nur weil man Angst vor der Reaktion der paar wenigen homophoben Idioten hat, ist nicht klug.
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#48 Ralph
  • 18.02.2021, 10:13h
  • Antwort auf #21 von Nadja
  • Tatsache ist doch, dass er mit seinen wiederholten "Warnungen", sich zu outen, die gegenwärtige homofeindliche Situation fortschreibt und sich damit übrigens auch bewusst in Gegensatz zu Kollegen stellt, die gerade dieser Tage die gegenteilige Auffassung vertreten. Ich vermag das nicht anders einzuordnen als schwulenfeindlich, so fein er seine Sprache auch wählen mag.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #21 springen »
#49 AtreusProfil
  • 18.02.2021, 10:54hSÜW
  • Antwort auf #48 von Ralph
  • Nadja versteht, wie viele andere in diesem Thread, nicht den Unterschied zwischen der Aussage

    "Der Fussball unterdrückt leider immer noch schwule Spieler, Mannschaft und Fankultur müssen sich dringend ändern und die toxischen Stereotype überwinden. Ich wünschte mir, es wäre anders. Ich würde jeden unterstützen, der das Outing wagt. - Ihr könnt auf mich zählen!"

    ...die er nicht getroffen hat und der Aussage

    "Ich empfehle schwulen Spielern sich nicht zu outen und sich ihren Kameraden auf gar keinen Fall anzuvertrauen. Ihr Outing werden sie nicht unbeschadet (sic!) überstehen."

    ...die er getroffen hat.

    Er hat weder Kritik an den aktuellen Verhältnissen geübt, noch den Wunsch nach Veränderung formuliert, noch davon gesprochen, dass er höchstselbst Teil dieser Kultur war und offenbar weder auf dem Platz, noch in der Kabine gegengeredet hat. Stattdessen stellt er den Status Quo als "nunmal gegeben" dar und spricht den Opfern von Hass und Diskriminierung nicht Mut zur Veränderung zu, sondern rät zur Verheimlichung der eigenen Persönlichkeit, mit der verklausulierten Drohung psychischer und körperlicher Schäden, falls nicht. Wenn ich 14 Jahre alt wäre, Probleme mit meiner Sexualität hätte und vll. sogar ontop gern Vereinssport betreiben würde oder schon betreibe, wäre diese Nachricht das Gegenteil von Empowerment. Sie würde das Loch unter mir soweit vergrößern, dass ich hindurch passe und falle.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #48 springen »
#50 TheDadProfil
  • 18.02.2021, 17:23hHannover
  • ""Aber gegenwärtig schienen mir die Chancen gering, so einen Versuch in der Bundesliga mit Erfolg zu wagen und nur halbwegs unbeschadet davonzukommen", so der frühere Profi des FC Bayern München.""..

    800 andere Profi-Spieler*innen sehen das völlig anders, und haben im Gegensatz dazu öffentlich erklärt Support zu leisten..

    Wie man also sehen kann sind nicht die anderen Spieler*innen das Problem, sondern die Vereine, die Ligen und der DFB/die DFL und die dort versammelten Funktionär*innen, die die unterzeichneten Beitrittserklärungen so etwa die "Berliner Erklärung gegen Homophobie", die die DFL bereits im November 2013 (!) unterzeichnete, immer noch nicht mit Leben erfüllen..
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#51 Teddy63
  • 18.02.2021, 20:51h
  • Antwort auf #49 von Atreus
  • Besser kann man das nicht auf den Punkt bringen, danke.
    Und wenn ich das Beispiel des 14jährigen Jugendlichen aufgreife, lande ich gedanklich ganz schnell bei der "Philipp Lahm Stiftung", in der sich der Gutmensch Lahm sehr für den Nachwuchs engagiert. Wenn sich sein Einsatz für den weiteren Erhalt des "Status Quo" mit ihm als Vorbild dort in den jungen Köpfen erstmal etabliert hat, können wir uns schon auf die weitere Zementierung der derzeitigen Situation in der nächsten Generation "freuen".

    Auch ich habe übrigens seinen "besorgten Ratschlag" durchaus als subtile Drohung wahrgenommen, wollte das aber anfangs hier so nicht formulieren, um die Diskussion nicht unnötig emotional aufzuheizen.
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#52 simplysomebody
  • 20.02.2021, 23:02h
  • Es ist schön das sich Lahm um Schwule sorgt und Empfehlungen gibt. Nur hat das ganze auch etwas Faden Geschmack.

    Klar hat ein Fussballer es schwer, wenn er sich outet. Gründe und Punkte genug hat Lahm ja geliefert. Allerdings, wäre es gut und sinnvoll, wenn man daran arbeiten würde, die Punkte die gegen ein Outing sprechen zu ändern.

    Wir sind im 21Jh. Anders sein, sollte anders sein und zwar normal. Jemand der anders ist, kann im Sport genauso seine Leistungen bringen und nur das sollte zählen.
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