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Kommentator wurde 70 Jahre alt

Homo-Hasser Rush Limbaugh ist tot

Der Verschwörungstheoretiker machte sich über schwule Aids-Tote lustig oder gab Feministinnen die Schuld an kleiner werdenden Penisgrößen. Jetzt starb der Multimillionär an Lungenkrebs.


Rush Limbaugh erhielt im Februar 2020 die "Presidential Medal of Freedom", die US-Version des Bundesverdienstkreuzes – der Orden wurde im US-Kongress anlässlich Donald Trumps Rede zur Lage der Nation übergeben

Der amerikanische Radiokommentator Rush Limbaugh ist am Mittwoch im Alter von 70 Jahren an Lungenkrebs gestorben. Seine Witwe Kathryn Limbaugh verkündete die Todesnachricht in der Radioshow des Rechtsaußen-Aktivisten, in der er seit den Achtzigerjahren stets seine Sicht der Welt verbreitet hatte und an fünf Tagen der Woche Millionen von Menschen erreichte.

Die Trauer in der LGBTI-Community hält sich in Grenzen: Aus seiner Abneigung gegen Minderheiten hatte Limbaugh, dessen Vermögen auf 600 Millionen Dollar geschätzt wird, zu Lebzeiten nie ein Geheimnis gemacht – besonders oft polemisierte er gegen schwule Männer. Er galt jahrzehntelang als einer der einflussreichsten rechtspopulistischen Meinungsmacher.

Zum Tod von Limbaugh erschien im amerikanischen LGBTI-Nachrichtenmagazin "The Advocate" ein Artikel mit der Überschrift: "Warum sollte ich irgendetwas Nettes über den toten Rush Limbaugh sagen?" Autor John Casey macht dabei aus seiner Abneigung gegen den Verstorbenen keinen Hehl ("Er starb an Lungenkrebs. Er hätte an einem Hirntumor sterben sollen, weil sein Kopf ein Schleimsieb war").

Limbaugh fand schwule Aids-Tote lustig

In sozialen Netzwerken wird an Limbaughs hasserfüllte Tiraden gegen Homosexuelle oder andere Minderheiten erinnert. So hatte er einst in seiner Sendung ein Segment mit dem Titel "AIDS Update", in dem er die Namen von an Aids gestorbenen schwulen Männern vorlas und sich über deren Tod lustig machte.

Twitter / samthielman

Zudem verbreitete er viele Verschwörungstheorien über sexuelle Minderheiten – etwa dass Schwule grundsätzlich "gerbilling" betreiben würden. Unter dem Begriff versteht man die angebliche sexuelle Praxis, sich eine lebendige Rennmaus (Gerbil) in den Darm zu schieben. Seinen Hass auf Homosexuelle hielt er bis zuletzt aufrecht: So erklärte er etwa letztes Jahr, dass der offen schwule Präsidentschaftskandidat Pete Buttigieg Kinder gefährde, wenn er öffentlich seinen Ehemann küsst (queer.de berichtete). Auch Feministinnen zählten zu seinen Hassobjekten: So behauptete er ernsthaft, dass "Femi-Nazis" schuld daran seien, dass die Penisgröße schrumpfe (queer.de berichtete).

Witze über Völkermord

Limbaugh machte sich außerdem über praktisch jeden lustig, der nicht genauso war wie er. Zum Genozid an der amerikanischen Urbevölkerung merkte er etwa an: "Holocaust an 90 Millionen Indianern? Nur vier Millionen übrig? Die haben doch alle ein Kasino, warum beschweren sie sich denn?". Den Ex-Präsidenten Barack Obama verspottete Limbaugh als "magischen Neger". "Black Lives Matter" bezeichnete er als Terrororganisation. Außerdem behauptete er, die Anschläge auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch 2019 seien eine heimliche Verschwörung linksgerichteter Politiker*innen gegen Trump – bei der Terrorattacke durch einen Rechtsextremisten kamen 51 Menschen ums Leben.

Zudem machte sich Limbaugh regelmäßig über seine politischen Feinde lustig, wenn diese an einer Krankheit litten. So beschuldigte er etwa den "linken" Schauspieler Michael J. Fox, die Symptome seiner Parkinson-Krankheit nur vorzutäuschen.

Twitter / EricHaftelLive

Trotz seiner Hasstiraden gilt Limbaugh unter vielen Republikaner*innen als Held. Für den Kongressabgeordneten Jim Jordan bezeichnete ihn nach seinem Tod etwa als eine "Ikone, ein Patriot und ein amerikanischer Held". Senator Tom Cotton nannte Limbaugh einen "Giganten", der Millionen von Menschen inspiriert habe.

Twitter / SenTomCotton

Twitter / Jim_Jordan

Rechtspopulistische und selbst konservative Webseiten feiern den Moderator mit großem Pathos. Der "Fox News Channel" lobte Limbaugh etwa in einer Überschrift als "amerikanischen Patrioten" und zitierte seine Witwe, die den Verstorbenen als "größten Menschen aller Zeiten" beschrieb.


(Bild: foxnews.com)

Limbaugh war auch ein großer Anhänger von Donald Trump. Deshalb wurde er 2020 vom Präsidenten mit der US-Version des Bundesverdienstkreuzes ausgezeichnet. (dk)



#1 AthreusProfil
  • 18.02.2021, 12:31hSÜW
  • Auf dem Bild sehen wir Limbaugh mit der Presidential Medal of Freedom um den Hals, der höchsten Auszeichnung der USA für Zivilisten - für besondere Verdienste um das Allgemeinwohl und die Gesellschaft. Besser kann man die politische Kultur und den Wertekanon der Ära Trump nicht visualisieren.
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#2 aLuckyGuyProfil
  • 18.02.2021, 12:44hPeine
  • Eigentlich soll man gegen Tode nichts Negatives schreiben. Aber was soll ich sagen, es gibt Menschen die in ihrem Leben derart abgrundtief schlecht und voller Hass waren, dass es schlichtweg ein Gewinn für alle Menschen ist, wenn Sie nicht mehr da sind.
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#3 goddamn liberalAnonym
#4 LupdejuppAnonym
  • 18.02.2021, 13:21h
  • Jetzt schon topanwärter für den "größten" r/leopardsatemyface Moment 2021..... @ "es gibt keine Beweise das Rauchen Krebs auslöst" um dann an Lungenkrebs zu verenden....
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#5 KratzbürsteAnonym
  • 18.02.2021, 14:15h
  • Antwort auf #2 von aLuckyGuy
  • Der Typ hat sich im Radio mit aufheiternder Musik im Hintergrund namentlich über Aids-Tote lustig gemacht. Wenn es jemanden gibt, der jegliches Recht auf Respekt nach seinem Ableben verspielt hat, dann ist er ganz weit oben auf der Liste
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#6 RubinsAnonym
#7 daVinci6667
  • 18.02.2021, 14:46h
  • Antwort auf #4 von Lupdejupp
  • Ist so wie bei den Coronaleugnern. Wer nicht daran glaubt geht viel hohere Risiken ein und krepiert am Ende daran.

    In den USA gilt oft immer noch: Maske auf= Dems, ohne = Reps. Dort gibt es eindrückliche Berichte aus den Krankenhäusern in denen Patienten selbst auf den Intensivstationen immer noch nicht daran glauben dass sie Corona haben. Selbst wenn sie intubiert werden und schließlich daran sterben immer noch nicht.

    Zu dessen Tod sage ich hier nur, solche Menschen sterben schlussendlich an ihrer Dummheit, an ihrem Glauben an Verschwörungstheorien und an ihrem Hass.
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#8 Julian SAnonym
  • 18.02.2021, 15:18h
  • Was für eine jämmerliche Existenz, wenn alles, was von ihm übrig bleibt und woran man sich erinnert, nur sein Hass ist...

    Hätte der mit seiner Hetze nicht so viel angerichtet, müsste einem dieses arme Würstchen mit seinem versauten, vom Hass zerfressenen Leben schon fast leid tun...
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#9 Bette DavisAnonym
#10 Alexander_FAnonym
  • 18.02.2021, 16:27h
  • Immerhin kann er jetzt nichts Böses mehr sagen. Etwas Besseres fällt mir zu diesem Ereignis und dieser Person leider nicht ein.
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