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Coming-out im Profisport

DFB-Präsident Keller zu Homosexualität: "Fußball ist für alle"

Der oberste Funktionär des deutschen Fußballs stellt sich hinter die Forderung nach mehr Vielfalt im Sport. Dafür müssten aber noch bestehende Hürden abgebaut werden.


Fritz Keller ist seit 2019 Präsident des Deutschen Fußballbundes (Bild: DFB)

DFB-Präsident Fritz Keller hat im Zuge des Appells von hunderten Fußballer*innen zur Unterstützung homosexueller Profis klar Position bezogen. "Fußball ist für alle. Ausrufezeichen. Auf dem Rasen und auf den Tribünen. Diese Vielfalt wollen wir leben", sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes in einem am Donnerstag auf dfb.de veröffentlichten Interview. "Dafür müssen wir sie aber auch fördern und noch bestehende Hürden abbauen", forderte Keller.

Mit der im Dezember angekündigten Einrichtung der Anlaufstelle für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt beim DFB solle ein Zeichen gesetzt und das Signal gesendet werden: Das Thema geschlechtliche und sexuelle Vielfalt sei dem DFB und seinen Landesverbänden wichtig, weil die Menschen wichtig seien. "Wir wollen keine Spieler und keine Fans verlieren, weil sie sich diskriminiert oder nicht willkommen fühlen", sagte Keller. "Jeder muss frei von Diskriminierungen und frei von Angst Fußball spielen oder anschauen können." Und wenn der Fußball für alle zugänglich sein solle, dann müsse der Fußball auch für alle da sein – sie stärken und ihnen Gemeinschaft und Schutz vor Anfeindungen bieten.

Das Magazin "11 Freunde" hatte über homophobes Denken und Verhalten im Fußball berichtet und gleichzeitig einen Aufruf verbreitet, den mehr als 800 Profi-Fußballer*innen unterschrieben haben (queer.de berichtete). In ihm wird queeren Sportler*innen Unterstützung beim Coming-out versichert.

"Jeder sollte lieben und leben, wie er will"

Viele Spieler*innen äußerten sich in dem Artikel ausdrücklich zur Thematik. Fußballnationalspielerin Alexandra Popp vom VfL Wolfsburg erklärte etwa: "Das Thema hat auf dem Fußballplatz und bei allen anderen Sportarten grundsätzlich nichts zu suchen. Jeder sollte lieben und leben, wie er will", so die Kapitänin der deutschen Auswahl. Es ginge im Sport allein um die Leistung. "Und die wird nicht davon beeinflusst, wen man liebt", sagte die 29-Jährige. Wenn sich jemand outen würde, könnte dies sogar eine gewisse Befreiung sein, die sogar noch einige Prozente an Leistung freisetzen könnte. "Für alle, die bei der Aktion mitgemacht haben, ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen", sagte Popp.

Fast zeitgleich zur Veröffentlichung des "11 Freunde"-Artikels warnte Philipp Lahm, der Kapitän der Männer-Nationalmannschaft während des WM-Siegs 2014, anlässlich der Veröffentlichung seiner Autobiografie schwule Profis vor dem Coming-out: Gegenwärtig schienen ihm "die Chancen gering, so einen Versuch in der Bundesliga mit Erfolg zu wagen und nur halbwegs unbeschadet davonzukommen", sagte der 37-Jährige (queer.de berichtete)

Der DFB unterstützt die Social-Media-Kampagne "Ihr könnt auf uns zählen!" rund um die "11 Freunde"-Aktion. In Deutschland habe sich "bis heute noch kein aktiver Profispieler zu seiner Homosexualität bekannt, aber auch im Amateurfußball ist ein Coming-out noch lange keine Selbstverständlichkeit", sagte Keller. (dpa/cw)



#1 YannickAnonym
  • 18.02.2021, 13:19h
  • Auch im Sport und insbesondere auch im Fußball, sollte jeder er selbst sein können, sich nicht verstellen müssen und nicht in ständiger Angst vor Enttarnung leben müssen.

    Denn das sind alles Dinge, die nicht nur die sportliche Leistung schmälern, weil sie Kraft kosten. Sondern die die Psyche belasten und langfristig seelische Schäden hinterlassen.
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#2 Julian SAnonym
  • 18.02.2021, 14:14h
  • Ich finde es toll, dass in der neuen Ausgabe des Magazins "11 Freunde" über 800 (!) Fußballer homosexuellen Rücken ihre Unterstützung zusichern. Dazu kommen noch die ganzen Fanverbände, die ebenfalls ihre Unterstützung zusichern.

    Die Zeiten haben sich gewandelt. Es wird Zeit, endlich zu sich selbst zu stehen. Und auch ein echtes Vorbild an Sportlichkeit und sportlichem Geist zu sein. Den Fans ist egal, wen man liebt, sie wollen nur nicht belogen werden.

    Wer sich outet, ist nicht nur ein Vorbild für LGBTI, sondern auch für Heteros. Denn was könnte ein größerer Wert sein, als sich nicht selbst zu verleugnen?! Und nicht zuletzt tut man damit auch sich selbst etwas gutes.
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#3 gayflecktarnhoseProfil
  • 18.02.2021, 17:14hBremen
  • An dieser Aussage sollte sich der Herr Lahm mal ein Beispiel nehmen, aber leider sehen sich die Herren
    des DFB und der Vereine dazu nicht in de Lage.
    Sehr sehr traurig.
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#4 kuesschen11Profil
  • 18.02.2021, 20:51hFrankfurt
  • Es ist sehr zu begrüßen, wenn ein DFB-Präsident offen und klar gegen Homophobie und Diskriminierung im Fußball Position bezieht.

    Diese Einstellung sollte er mal mit Herrn Philipp Lahm besprechen, der immer noch ein öffentliches Coming-Out von seinen Mannschaftskollegen verhindern will.

    Diese Versteckspiele gehören eigentlich schon längst der Vergangenheit an, das sollte auch im Fußball so langsam ankommen.

    Ein Mensch, so wie er liebt und fühlt, der ehrlich mit sich und seinem Umfeld umgeht, kann nie eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen. Die Gefahr liegt allein in der Homophobie der Mitmenschen im Fußballsport.
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#5 L_ChalandritsanosAnonym