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Kommentare zu:
60. Geburtstag: Erinnerungen an den ersten offen schwulen Profifußballer


#1 AtreusProfil
  • 19.02.2021, 13:06hSÜW
  • 1990:
    Verein, Mitspieler, Trainer, Gegenspieler, Presse und Fussballfans diskriminieren und mobben einen Menschen nach dessen Outiing in den Tod.

    1900 - 2020:
    Als Gegenmaßnahme auf Hass, verbale und nonverbale Gewalt, Rassismus und Homophobie hat die europäische Fussballgemeinschaft folgende, bahnbrechende Korrekturen und Entscheidungen getroffen: ...

    2021:
    Weltmeister, Vorbild, Idol und Funktionär der kommenden EM, Philipp Lahm, prophezeit homosexuellen Spielern gleichwertige Szenarien wie 1990, sollten sie seinen Rat nicht befolgen und so irre sein, Verein, Mitspielern, Trainern, Gegenspielern, Presse und Fussballfans mitzuteilen, wer sie sind.
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#2 Teddy63
  • 19.02.2021, 13:29h
  • Es tut weh, die Geschichte dieses Mannes zu lesen. Und die Geschichte beinhaltet auch die rassistische Doppeldiskriminierung aufgrund seiner Hautfarbe:

    "(...) war 1981 der erste schwarze Fußballer, für den eine Ablösesumme von mehr als einer Million Pfund gezahlt wurde."

    In allen Berichten über ihn wird betont, er sei der erste SCHWARZE Fussballspieler, für den eine so hohe Ablösesumme gezahlt wurde.
    Heißt im Umkehrschluss also, ein weißer Spieler wäre bei gleichen Leistungen mehr "wert" gewesen.
    Wie erbärmlich...
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#3 AtreusProfil
  • 19.02.2021, 14:29hSÜW
  • Antwort auf #1 von Atreus
  • Nachtrag: Herrje, das Wichtigste vergessen:

    2021:
    Lahms Kritik an den menschenfeindlichen Strukturen: ...
    Lahms Vorschlag zur Überwindung der menschenfeindlichen Strukturen: ...
    Lahms Solidaritätsbekundung gegenüber den Opfern, menschenfeindlicher Strukturen: ...
    Lahms Bekenntnis im Wortlaut, selbst Teil dieser menschenfeindlichen Strukturen gewesen zu sein: ...

    Korrekturen: Es sollte natürlich in #1 "1990-2020" heißen, ebenso Outing mit 1 "i". Natur lass Hirn regnen.
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#4 LotiAnonym
#5 LegatProfil
  • 19.02.2021, 16:39hFrankfurt am Main
  • Im Moment stehen ja die 80er wieder ganz hoch im Kurs. Man denke nur an Synthwave Musik, die ganzen Reboots von Spielzeug aus den 80ern und Serien wie Stranger Things. Die 80er Jahre sind derzeit ein absolutes Fest an wunderbarer Nostalgie.

    Dabei sollte man aber bitte auch nicht vergessen, dass die 80er die absolute Homohölle waren. In den 80ern und bis weit in die 90er hinein war offene Homofeindlichkeit auf allen Gesellschaftsebenen absolute Normalität und voll salonfähig. Erst mit der Einführung der "Eingetragenen Lebenspartnerschaft" setzte da teilweise ein Umdenken ein. So habe ich das zumindest für mich erlebt.
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#6 dellbronx51069Anonym
  • 19.02.2021, 18:28h
  • Antwort auf #5 von Legat
  • Ja die 80er waren speziell, dass kann ich nur bestätigen. Auch vor allem wegen der Aidskrise. In den 90 er Jahren wurde es langsam besser.
    Ich konnte diese Sportart noch nie leiden.
    Absolut ekelhaft wie dieser arme Mensch in den Tod getrieben wurde.
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#7 LegatProfil
  • 19.02.2021, 19:18hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #6 von dellbronx51069
  • Ich bin auch absolut kein Fußballer und kann mich dem Eindruck nicht erwehren, dass viele im Fußball ihren Schutzraum für ihren alten Hass und Vorurteile sehen und das auch unbedingt so erhalten wollen. Umso tragischer, wenn man nicht total heteronormativ ist und gleichzeitig eine Leidenschaft oder ein riesiges Talent für Fußball hat.
    Ich kann verstehen, was viele an Fußball so begeistert, doch für mich ist das alles immer mit dem bitteren Beigeschmack verbunden, dass Fußball ein Umfeld ist, in dem zu der (eigentlich wunderbaren) Gelegenheit - auch für Männer - offen Gefühle zu zeigen, für viele scheinbar immer noch ganz selbstverständlich der Homohass "einfach dazugehört". Ich finde das eine große Tragödie.
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#8 TheDadProfil
  • 19.02.2021, 20:28hHannover
  • Antwort auf #2 von Teddy63
  • ""In allen Berichten über ihn wird betont, er sei der erste SCHWARZE Fussballspieler, für den eine so hohe Ablösesumme gezahlt wurde.
    Heißt im Umkehrschluss also, ein weißer Spieler wäre bei gleichen Leistungen mehr "wert" gewesen.
    Wie erbärmlich...""..

    Die Lebensgeschichte von Justin Fashanu zeigt exemplarisch auf das der internationale Fußball nicht nur in Homophobie, sondern auch in Rassismus verharrt..

    Ich denke das kann man nicht voneinander trennen, und deshalb wird sich das Eine auch nicht abschaffen lassen, ohne das Andere ebenfalls abzuschaffen..

    Und bei Licht betrachtet ist Transfer im Profi-Sport nicht weit weg von Menschenhandel und Sklaverei..

    Hintergründiges :

    www.focus.de/sport/fussball/fussball-die-bundesliga-und-der-
    transfer-wahnsinn_id_7543491.html
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#9 LegatProfil
  • 19.02.2021, 21:24hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #8 von TheDad
  • "Und bei Licht betrachtet ist Transfer im Profi-Sport nicht weit weg von Menschenhandel und Sklaverei.."

    Das finde ich nicht überzeugend. Profifußballer gehören zu den Bestverdienern unter den Profisportlern und haben eine vergleichsweise sehr kurze Lebensarbeitszeit. In diesem Fall würde ich auf keinen Fall von Menschenhandel und Sklaverei sprechen. Ein Sklave verpflichtet sich nicht durch einen Arbeitsvertrag, kann nicht kündigen, hat keine Entscheidung darüber, was oder wie viel er arbeitet. Meinst du deinen Vergleich vielleicht als eine Art Metapher?
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#10 KumpelAnonym
  • 20.02.2021, 07:57h
  • Antwort auf #8 von TheDad
  • Wieder einmal gut ausgeführt und sehr zutreffend. Menschenhandel und zudem Sklaverei passen sehr wohl zusammen. in dieser Sportart. Denn was nützen Verträge, wenn dadurch die persönliche Entwicklung eines noch jungen Profifußballers dabei ausgespart bleibt.
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#11 LegatProfil
  • 20.02.2021, 08:28hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #10 von Kumpel
  • Ich verstehe das nicht. Kannst du das bitte etwas ausführlicher erklären? Wie kann jemand, der im Vollbesitz sämtlicher Bürgerrechte einen Vertrag für ein paar Jahre unterschreibt, für diesen überdurchschnittlich entlohnt wird und unter vertraglich vereinbarten Bedingungen kündigen kann, ein Sklave sein oder menschengehandelt werden? Übersehe ich hier etwas? Ich kenne mich im Fußball wie bereits erwähnt, gar nicht aus.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #10 springen »
#12 HerzineinAnonym
  • 20.02.2021, 14:20h
  • Antwort auf #2 von Teddy63
  • Und wieder ist das das Glas nicht nur halb leer sondern wohl eher ganz:
    Er hat den Weg für viele Fußballer nicht-europäischer Ethnien geebnet, besser bzw. Gleich gut bezahlt zu werden wie die europäisch-stämmigen Kollegen. Was damals eine Sensation war, ist heute Alltag, und hat noch nicht mal eine Generation gedauert. Das ist fantastisch und darüber darf man sich freuen.
    Wenn man sich gesellschaftliche Entwicklungen anschaut in den letzten und 10.000 Jahren, dann ist das astronomisch schnell.
    Aber anstatt dies hier zum Anlass zu nehmen gute Hoffnung zu sein, dass auch in anderen Bereichen Entwicklungen schneller fortschreiten als im Kriechgang, muss man natürlich seine Bewertung Ausschließlich auf die in der Tat erbärmliche Situation davor richten.

    Für mich erweckt das ganze, wieder einmal, Den Eindruck dass Dinge nicht gut werden dürfen, weil man ansonsten nicht mehr schimpfen oder frustriert sein darf.

    Bitterkeit ist nie gut, vor allem nicht für die Zukunftszugewandtheit
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#13 TheDadProfil
  • 20.02.2021, 15:38hHannover
  • Antwort auf #9 von Legat
  • Man kann das durchaus als "Metapher" betrachten, denn die Idee, man könne ja jederzeit kündigen ist nicht das "Problem", sondern die Frage, was passiert eigentlich, wenn man plötzlich kündigt, oder der Vertrag nach der festgesetzten Zeit einfach ausläuft ?

    So lange der Vertrag läuft gibt es "Ablösesummen", meist Summen in der Höhe des Gehaltes, welches der Spieler im Verlauf des Vertrages verdient..
    Was es dem Spieler eigentlich unmöglich macht einfach so zu kündigen, wenn er nicht über ein anderes Angebot verfügt, und damit über Jemanden, der diese Summen als "Kompensation" an den bisherigen Verein zahlt..

    Betrachtet man dann diese Ablösesummen im Detail wird schnell gewahr :
    Noch immer werden Spieler aus afrikanischen Ländern weit "günstiger" gehandelt als etwa Spieler aus Frankreich, Spanien, der Schweiz oder England..
    Selbst US-Profis sind auf dem europäischem Markt immer noch "Schnäppchen", und beinahe so "billig" wie japanische Spieler, oder koreanische Profis, die immer noch "teurer" sind als Spieler aus China..
    Einzelbeispiele könnten das zu widerlegen suchen, müssen sich dann aber der "Realität der Masse" beugen..

    Jugendliche Nachwuchsspieler haben inzwischen wie selbstverständlich so genannte "Spieler-Berater", also "Sklaven-Händler" denen bei der Vermittlung an einen internationalen Verein eine Provision gezahlt wird, welche nicht selten das Jahresgehalt des Spielers übersteigt..
    Und solche "Spieler-Berater" sind auch innerhalb der Ligen aktiv, selbst Tranfers zwischen der 3. und der 1.Fußballbundesliga laufen nur noch über solche Berater..

    Der Spieler aus Frankreich, aufgewachsen in der Nähe von Nizza, aber Kind algerischer Eltern ist dort dann "teuer" als der Spieler, der direkt aus Algerien in den europäischen Fußball wechselt, und genau dort setzt dann der Rassismus ein, gepaart mit Menschenhandel-ähnlichen Strukturen..

    Denn wo bleiben die Vergleichs-Parameter, die diese Summen eigentlich legitimieren ?
    Wo ist nachvollziehbar dargelegt das ein Star wie der Portugiese Andre Sliva "weniger Wert" wäre als der Brasilianer Ronaldinho ?

    Aus Sicht des Sports gesehen müßte man diese Praxis beenden, und allen Spielern eines Vereines und einer Liga das gleiche Gehalt zahlen, und bei einem Wechsel des Vereines die gleichen Ablösesummen verlangen..
    Und das unabhängig davon, aus welchem Land der Spieler stammt, in welchem Land er gegenwärtig spielt, und in welcher Liga er zukünftig spielen will..
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#14 Teddy63
#15 LegatProfil
  • 20.02.2021, 22:08hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #13 von TheDad
  • Dankeschön für deine ausführlichen Erläuterungen. Ich glaube, jetzt verstehe ich besser was du meinst. Klingt für mich relativ ähnlich zu diesen unsäglichen Praktiken mit denen Arbeitnehmerrechte bewusst beschnitten werden sollen, wie z.B. Leiharbeit, Werksverträge und Body-Leasing. All das sind nur Tricks, um die Arbeitskraft von Arbeitnehmern auszubeuten, ohne dabei Verantwortung für die Menschen übernehmen zu müssen. Der Arbeitnehmer wird dadurch zur Ware. Durch prekäre Verhältnisse in Abhängigkeit gehalten, durch den Arbeitgeber nahezu beliebig planbar und kaum in der Lage, sich aus eigener Kraft aus diesem Würgegriff zu befreien.
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#16 KumpelAnonym
  • 21.02.2021, 08:46h
  • Antwort auf #11 von Legat
  • Ich gestehe nur einmal einen Bericht darüber über die doch recht zweifelhaften Methoden zum anwerben junger Männer in Ländern mit hoher Armut gesehen zu haben, die fast alles in Kauf nehmen würden, um ja beim Profifußball Einlass zu finden. Darin wurde auch von moderner Sklaverei geredet.
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#17 KumpelAnonym

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