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Großbritannien

Britischer Geheimdienst MI6 entschuldigt sich für Homo-Verbot

Bis 1991 durften Homosexuelle nicht für den "Secret Intelligence Service" arbeiten – eine ungerechte Diskrinierung, sagt nun der Chef des Dienstes.


Die MI6-Zentrale in London, neben den Nachrichten auch bekannt aus "James Bond" (Bild: Steve Cadman / flickr)

Nach dem britischen Verteidigungsministerium hat sich auch der Geheimdienst MI6 für seinen Umgang mit queeren Menschen entschuldigt. Dass bis 1991 LGBT+ aus Sicherheitsgründen nicht für den berühmten Dienst arbeiten durften, sei "falsch, ungerecht und diskriminierend", sagte MI6-Chef Richard Moore in einer am Freitag veröffentlichten Videobotschaft. Dadurch sei das Leben engagierter Fachkräfte vernichtet worden, und anderen sei die Möglichkeit verweigert worden, zu dienen.

Gleichgeschlechtliche Beziehungen unter Männern waren in England und Wales 1967 entkriminalisiert worden (Schottland und Nordirland folgten Anfang der 80er Jahre und eine Gleichstellung des Schutzalters mit dem für Heterosexuelle erst im neuen Millennium). Noch bis 1991 waren Homosexuelle von der Mitarbeit im Auslandsgeheimdienst MI6, der weltweit wegen des fiktiven Agenten James Bond bekannt ist, und dem Inlandsdienst MI5 ausgeschlossen. Zur Begründung (und Skandalisierung) dienten eine Reihe von Skandalen während des Kalten Krieges (etwa um die "Cambridge Five") und der Gedanke der Erpressbarkeit – die allerdings auch durch die Stigmatisierung, Kriminalisierung und die Androhung einer Entlassung aus dem Dienst zu einem Thema wurde.

Es sei eine "fehlgeleitete" Überzeugung, dass Homosexuelle anfälliger für Erpressungen seien, sagte Moore nun. "LGBT+ zu sein bedeutet nicht, dass die Menschen eine Gefahr für die nationale Sicherheit sind. Natürlich nicht." Dadurch hätten sich Geheimdienste und Diplomatie selbst einiger der besten Talente des Landes beraubt, betonte Moore, der als "C" bekannt ist.

Twitter / ChiefMI6

Auch nach 1991 seien einige Homosexuelle wegen ihrer sexuellen Orientierung benachteiligt worden, so Moore. "Dies ist ebenfalls inakzeptabel", betonte der MI6-Chef.

Diese Woche hatte bereits das britische Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass Veteran*innen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung aus der Armee entlassen worden waren, die Rückgabe ihrer Orden beantragen können (queer.de berichtete). Damit solle "historisches Unrecht" wieder gut gemacht werden. Bis 2000 war es Homosexuellen nicht erlaubt, in den Streitkräften zu dienen.

Außenminister Dominic Raab würdigte den außerordentlichen Mut und das Engagement von Homosexuellen. "Großbritannien ist wegen ihres engagierten Einsatzes ein sichereres Land", twitterte der Politiker der konservativen Regierungspartei. Im letzten Jahr hatte sich bereits der Inlandsgeheimdienst MI5 für die frühere Behandlung queerer Menschen entschuldigt. 2016 zeichnete ihn die Organisation Stonewall als LGBT-freundlichsten Arbeitgeber aus (queer.de berichtete). (dpa/cw)