Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?38189

Heimkino

So queer ist Disney+ Star

In der kommenden Woche startet die Streaming-Erweiterung Disney+ Star in Deutschland. Freuen dürfen wir uns nicht nur auf die heiß ersehnte Serienpremiere von "Love, Victor".


Szene aus "Love, Victor": Benji küsst seinen Freund Derek (Bild: Hulu)
  • Von Patrick Heidmann
    20. Februar 2021, 14:34h, 1 Kommentar

Seit einem Jahr ist der Streamingdienst aus dem Hause der Walt Disney Company in Deutschland verfügbar, und urteilt man den Abonnent*innen-Zahlen nach, schalten viele Menschen ein. Wegen der Marvel-Abenteuer und der Star-Wars-Spektakel, wegen der alten Zeichentrick-Klassiker und den hochklassigen Animationen von Pixar. Und ein kurzweilige andere Dinge aus dem Firmen-Fundus lassen sich ebenfalls finden, seien es Muppets-Filme oder "Sister Act".

Was bei Disney+ bislang fehlte? Geschichten, die sich nicht an die ganze Familie, sondern vor allem an ein eher erwachsenes Publikum richten, das auch ein bisschen Sex und Gewalt aushält. Oder queere Themen. Dass man "Love, Victor", den Serien-Ableger der im Kino erfolgreichen schwulen High-School-Romanze in den USA lieber zum Partner-Streamer Hulu abschob, sprach Bände.

Hulu gibt es hierzulande nicht, doch dafür führt Disney+ nun in Europa Disney+ Star ein – eine neue Säule im Programm, ohne zusätzliche Kosten. Dort lässt sich ab dem 23. Februar alles aus dem hauseigenen Archiv (der durch den Zukauf von 20th Century Fox ja ordentlich erweitert wurde) finden, was bislang nicht ins Programm zu passen schien. Unter anderem eben auch – als Deutschlandpremiere – "Love, Victor", wozu es in den nächsten Tagen noch mehr auf queer.de zu lesen geben wird.

Gute Auswahl vor allem an queeren Serien

Doch auch sonst ist das vorläufige Angebot von Disney+ Star aus LGBTI-Sicht interessant, nicht zuletzt im Serienbereich. Eine weitere Serienpremiere neben "Love, Victor" ist die Thrillerserie "Big Sky" mit Ryan Phillippe und Katheryn Winnick, in der auch Jesse James Keitel mitspielt. Und zwar als erste*r nonbinäre*r Schauspieler*in in einer festen Rolle einer fürs frei empfangbare US-Fernsehen produzierten Serie. Spielen tut Keitel eine transfeminine Sexarbeiterin und angehende Sängerin im Visier eines Killers.

Ergiebig ist die Auswahl nicht zuletzt an älteren Serien, die in den vergangenen 20 Jahren queere Fernsehgeschichte geschrieben haben: "Buffy – Im Bann der Dämonen", "Alles Betty" mit dem wunderbaren Mark Indelicato als Bettys kleiner Cousin Justin, "Desperate Housewives" oder "Brothers & Sisters", die viermal mit dem GLAAD Award ausgezeichnet wurde und die erste Serie war, in sich der zwei schwule Protagonisten das Ja-Wort gaben. Von allen Serien sind sämtliche Folgen gleich zum Start verfügbar.


Auf Disney+ Star gibt es ein Wiedersehen mit dem schwulen Paar Bob und Lee aus "Desperate Housewives" (Bild: Disney+)

Dazu kommen mit "Scandal" und "Grey's Anatomy" auch zwei Serien von Shonda Rhimes (während "How to Get Away With Murder" hierzulande weiter an Netflix gebunden ist), die viel Wert auf Diversität und Repräsentation in ihren Produktionen legt. Auch Fans von Ryan Murphy kommen auf ihre Kosten: Neben den ersten drei Staffeln "9-1-1", "Scream Queens" und "Feud – Die Feindschaft zwischen Bette und Joan" lässt sich auch ein Wiedersehen mit Kurt Hummel, Santana Lopez & Co. in "Glee".

Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben sollten außerdem "High Fidelity" mit Zoë Kravitz, "Devious Maids", "Revenge", die so entzückende und wegweisende Familienserie "The Fosters" und obendrein "The Walking Dead". Und schwule Schauspieler in hetero Rollen gibt es auch zu sehen, sei es Neil Patrick Harris in "How I Met Your Mother" oder Wentworth Miller in "Prison Break".

Nachholbedarf bei queeren Spielfilmen


Zu den queeren Film-Highlights auf Disney+ Star gehört "Kissing Jessica" (Bild: Fox Searchlight Pictures)

Auf der Filmseite ist die LBGTI-Auswahl nicht ganz so groß, aber immerhin lassen sich der Oscar-Gewinner "Boys Don't Cry" mit Hilary Swank, "Miller's Crossing" von den Coen-Brüdern mit u.a. Steve Buscemi als schwulem Gangster oder die nette lesbische Liebeskomödie "Kissing Jessica" finden. Auch Kino-Erfolge wie "Die Royal Tenenbaums" oder "Best Exotic Marigold Hotel" waren mit queeren Figuren auf – und "Absolutely Fabulous" oder diverse Filme mit Bette Midler lassen sowieso die Herzen vieler Fans höher schlagen.

Natürlich ist auch nicht zu übersehen, dass manche potentiell denkbaren Titel im Programm von Disney+ Star fehlen. Die besagte Romanverfilmung "Love, Simon" von Greg Berlanti etwa ist bislang nirgends zu finden. Aber was nicht ist, kann noch werden. Denn jeden Monat, so hört man, wird die Auswahl sowohl um neue als auch ältere Shows und Filme ergänzt.



#1 Joe2021Anonym
  • 21.02.2021, 01:40h
  • Also nicht wirklich etwas, was nicht auch woanders bereits läuft. Mit wenigen Ausnahmen, die aber eher nicht dem monatlichen Beitrag gerecht werden. Hab mehr erwartet von dem großen Disney Clan. Schade.
  • Antworten » | Direktlink »