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#GayHistory

Von Kondom-Gegnern und Masken-Gegnern

Im neuen Vlog von Phil Hollister erinnert sich der Berliner CSD-Mitbegründer Bernd Gaiser an den Beginn der Aidskrise – und zieht Parallelen zur aktuellen Coronapandemie.

Mit der Rubrik #GayHistory möchte ich vor allem ältere Schwule vor die Kamera holen, die aus den Anfängen der schwulen Bewegung erzählen. Vor allem aus den Siebziger- und Achtzigerjahren lassen sich noch gut Zeitzeugen finden.

Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass sich vor allem die junge Generation ein Bild darüber verschaffen kann, was die Vorkämpfer der schwulen Bewegung alles geleistet haben.

In einem Interview mit Bernd Gaiser, dem Mitbegründer des CSD Berlin, erfuhr ich einige Interessante Details über den Beginn der Aidskrise Anfang der Achtzigerjahre. Natürlich sind diese kurzen Statements nicht vollständig, aber vielleicht wird der eine oder andere aufgrund dieses Interviews ja Lust bekommen, sicher weiter mit dem Thema zu beschäftigen. Mehr Infos über die wichtige Rolle von Rita Süssmuth gibt es etwa auf der Homepage des Robert Koch Instituts.

Besonders beeindruckend empfand ich Bernds Vergleich der Aidskrise mit der aktuellen Coronapandemie. Aber bitte schaut selbst!



#1 Ben BAnonym
#2 StaffelbergblickAnonym
  • 21.02.2021, 10:56h
  • Der Vergleich Corona mit HIV/AIDS ist gut ... den empfinde ich ebenso. Ich kann mich gut daran erinnern, wie in der Anfangsphase die Argumentation kam ... die Krankheit käme von CIA und will die Schwulen ausrotten und unsere Sexualität vernichten. Damals gab es den Versuch einen ersten Aufklärungsspot über den SFB zu etablieren ... hatte sich aus meiner Kenntnis zerschlagen, weil in den Vorgesprächen bereits eine aggressive Front gegen die mittlerweile medizinischen Erkenntnissen aufgebaut wurde. Für mich war damit Schluß an diesem Projekt.
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#3 ErgänzungAnonym
  • 21.02.2021, 13:26h
  • Rosa von Praunheim wurde damals nicht kritisiert, "weil er zum Kondomgebrauch riet", sondern weil er ausgerechnet für den Spiegel, das damals wohl übelste schwulenfeindliche Hetzblatt, einen etwas krude mäandernden Artikel verfasste, den man in Teilen als eine moralisierende, anti-promiske und anti-freiheitliche schwule Selbstbezichtigung (im Namen eines diffusen schwulen "Wirs") verstehen konnte, und der der bereits aufgehetzten Lesendenschaft dieses Blattes vermutlich zusätzliches Hassfutter lieferte.

    Dannecker kritisierte damals u. A. die unangemessene und schädliche Verknüpfung von Krankheit und Moral, meines Erachtens zu recht.

    Hier ist der Artikel noch nachzulesen, falls es jemanden interessiert:

    www.spiegel.de/spiegel/print/d-13513213.html
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#4 Teddy63
  • 21.02.2021, 14:09h
  • In der Tat gab es einige Parallelen, wie Verschwörungstheorien, das Aufwallen rechten Gedankenguts usw. .Fatalerweise wurde das Problem auch von vielen Queeren erst spät erkannt. Viel Polemik, wenig Aufklärung. Der Spiegel schrieb von einer "Homosexuellen-Seuche", wofür er sich später entschuldigte.

    Am 16.03.1987 berichtete dasselbe Magazin dann über unverhohlen geäußertes faschistoides Gedankengut bis hin zu Herrenmenschen-Vokabular in der CSU-Politik: Horst Seehofer wollte Infizierte und Erkrankte in speziellen Heimen "konzentrieren", sein Parteifreund Riedl sprach von "absondern." Kultusminister Zehetmair sprach von Homosexualität als "Randbereich der Entartung" welcher "ausgedünnt" werden müsse. Der bayerische "Maßnahmenkatalog" beinhaltete Zwangstests, Berufsverbote und Ausweisung. Aids-Opfer wurden zu Aids-Tätern gemacht, ein Klima der Angst wurde geschaffen, anstatt Aufklärung und Hilfe anzubieten.

    www.spiegel.de/spiegel/print/d-13522444.html

    Diese AIDS-Krise führte dann aber auch dazu, das sich die queere Community zunehmend politisierte, organisierte, auch solidarisierte. Die Aids-Hilfen entstanden, unterstützt durch Rita Süssmuth, die Aufklärung nahm Fahrt auf und so wurde das längst überfällige Bewusstsein für Prävention durch Safer Sex geschaffen.

    Viele von uns haben damals Freunde durch AIDS verloren, auch ich denke noch oft an einen guten Freund, der 1994 mit nur 27 Jahren an AIDS verstarb.
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#5 daVinci6667
  • 21.02.2021, 21:47h
  • Ja ich sehe auch einige Parallelen jedoch auch grosse Unterschiede. Corona trifft die ganze Gesellschaft während gerade in den Anfängen der Aidskrise vor allem Schwule betroffen waren. Deshalb nannten sie damals viele schlicht Schwulenseuche. Ich wurde in den 80ern Volljährig. Meine ersten sexuellen Erfahrungen waren deshalb immer von Angst begleitet. Traurige Zeit. Schwul zu sein bedeutete leider für viel zu viele gleich mit dem Virus verseucht.

    Auch finde ich, war es damals sehr viel naheliegender zu denken die (wer auch immer) hätten das Virus absichtlich in Umlauf gebracht um die langsam beginnende schwule Emanzipation gleich wieder im Keim zu ersticken. Heute hingegen muss man schon ziemlich abgedriftet sein um irgendwelchen Verschwörungstheorien nachzuhängen.

    Gesellschaftlich war das für den Einzelnen und die ganze Community eine unglaublich harte und schwierige Zeit.

    Doch finde ich es heute ehrlich gesagt immens schwieriger dem Virus auszuweichen. Ein Gummi überzustreifen ist vergleichsweise einfach. LOL

    COVID kriegen wir mit Bestimmtheit alle. Irgendwann. Eine kleine Unvorsichtigkeit oder ein blöder Zufall und schon hats dich.

    Entweder in homöopathischen ungefährlichen Dosen bei einer Impfung oder dann die volle Dröhnung mit völlig ungewissem Ausgang irgendwo zwischen überhaupt gar nichts bemerken und einem schrecklichen Tod der sich wie langsames Ertrinken anfühlen soll.
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#6 Petrillo
  • 21.02.2021, 22:21h
  • Wie Hollister richtig sagt, war AIDS (bzw. bereits ein verifizierter positiver HIV-Test) seinerzeit ein Todesurteil, die Sterberate lag m.W. bei fast 100% und es war nur eine Frage der Überlebenszeit, wann man fällig war.

    Natürlich war die Umstellung auf Safer-Sex (und vor allem die von den Medien geschürte Angst) unangenehm, man konnte aber damit umgehen lernen, zumal es nur einen Persönlichkeitsbereich betraf.

    Im Gegensatz zu Corona, das das Leben aller Menschen komplett auf den Kopf gestellt hat und bei über 99% aller Infizierten keine schwere Erkrankung verursacht.
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#7 Homonklin_NZAnonym
  • 22.02.2021, 00:15h
  • Antwort auf #5 von daVinci6667
  • Beim Impfen kriegt man keine 'homöopathischen Dosen' des Virus ab, sondern lediglich die Sequenzen, welche den Anlass zur Herstellung passender Immunabwehrzellen auslösen bzw. dieses Programm da hin weitergeben.

    Das ist, als ob man das Schlachtschiff stehen lässt, und nur die Pläne zur Deaktivierung seiner Schadsysteme klaut.

    Bei Euch gibt es bloß nicht ganz 80 Millionen Leute mehr zu impfen.
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