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Positionspapier

FDP will nichtkommerzielle Leihmutterschaft legalisieren

Die Bundestagsfraktion der Liberalen will es Menschen in Deutschland erlauben, für ein befreundetes schwules Paar oder die eigene Schwester ein Kind auszutragen.


Leihmutterschaft sei "bereits gesellschaftliche Realität", heißt es in einem Positionspapier der FDP-Bundestagsfraktion (Bild: camylla93 / unsplash)

Als bisher einzige Fraktion im Bundestag will die FDP die nichtkommerzielle Leihmutterschaft legalisieren. Demnach soll es Menschen künftig erlaubt sein, ohne finanzielle Gegenleistung für ein befreundetes schwules Paar oder die eigene Schwester ein Kind auszutragen. "Als Fraktion der Freien Demokraten stehen wir an der Seite derjenigen, die sich sehnlichst ein Kind wünschen", heißt es im Positionspapier "Leihmutterschaft aus Nächstenliebe auch in Deutschland ermöglichen" (PDF).

Leihmutterschaft sei "bereits gesellschaftliche Realität", argumentieren die Liberalen. Anstatt kinderlose Eltern weiter ins Ausland zu drängen, sollten alle Beteiligten mit einem klaren Rechtsrahmen und hohen medizinischen Standards unterstützt werden. "Die Frauen, die als Leihmütter fungieren, handeln in manchen Ländern teilweise aus wirtschaftlicher Not heraus und die medizinischen Bedingungen gerade auch in der Nachsorge nach der Entbindung sind oft nicht mit hiesigen medizinischen Standards zu vergleichen", heißt es im Positionspapier. "Auch die rechtlichen Konstellationen, in die die Kinder hineingeboren werden, sind oft kompliziert und unsicher."

FDP-Vorstoß sieht strenge Auflagen vor

Nach den Vorstellungen der Liberalen sollen für die sogenannte altruistische Leihmutterschaft strenge Auflagen gelten. Gefordert wird u.a. eine "notariell beurkundete Elternschaftsvereinbarung" sowie eine Genehmigung durch das Familiengericht. Die gebärende Person muss bereits mindestens ein Kind zur Welt gebracht haben und hat das Recht, sich während der Schwangerschaft und binnen kurzer Frist nach der Geburt von der Vereinbarung zu lösen. Die Erstattung ihrer Arztkosten oder Einkommensausfälle ist erlaubt.

"Warum darf ich für jemanden, dem ich zu Lebzeiten ein Organ spenden darf, nicht auch aus altruistischen Motiven ein Kind austragen?", meinte die FDP-Abgeordnete Katrin Helling-Plahr, die Mitglied des Gesundheitsausschusses ist, zum Vorstoß ihrer Fraktion. "Das ist ein nicht zu erklärender Wertungswiderspruch."

Kindeswohl "hängt nicht von der Art der Zeugung" ab

"Das Kindeswohl hängt von der Liebe der Eltern ab, nicht von der Art der Zeugung", erklärte der FDP-Bundestagsabgeordnete Jens Brandenburg. "Wieso soll der sehnliche Kinderwunsch zweier Männer unerfüllt bleiben, wenn die beste Freundin bereit ist, das Kind auszutragen? Wenn die Leihmutter selbstbestimmt und aus Nächstenliebe helfen möchte, darf der Staat das neue Leben nicht verbieten."

Familienfreundliche Queerpolitik sei "mehr als eine Kritik an diskriminierenden Stiefkindadoptionen", so der LSBTI-politische Sprecher der Liberalen. "Wir wollen allen Familien und Kindern unter dem Regenbogen einen sicheren Rechtsrahmen bieten. Dazu gehört auch die altruistische Leihmutterschaft." (cw)

Wöchentliche Umfrage

» Sollte Leihmutterschaft in Deutschland legalisiert werden?
    Ergebnis der Umfrage vom 22.02.2021 bis 01.03.2021


#1 Grete WurmAnonym
  • 21.02.2021, 09:51h
  • Die FDP hat einfach die besten Positionen für uns LGBTQ.
    Und den belehrenden, grünen Zeigefinger haben sie auch nicht. Liebe es.
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#2 NochnwurmAnonym
  • 21.02.2021, 10:13h
  • Antwort auf #1 von Grete Wurm
  • Kann ich so nicht erkennen. Heute Morgen sah ich ein FDP-Plakat zur hessischen Kommunalwahl mit dem Text "Wirtschaft braucht Verbündete. Was wirklich zählt." Ziemlich selbstentlarvend, nicht wahr? Denn das ist das einzige, was für die FDP wirklich zählt: die Wirtschaft. Sie sagt es ja sogar selbst.
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#3 LupdejuppAnonym
  • 21.02.2021, 10:24h
  • Puh... ja, es sollte wohl legalisiert werden, aber ganz ehrlich: ich verstehs nicht, da draußen gibt's genügend Kids die ne Familie suchen/brauchen, lieber da ansetzen und das Adoptionsrecht anpassen....
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#4 Früher VogelAnonym
#5 LindwurmAnonym
  • 21.02.2021, 15:18h
  • Antwort auf #1 von Grete Wurm
  • (Ja, ist denn schon wieder Wahlkampf?) ;-)

    Ist es nicht etwas kurzgegriffen, seine Wahlentscheidung an ausschließlich queeren Themen auszurichten? Die FDP ist aus manch anderem Grund für mich jedenfalls keine Option...
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#6 Girlygirl
  • 21.02.2021, 18:22h
  • Der Vorstoß der FDP ist sicher nett gemeint, lässt aber Fragen offen. Leihmütter (die ja überwiegend von unfruchtbaren Heteros aufgesucht werden, da Schwule/Männerpaare nur einen kleinen Prozentsatz der Gesellschaft ausmachen) sind ja biologisch nicht mit dem Kind verwandt, sondern ihnen wird Spermium und Eizelle "eingepflanzt". Bei zwei Männern (die nicht trans sind) wäre daher entweder eine Eizellenspende (die in DE verboten ist) nötig oder die Leihmutter müsste dann auch als biologische Mutter fungieren, wobei dass dann wahrscheinlich keine "klassische" Leihmutterschaft wäre.
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#7 Jens BrandenburgAnonym
#8 VicvonderElbeProfil
  • 21.02.2021, 19:51hHamburg
  • Wenn jemand für ein schwules Ehe-Paar ein Kind austrägt und der Ehemann des zeugenden Vaters dann das Kind per Stiefkindadoption adoptiert, dann ist das doch legal, oder urre ich hier? Von daher wird doch kein Leben verboten oder so ähnlich wie die FDP es ausdrückt.
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#9 Grete WurmAnonym
  • 21.02.2021, 19:54h
  • Wahnsinn, wie viele Würmer hier auf einmal aus den Löchern kriechen! :)
    Bin weder Mitglied, noch mache ich Wahlwerbung, liebe Wurmkinder.
    Aber habe mir sämtliche Positionen angesehen und es sind nun einmal die mutigsten Schritte einer deutschen Partei.
    Dinge dann immer noch aus Prinzip blöd zu finden ist mir zu verquer oder vielleicht auch zu Deutsch.
    Mir gefällt es jedenfalls und es wird so oder so Druck auf die Konservativen ausüben. Und das ist auch gut so. :)
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#10 Früher VogelAnonym