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Hass im Netz

"Dich schwulen Hund würde man in anderen Ländern erhängen"

Bei einem Instagram-Talk mit der EU-Abgeordneten Katrin Langensiepen über Vielfalt wurde der junge Grünen-Politiker Nils Bollenbach beschimpft und bedroht. Jetzt will er erst recht in den Bundestag.


Nils Bollenbach ist seit 2019 Mitglied im Landesparteirat von Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein (Bild: Promo)

Der 20-jährige Grünen-Politiker Nils Bollenbach aus Bargteheide wehrt sich gegen Hass im Netz. Am vergangenen Donnerstag hatte sich der schwule und behinderte "Fridays for Future"-Aktivist mit der ebenfalls behinderten grünen Europa-Abgeordneten Katrin Langensiepen zu einem Gespräch auf Instagram verabredet.

Die beiden Parteifreund*innen tauschten sich mit Interessierten über mangelnde Vielfalt in Parlamenten aus. Nach kurzer Zeit begannen einige Zuschauende, den Onlinetalk mit beleidigenden Hassbotschaften bis hin zu indirekten Morddrohungen zu stören.

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Bollenbach schaltete die Polizei ein


Rechte Hater kaperten den Online-Talk von Nils Bollenbach und Katrin Langensiepen (Bild: Screenshot Instagram)

Bollenbach etwa wurde gedroht: "Dich schwulen Hund würde man in anderen Ländern erhöngen [sic!]." Gleiches geschah, als die 41-jährige Langensiepen berichtete, dass sie zum Glück noch keine Morddrohungen erhalten habe. Daraufhin schrieb ein User: "Ja sei froh Oma! Wir rechten reden nicht lang wie machen er [Tippfehler auch hier nicht korrigiert]."

Nils Bollenbach und viele aus seinem persönlichen Umfeld reagierten schockiert. "Spätestens nach dem rechtsmotivierten Anschlag auf Walter Lübcke im Jahr 2019 ist wohl allen klar, wie weit der Hass gehen kann", sagte das Mitglied im Landesparteirat der Grünen Schleswig-Holstein. Die Polizei hat Bollenbach wegen der Hasskommentare bereits informiert.

Schon in der Grundschule hatte der Jungpolitiker nach eigenen Angaben mit Mobbing zu tun – das setze sich heute im Alltag und in sozialen Medien fort. "Hass und Hetze haben keinen Platz in unserer Gesellschaft", erklärte der 20-Jährige, der sich für andere stark machen will. "Die Rechten sind online zwar lauter, aber wir sind mehr."

"Fehlende Sichtbarkeit von gesellschaftlichen Minderheiten"

Besonders erschreckend findet er, dass die Hass-Kommentare kamen, als er mit seiner Parteifreundin über das Thema Vielfalt sprach. "Es geht eben genau um diese fehlende Sichtbarkeit von gesellschaftlichen Minderheiten, welche immer wieder diskriminiert, bedroht und beleidigt werden", so Bollenbach. Erfahrungen wie diese hätten ihn darin bestärkt, sich bei den Grünen in Schleswig-Holstein auf einen Listenplatz für die Bundestagswahl zu bewerben. Bollenbachs Kampf für Vielfalt und Akzeptanz hat also gerade erst begonnen. (mize/pm)

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#1 FinalmSposatoEhemaliges Profil
  • 21.02.2021, 14:11h
  • Als wüssten wir nicht was sie anderswo mit uns machen. Das macht uns nur noch vehementer und engagierter für unsere Rechte hier zu kämpfen. Mit dem Status Quo zufrieden zu sein und stiller zu werden bringt nur Erreichtes in Gefahr.

    Leider scheint es immer mehr solch rechte homophobe Hetzer zu geben. Sie werden ja auch nur mit Samthandschuhen angefasst. Die Sträfchen wenn man sie überhaupt mal fasst sind viel zu lasch.

    Bitte Nils lass dich von den feigen Hetzern nie runterkriegen. Herzlich alles Gute für Dich!
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#2 Homonklin_NZAnonym
  • 21.02.2021, 15:21h
  • Oh, das ist ja ganz in der Nähe der vergangenen Temporärheimat. Ja, da umkreist einen leider auch eine ziemlich limitierte Schicht von Dumpfbacken, bei denen der Dampfablass fast automatisch an geht. Da muss nicht mal die Temperatur erst stimmen.

    Dasselbe Klientele hortet wahrscheinlich Corona-Leugnung und Impfmückeneier zusammen mit vergammelten Snickers und Panzerschokolade. Zu viel Schimmelpilz im Kopp und Candida machen Kopfkaries nicht besser. Man muss die Nazis beim Namen nennen, wo immer die ihre Nasen rausstrecken

    Morddrohungen, auch Indirekte, in schlechtem Deutsch geschriebene, polizeilich verfolgen lassen, well. Da gibt es heute mehr Möglichkeiten, das bis zum Sitzplatz der Absender nach zu tracen.

    Was wurde aus eurem Gesetz gegen Hassrede??
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#3 YannickAnonym
  • 21.02.2021, 17:13h
  • Das sind solche Feiglinge, die sich in der Anonymität des Internet stark fühlen und auch mal den starken Mann markieren wollen, weil sie im realen Leben nichts zu melden haben.

    Dennoch muss man sowas immer zur Anzeige bringen, weil diese Leute sich gegenseitig aufschaukeln und aus Worten irgendwann Taten werden. Deswegen muss man denen frühzeitig Grenzen aufzeigen.
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