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Hass im Netz
"Dich schwulen Hund würde man in anderen Ländern erhängen"
Bei einem Instagram-Talk mit der EU-Abgeordneten Katrin Langensiepen über Vielfalt wurde der junge Grünen-Politiker Nils Bollenbach beschimpft und bedroht. Jetzt will er erst recht in den Bundestag.

Nils Bollenbach ist seit 2019 Mitglied im Landesparteirat von Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein (Bild: Promo)
- 21. Februar 2021, 10:45h 2 Min.
Der 20-jährige Grünen-Politiker Nils Bollenbach aus Bargteheide wehrt sich gegen Hass im Netz. Am vergangenen Donnerstag hatte sich der schwule und behinderte "Fridays for Future"-Aktivist mit der ebenfalls behinderten grünen Europa-Abgeordneten Katrin Langensiepen zu einem Gespräch auf Instagram verabredet.
Die beiden Parteifreund*innen tauschten sich mit Interessierten über mangelnde Vielfalt in Parlamenten aus. Nach kurzer Zeit begannen einige Zuschauende, den Onlinetalk mit beleidigenden Hassbotschaften bis hin zu indirekten Morddrohungen zu stören.
Bollenbach schaltete die Polizei ein

Rechte Hater kaperten den Online-Talk von Nils Bollenbach und Katrin Langensiepen (Bild: Screenshot Instagram)
Bollenbach etwa wurde gedroht: "Dich schwulen Hund würde man in anderen Ländern erhöngen [sic!]." Gleiches geschah, als die 41-jährige Langensiepen berichtete, dass sie zum Glück noch keine Morddrohungen erhalten habe. Daraufhin schrieb ein User: "Ja sei froh Oma! Wir rechten reden nicht lang wie machen er [Tippfehler auch hier nicht korrigiert]."
Nils Bollenbach und viele aus seinem persönlichen Umfeld reagierten schockiert. "Spätestens nach dem rechtsmotivierten Anschlag auf Walter Lübcke im Jahr 2019 ist wohl allen klar, wie weit der Hass gehen kann", sagte das Mitglied im Landesparteirat der Grünen Schleswig-Holstein. Die Polizei hat Bollenbach wegen der Hasskommentare bereits informiert.
Schon in der Grundschule hatte der Jungpolitiker nach eigenen Angaben mit Mobbing zu tun – das setze sich heute im Alltag und in sozialen Medien fort. "Hass und Hetze haben keinen Platz in unserer Gesellschaft", erklärte der 20-Jährige, der sich für andere stark machen will. "Die Rechten sind online zwar lauter, aber wir sind mehr."
"Fehlende Sichtbarkeit von gesellschaftlichen Minderheiten"
Besonders erschreckend findet er, dass die Hass-Kommentare kamen, als er mit seiner Parteifreundin über das Thema Vielfalt sprach. "Es geht eben genau um diese fehlende Sichtbarkeit von gesellschaftlichen Minderheiten, welche immer wieder diskriminiert, bedroht und beleidigt werden", so Bollenbach. Erfahrungen wie diese hätten ihn darin bestärkt, sich bei den Grünen in Schleswig-Holstein auf einen Listenplatz für die Bundestagswahl zu bewerben. Bollenbachs Kampf für Vielfalt und Akzeptanz hat also gerade erst begonnen. (mize/pm)
Instagram / nilsbollenbach | Der Online-Talk ohne Hasskommentare
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Links zum Thema:
» Homepage von Nils Bollenbach















Leider scheint es immer mehr solch rechte homophobe Hetzer zu geben. Sie werden ja auch nur mit Samthandschuhen angefasst. Die Sträfchen wenn man sie überhaupt mal fasst sind viel zu lasch.
Bitte Nils lass dich von den feigen Hetzern nie runterkriegen. Herzlich alles Gute für Dich!