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"Verspielen Sie die letzte Chance nicht!"

Katholische Organisationen: LGBTI "gehören gleichwertig zu unserer Kirche"

Mehrere katholische Organisationen appellieren an die Bischofskonferenz, endlich Schluss zu machen mit Homophobie und andere Reformen anzuschieben. Sonst würden sich immer mehr Menschen von der Kirche abwenden.


An vielen Kirchen in Deutschland prangten am Wochenende Thesen der Reformorganisation Maria 2.0 – so auch in Essen (Bild: Maria 2.0)
  • 22. Februar 2021, 11:39h 31 2 Min.

"Verspielen Sie die letzte Chance nicht!" Mit diesem am Sonntag veröffentlichten Appell richten sich katholische Laien-Organisationen an die Deutsche Bischofskonferenz, die am Dienstag ihre Frühjahrsvollversammlung beginnt.

Das Katholische LSBT+Komitee fordert gemeinsam mit der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), dem Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) sowie mit den Reformbewegungen "Wir sind Kirche" und Maria 2.0 und den Betroffeneninitiativen Eckiger Tisch e.V. und MojoRed e.V. in dem Schreiben unter anderem ein Umdenken bei der Sexualmoral und die Akzeptanz von sexuellen Minderheiten: "Die Kirche braucht einen neuen und positiven Zugang zur Sexualität, ihrer bewussten Gestaltung und der Tatsache, dass Sexualität zum Leben gehört", heißt es in dem Text. "Heterosexuelle, Lesben, Schwule, trans- und intergeschlechtliche Menschen – alle gehören gleichwertig zu unserer Kirche. Es darf hier keine Verurteilungen und Diskriminierungen mehr geben."

Die dringendste Forderung ist eine "vollständige Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in allen deutschen Bistümern". Würde die Kirche sich verweigern, würden "die Reformbemühungen des Synodalen Weges ins Leere laufen".

?Verspielen Sie die letzte Chance nicht!? Wir appellieren eindrücklich gemeinsam mit Katholischer Deutscher Frauenbund...

Posted by Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) on Monday, February 22, 2021
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Zudem müsse die Kirche die Gleichwertigkeit von Mann und Frau endlich akzeptieren: "Der Zugang zu allen Diensten und Ämtern darf nicht mehr nur Männern vorbehalten bleiben. Dies widerspricht dem christlichen Menschenbild und den Allgemeinen Menschenrechten", heißt es in dem Text. Auch "klerikale Machtstrukturen" müssten aufgebrochen werden.

Die Initiative verweist auf steigende Kirchenaustrittszahlen hin und fragt die Obrigkeit: "Welche Zukunft hat die Kirche ohne Gläubige?"

"Thesenanschlag 2.0"

Parallel dazu hat die Reformbewegung Maria 2.0 die Aktion "Thesenanschlag 2.0" gesartet. Mehr als 503 Jahre nach den 95 Thesen von Martin Luther schlugen Aktivistinnen am Wochenende ein Papier mit sieben Thesen an den Eingangsbereich vieler Gotteshäuser in Deutschland. Dabei forderten sie auch "eine wertschätzende Haltung und Anerkennung gegenüber selbstbestimmter achtsamer Sexualität und Partnerschaft". Die augenblickliche Sexualmoral der Kirche sei dagegen "lebensfremd und diskriminierend".

Thesenanschlag 2.0 Neuer Thesenanschlag nach 500 Jahren Wir hängen unsere Thesen für eine lebendige Kirche an Dom- und...

Posted by Maria 2.0 on Sunday, February 21, 2021
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Es ist fraglich, ob die Bischofskonferenz auf diese Vorschläge eingeht: Anfang Februar hatte eine von der Bischofkonferenz zu einer öffentlichen Online-Konferenz eingeladene Vertreterin eines konservativen Katholizismus schwule Männer für den jahrzehntelangen sexuellen Missbrauch von Kindern innerhalb der katholischen Kirche mitverantwortlich gemacht – und dafür wenig Widerspruch geerntet (queer.de berichtete). Zudem warnte Anfang des Jahres Bischof Stefan Oster vor einer queeren "Gesinnungsdiktatur" (queer.de berichtete). Andererseits gingen manche Bischöfe in den letzten Monaten auch auf queere Menschen zu, unter ihnen auch Georg Bätzing, der Chef der Bischofskonferenz (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 gastAnonym
  • 22.02.2021, 13:07h
  • Das ist Heuchelei pur - oder sollte man eher so sagen: Die katholische Kirche bangt um ihren Reichtum, um ihren Einfluss, sowie um ihre Einnahmen. Würde es den Herrschaften finanziell und gesellschaftlich nicht derart an den Kragen gehen, würden sie keinerlei Anstalten machen Reformen anzuschieben. Würde heute oder morgen eine Geldflut über diese Institution kommen, würden die Verfolgungen, die Aufwiegelung zur Diskriminierung, zum Hass, zur Ausgrenzung schneller reinstalliert werden als man auf drei zählen könnte.
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#2 DetailAnonym
  • 22.02.2021, 13:20h
  • Beabsichtigt oder nicht, mir ist angenehm aufgefallen, dass die Thesen, die "Maria 2.0" gerade veröffentlicht hat, nicht nur Männer und Frauen erwähnen, sondern schreiben:

    "In unserer Kirche haben alle Menschen Zugang zu allen Ämtern."
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#3 LupdejuppAnonym
  • 22.02.2021, 13:35h
  • Antwort auf #1 von gast
  • ??? Heuchelei wäre es wenn es von oberer Stelle komme und nicht von "weiter unten" gefordert wird........ oO

    Aber was juckt es dich ? Die aktuelle Situation wirst du ja sicher nicht für korrekt halten, Änderungen bzw Anstöße sind dir aber auch zuwider und abschaffen wird sich die Kirche sicher nicht.... da es für dich wohl keine realistische Position gibt kanns dir doch egtl recht egal sein, alles per se scheiße zu finden ist doch gleichermaßen ziellos wie ermüdend....
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