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Kommentare zu:
Judith Butler wird 65


#1 Zweierlei MaßAnonym
  • 24.02.2021, 11:07h
  • Sorry, aber wer Terrororganisationen verharmlost und mit Bewegungen sympathisiert, die jüdische Geschäfte boykottieren wollen (das gab es zuletzt unter den Nazis) und einen Komplettboykott Israels will (der einzige Ort in der Region, wo LGBTI und Anhänger ihrer eigenen Gendertheorie sicher sind), hat sich für mich als Gesprächspartner disqualifiziert.

    Und wenn so eine Person dann auch noch Preise ablehnt, weil die Organisatoren ihr zu wenig gegen Rassismus tun, macht sich obendrein komplett unglaubwürdig.
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#2 HausdienerAnonym
#3 Pu244Anonym
  • 24.02.2021, 12:38h
  • Die BDS Bewegung ist nicht per se antisemitisch, es ist jedoch ein sehr kurzer Weg von "der Staat Israel" über "die Israelis" hin zu "die Juden". Diese scheinbaren Nuancen sind jeweils ein gewaltiger Unterschied.

    Den Staat Israel kann und muß man auch in etlichen Dingen kritisieren, das ist keine Frage. Viele schalten das Hirn ab und bejahen alles, was vom Staat Israel getan wird. Blindes Jasagertum ist meist eine schlechte Lösung.

    Die Israelis sind eine vielfältige Gesellschaft und viele engagieren sich gegen die Mißstände, das sollte man in jedem Fall immer anerkennen.

    Bei "den Juden" ist man dann eben beim Rassismus angekommen.

    Der Grat zwischen vollkommen berechtigter Kritik und Rassismus ist kaum irgendwo so eng wie in dieser Frage.
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#4 PeerAnonym
  • 24.02.2021, 12:45h
  • Antwort auf #3 von Pu244
  • Doch, die BDS-Bewegung ist antisemitisch.

    Ja, man kann auch Israel kritisieren - wie jeden anderen Staat auch. Und man kann auch Juden kritisieren - wie jede andere Religion auch.

    Aber nur weil Teile der israelischen Politik vielleicht auch mal Dinge beschließen, die man ablehnt (und die übrigens auch im eigenen Land sehr kontrovers diskutiert werden), gleich zum Boykott des ganzen Staates oder zum Boykott jüdischer Geschäfte (selbst im Ausland) aufruft, ist das Antisemitismus. Das ist das alte "Kauft nicht bei Juden" der Nazis.

    Was hat denn der jüdische Obsthändler bei mir um die Ecke, der noch nie in Israel war, mit der Politik eines Teils der israelischen Parteien zu tun?

    Immer dann, wenn man Kritik an Einzelpersonen und einzelnen Gruppen pauschal auf eine ganze Nation oder gar eine ganze Ethnie verallgemeinert, ist das Rassismus. Das ist die Definition davon.
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#5 goddamn liberalAnonym
  • 24.02.2021, 12:53h
  • Ich verdanke Butler sehr viel.

    Nicht nur in Gender-Fragen, sondern auch, was das 'Trauerverbot' als Konzept betrifft.

    Ein persönliches Hauptproblem bei ihr ist aber, dass sie nie verstanden hat, welches Privileg es ist, dass ihre Eltern in Cleveland (Ohio) lebten und nicht in Kontinentaleuropa.

    Deshalb verherrlicht Butler die jüdische Diaspora, die für ihre europäischen Verwandten millionenfach Todesgefahr durch mörderischen Verrat bedeutete, und dämonisiert den Zionismus.

    Ihr Lob für die Hamas ist vergleichbar mit dem Lob Foucaults für den iranischen Klerikalfaschismus 1979.

    Kann leider passieren, wenn über vielen Büchern die Realität aus dem Auge verliert.
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#6 Pu244Anonym
  • 24.02.2021, 14:51h
  • Antwort auf #4 von Peer
  • Den jüdischen Obsthändler zu boykottieren, weil er Jude ist, wäre ganz klar Rassismus. Obst aus Israel zu boykottieren, weil es aus Israel kommt, hingegen nicht. Diese Linie sollte man klar ziehen.

    Ganz generell Händler zu boykottieren, die israelische Produkte im Programm haben oder dagegen zu protestieren, indem man die Händler darauf hinweist, ist ebenfalls nicht rassistisch, auch wenn es sich bei einem Händler um einen Juden handelt (da muß dann aber auch wirklich alles, auch der Discounter, der israelisches Obst im Angebot hat, gleich behandelt werden).

    Wie gesagt, es ist nicht unbedingt per se rassistisch, man muß da eben die ganz klaren Linien zwischen Staat, Einwohnern, Religion und Volk ziehen.

    Dann kann man auch noch die Unterscheidung zwischen Israel und den besetzten Gebieten treffen und eben nur die Siedler, die sich widerrechtlich das Land unter den Nagel reißen, treffen. Produkte, die daher kommen, haben im Barcode eine spezielle Kennung, an der man sie erkennen kann. Diese Produkte zu boykottieren ist meiner Meinung nach völlig legitim.

    Man sollte sich bei dieser Bewegung eben erkundigen, mit wem man es genau zu tun hat.
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#7 goddamn liberalAnonym
  • 24.02.2021, 15:05h
  • Antwort auf #6 von Pu244
  • "Obst aus Israel zu boykottieren, weil es aus Israel kommt, hingegen nicht. Diese Linie sollte man klar ziehen."

    Ein Jude im Judenstaat ist nicht weniger Jude als einer, der hier im Land der Mörder lebt.

    Zumal von Obst aus Israel auch dort lebende Araber*innen profitieren.
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#8 YannickAnonym
  • 24.02.2021, 15:13h
  • Antwort auf #6 von Pu244
  • "Den jüdischen Obsthändler zu boykottieren, weil er Jude ist, wäre ganz klar Rassismus. Obst aus Israel zu boykottieren, weil es aus Israel kommt, hingegen nicht. "

    Was für eine skurrile Auffassung.

    Wer sagt Dir denn, dass das Obst aus Israel nicht auch von einem Händler kommt, der die Politik von Teilen seines Landes auch kritisch sieht?

    Jede Verallgemeinerung ist immer falsch und deshalb ist und bleibt diese Bewegung antisemitisch.
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#9 YannickAnonym
  • 24.02.2021, 15:16h
  • Antwort auf #4 von Peer
  • Ja, zumal die Gegenseite ja wahrlich auch keine Unschuldsengel sind...

    Ich möchte nicht wissen, was in Deutschland los wäre, wenn wir von Staaten umgeben wären, die alle unsere Existenz ablehnen und zu unserer totalen Vernichtung aufrufen. Und auch regelmäßig Angriffe starten.
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#10 Pu244Anonym
  • 24.02.2021, 15:25h
  • Antwort auf #7 von goddamn liberal
  • "Ein Jude im Judenstaat ist nicht weniger Jude als einer, der hier im Land der Mörder lebt."

    Das habe ich auch nie bezweifelt. Es geht darum, wann es Rassismus ist und wann nicht. Einen Staat zu boykottieren ist kein Rassismus, jemanden wegen seiner Abstammung zu boykottieren schon und darum geht es eben.

    Dass ein Boykott gegen Israel auch Araber (sie haben ein Anteil von 25%) und Christen trifft, zeigt schon, dass das nicht pauschal rassistisch ist.

    Es ist auch nicht rassistisch, wenn jemand norwegische Produkte boykottiert, weil sie dort Wale töten (Greenpeace hat z.B. dazu aufgerufen).

    Es kann sogar antirassistisch sein, man erinnere sich an Südafrika.

    Man kann Staaten boykottieren, ohne, dass dies rassistisch wäre. Man kann auch bestimmte Bedingungen boykottieren, dazu zählt z.B. keine Produkte aus besetzten Gebieten (nicht nur Israel, auch die Krim, Transnistrien oder die Westsahara), unmenschlichen Arbeitsbedingungen oder Umweltzerstörung. Das ist alles die legitime Privatentscheidung.

    Bei der BDS Bewegung ist eben dass Problem, dass der Grat zwischen dem nicht rassistischem "boykottiert Israel" und dem rassistischen "boykottiert die Juden" sehr schmal ist. Wer nicht aufpasst und sich absolut klar abgrenzt, der kann extrem schnell in einem rassistischen Sumpf geraten.
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#11 Pu244Anonym
  • 24.02.2021, 15:36h
  • Antwort auf #8 von Yannick
  • "Wer sagt Dir denn, dass das Obst aus Israel nicht auch von einem Händler kommt, der die Politik von Teilen seines Landes auch kritisch sieht?"

    Darauf habe ich in Kommentar 3 auch hingewiesen. Israels Bevölkerung ist politisch recht divers und viele engagieren sich dagegen.

    "Jede Verallgemeinerung ist immer falsch und deshalb ist und bleibt diese Bewegung antisemitisch."

    Es geht darum, ob es rassistisch ist, das ist ein Unterschied zu falsch.

    Ob Boykotte oder Sanktionen (die ja Boykotte auf staatsebene sind) sinnvoll sind oder nicht, das kann man debattieren. Soetwas trifft natürlich auch sehr oft die falschen, egal ob in Norwegen, Israel, Südafrika, Iran, Japan, Katar, Rußland oder sonstwo. Andererseits hängt es ein Preisschild an ungewünschtes Verhalten. In Südafrika hat es ja ganz gut funktioniert.

    Per se ist es eben nicht rassistisch, sofern man sich klar von dem Begriff "die Juden" oder sonst ein Volk, fernhält.
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#12 PeerAnonym
  • 24.02.2021, 15:56h
  • Antwort auf #11 von Pu244
  • Sorry, aber Deine Haarspaltereien bringen doch nichts.

    Das sind nur verzweifelte Versuche, die BDS-Bewegung doch noch irgendwie zu rechtfertigen.

    Fakt ist: die rufen nicht nur zum Boykott Israels auf, sondern auch zum Boykott jüdischer Händler und deren Produkte in anderen Staaten. Alleine schon deswegen erfüllen sie (auch nach Deiner Definition) das Kriterium für Antisemitismus.
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#13 Stefan84Anonym
  • 24.02.2021, 18:53h
  • Es geht gar nicht um einen Boykott israelischer Unternehmen oder Produkte generell. Sondern um einen Boykott solcher aus den besetzen Gebieten. Als man die gleiche Taktik gegen Südafrika anwandte gab es dagegen auch nichts auszusetzen
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#14 PetterAnonym
#15 sickoAnonym
  • 24.02.2021, 19:30h
  • BDS ist antisemitisch weil die Bewegung die Abschaffung des Staates Israel will. Allein das langt schon
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#16 goddamn liberalAnonym
  • 24.02.2021, 22:24h
  • Antwort auf #15 von sicko
  • Ja, wer den Judenstaat als Schutzraum abschaffen will, der wohl was gegen Jüd*innen.

    Leute, die was gegen Jüd*innen haben, nennt man antisemitisch.

    Ich frage mich immer, ob man Menschen wie Foucault oder Butler moralisch kritisieren kann oder nur für naiv halten soll.

    Ist etwa mangelnder Überlebensinstikt, wie in Foucault während der frommen gegenmodernen Revolte in Teheran 1979 zeigte, unmoralisch?

    Oder einfach nur dumm?

    Siegen bei Butler die Schuldgefühle der US-Amerikanerin über die (Selbst-)Verteidigungsreflexe der Jüdin?

    Ist das gut oder schlecht?
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#17 TheDadProfil
  • 27.02.2021, 13:01hHannover
  • Antwort auf #16 von goddamn liberal
  • ""Siegen bei Butler die Schuldgefühle der US-Amerikanerin über die (Selbst-)Verteidigungsreflexe der Jüdin?

    Ist das gut oder schlecht?""..

    Kritik an Israel und seinen Handlungen gegenüber den Nachbarstaaten durch Menschen wie Judith Butler dient nicht dazu die Existenz von Israel zu beenden, oder sie auch nur Infrage zu stellen, sondern im Gegenteil dazu, die Existenz des Staates Israel zu sichern !

    Interessanterweise wird das aber von vielen selbsternannten "Verteidigern" dieses Staates gar nicht wahrgenommen..
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#18 KaiJAnonym

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