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Ausgrenzung und Ablehnung

Warum ist Homophobie im Sport so weit verbreitet?

Lesben und Schwule haben im Umfeld von Sportveranstaltungen noch immer mit großen Vorurteilen zu kämpfen. Doch jedes Coming-out wird in einigen Köpfen für Veränderungen sorgen.


Aus Angst vor Repressalien durch Medien und Fans haben sich bislang nur sehr wenige Spitzensportler geoutet
  • 25. Februar 2021, 13:34h, noch kein Kommentar

Oft genug wird man mit Vorurteilen konfrontiert. Das ist doch nicht üblich. Die anderen sind nicht so. Auch Ausgrenzung und Ablehnung müssen viele Lesben und Schwule mmer wieder erfahren. Besonders häufig passiert das im Umfeld von Sportveranstaltungen.

Wahrscheinlich passt es einfach nicht in das Weltbild mancher Leute, dass ein homosexueller Mensch ein vollwertiges und vor allem wertvolles Mitglied eines Teams und eines Wettbewerbs sein kann. Auch als Gegner bleibt man doch Tennisspieler oder Schwimmerin. Mit wem man eine Beziehung führt, hat darauf doch gar keinen Einfluss. In vielen Bereichen scheinen die Mitmenschen es deutlich leichter zu akzeptieren, wenn beispielsweise sich ein Kollege als homosexuell outet.

Ein historisch gewachsenes Problem

Wer anders ist, der gehört nicht dazu. Diese Meinung vertreten auch heute noch viele Mitmenschen. Und nicht nur die Generation 50+ rümpft die Nase, wenn zwei Frauen Hand in Hand durch die Innenstadt schlendern. Was ist aber eigentlich anders? Ist denn das Bild, welches uns unsere Eltern und auch die Medien vorgeben überhaupt das Richtige? Diese Frage stellt sich niemand. Mit der zum Glück immer größer werdenden Anzahl von geouteten Lesben und Schwulen müssen sich auch immer mehr Gruppen darauf einlassen diese zu akzeptieren.

Das trägt hoffentlich auch dazu bei, dass die stupiden Stereotypen eines homosexuellen Mannes endlich zu den Akten gelegt werden. Nicht jeder Mann, der auf Männer steht, ist auch gleichzeitig ein femininer Zeitgenosse ohne sportliches Interesse und Können. Warum sollte also nicht ein Schwuler in der Fußball- oder Basketballmannschaft ein Mitspieler und Mannschaftskamerad sein? Dafür kann es eigentlich nur eine Erklärung geben. In den Köpfen spukt immer noch herum, dass nur Schwerverbrecher und Kriminelle homosexuell sein können. Und natürlich fallen diese auch über jeden Gegen- oder Mitspieler hemmungslos her. Ein Schwuler hat seine Bedürfnisse schließlich nicht im Griff.

Lesben haben eher mit einem anderen Vorurteil zu kämpfen. Man betrachtet sie nicht als richtige Frauen. Es gibt auch in 2020 noch genug Stammtische, an denen die Frauenmannschaft des örtlichen Sportvereins als Haufen von "Mannsweibern" oder Lesben betitelt wird? Dabei ist für jeden ersichtlich, dass es keinen Zusammenhang zwischen sexueller Orientierung und ausgeübter Sportart gibt.

Jedes Coming-out hilft

In den letzten Jahren haben immer mehr Sportler den mutigen Schritt gewagt und sich als schwul oder lesbisch geoutet. Verständlicherweise haben viel diesen Schritt erst nach ihrer Karriere gewagt. Zu groß war die Angst vor Repressalien durch Medien und Fans. Jedem einzelnen dieser Sportler muss die Community dankbar sein. Jedes Coming-out wird in einigen Köpfen für Veränderungen sorgen. Und irgendwann wird auch die Mehrheit der Menschen die sexuelle Orientierung als vollkommen irrelevant im Sport betrachten.

Bis dahin ist aber noch ein langer Weg. Und es würde mich persönlich nicht wundern, wenn es sogar Sportwetten darauf geben würde in welcher Liga oder bei welchem Verein sich der nächste Spieler outet. Es wird aber mit Sicherheit den Zeitpunkt geben, an dem ein Sportler einzig aufgrund seiner sportlichen Leistung zum Gesprächsthema wird. Das wird in den Profiligen langsamer gehen als in der Kreisklasse. Aber auch dort geht es irgendwann nur noch um erzielte oder verhinderte Tore. (ak)