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Bundestagswahl 2021

Karl-Heinz Brunner von der SPD abserviert

Beim Online-Parteitag der Schwaben-SPD wurde der queerpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion nur für einen aussichtslosen Listenplatz nominiert. Der 67-Jährige sprach von einem "abgekarteten Spiel".


Karl-Heinz Brunner ist seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestags

Mutmaßliches Ende einer politischen Karriere: Bei der Nominierung der Kandidat*innen für die Bundestagswahl ließ die SPD des bayerischen Bezirks Schwaben am Wochenende ihren langjährigen Abgeordneten Karl-Heinz Brunner fallen. Beim Online-Parteitag musste sich der 67-jährige Queer- und Verteidigungspolitiker mit dem aussichtslosen Platz zwei auf der so genannten Männerliste begnügen. Auf Platz eins nominierten die Delegierten den 23 Jahre jüngeren Alersheimer Bürgermeister Christoph Schmid.

Gegenüber der "Augsburger Allgemeinen" sprach Brunner von einem "abgekarteten Spiel". Das Mitglied des Seeheimer Kreises mutmaßte, dass er seiner Partei entweder zu konservativ oder nicht stromlinienförmig genug sei. Als Konsequenz werde er bei den nächsten regulären Wahlen sein Amt als stellvertretender Bezirksvorsitzender zur Verfügung stellen.

Langjähriger Kämpfer für LGBTI-Rechte

Karl-Heinz Brunner ist seit 2013 Abgeordneter des Deutschen Bundestags und gilt als einer der lautstärksten Unterstützer der sozialdemokratischen Fraktion für LGBTI-Rechte. Dafür war der SPD-Kreisvorsitzende im mittelschwäbischen Neu-Ulm bereits 2015 mit dem Homo-Orden von queer.de ausgezeichnet worden. 2019 übernahm er den Posten des SPD-Fraktionssprechers für die Belange von Lesben und Schwulen, den zuvor elf Jahre lang der offen schwule damalige Hamburger Abgeordnete Johannes Kahrs innehatte (queer.de berichtete).

Erst vor einem halben Jahr outete sich der gegenwärtig mit einer Frau verheiratete Vater zweier Kinder als schwul und erklärte, dass er seit fast zwei Jahren mit einem Mann zusammenlebe (queer.de berichtete). Im August 2019 gab Brunner überraschend seine Kandidatur für den SPD-Parteivorsitz bekannt, zog diese jedoch einen Monat später wieder zurück (queer.de berichtete). (cw)

Wöchentliche Umfrage

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    Ergebnis der Umfrage vom 01.03.2021 bis 08.03.2021


#1 NonBinaryEhemaliges Profil
  • 01.03.2021, 06:13h
  • "entweder zu konservativ oder nicht stromlinienförmig genug":

    Angesichts der Ereignisse der letzten Wochen kommt "zu konservativ" wohl eher nicht in Frage, würde ich mal sagen.

    "Nicht stromlinienförmig genug" schon eher, im Sinne von "nicht heteronormativ genug". Wäre ja nun wirklich nicht das erste Mal in unserem Lande, dass jemand bei nächster Gelegenheit abgesägt wird, sobald bekannt geworden ist, dass die Person queer ist.
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#2 SchonProfil
  • 01.03.2021, 07:04hFürth
  • Antwort auf #1 von NonBinary
  • Die SPD sägt sich selbst ab. Ab der Geschichte mit Frau Nahles wäre eine Erneuerung bitter nötig, aber die alten Genossen träumen von der vergangenen Größe. Gleichzeitig schmelzen die Prozente dahin.
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#3 KaiJAnonym
  • 01.03.2021, 08:39h
  • Antwort auf #1 von NonBinary
  • Die Stromlinie uns gegenüber wurde von der "Grundwertekomission" im wahrsten Sinne des Wortes grob vorgegeben und soll jetzt nach einer angenommenen Einladung, unbhängig davon, was die evtl. Gäste später sagen, feiner, aber doch nicht weniger grob, durch ein "Teile-und-herrsche" gefestigt werden.
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#4 auschwobAnonym
  • 01.03.2021, 09:13h
  • Na das passt doch ins LGBT*IQ-feidliche Bild der SPD in jüngster Zeit. Eröffnen die Möchtegernsozialen jetzt die Hetzjagd auf Schwule in ihren eigenen Reihen zum Aufwärmen für Größeres?
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#5 IckeAnonym
  • 01.03.2021, 09:29h
  • Na ja, das ist Politik, wenn man da sich nicht in der Partei anbiedert landet man in der Liste weiter hinten. Letztlich muss man ja auch sagen dass das halt bei einer Demokratie dann kein mördermäßiger Hinterhalt ist, er konnte in seiner eigenen Partei die Leute nicht von sich überzeugen und scheint ja auch davon überzeugt zu sein in der Wahl im Wahlkreis nicht punkten zu können. Er könnte ja auch als Direktkandidat einziehen.
    Ich weiß nun nicht ob es auch noch eine Frauenliste gibt und ob er dann gesamt auf Platz 3 oder 4 liegt. Ich mein kriegt die SPD in Bayern nicht mal zwei Leute über die Liste rein? Ich kenne mich da nicht so aus, hätte gedacht dass bei den großen Parteien (und auch wenn die SPD abgebaut hat ist sie noch die zweitgrößte Partei) so drei oder vier Leute rein bekommen. Dann wäre er doch dabei, aber gut scheinbar ja nicht, schade für ihn, schade für die Sache für die er sich einsetzt, Demokratie. Hoffen wir dass dann jemand anderes Stellung für uns bezieht.
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#6 PeerAnonym
  • 01.03.2021, 09:55h
  • Im bin zwar nicht gerade ein Freund von Herrn Brunner, weil der auch viel verspricht, aber dann klein beigibt. Aber dennoch passt das nur neuen Öffnung nach Rechts der SPD.

    Die SPD hat offenbar erkannt (oder hofft), dass man Rechts Stimmen abfangen kann, um wieder größer zu werden und da passen offen schwule Kandidaten nicht ins Bild.
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#7 andreAnonym
  • 01.03.2021, 09:58h
  • Er macht sicher eine gute Arbeit. Warum soll das aber ein "abgekartertes Spiel" sein ? Vielleicht soll die Partei, schrittweise, einfach nur verjüngt werden. Schon daran mal gedacht ? Er ist immerhin 67. Und das er sich besonders als schwuler BT Abgeordneter, verstärkt für LGBTI-Rechte eingesetzt hat, trifft nicht zu. Er hat sich erst, wie im Artikel steht, vor einem halben Jahr geoutet. Sich für LGBTI-Rechte einsetzten kann also auch jeder, dem LGBT-Rechte am Herzen liegen. Aber ich meine, das Erstere trifft wohl zu. Verständlich aber, wenn man seine Arbeit mit Hingabe gemacht hat, daß man da verärgert ist. Das ist nicht neu und kein Einzelfall.
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#8 FennekAnonym
  • 01.03.2021, 10:00h
  • Nachdem die SPD in letzter Zeit immer öfter stramm auf einer Linie mit der AfD liegt, wundert mich das gar nicht.

    Die suchen so verzweifelt nach neuen Wählern um den steten Abwärtstrend zu stoppen, dass sie die Ideale, die sie mal hatten, längst über Bord geworfen haben.
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#9 Taemin
  • 01.03.2021, 10:07h
  • Antwort auf #5 von Icke
  • Das ist nicht die Landesliste, sondern die Bezirksliste von Bayerisch Schwaben, d.h. Augsburg, Kempten, Memmingen, Neu Ulm, Lindau die Gegend, das Land der barocken Klöster, wo das Heilige Römische Reich noch lebendig ist.

    Jedenfalls zieht die SPD eine erste Konsequenz aus den Vorgaben von Gabriel, Schwan und Thierse: LSBTI sollen lernen, dass sich nicht mehr alles um sie dreht (als ob das je so gewesen wäre).
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#10 RebeccaProfil
  • 01.03.2021, 10:07hBerlin
  • Und das nennt man dann Demokratie:

    Entweder stimmt man genau, wie die Parteispitze will oder man verliert seinen Listenplatz.

    So wird aus einer Demokratie eine Demokratur.
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