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Schleswig-Holstein

Kieler Staatskanzlei stellt homophoben Referenten frei

Frauen und Schwulen könne man in Deutschland "nichts in die Hand geben", postete ein Referent der Kieler Staatskanzlei am Wochenende auf Facebook. Am Montag wurde er von Ministerpräsident Günther beurlaubt.


Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat auf den Facebook-Post seines Referenten "ungewöhnlich wütend" reagiert, berichteten die "Kieler Nachrichten" (Bild: Frank Peter)

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat am Montag einen Referenten der Kieler Staatskanzlei wegen eines homosexuellen- und frauenfeindlichen Facebook-Kommentars beurlaubt. Zudem würden disziplinarrechtliche Maßnahmen geprüft, berichteten die "Kieler Nachrichten" (Bezahlartikel) am Montagabend.

Der namentlich nicht genannte Referent hatte am Wochenende einen Artikel der "Bild"-Zeitung über das "Spenden-Dinner" von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gepostet und dazu ihm sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein schweres Versagen in der Coronakrise vorgeworfen. Zwei Stunden später kommentierte der Angestellte der Staatskanzlei seinen eigenen Beitrag mit den Worten: "Frauen kann man hier nichts in die Hand geben, Schwulen auch nicht. Wir bräuchten in dieser Situation Männer wie Helmut Kohl und Helmut Schmidt."

Günther: "Unter keinerlei Umständen akzeptabel"

Laut den "Kieler Nachrichten" soll Ministerpräsident Günther auf den Facebook-Post "ungewöhnlich wütend" reagiert haben. Sexistische und diskriminierende Äußerungen seiner Mitarbeiter*innen toleriere er nicht, zitierte die Zeitung den 47-jährigen CDU-Politiker, der Schleswig-Holstein seit der Landtagswahl 2017 mit einer Jamaika-Koalition, also zusammen mit Grünen und FDP, regiert. "Die in Rede stehenden Äußerungen sind unter keinerlei Umständen akzeptabel."

Die Staatskanzlei wollte den Vorgang gegenüber der Nachrichtenagentur dpa nicht kommentieren. Sie erklärte am Dienstag, zu Personalvorgängen nehme man grundsätzlich keine Stellung.

Der freigestellte Referent der Staatskanzlei hat seinen Facebook-Account den Medienberichten zufolge mittlerweile komplett gelöscht. Eine Stellungnahme zu seinem frauen- und homosexuellenfeindlichen Post lehnte er mit Verweis auf das laufende Verfahren ab. (cw)



#1 ElfolfProfil
  • 02.03.2021, 04:23hHamburg
  • Gnihihihi! Früher sagte man, Kinder und Besoffene reden die Wahrheit. Jetzt kommt auch noch Facebook dazu, wo die Leute sich nicht mehr verstellen, sondern ihr wahres Gesicht zeigen. Großes Lob für Herrn Günther, dass er konsequent gehandelt hat.
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#2 audeasAnonym
  • 02.03.2021, 07:15h
  • Einzig richtige Entscheidung. Ich habe mit angehenden Jurist*innen viel Kontakt und es tummeln sich unglaublich viele menschenfeindliche Fanatiker der Ellenbogenkultur unter ihnen - leider.
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#3 Grete WurmAnonym
  • 02.03.2021, 08:37h
  • Daniel Günther beweist hier Rückgrat und entschiedenes und schnelles Handeln.
    Er steht ausdrücklich für Vielfalt, unterstützt die Ehe für Alle sehr und das volle Adaptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare.
    Sehr sympathisch.

    Hoffentlich gibt in Zukunft viel mehr solcher Personen in der CDU und weniger alte, vermuffte Altherren-Egos mit Konzepten von 1958.
    Kann nicht bitte er Kanzlerkandidat werden?
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#4 LotiAnonym
  • 02.03.2021, 08:53h
  • Antwort auf #3 von Grete Wurm
  • Absolut. Solch couragierte Personen braucht es in der CDU. Die alten Zöpfe werden nicht ewig an ihren Stühlen kleben bleiben. Aber ob ich das noch erleben werde mit meine nunmehr 70 Jahren, bleibt abzuwarten.
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#5 SilviaausBOProfil
  • 02.03.2021, 08:54hBochum
  • Herr Günther hat das einzig Richtige gemacht: Diesem zweifelhaften Zeitgenossen ordentlich auf die Füsse zu treten!
    Gewiß braucht es mehr solcher Leute wie Herrn Günther in der CDU.
    Ausserdem sieht er ja auch nicht schlecht aus ....... . Den nehm wa!
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#6 Taemin
  • 02.03.2021, 10:05h
  • Ich bin froh, dass Herr MP Günther so rasch und so richtig reagiert hat. Leider ist die Regel in Deutschland, dass Eiertänze aufgeführt werden, dass von privaten Äußerungen die Rede ist, die von der Meinungs- oder Religionsfreiheit geschützt seien u.a. Unfug mehr. Man wünscht sich ähnlich klare Standpunkte von der SPD in der Sache Thierse/Schwan.
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#7 AtreusEhemaliges Profil
  • 02.03.2021, 10:18h
  • Ich bezweifle stark, dass die Reaktion Günthers genauso drastisch ausgefallen wäre, wenn der Herr Referent nicht Angela Merkel und Jens Spahn und somit Günthers Parteigenossen, die Bundeskanzlerin und den Gesundheitsminister sexistisch und homophob angegangen wäre, sondern irgendeine Frau und irgendeinen Schwulen, die die Öffentlichkeit nicht kennt. Mir scheint, die Stellung der beiden gab hier wohl den Ausschlag. Über die Konsequenz freue ich mich deshalb trotzdem.
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#8 Taemin
  • 02.03.2021, 10:37h
  • Antwort auf #7 von Atreus
  • Na ich weiß nicht. Günther ist in der Union schon lange ein Befürworter von LSBTI-Rechten. Mag sein, dass die Reaktion bei weniger promiminenten Zielscheiben eine Nummer kleiner ausgefallen wäre, aber auf sich beruhen gelassen hätte er die Sache wohl nicht.
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#9 Udo WolfAnonym
  • 02.03.2021, 10:45h
  • Antwort auf #7 von Atreus
  • Ministerpräsident Daniel Günther hat sich schon lange für die Eheöffnung eingesetzt. Ich glaube nicht, dass er sich hier parteipolitisch aufgeregt hat, sondern der Fakt an sich war für ihn empörend. Ein glaubwürdiger Politiker mit der nötigen Ruhe und Klarheit.
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#10 PetterAnonym
  • 02.03.2021, 10:51h
  • Wieso nur beurlaubt und nicht entlassen?

    Jemand, der mehr als die Hälfte der Bürger eines Landes so verunglimpft, hat in so einer Position nichts zu suchen.
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