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Terrorismus

Bundesanwaltschaft erhebt Mordanklage nach homophober Messerattacke von Dresden

Fünf Monate nach der Tat gibt die Bundesanwaltschaft bekannt, dass der Syrer Abdullah A. H. H. wegen Mordes und anderen Delikten angeklagt wird.


Die terroristische Tat ereignete sich am 4. Oktober 2020 (Bild: Hermann / pixabay)

Nach der offenbar islamistisch motivierten Messerattacke von Dresden mit einem Toten hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben. Der Syrer Abdullah A. H. H. sei des Mordes, des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung hinreichend verdächtig, teilte die Bundesanwaltschaft am Donnerstag in Karlsruhe mit. Er soll am 4. Oktober 2020 auf ein homosexuelles Paar eingestochen haben, einer der Männer erlag seinen Verletzungen (queer.de berichtete).

Laut Anklageschrift handelte der Verdächtige aus einer radikalislamistischen Gesinnung heraus. Er habe die beiden Tatopfer ausgewählt, um sie als Repräsentanten einer vom ihm als "ungläubig" abgelehnten freiheitlichen und offenen Gesellschaftsordnung mit dem Tod zu bestrafen, heißt es in der Mitteilung. Die beiden Männer aus Nordrhein-Westfalen waren zusammen für eine touristische Reise nach Dresden gefahren.

Motiv Homohass zunächst verschwiegen

Ursprünglich hatten die Behörden das möglicherweise homosexuellenfeindliche Motiv des Terroristen verschwiegen (queer.de berichtete). Dies führte zu scharfer Kritik von LGBTI-Aktivist*innen (queer.de berichtete). Erst kürzlich wurde bekannt, dass die Bundesanwaltschaft Schwulenhass als Motiv doch anerkennt (queer.de berichtete).

A. H. H. entkam zunächst. Am 20. Oktober wurde er vorläufig festgenommen, einen Tag später übernahm die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen. Die Tat sorgte auch deshalb für Aufsehen, weil der Verdächtige nach Behördenangaben erheblich vorbestraft ist, erst wenige Tage vor der Tat aus einer Jugendstrafvollzugsanstalt entlassen worden war und sich nur geduldet in Deutschland aufhielt. Der Staatsschutzsenat des Dresdner Oberlandesgerichts muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. (AFP/cw)



#1 Schon_wiederAnonym
  • 05.03.2021, 09:05h
  • Schade, dass mit dem Verschweigen des eigentlichen Tatmotivs zu einem Zeitpunkt, als das Thema in den Nachrichten diskutiert wurde, eine wichtige Gelegenheit versäumt wurde, ein (breiteres) Bewusstsein für die Gefahren islamistisch motivierter Hassgewalt gegenüber queeren Menschen zu schaffen
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#2 noch_immerAnonym