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Kurzgeschichten

Die Finessen der Bundesbeflockungsverordnung

In seinem neuen Buch "Stusszucker" erzählt Frank Osthoff zwölf absurd-komische Kurzgeschichten um seinen Antihelden Hufnagel. Wir haben zwei Leseproben!


"Stusszucker" beinhaltet zwölf absurd-komische Kurzgeschichten um den Antihelden Hufnagel

Der Kölner Autor Frank Osthoff präsentiert mit der Veröffentlichung seines neuen Buches "Stusszucker" zwölf absurd-komische Kurzgeschichten um seinen Antihelden Hufnagel. Damit bewegt er sich nach "Biskuit-Rolle rückwärts" (2013) und "Rheinischer Reißverschlussverkauf" (2015) weiter auf dem Felde des Widersinnigen und verspricht dem interessierten Leser unterhaltsames Lesevergnügen zum Schmunzeln und zum Nachdenken.

Zwölf absurd-unterhaltsame Kurzgeschichten um Hufnagel, seine ewige Ex Helga, seine dienstbeflissene aber diktatorische Mitarbeiterin Frau Knäpplich, Konsul Malakoff sowie weitere Freunde und Bekannte. Lernen Sie von Hufnagel, den Widrigkeiten des Lebens stets das nötige Maß an Verständnis entgegenzubringen und so jederzeit siegreich zu scheitern. Entnehmen Sie dem Werk nützliche Hinweise zu überraschenden Sachverhalten, so zum Beispiel unerlässliche Fachinformationen zu den Finessen der Bundesbeflockungsverordnung, eine detaillierte Darstellung der Vorteile des viel gepriesenen RotkohlFix sowie die lang erwarteten zoologischen Erkenntnisse zur Haltung von Maulaffen. Seien Sie jedoch stets wachsam, denn es gilt: Stusszucker ist süß, aber fliegt tief.

"Stusszucker" (Amazon-Affiliate-Link ) ist jetzt mit Zeichnungen von Margarita Klimova und Jair Diederichs als 52 Seiten starkes Taschenbuch für 12 Euro überall erhältlich. Bis auf Weiteres werden 5 % vom Verkaufspreis eines jeden verkauften Exemplars an das durch die Pandemie in Schwierigkeiten geratene Jugendzentrum anyway gespendet.

"Hufnagel wechselt die Spur" (Leseprobe)


"Stusszucker" ist bei Edition Denzstraße erschienen

Die A16 war eine der weniger befahrenen Verkehrsadern der Region Mittelland und ein Paradebeispiel für den verlängerten Bremsweg träger Strukturen. Jahre nach dem verkehrstechnischen Optimismus der 1970er Jahre hatte sich das Projekt A16, wenig beachtet, aber nicht abbremsbar, durch verschiedene Verwaltungsebenen gearbeitet und war dann schon aus rein behördlichen Gründen nicht mehr aufzuhalten gewesen, wenn auch inhaltlich völlig unnötig.

So war es heute möglich nach dem Klockstedter Dreieck die fünfspurig untertunnelte Zwiebelbach-Talsperre mit 140 km/h zu passieren und die Ortsgemeinde Vierlinden-Zwiebelbach schon in sechzehneinhalb Minuten zu erreichen und nicht erst in achtzehn. Außerdem gab es jeweils eine beschauliche Raststätte vor, nach und unter der Talsperre, wo den ermatteten Motoristen in bürgerlich-rustikalem Ambiente nur unwesentlich überteuerter Treibstoff, vorfrittierte Rahmschnitzel und regionale Holzschnitzkunst feilgeboten wurden. Hufnagel liebte die A16, die auch durch die Tatsache bestach, dass sie relativ wenig, um nicht zu sagen fast gar nicht, befahren wurde.

Seine Mitarbeiterin Frau Knäpplich besaß eine Ferienwohnung am Ürzlsee, nur wenige Kilometer abseits der Zwiebelbach-Talsperre. Der stets wohlmeinende Vorgesetzte Hufnagel hatte sich selbstverständlich bereit erklärt, dort während der jährlichen Registratur- und Ablagetage gelegentlich nach den Rosen zu sehen. Auch wenn er sich gefragt hatte, was unbeaufsichtigte Rosen schlimmstenfalls treiben könnten und für sich selbst zu keiner vollständig befriedigenden Antwort gelangt war.

Also fuhr er auf der nagelneuen A16 durch die frühsommerliche Landschaft in Richtung Ürzlsee. Helgas alter Fiat schnurrte zufrieden vor sich hin und Hufnagel summte ein kleines Lied. Am Straßenrand bewarb die Raststätte Zwiebelbach-Nord die Vorzüge von Rahmschnitzel.

"Maulaffen" (Leseprobe)


Autor Frank Osthoff absolvierte ein Übersetzerstudium an der Fachhochschule Köln (Bild: Monika Maria Degner)

Obwohl Helga es nicht zugeben wollte, hatte der Spontankauf des neuen Übermantels in Lottes Second-Hand-Boutique eher unter der Maßgabe der besonderen Preisgünstigkeit stattgefunden, als dass es ein wirklicher Bedarfskauf gewesen war. Hufnagel konnte sich gut erinnern, dass in der damaligen gemeinsamen Wohnung der ihm zugewiesene Platz eher knapp bemessen gewesen war und der Rest der insgesamt 42 Quadratmeter sich im Verlaufe ihres Zusammenlebens ebenso unmerklich wie unaufhaltsam in Helgas begehbaren Kleiderschrank verwandelt hatte.

Helga wiegte sich zufrieden gurrend vor dem großen Spiegel im Korridor. "Das ist Maulaffenfell, eine Rarität. Schau nur, wie glatt es verarbeitet ist." – "Dein blauer Steppmantel ist doch noch ganz neu", wagte Hufnagel. Helga schaute ihn strafend an. "Den kann ich wohl kaum im Theater tragen." Hufnagel konnte sich nicht erinnern, dass Helga jemals ins Theater gegangen wäre. "Ich glaube, dass Maulaffen in der freien Wildbahn fast ausgestorben sind", versuchte er zaghaft. – "Paperlapapp", zischte Helga, "was Du immer hast!" Sie stürmte erbost aus der Wohnung und warf die Tür unsanft ins Schloss.

Hufnagel seufzte. Er erinnerte sich an die beiden kleinen possierlichen Gesellen, die er dieser Tage im Schaufenster der Zoofachhandlung am Kleiwitzdamm beobachtet hatte. Er würde einen Spaziergang unternehmen. (cw/pm)

Infos zum Buch

Frank Osthoff: Stusszucker – 12 Kurzgeschichten. 52 Seiten. Mit Zeichnungen von Margarita Klimova und Jair Diederichs. Softcover. Edition Denzstraße. Köln 2020. Taschenbuch: 12,00 € (ISBN: 978-3-0006-6516-5).

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#1 QqqqAnonym
#2 TippstelleAnonym
#3 LektorinAnonym
#4 TippstelleAnonym
  • 30.12.2021, 11:17h
  • Antwort auf #3 von Lektorin
  • Liebe Lektorin,

    schade, dass die Leseproben Sie nicht angesprochen haben. Ein Ausschnitt aus einer Kurzgeschichte ist möglicherweise auch nicht immer hilfreich. Hier würden Sie mit der Gulaschkanone eine vollständige Kurzgeschichte finden:
    www.biskuitrollerückwärts.de
    (Direkt auf der Startseite). Andererseits gibt es ja auch Dinge, die Geschmackssache sind. Dann finden Sie unter den Literaturtipps hier sicher noch andere Texte, die mehr Ihrem Geschmack entsprechen.

    Viele Grüße aus Köln
    Frank Osthoff
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