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Debatte

Queere Familienplanung Thema im Bundestag

Ein Antrag der Linken zu "körperlicher und sexueller Selbstbestimmung" sorgt für Streit im Bundestag. Die AfD wittert die Abschaffung des "Leitbilds der heterosexuellen Elternschaft".


Cornelia Möhring stellte den Antrag im Plenum vor (Bild: Parlamentsfernsehen)

Der Bundestag hat am Donnerstagabend erstmals über einen Antrag der Linken debattiert, in der ein "Recht auf körperliche und sexuelle Selbstbestimmung" und "reproduktive Gerechtigkeit" gefordert wird
(PDF). Das siebenseitige Papier umfasst eine Reihe von Punkten zu den Themen Sexualität, Verhütung und Familienplanung. Unter anderem wird die "Kostenübernahme für medizinische Maßnahmen zur Herbeiführung einer Schwangerschaft" gefordert, ausdrücklich auch für sexuelle Minderheiten. Wörtlich heißt es im Antrag: "Das betrifft auch Frauen und Personen anderen Geschlechts, die in nichtehelicher, lesbischer, sonstiger oder ohne Partnerschaft leben." Außerdem will die Linksfraktion unter anderem erreichen, dass "nicht verschreibungspflichtige Verhütungsmittel wie beispielsweise Kondome" kostenlos von gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden und Schwangerschaftsabbrüche, die gegenwärtig in Deutschland immer noch als Tötungsdelikt gelten, zu entkriminalisieren.

"Körperliche und sexuelle Selbstbestimmung sind zentrale Voraussetzungen für eine selbstbestimmte Lebensplanung", erklärte Linken-Vizefraktionschefin Cornelia Möhring zu ihrem Antrag. Unterstützung in der Debatte kam von der Grünenpolitikerin Ulle Schauws, die von einem "guten Antrag" sprach. Die SPD-Abgeordnete Gülistan Yüksel erklärte, sie freue sich auf die Beratungen. Ihre FDP-Kollegin Katrin Helling-Plahr hielt den Antrag dagegen für zu "extrem" und lobte in Zusammenhang mit dem Abtreibungsrecht den Status quo. Grundsätzliche Ablehnung für den Antrag kam sowohl von AfD-Hardlinerin Beatrix von Storch als auch von der erzkonservativen CDU-Politikerin Sylvia Pantel, die in ihrer Rede allerdings im Empörungston ausschließlich über Abtreibungen sprach und die anderen Themen unter den Tisch fallen ließ.

"Kiffen, LSD und Darkroom"

Von Storch nutzte die Debatte für einen LGBTI-feindlichen Rundumschlag. Die 49-Jährige echauffierte sich etwa über die im Linken-Antrag verwendete Formulierung "Menschen, die schwanger werden können" – damit sollten auch schwangere trans Männer oder nicht-binäre Personen sprachlich berücksichtigt werden. "Sie sollten mal zum Bundestagspsychologen gehen", empörte sich von Storch und ergänzte: "Sie wollen das Leitbild der heterosexuellen Elternschaft abschaffen."


Beatrix von Storch regt sich mal wieder über das angebliche Ende der "heterosexuellen Elternschaft" auf (Bild: Parlamentsfernsehen)

Die AfD-Politikerin nannte dann abwertend einige Klischees, wie sie sich den politischen Feind vorstellt. Ein Beispiel: "Für Sie sind Kinder eine Katalogware für kulturlose Großstadtneurotiker, die nach Kiffen, LSD und Darkroom ihre innere Leere nun auch mal mit einem Kind kompensieren wollen." Die Linke stehe so für eine "moralische Verkommenheit als Staatsprinzip". "Eine so verkommene, rücksichtslose und kaputte Gesellschaft, wie die Linkspartei sie schaffen will, hat es in der Geschichte der Menschheit noch nie gegeben", argumentierte die Enkelin des SA-Standartenführers Nikolaus von Oldenburg. (dk)



#1 YannickAnonym
  • 05.03.2021, 10:56h
  • Ich bin froh, dass Grüne, Linkspartei und FDP immer wieder mit Initiativen vorpreschen, um die Untätigkeit der Bundesregierung mal ein wenig aufzubrechen.

    Damit werden sie zwar gegen den Verbund als CDU, CSU, SPD und AfD nicht viel ausrichten können, aber das heißt nicht, dass man es nicht immer wieder versuchen sollte. Steter Tropfen höhlt den Stein.
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#2 bodytalkerinAnonym
  • 05.03.2021, 12:43h
  • Wieso muss im Schlußsatz auf ihren Großvater verwiesen werden? Reichen die Äußerungen der Frau von Storch alleine nicht aus um dagegen zu argumentieren? Wir haben alle (Ur)großeltern, die ihren Part im Dritten Reich hatten.
    Sollte ich jetzt unter meinen Veröffentlichungen auch immer meinen Leibstandarten-Großvater erwähnen?
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#3 FennekAnonym
  • 05.03.2021, 12:56h
  • Antwort auf #2 von bodytalkerin
  • >>>>> Wir haben alle (Ur)großeltern, die ihren Part im Dritten Reich hatten. <<<<<

    Was fällt Dir ein, für andere hier zu sprechen?

    Ich habe keine Vorfahren, die im sog. Dritten Reich zu Tätern geworden sind. Meine Vorfahren waren Opfer dieses Regimes.

    Also schließe nicht von Dir auf andere. Das ist eine respektlose und unverschämte Aussage.
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#4 FelixAnonym
  • 05.03.2021, 13:26h
  • ""Für Sie sind Kinder eine Katalogware für kulturlose Großstadtneurotiker, die nach Kiffen, LSD und Darkroom ihre innere Leere nun auch mal mit einem Kind kompensieren wollen.""

    Frau Storch,

    ich habe noch nie gekifft und auch noch nie einen Darkroom von innen gesehen. (Ich habe übrigens noch nicht mal geraucht. Und ich trinke auch keinen Alkohol.)

    Ich empfinde auch keine innere Leere, sondern mein Freund, meine Familie, meine Freunde, mein Beruf und meine ehrenamtlichen Tätigkeiten füllen mich nicht nur zeitlich sehr gut aus, sondern auch emotional.

    Ich selbst will keine Kinder. Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich schwul bin. Aber wenn mein Partner und ich Kinder hätten, würden wir ihnen alle Liebe, Stärke, Vertrauen und Unterstützung geben, was man nur geben kann. Genauso wie wir es auch von unseren Eltern erfahren haben.

    Und bei Regenbogenfamilien kann man sicher sein, dass die Eltern viel auf sich genommen haben, um ein Kind großzuziehen. Das sind echte Wunschkinder und nicht wie in manchen Hetero-Familien "Unfälle", die dann vernachlässigt werden.

    Da können Sie doch nicht so tun, als würden Regenbogenfamilien Kinder nur als Accessoire sehen. Das widerspricht übrigens auch der Empirie.

    Übrigens: Auch Ihre Kollegin Frau Weidel ist lesbisch und lebt in einer lesbischen Beziehung, wo Kinder aufwachsen.

    Also hören Sie doch endlich auf, Menschen als Gefahr für Kinder hinzustellen, nur weil man einer bestimmten Gruppe angehört.

    Wenn es Ihnen wirklich ums Kindeswohl geht, dann bleiben Sie bei den Fakten...
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#5 Taemin
  • 05.03.2021, 13:34h
  • Antwort auf #2 von bodytalkerin
  • Du hast nicht das Recht, meinen in einer Widerstandsgruppe aktiv gewesenen Großvater in die Nähe des Nationalsozialismus zu rücken. Schließ nicht von Deiner Nazi-Verwandschaft auf die Familien anderer Leute.
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#6 LupdejuppAnonym
  • 05.03.2021, 13:53h
  • Antwort auf #3 von Fennek
  • Du nimmst des ehrlich persönlich und verstehst echt nicht auf was Kommentar 2 raus wollte?? Geht völlig an dir vorbei.... ?? Wow.... die Kommentarspalten hier sind echt was eigenes....
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#7 bodytalkerinAnonym
  • 05.03.2021, 15:10h
  • Antwort auf #3 von Fennek
  • "... einen Part im Dritten Reich... "
    Fürs Leseverständnis: das bedeutet, sie lebten während dieser Zeit.
    Es bedeutet KEINE Einteilung in Kategorien.
    Und jetzt komm von deiner Palme wieder runter und arbeite am Leseverständnis bevor du andere beschimpfst!
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#8 Teddy63Ehemaliges Profil
  • 05.03.2021, 17:58h
  • Antwort auf #2 von bodytalkerin
  • Ja, das ist mir auch aufgefallen und trotz aller Antipathie gegen die Dame und Ablehnung ihrer Äusserungen und rechtsradikalen Ansichten, habe ich das auch als schlechten Stil empfunden. Ich dachte sofort an meinen Urgroßvater, welcher strammes und sehr aktives NSDAP-Mitglied war. Damit möchte ich auch nicht in Verbindung gebracht werden, oder es als Indiz für meine persönlichen politischen Einstellungen verstanden wissen, die im Übrigen weit entfernt davon sind. Andererseits gab es in meiner Ahnenreihe auch einige konspirativ aktive Antifaschisten, soll heißen, Du solltest hier wirklich nicht pauschal für "alle" sprechen. Aber darauf wurdest Du ja bereits deutlich hingewiesen.
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#9 bodytalkerinAnonym
  • 05.03.2021, 19:19h
  • Antwort auf #5 von Taemin
  • Auch an dich die Bitte um Leseverständnis. Einen Part haben ist keine Kategorisierung. Einen Part hatten Opfer, Töter, Mitläufer.
    Ich bin echt irritiert, wie schlecht es in dieser Kommentarspalte um das sinnhafte Lesen bestellt ist. Damit habe ich nicht gerechnet!
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#10 LegatProfil
  • 05.03.2021, 20:54hFrankfurt am Main
  • Antwort auf #9 von bodytalkerin
  • Da musst du dich wie ich finde nicht wundern. Einen Part haben meint, einen aktiven Anteil an etwas haben. Wenn jemand einen aktiven Anteil am Dritten Reich hat, ist die erste Interpretation selbstverständlich, dass du damit Nazis meinst. Das kann einfach unglücklich von dir ausgedrückt gewesen sein oder du hast es in provokanter Weise darauf angelegt, das weiß ich nicht, darüber kann und möchte ich nicht urteilen.

    Jedenfalls wäre es in solchen Momenten einfach anständig, wenn du mal ein wenig Empathie zeigen würdest, anstatt die beleidigte Leberwurst zu spielen, die ja nur böswillig missverstanden worden sei.
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