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Missbrauchsvorwürfe

Strafprozess gegen Berliner #ArztOhneNamen beginnt am 19. April

Die Staatsanwaltschaft wirft einem bekannten Mediziner vor, mehrere männliche Patienten sexuell missbraucht zu haben. Insgesamt sind elf Verhandlungstage anberaumt. Es droht Verjährung.


Die Berliner Staatsanwaltschaft wirft dem Mediziner "sexuellen Missbrauch unter Ausnutzung eines Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses" in fünf Fällen vor (Bild: Tim Reckmann / flickr)

Der immer wieder auf unbestimmte Zeit verschobene Beginn des Strafprozesses gegen einen Berliner Arzt hat wieder einen Starttermin bekommen. Die Hauptverhandlung gegen den niedergelassenen Mediziner mit HIV-Schwerpunkt soll nach Informationen von queer.de am 19. April vor dem Amtsgericht Tiergarten beginnen. Insgesamt sind elf Verhandlungstage bis in den Juni anberaumt.

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits im Jahr 2016 Klage erhoben. Sie wirft dem Arzt "sexuellen Missbrauch unter Ausnutzung eines Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses" in fünf Fällen vor. Die mutmaßlichen Opfer sind sich ähnlich: Sie sind jung, schwul oder bisexuell und befanden sich in besonders verletzlichen Situationen, u.a. weil sie befürchteten, sich mit HIV infiziert zu haben. Sie sprachen oft kein oder nur wenig Deutsch, besaßen weder einen deutschen Pass noch eine Krankenversicherung. Der Arzt bestreitet die Vorwürfe (queer.de berichtete).

Die Fälle sollen sich zwischen 2011 und 2013 ereignet haben

Über dem Strafprozess schwebt die Gefahr einer möglichen Verjährung: Der Tatzeitraum der zur Anklage gebrachten Fälle erstreckt sich von August 2011 bis Mai 2013. Dadurch drohen Fälle dieses Jahr zu verjähren, denn in Anschuldigungen dieser Art gilt eine Frist von maximal zehn Jahren.

"Die Frage einer möglichen Verjährung wird – sofern relevant – in der Hauptverhandlung erörtert werden", erklärte Richterin Lisa Jani, Sprecherin für den Bereich des Strafrechts, gegenüber queer.de. Die Entscheidung liege beim zuständigen Spruchkörper, in diesem Fall einem erweiterten Schöffengericht mit jeweils zwei Berufsrichtern und Schöffen. Diese Zusammensetzung ergibt sich durch den besonderen Umfang der zu verhandelnden Sache und einer drohenden Freiheitsstrafe von bis zu vier Jahren.

Mutmaßliche Opfer treten als Nebenkläger auf

Seit den ersten Ermittlungen der Berliner Staatsanwaltschaft zu diesen fünf Fällen sind sechs Jahre vergangen. Die betroffenen Patienten des Berliner Arztes empfänden den Verfahrensgang als "zermürbend", erklärte die Rechtsanwältin Barbara Petersen gegenüber queer.de. Sie vertritt mit zwei Kolleginnen vier der ehemaligen Patienten, die Nebenklage eingereicht haben. "Für meine Mandanten bedeutet die seit der Anzeigenerstattung bereits verstrichene Zeit und insbesondere die mehrfach erfolgte Verlegung des Beginns der Hauptverhandlung eine fortlaufende psychische Belastung."



#1 Homonklin_NZAnonym
  • 06.03.2021, 09:06h
  • Ah ja, hiermit geht es gleich weiter, da müsste es dazu:
    ""Der Tatzeitraum der zur Anklage gebrachten Fälle erstreckt sich von August 2011 bis Mai 2013. Dadurch drohen Fälle dieses Jahr zu verjähren, denn in Anschuldigungen dieser Art gilt eine Frist von maximal zehn Jahren.""
    dann auch eine Anklage an die Strafverfolgund bzw. die Gerichtsbehörde geben, den Fall entsprechend zeitlich verschleppt und einer fortdauernden Vernachlässigung unterschoben zu haben, denn die Opfer müssen ein entsprechendes Anrecht darauf haben, dass der Fall in räsonabler Zeit verhandelt wird, und die "verjährung" solange auszusetzen hat. Sicher gibt es dazu Gesetze, die wohl mit der Kompetenz und Berufsausübung der relevanten Personenkreise zusammenhängen, welche diese Arbeit ausführen.

    Das Kaputtsparen bzw. die unterbesetzte Zahl der Fachkompetenz von Berlin kann nicht zum Nachteil der Bürger abgewälzt werden, die in eine funktionierende Gerichtbarkeit vertrauen, bzw. zur Glaubwürdigkeit an die Funktionabilität dieser Behörden angehalten werden.

    Also bleibt zu hoffen, dass die das bis Mitte April auf die Reihe bekommen!

    P.S.. Die Stadt könnte das Fallaufkommen bei sogenannten Bagatellen doch an Gerichte anderer Bundesländer abgeben. Vielleicht könnten sich Richter in, sagen wir Bautzen oder im Müritzgebiet darüber freuen, ein höheres Beschäftigungsaufkommen zu erreichen. Nur mal so.
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#2 mesonightAnonym
  • 06.03.2021, 13:39h
  • Ich bin selbst Opfer von sexuellem Missbrauch in der Kindheit. Der Täter war der örtliche Pfarrer. Ich weiß, wie mit Opfern umgegangen wird, als ich als Erwachsener einen Antrag auf "Anerkennung des Leids" gestellt hatte, legte mir die Kirche über Jahre Steine in den Weg an Aufklärung ist nicht zu denken, letzten Endes ist es nur eine Frage des Geldes. Das sieht man auch hier, der besagte Arzt ist bekannt, trotzdem wird er noch frequentiert, wie kann das sein? Jaja, die Unschluldsvermutung ... Am Ende wird alles eingestellt oder er muss max eine kleine Geldstrafe zahlen, öffentlich wird nicht berichtet, ihm wird nichts passieren.
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#3 daVinci6667
  • 06.03.2021, 14:13h
  • Antwort auf #2 von mesonight
  • Solches ist leider typisch sobald wir Jungs/Männer die Missbrauchsbetroffenen sind!

    Hier kommt nun noch die drohende Verjährung hinzu. Alles hat natürlich immer Vorrang ausser wir. Bei uns wird immer versucht möglichst alles unter den Teppich zu kehren. Das muss aufhören.

    Was die Täter betrifft, in irgendeiner Form kriegen die schon noch ihre Strafe. Und sei es nur einen schrecklichen Tod zu sterben im Wissen was entsetzliches und unverzeihliches sie uns angetan haben. Sie wissen ganz genau was war und finden im Grab keine Ruhe.
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#4 swimniAnonym
  • 06.03.2021, 16:59h
  • Antwort auf #3 von daVinci6667
  • und kommen dann als wiederänger?

    nein! wenn sie im grab liegen, bringen sie höchstens eine neue tulpenart in schwung (villon).

    ich finde, wir sollten nicht rachelüstig auf ihren unfrieden im tod hoffen, nein wir müssen die täter im diesseits zur verantwortung ziehen!

    es gibt ansonsten auch unterschiedliche wege, die zum eigenen inneren frieden führen, die sollte man beschreiten, um sich nicht noch mehr zu beschädigen.
    leider aber werden das nicht alle schaffen, oft ist das leid zu groß, aber ein versuch ist es wert.
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