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Kommentare zu:
Schwuler Ex-Mönch Anselm Bilgri: "Irgendwann ist Schluss"


#1 LarsAnonym
  • 07.03.2021, 08:50h
  • "Ich wusste nur überhaupt nicht, wo ich jemanden kennen lernen kann. Das lernt man nicht in 30 Jahren im Kloster und was mir völlig abgeht, ist, in schwule Lokale oder die Szene zu gehen."

    Schade, dass es immer noch das Klischee gibt, man müsse vor allem in Lokale oder die Szene gehen, um schwule Männer kennen zu lernen. Das ist nicht für jeden was und selten ein Ort, um sich über ein Gespräch über Oper oder Theologe näher kennen zu lernen.

    Kommen wir irgendwann dazu, das Angebot breiter bzw. sichtbarer zu machen?

    Wenn man gern kocht und Oper liebt, sollte man sich in der Opern- und Kochszene bewegen.
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#2 LegatEhemaliges Profil
  • 07.03.2021, 09:22h
  • Antwort auf #1 von Lars
  • Er hat geschrieben "und was mir völlig abgeht, ist, in schwule Lokale oder die Szene zu gehen.", das heißt er teilt deine Meinung. Das mit dem angeblich bedauerlichen angeblichen Klischee ist gar nicht seine Aussage gewesen, sondern nur deine. Was ihr teilt ist eure Abneigung gegen das Ausgehen in schwule Lokale oder "die Szene". Beides übrigens hat sich in den letzten 30 Jahren massiv verändert. Nur falls euch das nicht aufgefallen sein sollte, weil ihr ja nicht hingeht.
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#3 TheDadProfil
  • 07.03.2021, 10:08hHannover
  • Antwort auf #1 von Lars
  • ""Schade, dass es immer noch das Klischee gibt, man müsse vor allem in Lokale oder die Szene gehen, um schwule Männer kennen zu lernen.""..

    Dieses Klischee wird gerade von Dir aufrecht erhalten..
    Anselm Bilgri hat seinen Freund dann ja auch offensichtlich an einem anderem Ort kennen gelernt..

    Aus gegebenem Anlaß aber mal etwas zur Ehrenrettung der "Szene"..
    Die besteht und bestand noch nie ausschließlich aus "Kneipen und Saunen", denn ganz praktisch :
    Wenn ich zu einem Schwulem Buchhändler gehe, oder zu einem Schwulem Arzt, in Restaurants wo Schwules Personal arbeitet, dann gehen da auch andere hin, und die kann man dort dann auch kennen lernen..

    Ich für meinen Teil nutze ganz einfach immer noch mein Radar, und gehe dann das Risiko ein aufs Maul zu fallen..
    Was mit bei Licht betrachtet deutlich seltener passiert ist, als das ich damit Erfolg hatte..
    Out zu sein ist dabei übrigens enorm hilfreich..
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#4 PeerAnonym
  • 07.03.2021, 10:33h
  • Gut, dass er seinen Fehler noch erkannt hat.

    Besser spät als nie.

    Bei diesem homophoben, menschenverachtenden und übrigens auch unchristlichen Verein, der laufend vom hohen Ross andere beurteilt, aber damit nur von den eigenen Verbrechen ablenken will, ist Austritt die einzige Möglichkeit.
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#5 LarsAnonym
  • 07.03.2021, 10:37h
  • Antwort auf #2 von Legat
  • Woher weißt du, ob und wann ich in schwule Lokale oder in die Szene gehe, wie ich das wahrnehme und was für Gespräche ich dort führe?

    Es ging mir erklärtermaßen um das Sichtbarmachen von queeren Orten, in denen sich Menschen wie Herr Bilgri mit ihren Wünschen und Bedürfnissen eingeladen, wohl und angenommen fühlen.
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#6 LarsAnonym
  • 07.03.2021, 11:04h
  • Antwort auf #3 von TheDad
  • Klar gibt es den schwulen Buchhändler bzw. in großen Städten den queeren Buchladen, es gibt den Wanderverein, und vieles, vieles mehr.

    Und es gibt Schwule und queere Menschen, die out sind und in deren Umgebung sich viele andere, queere und nichtqueere Menschen aufhalten und einen offenen, unverkrampften und toleranten Umgang miteinander pflegen. Das sind mittlerweile so viele, dass man da nicht von einer Szene sprechen muss, sondern von einem sozialen Umfeld.

    Trotzdem kann es bei einem älteren Mann schon sinnvoll sein, seriöse Internetangebote zur Partnervermittlung zu nutzen - vorausgesetzt, man sucht so etwas wie einen Partner fürs Leben.

    Rein rechnerisch sind die Chancen bei einer Party andere queere Partner zu finden, eben geringer als bei Heteros. Insofern ist es sinnvoll, dass queere Menschen andere und bewusstere Strategien entwickeln müssen.
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#7 stephan
  • 07.03.2021, 11:17h
  • "Irgendwann ist Schluss!" habe ich mir auch bei meinem schon lange zurückliegenden Kirchenaustritt gedacht!

    Als ehemaliger Benediktinermönch (der allerdings nur drei Jahre im Kloster war) berührt mich die Geschichte von Anselm Bilgri wirklich sehr und ich gratuliere ihm von ganzem Herzen zu diesem Schritt. Wenn ich mir vorstelle, welcher Kraftakt es sein muss, sich nach dreißig Jahren aus der Gemeinschaft - in der ja auch viele persönliche Beziehungen gewachsen sind - loszureißen, bewundere ich seinen Mut und seine Kraft!

    Und ich gratuliere ihm und seinem zukünftigen Mann und wünsche ihnen Glück und Zufriedenheit für ihren gemeinsamen Lebensweg!
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#8 LegatEhemaliges Profil
  • 07.03.2021, 11:17h
  • Antwort auf #5 von Lars
  • "Woher weißt du, ob und wann ich in schwule Lokale oder in die Szene gehe, wie ich das wahrnehme und was für Gespräche ich dort führe?"

    War so von deiner Wortwahl her so meine Einschätzung, dass du schwule Lokale oder "die Szene" (was auch immer das nach deiner Vorstellung sein mag), als für dich klischeebelastete und unkultivierte Orte ansiehst. Ich kann mich aber natürlich auch täuschen. Wie ist es denn tatsächlich für dich?
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#9 LegatEhemaliges Profil
#10 LegatEhemaliges Profil
  • 07.03.2021, 11:54h
  • "Aber Hauptsache, Du bleibst Christ."

    Das finde ich schade. Es bedeutet, dass der Schritt nur zu einer etwas weniger schlimmen Ausprägung des Christentums gereicht hat. Zu einem echten emanzipatorischen Schritt, hat es dann leider doch nicht gereicht. Schade. Hoffentlich kommt das noch. Dazu wünsche ich Herrn Bilgri viel Erfolg und Kraft. Es ist wahrlich nicht unmöglich, selbst nach Jahrzehnten, da spreche auch ich aus Erfahrung.
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#11 LarsAnonym
  • 07.03.2021, 12:48h
  • Antwort auf #8 von Legat
  • Ja, du täuschst dich. Ich kenne die (schwule und queere) Szene(n) und ihre vielen Facetten bzw. Angebote eigentlich ganz gut - jedenfalls besser, als die Klosterwelt oder die religiöse Szene.

    (Eine Sache, die die schwule Szene mit der Klosterwelt verbindet, ist, dass es sich um reine Männerwelten handelt.)

    Vieles, was den Ausdruck der sexuellen Orientierung angeht, wird in der Szene vergleichsweise direkt und unmittelbar zum Ausdruck gebracht, was nicht jedermanns Sache ist oder auch Stress verursachen kann - nicht nur, wenn man aus dem Kloster kommt.

    Oder man macht die für einen Mann ansonsten ungewöhnliche Erfahrung, ziemlich direkt auf Äußerlichkeiten reduziert zu werden. Auch das kann nicht nur Freude, sondern erheblichen Stress verursachen und zu Enttäuschungen führen.

    Insofern ist die Szene nicht für jeden das Richtige.
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#12 LegatEhemaliges Profil
  • 07.03.2021, 13:51h
  • Antwort auf #11 von Lars
  • "(Eine Sache, die die schwule Szene mit der Klosterwelt verbindet, ist, dass es sich um reine Männerwelten handelt.)"

    Könnte man sicher meinen, wenn man sich eine "schwule Szene" theoretisch vorzustellen versucht. Mir fallen auf Anhieb mindestens drei Dutzend Menschen aus meinem eigenen Umfeld ein, die sich selbst nicht als "reine Männer" identifizieren und sich dennoch in dem, was du vermutlich mit "schwuler Szene" meinst, ganz natürlich bewegen.

    Mit einer Klosterwelt hat das herzlich wenig zu tun, denn ein Kloster ist eher ein elitäres Clubhaus, in dem neben dem Besuch von weiblichen Verwandten oder dem gelegentlichen vorbeischauen von Prostituierten diverser Geschlechter, niemand außer "reinen Männern" dauerhaft teilhaben DARF, obwohl das natürlich gleichsam unrealistisch wie unmenschlich ist und daher zu den üblichen Auswüchsen führt, welche durch Unterdrückungsmechanismen zwangsläufig entstehen.

    Dass du offenes schwules bzw. queeres Leben und Klosterdasein in eine Nähe zueinander rückst zeigt, dass du weder das eine noch das andere ziemlich gut kennst.
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#13 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 07.03.2021, 15:49h
  • Seine Homosexualität, und der Umgang der RKK waren und sind seine Gründe für den Wechsel zu den Altkatholen, die Frauenpriestertum und einen gesunden Umgang mit dem Thema Homosexualität und Transsexualität haben. Pope Francis sollte mit seinen Kardinalskollegen mal darüber nachdenken, was Massenaustritte und Prozesse wegen Kindesmissbrauch, diesen homophoben Homosexuellenverein kosten
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#14 Taemin
  • 07.03.2021, 16:04h
  • @ Lars @ Legat

    Da kommt es auf jedermanns ganz persönliches Empfinden an, so dass es wohl kein objektives Richtig und Falsch gibt.
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#15 LegatEhemaliges Profil
#16 Mietzi07Anonym
  • 07.03.2021, 18:01h
  • Finde ich ganz klasse. Respekt. Davon sollte es mehr geben. Bin gläubiger Christ, vertrete aber absolut die Meinung von "Pater" Bilgri. Hier sollte sich die katholische Kirche mehr öffnen. Das Zölibat in der gehabten Form ist überholt.
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#17 LarsAnonym
  • 07.03.2021, 22:55h
  • Antwort auf #15 von Legat
  • Das sind Annahmen, die weder zu beweisen noch zu widerlegen sind.

    Meine Neigung zu Abstraktionen hat einen anderen Grund:

    Queere Menschen sind sehr unterschiedlich in ihren Vorlieben und Abneigungen und auch in ihren Erfahrungen und Prägungen, die sie sich nicht aussuchen können. Das ändert aber nichts an ihrer sexuellen Orientierung. Ein ungeouteter Mönch ist genauso schwul wie ein alter Szene-Hase. (schwul = sexuelle Orientierung). Solange man sein Leben - und sei es nur in einer Phase - als stimmig empfindet und die Verantwortung für dafür trägt, habe ich das nicht zu bewerten.

    Insofern ist eine gewisse Abstraktion "inklusiver", weil sie über die jeweiligen beschränkten Erfahrungshorizonte eine Brücke schlägt.
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#18 LegatEhemaliges Profil
  • 08.03.2021, 07:27h
  • Antwort auf #17 von Lars
  • "Insofern ist eine gewisse Abstraktion "inklusiver", weil sie über die jeweiligen beschränkten Erfahrungshorizonte eine Brücke schlägt."

    Auf mich wirkst du mit deiner abstrahierenden Herangehensweise eher unauthentisch, distanziert und hochnäsig. Eine Brücke zu mir schlägt das schon mal nicht.
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#19 TheDadProfil
  • 08.03.2021, 08:16hHannover
  • Antwort auf #6 von Lars
  • ""Das sind mittlerweile so viele, dass man da nicht von einer Szene sprechen muss, sondern von einem sozialen Umfeld.""..

    Der Begriff "Szene" wird von vielen aus nicht nachvollziehbaren Gründen negativ konnotiert..
    Dazu besteht gar kein Grund, denn nach wie vor liegt die ursprüngliche Bedeutung des Begriffes in diesem "sozialem Umfeld", ganz so wie ihn später, durch die Heten okkupiert, auch dort zugeschrieben wird..

    Weshalb also bei Hetens der Begriff durchaus positiv besetzt ist, während er in der LGBTTIQ*-Bevölkerung immer mehr negativ besetzt kommuniziert wird, das liegt doch einzig in der persönlichen Ablehnung von Menschen begründet die ihre eigene Schere im Kopf nutzen um zu verdeutlichen das sie selbst mit diesem "Schmuddel-Image" nicht in Verbindung gebracht werden wollen..
    Was durchaus daran liegen kann, das sie die umfassende Bedeutung von "Szene" als Umfeld,
    aus dem sie auch gar nicht entfliehen können, weil sie selbst "bildendes Element" dieses Umfeldes sind, gar nicht wirklich verstanden haben..

    ""Trotzdem kann es bei einem älteren Mann schon sinnvoll sein, seriöse Internetangebote zur Partnervermittlung zu nutzen - vorausgesetzt, man sucht so etwas wie einen Partner fürs Leben.""..

    Völlig irre..
    Alters-Bashing gepaart mit einer heteronormativen Ansicht zu "Treue und ewig währender Partnerschaft..
    Weshalb genau sollte Internet nur für Ältere derlei Vorteile bieten, und wieso zum Henker soll sich dieses Angebot nur auf eine "ewige Partnerwahl" reduzieren ?

    Wie wäre es, Du trennst mal Deine persönlichen Vorstellungen von dem, was Gesellschaft alles zu bieten hat, und verunmöglichst nicht Anderen die Möglichkeiten durch Deine Präferenzen ?

    Einfach mal wahrnehmen was IST und wahrnehmen was möglich ist, OHNE seine eigene Schere dabei einzusetzen ?
    Dann klappt das auch mit dem verstehen der Bedürfnisse von Anderen..
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#20 LarsAnonym
  • 08.03.2021, 09:15h
  • Antwort auf #18 von Legat
  • Mir ist schon klar, dass ich dir in meiner distanzierten Art nicht sympathisch bin, aber das ist eine Frage unterschiedlicher Persönlichkeiten.

    Ich denke, die Grundlage einer Diskussion muss nicht Sympathie sein, (Vertrauen lässt sich im Internet auch schlecht herstellen), Respekt reicht aus. Für mich bedeutet das, dass ich deine Aussagen und Empfindungen - auch zur Szene - ernst nehme und akzeptiere, ohne deine Persönlichkeit zu bewerten.

    Ich weiß übrigens genauso wenig von dir und deinen Erfahrungen.
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#21 Homonklin_NZAnonym
  • 08.03.2021, 21:38h
  • Antwort auf #6 von Lars
  • Das Ganze ist dann auch noch davon abhängig, wen man interessant findet, was das für (Charakter)typen sind, was die am liebsten tun und wo die sich überhaupt aufhalten, um zu kommunizieren, oder gemeinsam zu trainieren, je nachdem.

    Für meinen Kumpan war das in D nicht denkbar, irgendwo das Maul zu riskieren. Auf seine Truppe hätten sich Eröffnungen negativ zurückgeschlagen. In seinem Beruf hätte es die Laufbahn jäh beendet.
    Ich ging in den letzten Deutschlandjahren die so genannte Szene, etwa auch Cruising-Orte ansehen, weil immer wieder der Satz kam : Du weißt nicht, von was du redest.
    Aber ich habe auch zwischen meiner Zeit Mitte-Ende 20 und Mitte 30 Partnervermittlung versucht. Auf einem CSD in Stuttgart ... nun ja, reingeschaut, könnte man sagen. Niemand interessant gefunden.

    Männer, die mir interessant erschienen, waren immer Heterosexuelle, selbst auf Wettkämpfen oder Sportveranstaltungen mit weit gefasstem Publikum.

    Wohl ging es Herrn Bilgri ähnlich, dass er immer im angestammten Kreis seiner Hauptinteressen herum kam, und daher Niemand begegnet ist, wo sich die Interessen mit dem Charakter und der Lebensvorstellung die Waage halten.
    Es kann durchaus sein, dass er dort Schwulen begegnete. Sie waren nicht seiner Wellenlänge oder die Gelegenheit passte für die gegenseitige Wahrnehmung nicht.
    Wird man nicht wahrgenommen oder kann man die erwartete Bandbreite nicht erfüllen, das kennt man ja, ist man schneller abgemeldet als nach einer vermasselten Eignungsprüfung.
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#22 EX_NONNEAnonym

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