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Internationaler Frauentag

Forderung: LGBTI-Community muss Frauen besser akzeptieren

Anlässlich des Weltfrauentags rufen queere Aktivist*innen dazu auf, auch in der queeren Community mehr für die Sichtbarkeit von Frauen zu tun.


Der internationale Frauentag wird weltweit – wie etwa auch im kanadischen Toronto – begangen (Bild: Daniel Lobo / flickr)

LGBTI-Aktivist*innen appellieren angesichts des Internationalen Frauentages am 8. März, die Anliegen von Frauen auch in der Community sichtbarer zu machen. "Noch zu häufig werden die Bedürfnisse und Belange von lesbischen Frauen und trans* Frauen in Gesellschaft und Politik, aber auch in der Community wenig bis gar nicht thematisiert", erklärte Henny Engels, Vorstandsmitglied des LSVD-Bundesverbandes. "Zu oft werden sie mit ihren Potentialen ebenso wie mit ihren spezifischen Ausgrenzungserfahrungen ignoriert oder nur unzureichend wahrgenommen".

Frauen müssten auch heute noch "Sexismus, Rassismus, Lesben- oder Transfeindlichkeit, Antisemitismus, Antiziganismus sowie antifeministische Ideologien" erdulden. "Es reicht! Eine Gesellschaft darf es sich nicht erlauben, dass Menschen aufgrund ihres Geschlechts bzw. ihrer Geschlechtsidentität angefeindet oder abgewertet werden", so Engels. Notwendig sei daher, die "tatsächliche Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt, eine umfassend Reform des Familienrechts, die Umsetzung der Istanbul-Konvention, ein Aktionsprogramm zur Prävention gegen Gewalt und die Unterstützung von gewaltbetroffenen Frauen und Kindern engagiert anzugehen".

Twitter / lsvd
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Auch der SPDqueer-Landesverband NRW beklagt, dass Frauen "sowohl in der schwul-dominierten queeren Szene, als auch in der Frauenbewegung" oft unsichtbar seien. Dabei seien Frauenfeindlichkeit und LGBTI-Feindlichkeit "oftmals zwei Seiten derselben Medaille". Aus diesem Grund forderten die queeren Sozialdemokrat*innen, "dass die Sichtbarkeit von Lesben in unserer pluralen Gesellschaft weiter gefördert werden muss, um Diskriminierung und Hetze durch rechte Kräfte sowohl gegen Frauen als auch gegen LSBTIQ* entgegen zu wirken!"

Der Deutsche Lesbenring weist darauf hin, "ein freies und selbstbestimmtes Leben" für viele lesbische Frauen noch immer nicht erreicht sei – das treffe vermehrt auf jene Frauen zu, die nicht den typischen Klischees entsprechen: "Insbesondere lesbische Frauen und Mädchen, die nicht der gesellschaftlich vorgegebenen Norm von Weiblichkeit entsprechen, sind vielfach Diskriminierung und Mobbing ausgesetzt."

Lehmann: Männer, solidarisiert euch!

Mehrere weitere LGBTI-Aktivist*innen appellieren an Männer, sich öffentlich zu solidarisieren. Sven Lehmann, der queerpolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, schrieb anlässlich des Frauentages etwa auf Twitter: "Wie können wir Männer die Anliegen der Frauen unterstützen? Ganz einfach: zuhören, eigene Privilegien reflektieren, solidarisieren. Und Inhalte teilen, in denen Frauen für sich und ihre Anliegen *selbst* sprechen!"

Twitter / svenlehmann
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"Solange das Eintreten für ein selbstbestimmtes Leben für LBTIQ Frauen* und Lesben* weiterhin als 'Identitätspolitik' verunglimpft wird und nicht erkannt wird, dass es hier um die Gewährung elementarer Menschenrechte und grundlegende feministische Prinzipien der Selbstbestimmung geht, hat nicht verstanden, worum es geht. Insbesondere die reaktionären Erwiderungen rund um die Kampagne #ActOut (185 Schauspieler*innen hatten ihr öffentliches Coming-out im Magazin der Süddeutschen Zeitung am 5. Februar 2021) sind für uns nicht akzeptabel.

Der Weltfrauentag findet inzwischen seit mehr als 100 Jahren immer am 8. März statt. Er entstand Anfang des 20. Jahrhunderts als Initiative sozialistischer Organisationen. Die Forderungen waren die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen. Seit letztem Jahr ist der Frauentag in Berlin ein gesetzlicher Feiertag – Bewohner der 15 anderen Bundesländer müssen aber arbeiten. (dk)



#1 Taemin
  • 08.03.2021, 10:10h
  • Sichtbar ist nur, wer sich zeigt. Nach meiner Lebenserfahrung ist das das Hauptproblem. Im Übrigen fällt in den letzten Jahren auf, dass die Führung im Kampf gegen rechtliche Gleichstellung und gesellschaftliche Akzeptanz von Schwulen und Lesben weitgehend von (heterosexuellen) Frauen übernommen worden ist: Hedwig von Beverfoerde, Anja Karliczek, Sandra Kegel, Birgit Kelle, Annegret Kramp-Karrenbauer, Gloria von Thurn und Taxis, Beatrix von Storch, Angela Merkel, Gesine Schwan und die lesbische Frau Weidel bilden hier eine Top Ten und eine unheilige Allianz aus verschiedenen politischen Strömungen. Wie die einstige Männerdomäne Homofeindschaft so schnell und gründlich von Frauen übernommen werden konnte, harrt noch der Erforschung.
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#2 WahrheitIstRelativAnonym
  • 08.03.2021, 11:47h
  • Antwort auf #1 von Taemin
  • Abgesehen davon, dass da, glaube ich, auch ein Konzept hinter steht. Also, die "Alibi Frauen" bei der Afd meine ich. Ansonsten gehört für mich als entscheidender Teil der Emanzipation, auch anzunehmen, dass Frauen nicht "besser, lieber, etc" sind. Kommen Frauen an die Macht, zeigt sich eine genauso negative Seite, wie bei Männern. Haben Frauen zuviel Macht, nutzen sie es auch genau wie Männer aus. Z. B. Unterhaltsangelegenheiten. Auch dass Jungen die Verlierer im Schulsystems sind, hat meiner Meinung nach was damit zu tun. Ich erinnere mich noch, wie glückselig meine Lehrerin schaute, bei der Erkenntnis, dass Mädchen die besseren Abschlüsse hätten. Würde ein männl. Lehrer sich freuen, wenn Jungs besser wären, wäre was los! Wirkliche Emanzipation heißt für mich, dass ich als Frau auch schaue, wo Frauen mit Macht auch Andere benachteiligen. Das gehört auch dazu wenn man aus der ewigen Operrolle heraus kommt. Manche picken sich nur Rosinen raus. Bekomme ich Einfluss, steigt auch meine Verantwortung, fängt schon mit cis vs trans an. Politiker sind aber, meine ich, nur Marionetten ihrer Partei.
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#3 HexeAnonym
  • 08.03.2021, 11:58h
  • Es ist schon beispielhaft: Welt-Frauentag, ein Artikel in dem steht "zuhören und Privilegien hinterfragen" und sofort kommen zwei Dudes daher und Mansplainen, relativieren mit Kommentaren unter entsprechenden Text.
    Und was nun folgt ist die selbsterfüllende Prophezeiung: Anstatt es einzusehen wird gleich das Standart-Programm aufgefahren: "Ich bin kein Sexist, ich bin schwul und meine beste Freundin Blabla!"
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#4 GodzillaAnonym
  • 08.03.2021, 12:18h
  • Antwort auf #3 von Hexe
  • Danke für diesen Kommentar, ich sehe dies ebenso, leider war das vorhersehbar.

    Es stellt sich mir unweigerlich die Frage woher dieser Reflex kommt, sofort in diese Haltung zu verfallen.
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#5 WanndererAnonym
  • 08.03.2021, 12:23h
  • Als Community sollten wir wirklich mehr daran arbeiten, uns alle gegenseitig willkommen zu heißen.
    Heute am Frauentag denken wir an Frauen*, aber das sollte nach dem Tag auch weitergehen und wir sollten uns dafür einsetzen, mehr für die Angelegenheiten von Frauen* zu tun.
    Und dann alle anderen Buchstaben in unserer Buchstabensuppe. Und es hört auch da nicht auf, sondern geht ja weiter bis hin zu ausgrenzenden Kommentaren, dass man nicht schön genug, zu dick, etc sei, gern auch garniert mit Rassismus.
    Wenn wir Toleranz wollen, müssen wir die auch in der eigenen Community umsetzen.
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#6 Girlygirl
  • 08.03.2021, 13:29h
  • Ich finde, dass das ein wichtiges, aber auch oft missverstandenes Thema mit Nuancen ist. Jede*r kann Misogynie ausüben und jede*r kann sie erleben. Es gibt keine klaren Grenzen. Wenn feminine Männer fertiggemacht werden, werten wir das oft als Homophobie, aber es ist auch eine Form der Misogynie. Wenn Frauen als gleichwertig angesehen werden, hat das positive Folgen für alle.
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#7 gastAnonym
  • 08.03.2021, 14:03h
  • Es wird hier sträflich vergessen welche Partei die "Ehe für alle" durchboxte nämlich niemand anderes als die SPD, welche die Zustimmung der CDU zur Bedingung machte für die letzte Koalition. Soviel Ehrlichkeit muss sein.
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#8 SpockAnonym
  • 08.03.2021, 14:38h
  • Antwort auf #7 von gast
  • "welche Partei die "Ehe für alle" durchboxte nämlich niemand anderes als die SPD, welche die Zustimmung der CDU zur Bedingung machte für die letzte Koalition."

    Ich habe einige Paralleluniversen bereist, aber dieses kenne ich gar nicht. Muss schön sein dort.
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#9 trans naysayerAnonym
#10 Matze GAnonym
  • 08.03.2021, 16:30h
  • Ich wünsche mir als schwuler cis Mann in einem "Frauenberuf" Solidarität mit allen Frauen*, weiblich gelesenen Personen, non-binary Personen. Und das nicht nur am heutigen Tag. Feminismus in meinem Verständnis hat das Ziel Gleichberechtigung und Beteiligung für ALLE zu erreichen. Wie schon vorher in einem Kommentar geschrieben haben Homofeindlichkeit und Misogynie oft die gleiche Wurzel. Insofern sollte es in unser aller Interesse sein solidarisch zu bleiben und vor allem Raum zu geben und zuzuhören anstatt irgendwelche Strohargumente anzuführen wieso die Sichtbarkeit von Frauen* nicht so relevant sei.
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