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Europaparlament

AfD warnt vor trans Frauen: "Sie werden immer wie Männer zuschlagen"

Wie die Rechte in den USA schießt sich auch die AfD im Europaparlament gegen trans und nicht-binäre Menschen ein.


Christine Anderson bei einer Debatte im Europaparlament (Bild: Screenshot Phoenix)

Die frauenpolitische Sprecherin der AfD-Landesgruppe im EU-Parlament hat geschlechtlichen Minderheiten vorgeworfen, an einer "offensichtlichen Identitätsstörung" zu leiden und eine Gefahr für Frauen darzustellen. In einem anlässlich des Weltfrauentags veröffentlichten Video schimpfte die hessische Politikerin Christine Anderson insbesondere auf "Gender-Mainstreaming" – also der EU-Strategie zur Gleichberechtigung der Geschlechter.

Hauptthema ist aber die Ablehnung geschlechtlicher Minderheiten: Die frühere Aktivistin der völkischen Pegida-Bewegung zählte in dem rund vierminütigen von der AfD-Landesgruppe veröffentlichten Video etwa queere Selbstbezeichnungen wie "genderqueer" und "butch" auf und fragte kalt: "Oder kennen Sie jemand, der daran leidet?"



Die 52-Jährige behauptete ferner, jeder könne sich sein Geschlecht aussuchen: "Und man kann das auch regelmäßig nach Wunsch minütlich wechseln. Man versucht dabei, eine offensichtliche Identitätsstörung zur Normalität zu machen", so Anderson. Den Prozess des Coming-outs als trans beschrieb Anderson flachsig mit den Worten: "Ich, der Hans, möchte in Zukunft die Hanseline sein."

Laut Anderson würden sich Männer in großer Zahl als trans erklären, um im Frauensport aktiv werden zu können: "Reihenweise Rekorde in Frauensportarten purzeln und werden nach oben korrigiert, weil mehr und mehr Männer sich einfach zur Frau erklären", behauptete Anderson. Ein Beispiel für diese angeblich reihenweise gebrochenen Rekorde nannte die AfD-Politikerin freilich nicht.

"Wer das für verteidigenswert hält, ist einfach nur irre"

Anderson behauptete anschließend in aggressivem Ton, dass trans Frauen eine Gefahr für "biologische Frauen" seien:

Während in den immer gleichen ausgelutschten Sonntagsreden Gewalt gegen Frauen angeprangert und bekämpft wird und man auch immer neue Formen der Gewalt gegen Frauen – im Englischen zum Beispiel "Mansplaining" – erfindet, schafft man nun Möglichkeiten, dass Männer unter dem Deckmantel des Sports ganz offen unter Applaus und mit Bezahlung Frauen krankenhausreif schlagen. Männer mögen sich noch so sehr als Frauen fühlen. Sie werden aber immer wie Männer zuschlagen. Wer das für verteidigenswert hält, ist einfach nur irre.

Das Narrativ von der trans Frau, die nur aus sportlichem Ehrgeiz eine Geschlechtsanpassung durchführt, ist aus den USA nach Deutschland geschwappt. Dort entdeckten die Republikaner bereits vor Jahren trans Menschen als neuen Sündenbock, da die Akzeptanz von Homosexualität zuletzt gestiegen ist – und Homophobie daher kaum noch Wählerstimmen einbringt.

Zunächst wurde eine Bedrohungskulisse über den angeblichen Hang von trans Menschen, in öffentlichen Toiletten Frauen oder Kinder zu belästigen, aufgebaut – der Streit entbrannte insbesondere im Swing-State North Carolina, das ein viel kritisiertes Gesetz erlassen hatte (queer.de berichtete). Später machten die Republikaner insbesondere trans Schülerinnen, die am Schulsport teilnehmen, zu Feinbildern. So führte Idaho letztes Jahr ein Gesetz ein, wonach sich trans Schülerinnen im Schulsport nicht mit cissexuellen Schülerinnen messen dürfen (queer.de berichtete). Auch Ex-Präsident Donald Trump setzte in der ersten Rede nach dem Ende seiner Präsidentschaft auf diese neue Art der Transphobie (queer.de berichtete).

Christine Anderson ist bereits mehrfach durch LGBTI-feindliche Äußerungen aufgefallen. So kritisierte sie letztes Jahr Quoten in Hollywood-Filmen mit der Bemerkung, dass angeblich 99,8 Prozent der Weltbevölkerung heterosexuell, weiß und nicht-behindert sei (queer.de berichtete).

Auch die AfD-Bundestagsfraktion setzt zunehmend auf Trans-Feindlichkeit: "Aus dem Kampf für die Frau [ist] längst ein Kampf gegen die biologische Frau geworden", polterte die AfD-Politikerin Nicole Höchst etwa letzte Woche in einer Rede im Bundestag. (dk)



#1 Ralph
  • 09.03.2021, 11:55h
  • Ich warne da lieber vor AfDlern jederlei Geschlechts, denn sie werden immer wie Nazis zuschlagen.
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#2 Johanna DAnonym
  • 09.03.2021, 12:01h
  • Diese Frau ist so ideologisch Verbohrt und völlig frei von Empathie und Menschlichkeit, dass es mich einfach nur anekelt. Ich habe den Tweet gemeldet, da er unter das NetzDG fällt, denn die Behauptung, transidentität/transsexualität wäre eine psychische Störung ist nicht nur falsch, sondern auch höchst verletzten und gefährdend für die Betroffenen. Das merken wir hier auch an den betroffenen in unserer psychotherapeutischen Praxis. Denn eigentlich ist deren Problem nicht ihr trans-sein, sondern die Abwertung, Ausgrenzung und die täglichen Demütigungen, die Sohle Menschen wie diese MEP jeden Tag verursachen.
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#3 SakanaAnonym
  • 09.03.2021, 12:03h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • Aber Gesine Schwan und Wolfgang Thierse mit AFD-Positionen gleichsetzen und die SPD als "rote AFD" bezeichnen...na da schau her

    Ich denke, dass Frau Anderson deutlich gemacht hat, wo die wirklichen Feind:innen der LSBTTIQ* in Deutschland und in Europa stehen und welche Parteien politisch bekämpft und marginalisiert werden sollten....die AFD wird sich in Verantwortung nämlich nicht scheuen, die Axt an Errungenschaften der queeren Bewegungen zu legen, um ihr Welt- und Familienbild durchzudrücken. Ungarn und Polen sollten uns da mahnende Beispiele sein.
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#4 Sarah_SAnonym
  • 09.03.2021, 12:06h
  • Ja genau, 99,8% der Weltbevölkerung sind weiß und hetero. Die Bevölkerung von Europa und Nordamerika liegt gerade einmal bei unter 15% und auch dort gibt es POC. In den USA alleine sind ca. 40% nicht weiß.
    Oh mein Gott, ist das ein widerliches Trauerspiel wenn sich dumme Menschen nur für einen Posten mit so einem Hass prostituieren, weil sie sonst nie in solche Einkommensklassen vordringen könnten.
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#5 FischliAnonym
#6 LotiAnonym
  • 09.03.2021, 12:25h
  • Beschreibt die Anderson da ihren eigenen Albträume? Einer davon kann so aussehen. Sie wacht morgens plötzlich als Clownsfisch auf. Denn diese pussierlichen Fische können, wenn das Weibchen es so will, sich selbst zum Samenspender umwandeln. Und das ist nur ein Tier, was dies bewerkstelligen tut. Den Rest über die ach so braune Arsch Partei Deutschland erspare ich mir hier. Denn darüber gibt es beiweiten intelligentere Kommentare hier im Forum.
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#7 HexeAnonym
  • 09.03.2021, 12:33h
  • Wen wunderts?

    "Sie werden uns jagen" war doch die Kampfansage?

    Die kommen damit durch. Immer wieder. Und sogar große Zeitungen und Politiker springen auf den Zug auf.

    Asylantenheime brennen, Menschen in Gefängniszellen auch und wenn Homos erstochen werden, dann versucht man das unter den Tisch zu kehren.
    Deutschland wird wieder Deutschland. Oder war es schon immer so?

    Und was machen wir? Wir machen Plenum und diskutieren über Begrifflichkeiten.

    In Deutschland gab es nie ein Stonewall.

    Und das merkt man überall. Auch in der eigenen "Community".

    Wenn man sagt wir sollten uns verteidigen, dann ist das ja zu radikal.

    Lieber schön kuschen und froh sein wenn man ein Token wird.
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#8 LotiAnonym
#9 Indigo73Anonym
  • 09.03.2021, 12:55h
  • Ah ja, und wir Transmänner lassen uns "umbauen", damit wir endlich im Stehen pinkeln können und weil wir immer schon wissen wollten, wie es in einer Männerumkleidekabine zugeht. Außerdem wollten wir uns immer schon mal ungestört prügeln, denn zuschlagen ist ja im Wesen von Männern fest verankert.
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#10 HexeAnonym