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Neue Kampagne

Nach #ActOut kommt #TeachOut

Nach dem Vorbild queerer Schauspieler*innen zeigen nun queere Pädagog*innen Gesicht und fordern mehr LGBTI-Selbstverständlichkeit im Bildungsbereich. Auf Zeit Online berichten queere Lehr*innen von Diskriminierungen in der Schule.


Symbolbild: Viele queere Lehrkräfte sind an ihren Schulen nicht geoutet (Bild: max-fischer / pexels)

Einen guten Monat nach 185 queeren Schauspieler*innen zeigen nun auch queere Lehrer*innen in Deutschland Gesicht. "In Anlehnung an den #ActOut zum ActOut-Manifest der Süddeutschen Zeitung haben wir #TeachOut gestartet", heißt es auf der Website zu der neuen Kampagne. "Unter #TeachOut zeigen wir uns sichtbar als queere Pädagog*innen in den sozialen Medien (Instagram, Twitter, Facebook), um uns für mehr Selbstverständlichkeit queerer Vielfalt im Bildungsbereich einzusetzen."

Als eines von drei Hauptzielen will #TeachOut das Bildungssystem insgesamt diskriminierungsfreier gestalten: "Jede Person ist gut, so wie sie ist, und wird so angenommen und darf sich wohlfühlen." Darüber hinaus soll "die Vielfalt der Gesellschaft auch in unseren Bildungseinrichtungen sichtbar" gemacht werden. "Wir wollen queere Vielfalt entproblematisieren", heißt es weiter in dem kurzen Manifest. "Vielfalt ist eine Selbstverständlichkeit und eine Chance – aber niemals ein Defizit!"

Drei Lehrer*innen sprechen über ihr Coming-out

Zum Auftakt von #TeachOut berichten drei Mitglieder der Kampagne auf Zeit Online von ihren Diskriminierungserfahrungen. So traute sich die lesbische Braunschweiger Lehrerin Gun nicht, sich schon während ihres Referendariats zu outen, für das sie bewusst in eine andere Stadt gezogen war. "Ich habe evangelische Religion studiert und gerade in diesem Fachbereich gibt es immer noch sehr viele starke konservative Positionen", erzählt die 31-Jährige dem Jugendressort ze.tt. "Ich wollte nicht, dass meine Sexualität bei Menschen eine Rolle spielt, die mich bewerten oder irgendeinen Einfluss darauf haben, ob ich den Abschluss schaffe oder nicht."

Der Hamburger Lehrer Frank wurde nach seinem bisexuellen Coming-out angefeindet. "Als ich den Kummerkasten unserer Klasse ausleerte, fand ich darin Zettel mit Sätzen wie 'Bisexuelles Arschloch', 'Wir brauchen keinen schwulen Lehrer' und 'Verpiss dich'", berichtet er sich auf Zeit Online. "Mich hat das verletzt, also habe ich es noch am selben Tag angesprochen."

Anfeindungen und Grenzüberschreitungen kommen nicht nur von Schüler*innen, sondern auch von Eltern und Lehrkräften. "Eine Kollegin sagte zum Beispiel auf dem Gang zwischen Lehrer*innen- und Klassenzimmer zu mir: 'Ach, du bist bi? Holen du und dein Mann euch dann manchmal eine Bi-Maus ins Haus?', zitiert das Onlinemagazin die Dortmunder Lehrerin Assiba. "Das fand ich so krass übergriffig. In dem Moment habe ich es aber einfach weggelacht. Es hatte gerade eh zum Unterricht geklingelt und ich wollte kein Fass aufmachen."

"Ich möchte für Schüler*innen eine Vorbildfunktion übernehmen"

Ihr Coming-out bereuen jedoch alle drei Lehrer*innen nicht. "Ich möchte für Schüler*innen eine Vorbildfunktion übernehmen und zeigen: Lehrer*innen können auch queer sein und das ist völlig in Ordnung", sagt Assiba. "Ich habe mir vorgenommen, das Thema öfter im Unterricht zu behandeln, wenn es sich anbietet. Als Deutschlehrerin kann ich den Schüler*innen zum Beispiel sehr gut Texte und Medienbeiträge zur Analyse geben, die queere Themen behandeln."

An andere Lehr*innen, Referendar*innen, Erzieher*innen, Pädagogik-Student*innen und -Dozent*innen aus der LGBTI-Community appelliert #TeachOut, in sozialen Medien ebenfalls von ihren Erfahrungen zu berichten. Mit dem Hashtag #TeachOut und Verlinkungen zu den offiziellen Kampagnenseiten auf Instagram und Facebook können die einzelnen Beiträge vernetzt und zusammen sichtbar werden. (mize)



#1 Taemin
  • 10.03.2021, 09:47h
  • Obwohl gegen #ActOut gerade eine beispiellose Rechtsextremismuswelle durch die SPD und durch Deutschlands Presselandschaft rollt, starten mutige Lehrkräfte jetzt #TeachOut. Das verdient Bewunderung.
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#2 kuesschen11Profil
  • 10.03.2021, 10:57hFrankfurt
  • Homophobie hat viele Gesichter.

    #TeachOut zu starten halte ich für sehr wichtig, denn es dient einer guten und modernen Pädagogik.

    Bin gespannt, wie die Medien damit umgehen werden.
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#3 AtreusProfil
  • 10.03.2021, 11:37hSÜW
  • Ich hätte zu gern Beverfoerdes und Steinbachs Gesichter gesehen, als sie die Nachricht hiervon erreichte.
    Nachdem in Berlin schon Ende 2020 Lehrer ihre eigene email-Dienstadresse bekamen, nun noch Actout: da hoffe ich doch sehr, dass unser kaiserliches Schulkonzept nicht überfordert ist, bei so viel Fortschritt...
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#4 AtreusProfil
#5 Yeoj_Profil
  • 10.03.2021, 16:19hFFM
  • Eine tapfere Idee und jede/r der mitmacht, verdient Bewunderung. Aber angesichts der Tatsache, dass eine weit verbreitete Denke immer noch lautet "homosexuell = pädophil" werden sich die meisten Lehrer*innen bestimmt nicht outen wollen, den mit Ärger mit den Eltern (und z.T. erpresserisch veranlagten Schüler*innen) ist zu rechnen, und das kann langfristig sehr belastend sein. Schulleitungen stärken schon bei nicht-sexuellen Themen selten den Rücken ihres Kollegiums, weil sie in diversen amtlichen und geschäftlichen Abhängigkeiten stecken. Und eine Lehrkraft wird sich zweimal überlegen, ob man den Beruf aufs Spiel setzt... Wie gesagt, die Idee ist gut und die Mitmachenden bewundernswert. Es kann aber für Einzelne heikel enden... :-/
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#6 Taemin
  • 11.03.2021, 14:22h
  • Antwort auf #5 von Yeoj_
  • Godehardt Brüntrup, Philosophieprofessor in München und Jesuit, hat letztes Jahr gesagt, es gibt für die von der kath. Kirche immer wiedergekäute These, dass Schwule eher Jungen missbrauchen als Heteros Mädchen, keinerlei Beweis. Das stimmt. Also sollten wir nicht ausgerechnet auf Queer.de diese Legende immer wieder aufkochen. Mir ist klar, dass Du sie nicht propagierst, aber sie darf auch kein Argument sein, sich zu verstecken. Mein Mann war bis zur Frühpensionierung Lehrer und outete sich schon in den 80ern, was ihm die in der Lehrerkonferenz seiner Schule geäußerte Anerkennung des zuständigen Schulaufsichtsbeamten der Bezirksregierung eintrug. Ängste der von Dir befürchteten Art waren damals schon nur noch im Ausnahmefall berechtigt, desto weniger sind sie es heute.
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#7 gayflecktarnhoseProfil