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Bayern

Petition: LGBTI-Organisationen fordern Mitsprache bei Medien

Mit einer Petition wollen zwei LGBTI-Organisationen Druck auf Bayern ausüben, damit queere Menschen auch bei der Kontrolle des Rundfunks als relevante Gruppe anerkannt werden.


Im Rundfunkrat des BR und im Medienrat haben LGBTI derzeit nichts zu melden (Bild: Metropolico.org / flickr)
  • 10. März 2021, 10:01h, noch kein Kommentar

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Bayern und die Queer Media Society (QMS) haben am Mittwoch gemeinsam eine Petition für mehr Vielfalt im öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk des Freistaats gestartet. Die Organisationen fordern jeweils eine Vertretung für LGBTI im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks und im Medienrat der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, das Aufsichtsgremium des privat finanzierten Rundfunks.

Die beiden Organisationen weisen darauf hin, dass das Bundesverfassungsgericht 2014 entschieden hat, dass die Zusammensetzung der Aufsichtsgremien der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten die gesellschaftliche Vielfalt widerspiegeln soll. Dennoch blieben queere Menschen in Bayern, als relevante gesellschaftliche Gruppe, bis heute von der Mitarbeit ausgeschlossen.

"Es ist kein Gefallen, mehr Menschen an der Gestaltung der bayerischen Medienlandschaft zu beteiligen, sondern eigentlich eine demokratische Notwendigkeit", erklärte LSVD-Landesvorstandsmitglied Markus Apel. "Wir wollen, dass sich unsere vielfältige Gesellschaft in den Medien widerspiegelt. Nicht als Klischee, nicht als Problem, sondern als komplexe Realität. Mehr Sichtbarkeit trägt schließlich zur Anerkennung bei." Als Ziel der Petition gab Apel 10.000 Unterschriften vor.

Kai S. Pieck, Initiator der Queer Media Society (QMS), ergänzte, dass es nicht nur auf LGBTI-Sichtbarkeit ankomme, "sondern auch WIE wir dargestellt werden und WER unsere Geschichten erzählt und umsetzt". Das gelte für "alle Gruppen des Vielfaltsspektrums".

Der Hintergrund: Nachdem LGBTI in der Bundesrepublik über 60 Jahre von jeder Vertretung in Rundfunk, Fernsehen und Medien ausgegrenzt blieben, hat das Verfassungsgerichtsurteil von 2014 einen Wandel eingeleitet. Seitdem wurde mit der Berufung von Vertreter*innen des LSVD beim ZDF, beim Deutschlandradio, beim Saarländischen Rundfunk und bei Radio Bremen erstmals auch LGBTI die Teilhabe in den Aufsichtsgremien eröffnet. Beim WDR teilen sich das Queere Netzwerk NRW und die LAG Lesben einen Sitz. Auch im Mitteldeutschen Rundfunk sowie im rbb sollen LGBTI einen Sitz im Rundfunkrat erhalten (queer.de berichtete). Zudem haben LGBTI in den Landesmedienanstalten von Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland mittlerweile Sitz und Stimme.

Demgegenüber sehen die vier norddeutschen Länder bislang im kürzlich vorgestellten neuen NDR-Staatsvertrag keinen Sitz für LGBTI vor (queer.de berichtete). (dk)