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USA
Milo Yiannopoulos ist jetzt "Ex-Gay" und "unzuchtsfrei"
Er war nur schwul, um Linke zu erzürnen – das behauptet zumindest Milo Yiannopoulos, einer der berühmtesten und berüchtigsten Polit-Blogger der extremen amerikanischen Rechten.

Milo Yiannopoulos war früher gern gesehener Gast in Talkshows – wie hier 2017 bei "Real Time with Bill Maher" (Bild: Screenshot HBO)
- 10. März 2021, 12:15h 3 Min.
Der in den USA lebende rechtsextreme Provokateur Milo Yiannopoulos behauptet nun, heterosexuell zu sein. Laut einem am Dienstag veröffentlichten Bericht und Interview in "Life Site News", einer kanadischen Website von radikalen Abtreibungs- und LGBTI-Gegner*innen, beschreibt sich der 36-Jährige als "Ex-Gay" und "unzuchtsfrei" ("sodomy free"). Der in Athen geborene britische Staatsbürger wolle nun seine Zeit nutzen, um Homosexuelle zu "heilen".
Wörtlich erklärte der Rechtsaußen-Aktivist: "Ich habe nicht wirklich einen Witz gemacht, als ich gescherzt habe, dass ich nur schwul wurde, um meine Mutter zu quälen", so Yiannopoulos. "Natürlich war ich nie wirklich zu Hause im schwulen Lebensstil. Wer ist das schon? Wer kann das schon sein? Ich habe das nur öffentlich gezeigt, weil es Linksliberale verrückt gemacht hat, einen schönen, charismatischen, intelligenten schwulen Mann zu sehen, der konservative Prinzipien feiert."
Yiannopoulos sieht sich als Märtyrer
In dem Gespräch verglich sich Yiannopoulos mit Jack Bauer, dem von Kiefer Sutherland gespielten Helden der Actionserie "24". Dieser habe die "schrecklichen, nicht entschuldbaren Dinge getan, die niemand sonst tun wollte, aber ohne die die Republik am Ende wäre". Er werde immer ein "verachteter Außenseiter" bleiben.
Nun kämpfe er dafür, Homosexuelle zu "heilen": "Ich würde gerne die von den Medien als 'Konversionstherapie' bezeichnete Sache rehabilitieren." Außerdem wolle er weiterhin lautstark gegen das Recht auf Abtreibung kämpfen.
Der Ehemann ist jetzt der "Mitbewohner"
Auch privat bringe seine neu gefundene Heterosexualität einiges an Veränderung mit: Sein Ehemann, den er 2017 auf Hawaii geheiratet hatte, sei nun nur noch ein "Mitbewohner". "Das war für uns beide nicht einfach", behauptete Yiannopoulos – und prahlte: "Aber es hilft, dass ich mir gerade noch leisten kann, ihn jedes Jahr mit Givenchy-Bekleidung und einem neuen Porsche zu versorgen. Es könnte schlimmer für ihn sein, denke ich."
Yiannopoulos hatte seine Karriere in katholischen Medien Großbritanniens begonnen und gab sich zunächst noch recht brav und bieder. Später inszenierte er sich in den USA als schrille "Schwuchtel" (seine Eigenbezeichnung war "Faggot") und stieg insbesondere mit frauen- und islamfeindlichen Thesen zu einem der beliebtesten Autor*innen beim rechtsextremen Online-Magazin "Breitbart" auf. Unter Homosexuellen warb er 2016 insbesondere für die Wahl von Donald Trump (queer.de berichtete). Den republikanischen Politiker bezeichnete er als "Daddy".
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2017 erlebte er einen Karriereknick: Damals musste er "Breitbart" verlassen, weil er sexuellen Missbrauch von Kindern propagiert hatte, was selbst der rechtsextremen Szene zu extrem war. 2019 löschten Instagram und Facebook sein Profil, wodurch er viel Reichweite verlor (queer.de berichtete). Immer wieder gab es auch Berichte über millionenschwere Schulden. Er versuchte, mit Spendenaufrufen seinen Unterhalt zu sichern.
Nach der Wahlniederlage von Donald Trump inszenierte Yiannopoulos einen öffentlichen Zusammenbruch auf Parler, einer unter Konservativen und Rechtsradikalen beliebten Blogging-Plattform. Im Dezember 2020 schrieb er wörtlich: "Ich habe alles verloren, um Trump ins Amt zu bringen. Mein Leben und meine Karriere wurden völlig zerstört. War es das wert? Nein. Ich fühle mich betrogen. Ich will Rache." Damals versprach er, er werde den Rest seines Lebens "der Zerstörung der Republikanischen Partei" widmen. (dk)














