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Bremen

Austritt aus Landeskirche angedroht: Gemeinde stellt sich hinter Hass-Pastor Latzel

Die Schäfchen von Paster Olaf Latzel finden, dass dessen homophoben Äußerungen – etwa zur pauschalen Todeswürdigkeit von Homosexualität – "klare biblische Lehre" seien.


Olaf Latzel hat nach seiner Verurteilung vorläufig Predigtverbot erhalten

Der Konvent der evangelischen St.-Martini-Gemeinde in Bremen hat sich am Montag demonstrativ hinter den wegen Volksverhetzung verurteilten Pastor Olaf Latzel gestellt und seine homosexuellenfeindlichen Aussagen verteidigt. Dabei wurde auch der Austritt aus der Bremisch-Evangelischen Landeskirche (BEK) angedroht. Der Kirchenkonvent ist das oberste Gremium einer evangelischen Gemeinde in Bremen.

Nach einem Bericht des "Weser-Kuriers" haben die gut 100 anwesenden Mitglieder des Kirchenkonvents ihre Entscheidungen zu Latzel mit durchschnittlich 94 Prozent Zustimmung getroffen. Dabei wurde seine vorläufige Amtsenthebung durch die Landeskirche als rechtswidrig beschrieben, da sie ohne Zustimmung der Gemeinde veranlasst worden sei.

Zudem stellte sich der Konvent hinter den Vorstand, der bereits vergangenen Dezember mit einer Abspaltung von der Landeskirche gedroht hatte (queer.de berichtete). Der Konvent beauftragte den Vorstand, Vorbereitungen für diesen Schritt zu treffen.

Latzel haben "im Gehorsam gegenüber Gott" gelehrt

Die erzkonservativen Konvent-Mitglieder stellten sich außerdem fast einstimmig hinter den Homosexuellenhass ihres Pfarrers. Wörtlich hieß es: "Der Konvent stellt fest, dass Olaf Latzel mit seinen Äußerungen zur praktizierten Homosexualität in keiner Weise gegen die aus seiner Ordination bestehenden Pflichten verstoßen hat." Latzel habe vielmehr "im Gehorsam gegenüber Gott die klare biblische Lehre gelehrt".

Der Hintergrund der Affäre: Latzel war im November in erster Instanz wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 8.100 Euro verurteilt worden (queer.de berichtete). Anlass für den Richterspruch gegen den Pfarrer waren Verlautbarungen Latzels in einem im Internet veröffentlichten "Ehe-Seminar", in dem er Homosexualität pauschal als "Degenerationsform von Gesellschaft" und als "todeswürdig" bezeichnete, die LGBTI-Community als "Gender-Dreck" herabwürdigte und CSD-Besucher*innen vorwarf, "Verbrecher" zu sein. Latzel hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. (dk)



#1 Korinthen KKAnonym
  • 11.03.2021, 14:27h
  • "Gedroht"? Was soll daran eine Drohung sein? "Versprechen" passt schon eher. Am besten treten sie gleich ganz aus unserer Zeit und der Welt aus und wandern auf den Mars aus. Da gibt es vielleicht noch Mikrobren die sie unter Androhung missionieren können.
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#2 Alexander_FAnonym
  • 11.03.2021, 15:13h
  • Antwort auf #1 von Korinthen KK
  • Sehr gute Idee. Das intergalaktische Medium wäre vielleicht auch ein gutes Reiseziel, da laufen sie dann noch weniger Gefahr, irgendwelchen Außerirdischen einen falschen Eindruck von uns zu geben. Daher auch bitte vorher ausdrücklich als Sondermüll deklarieren und mit Distanzierungserklärungen im Namen der Menschheit versehen.
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#3 LotiAnonym
#4 queergayProfil
  • 11.03.2021, 15:36hNürnberg
  • Wenn die hier vertretenen Ansichten bzw. Bibeltext-Interpretationen & Normvorstellungen "klare biblische Lehre" mit ewiger Gültigkeit und über alles 'göttlich erhaben' sein sollen, dann gehören diese immer wieder angeprangert und auf den höllischen, inhumanen und menschenverachtenden Müllhaufen der Kirchengeschichte und ihrer Irrtümer & Irrlehren geworfen.
    Die dunkle Seite von Kirchenmacht und ihrer willfährigen Amtsträger hat zur Genüge Menschenopfer hervorgebracht.
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#5 goddamn liberalAnonym
  • 11.03.2021, 19:05h
  • Antwort auf #1 von Korinthen KK
  • Schließe mich an.

    Mir ist auch sehr wichtig, dass das wichtige Kulturdenkmal Martinikirche dann ohne diese gemeine Gemeinde hoffentlich geschützt ist.

    Vor Vandalen mit Farbbeuteln.

    Und v.a. vor Kanzel-Vandalen mit Hetzreden.
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#6 stromboliProfil
  • 11.03.2021, 20:33hberlin
  • Antwort auf #5 von goddamn liberal
  • " Kulturdenkmal".
    Setzen wir uns doch mal mit diesem begriff auseinander: Denkmal welcher "kultur" und davon ausgehend, welche folgen für entsprechend "kulturunbeleckte" wie unsereins.

    Solange wir kirchen und ihren predigern eine "kulturhoheit zusprechen , werden wir und andere, opfer dieses "kultur-hoheits-anspruches" sein.

    Was sind dann ein paar wegwischbare farbflecken an mauern, wenn die boshafte botschaft verinnerlicht, ewig weiterlebt.
    Es lebe der schein in sauberer hülle...

    Hier gilt für mich: aussen hui, innen pfui!
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#7 stromboliProfil
  • 11.03.2021, 21:03hberlin
  • nachtrag:
    Vielleicht bin ich ja naiv und falsch denkend...
    Wenn ich von gesellschaftlich übertragbaren daten ausgehe sind "wir" in allen gesellschaftsstrukturen gleich stark/schwach vertreten.
    Also in diesm gemiendesprengel doch auch ein gewisser anteil von "wir" vertreten sein muss.

    Wie kommt deren schweigen zustande!
    Welche mitverantweortung aber tragen sie durch ihr schweigen.

    Da stinkt es nicht nur vom kopf her; der gestank geht durch ALLE glieder dieser "gemeinde".
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#8 goddamn liberalAnonym
#9 Jo-NRWAnonym
  • 11.03.2021, 23:05h
  • Antwort auf #7 von stromboli
  • Die evangelische Kirche in Bremen ist anders organisiert als alle anderen evangelischen Landeskirchen in Deutschland.
    In den anderen gehört man der Kirchengemeinde an, in der man seinen Wohnsitz hat.

    In der bremischen Landeskirche ist dies anders, dort gibt es die Möglichkeit, sich die Kirchengemeinde nach Wahl, unabhängig vom Wohnort auszusuchen.

    Dies führt dazu, dass progressive Gläubige sich in progressiven Kirchengemeinden sammeln, umgekehrt die Reaktionären dann in der Gemeinde von Pastor Latzel ihre geistige Heimstatt finden.
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#10 Alexander_FAnonym
  • 11.03.2021, 23:06h
  • Antwort auf #7 von stromboli
  • Du bist keinesfalls naiv und falschdenkend, und es hat keine/r je bestritten, dass wohl auch einige der Unsrigen in dieser Gemeinde vertreten sind. Auch unter den Unsrigen sind schließlich alle möglichen Vorurteile, Ressentiments und sonstige Seelenbehinderungen vertreten, wie bei den Heten auch, Homophobie inklusive. Nur macht das die Sache keineswegs besser.

    So sehr ich glaube, dass jeder einzelne dieser hasszerfressenen Seelenkrüppel zu einem mitfühlenden wertvollen Menschen werde könnte, wenn er oder sie nur wollte, so sehr sind alle sie zu verurteilen, solange sie dieser Hassgruppe die Treue halten. Das gilt für Hetzer-Ole selbst genauso wie für die Oma in der letzten Reihe, die seine Predigten hört.

    Und solange können sie eben auch jenseits der äußeren Saturnringe oder weiter weg bleiben. Wenn sie es sich natürlich aufrichtig anders überlegt haben, können sie aber meinethalben gerne auf unsere Erde zurück.
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