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"Größte, permanente 'Progress-Regenbogenflagge' der Welt"

Weltrekordversuch: Erhält München einen Riesen-Regenbogen?

Auf mehreren tausend Quadratmetern Asphalt soll eine überdimensionierte Regenbogenflagge entstehen. Ein Bezirksausschuss hat bereits zugestimmt.


So soll die Flagge nach dem Willen der grün-rosa Fraktion aussehen (Bild: Grüne München / Rosa Liste)

  • 11. März 2021, 14:21h, noch kein Kommentar

Das Stadtteilparlament des Münchner Bezirks Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt hat am Donnerstag fast einstimmig einem Prüfantrag der Fraktion Grüne/Rosa Liste zugestimmt, eine 3.000 bis 5.000 Quadratmeter große Regenbogenflagge dauerhaft auf dem Asphaltboden der Theresienwiese zu markieren. Wie die antragsstellende Fraktion mitteilte, wollten im Bezirksausschuss nur Teile der SPD den Antrag als zu vage vertagen. Laut Fraktionssprecher Arne Brach soll München mit der Riesenfahne einen "Weltrekordversuch" starten, indem die Stadt "die größte, permanente 'Progress-Regenbogenflagge' der Welt" erhält.

Die Progress-Flagge ist 2018 vom Amerikaner Daniel Quasar aus Portland entwickelt worden und enthält links neben den gewohnten sechs Farben der Ur-"Rainbow Flag" aus den späten Siebzigerjahren auch fünf weitere Farben in Form eines Pfeils. Dabei handelt es sich zum einen um rosa, hellblau und weiß, die Farben der Trans-Flagge. Zum anderen sollen braun und schwarz die sogenannten BPoC (Black and People of Color) mit einbeziehen, also nicht-weiße Menschen.

Ziele der Flagge: LGBTI-Sichtbarkeit erhöhen und Gay-Games-Jury beeindrucken

Ein Grund für das Projekt sei, dass in der Pandemie die Sichtbarkeit von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten gelitten habe. Initiator Brach misst dem Projekt gar internationale Bedeutung bei: "In Europa gibt es queerfeindliche, politische Kräfte, die Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans* und inter* Menschen in die Unsichtbarkeit drängen und entrechten. Gerade München, der Weltstadt mit Herz, stünde so ein Bekenntnis gut zu Gesicht, das mit Sicherheit weltweit Aufsehen erregen würde." Auch die Kosten des Projekts würden laut Brach die Stadtkasse nicht ruinieren – sie könnten etwa durch Sponsoring gedeckt werden.

Die Fraktion versteht die Aktion auch als Unterstützung für die Bewerbung Münchens um die Gay Games 2026. In der Bewerbung befindet sich die bayerische Landeshauptstadt unter den drei Finalstädten – neben der mexikanischen Metropole Guadalajara und der spanischen Großstadt Valencia (queer.de berichtete). Die Siegerstadt soll im November bekanntgegeben werden.

Beppo Brem vom Gay-Games-Bewerbungsteam begrüßte die Initiative. Er hielte es für besonders gut, wenn die Flagge vor dem München-Besuch der Gay-Games-Jury im Sommer fertiggestellt sei: "Wenn die Jury auf der Theresienwiese dabei über ein paar tausend Quadratmeter Vielfalt spazieren kann, ist das ein klares Signal: München will Gastgeberin der Gay Games sein!", so Brem. Auch mehrere Münchner LGBTI-Organisationen wie das queere Jugendzentrum Diversity und das LGBTI-Kulturzentrum Sub unterstützen das Flaggenprojekt. (dk)