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Polen will Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare verbieten

Nach einem Entwurf aus dem Justizministerium sollen adoptierende Einzelpersonen nicht mit einem gleichgeschlechtlichen Partner zusammenleben dürfen und darauf einen Schwur ablegen.


Identitätspolitik von rechts? Justizminister Zbigniew Ziobro bei der Vorstellung der homofeindlichen Reform

Polens Justizminister Zbigniew Ziobro hat am Donnerstag auf einer Pressekonferenz den Entwurf für ein Gesetz "zum Schutz von Kindern vor Adoption durch homosexuelle Paare" vorgestellt. "Das natürliche Umfeld für die Entwicklung und Erziehung des Kindes ist die Familie, und nach der polnischen Verfassung ist eine eheliche Beziehung eine Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau", sagte der homofeindliche Politiker der in der Regierungskoalition eingebundenen Kleinpartei Solidarna Polska, eine Abspaltung der regierenden Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS).

Für das Vorhaben wolle man mehrere Gesetzeslücken schließen, so Ziobro. Bereits jetzt können in Polen nur (heterosexuelle) Ehepaare und Einzelpersonen Kinder adoptieren, was aber homosexuellen Paaren noch einen Spielraum ermöglichte. Nun sollen Bestimmungen zur Adoption und Pflegekind-Vergabe Personen ausschließen, die mit einer anderen Person des gleichen Geschlechts zusammenwohnen. Zudem solle das Verfahren mit einem Schwur verknüpft werden. "Wir glauben, dass in jedem Fall ein solches Versprechen abgegeben werden muss, was bedeutet, dass eine Person, die das Gericht irreführt, strafrechtlich dafür verantwortlich ist", ergänzte der PiS-Politiker Michał Wójcik.

Der Minister im Amt des Ministerpräsidenten verwies auf eine Umfrage, wonach fast 75 Prozent der Bevölkerung eine Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare ablehnten. "Für uns ist die Stimme unserer Gesellschaft wichtiger als die Stimme von Politikern der Europäischen Kommission oder des Europäischen Parlaments, die beispielsweise heute versuchen, 'Polen zu grillen'", sagte Wójcik.

Das EU-Parlament stimmt heute über einen Antrag ab, die EU zu einer "LGBTIQ Freedom Zone" zu erklären, nach einer gestrigen Debatte zum Thema. Hintergrund sind queerfeindliche Initiativen und Rhetorik in mehreren Ländern, etwa entsprechende Resolutionen in vielen polnischen Kommunen, die so als "LGBT-freie Zonen" bekannt wurden, oder im letzten Jahr verabschiedete Verfassungs- und Gesetzesänderungen in Ungarn, die trans Personen die rechtliche Anerkennung in ihrem Geschlecht verweigern sollen.

Minister Sprawiedliwo?ci Zbigniew Ziobro przedstawi? na dzisiejszej konferencji prasowej projekt zmiany prawa, który ma...

Posted by Grupa Stonewall on Thursday, March 11, 2021
Facebook / Grupa Stonewall | Die queere Organisation Stonewall empfahl Minister Ziobro in einer ersten Reaktion sarkastisch, noch einen weiteren Schritt zu gehen und queeren Personen ihre biologischen Kinder zu nehmen
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Ungarn hatte im letzten Dezember auch ein Gesetz verabschiedet, das nur noch verheirateten und damit heterosexuellen Paaren die Adoption von Kindern ermöglicht (queer.de berichtete). Bereits im auf LGBTI-Feindlichkeit setzenden polnischen Präsidentschaftswahlkampf im letzten Sommer hatte der inzwischen wiedergewählte Präsident Andrzej Duda unter anderem eine Verfassungsänderung versprochen, um Personen in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften von der Adoption von Kindern auszuschließen (queer.de berichtete). (nb)



#1 TomDarkProfil
  • 11.03.2021, 22:35hHamburg
  • "Für uns ist die Stimme unserer Gesellschaft wichtiger als die Stimme von Politikern der Europäischen Kommission oder des Europäischen Parlaments, ...", sagte Wójcik.

    Ja, dann habt ihr in der EU auch nichts zu suchen!

    Aber etwas Gutes hat es dann vielleicht doch, dass Polen in der EU ist:

    Ansonsten hätte die Regierung den LGBTI Menschen dort schon viel mehr Bürgerrechte geraubt!
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#2 majüAnonym
  • 12.03.2021, 09:50h
  • eigentlich sollte man sehen, dass EU schnellstmöglich aus der EU fliegt. Für die LGBTI-Personen in Polen täte mir das aber sehr leid. Polens Menschenrechte, die keine mehr sind. Traurig.
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#3 Taemin
  • 12.03.2021, 10:35h
  • Dieser Gesetzentwurf verstößt gegen Gottes Gebot durch Jesus Christus:

    "Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt."

    Mt 5, 34

    In der Hölle werdet ihr braten, oh ihr Scheinheiligen, die ihr Gottes Wort nicht folgen wollt.
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#4 MikaAnonym
  • 12.03.2021, 10:55h
  • Na wunderbar. Gleich werde ich nicht mehr aus dem Haus rausgehen können. Den ich erwarte dass es bald ein Gesetz geben wird das eine Frau sich die Haare nicht kurz schneiden darf, einen Rock tragen muss so wie es sich eben gehört. Den das würde bestimmt den PiS-wählern gefallen und somit wäre das eine super Begründung warum sich die nationalistische, katholische, patriotische, christliche, polnische Frau so und so benehmen soll damit sie die Tugenden der Jungfrau Maria abbildet und somit ein gutes Vorbild für ihr pack von Kindern ist.
    MfG aus Polen.
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#5 goddamn liberalAnonym
  • 12.03.2021, 12:32h
  • Antwort auf #4 von Mika
  • Mika,

    liebe und solidarische Grüße, halte durch!

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das katholische Polen in 20 Jahren so aussehen wird wie das katholische Irland heute.

    Was meinst Du, wie es in den 50ern im Rheinland aussah...
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#6 LukaszAnonym
  • 12.03.2021, 13:31h
  • Antwort auf #5 von goddamn liberal
  • Vor 50 Jahren war das Umfeld des Rheinlandes aber nicht so fortschrittlich wie das Umfeld von Polen heute.

    Noch einmal 20 Jahre oder mehr gestohlene Lebenszeit sind zu lang. Wir brauchen Veränderung JETZT. Wer kann, emigriert, weil die EU letztlich nichts tut für LGBT+.
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#7 goddamn liberalAnonym
  • 12.03.2021, 13:44h
  • Antwort auf #6 von Lukasz
  • Die von den polnischen Dunkelmännern gestohlene Lebenszeit ist furchtbar.

    Was das Rheinland der Nachkriegszeit betrifft, wo war überall jenseits der Westgrenze in Benelux Homosexualität schon 150 Jahre nicht mehr strafbar.

    Ich kann mich noch an Erzählungen älterer Schwuler von Busfahrten schwuler Reisegruppen nach Amsterdam erinnern, die Erholung von der deutschen Verfolgung bedeuteten.
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#8 LukaszAnonym
  • 13.03.2021, 01:14h
  • Antwort auf #7 von goddamn liberal
  • Danke für dein Verständnis. Ich verstehe, dass Holland fortschrittlicher war als Deutschland, aber eine Diskrepanz von Kriminalisierung auf der einen Seite und Ehe für alle auf der anderen Seite der Grenze gab es damals nicht, mit allem Respekt. Das ist aber die Realität gerade für die jungen kosmopolitischen Menschen im heutigen Polen. Und die Mutter EU sieht nur von Weitem zu.
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#9 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 13.03.2021, 03:56h
  • Die Polen spinnen nicht nur immer mehr, sie entfernen sich auch und vor allem mehr und mehr von europäischen Werten. Und Uschi tut nichts dagegen. Werft diese PiSser endlich aus dem EU-Parlament, und entzieht ihnen das Stimmrecht, solange, bis sie sich wieder wie ein Teil der EU und deren Werte verhalten!
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#10 DramaQueen24Ehemaliges Profil