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Podcast

"Wir durften bei RTL so sein, wie wir sind"

Im neuen QUEERKRAM-Podcast spricht Johannes Kram mit Julian F. M. Stoeckel über LGBTI-Aufklärung im Dschungelcamp, dessen Freundschaft mit Wolfgang Bosbach, die Lippen von Harald Glööckler und den Wert einer akzeptierenden Familie.

Podigee-Direktlink | Die 19. Folge (62 Minuten). Der Podcast lässt sich auch auf allen großen Podcast-Portalen und Apps abspielen
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Wenn ein Aktivist auf einen "It-Boy" trifft, dürfen wir uns auf einen ganz besonderen Podcast freuen: In der 19. QUEERKRAM-Folge erleben wir Talkmaster Johannes Kram zum allerersten Mal für einen ganz kurzen Moment sprachlos, während sich sein Gast Julian F. M. Stoeckel gleich mehrfach über Fragen wundert, über die noch nie nachgedacht hat. Am Ende ist das gegensätzliche Talk-Duo ganz erstaunt, wie schnell die gemeinsame Stunde im Studio vergangen ist.

Für Stoeckel, der sich auf seiner Homepage als "Designer und Schauspieler" vorstellt, auf Wikipedia als "It-Boy und TV-Darsteller" bezeichnet und von Kram als "Medienphänomen" angekündigt wird, erfüllte sich vor sieben Jahren der ganz große Traum, endlich berühmt zu werden: Im Januar 2014 nahm der heute 33-Jährige überraschend an der achten Staffel der RTL-Show "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" teil. Vor seinem Ausflug ins Dschungelcamp kannte man ihn eigentlich nur als Selbstdarsteller auf Berliner Promi-Partys und durch einige wenige Mini-Rollen im Fernsehen.

Als "laute, schrille Tunte" gecastet

Natürlich sei er von RTL bewusst als "laute, schrille Tunte" gecastet worden, erkennt Stoeckel – und ist stolz, nicht alle Erwartungen des Senders erfüllt zu haben. Etwa als er gar keine Angst hatte, mit einem Fallschirm aus einem Flugzeug ins Camp zu springen. "Die Leute sehen, da ist zwar eine lustige Tunte, die schreit und schrill ist, aber wenn's drauf ankommt, steht sie ihren Mann."

Mit Johannes Kram ist er sich einig, dass die umstrittene Reality-Show zu mehr LGBTI-Aufklärung und -Akzeptanz beigetragen hat. "Wir durften bei RTL so sein, wie wir sind", sagt Julian F. M. Stoeckel und erinnert auch an seine Camp-Kolleg*innen Olivia Jones und Prince Damien. "Vor 50 Jahren hätte ich so gar nicht auf die Straße gehen können."

Julian F. M. Stoeckel will kein Vorbild sein

Er sehe sich weder als Vorbild noch als Vertreter der queeren Community, meint Stoeckel im Podcast. Er wolle kein Aktivist, sondern einfach nur er selbst sein. Dass er wegen seiner Queerness nach eigenen Angaben nicht angefeindet werde, erklärt er mit seinem Auftreten: "Die Leute, egal ob sie mich mögen oder nicht, merken, der steht zu dem, was er ist. Und das honoriert selbst der letzte Prolet im letzten Loch, der sich denkt: Okay, vielleicht will ich nicht so aussehen wie diese Stoeckel, aber es ist okay, dass sie da ist."


Johannes Kram und Julian F. M. Stoeckel vor dem Tonstudio

Sein heutiges Selbstbewusstsein verdanke er auch seiner Familie, so Stoeckel. Während er in der Schule als queerer Junge gemobbt worden sei, habe er von seinen Eltern und der Verwandtschaft stets volle Unterstützung erfahren. Es ärgere ihn, wenn Personen nur nach Äußerlichkeiten beurteilt werden, und nennt als Beispiel das Lästern über die aufgespritzten Lippen von Harald Glööckler. Er versuche, offen auf alle Menschen zuzugehen, was auch für seine Freundschaft mit dem CDU-Politiker und Ehe-für-alle-Gegner Wolfgang Bosbach gelte. "Wir sprechen selten über Politik. Vielleicht bin ich da zu oberflächlich."

Es geht um das Finden von Gemeinsamkeiten

Johannes Kram, sonst um keine Meinung verlegen, hätte in diesem Podcast mehrere Gelegenheiten gehabt, seinem Gast zu widersprechen, ihn zu korrigieren, zur Rede zu stellen. Doch wenn ein Aktivist auf einen "It-Boy" trifft, geht es in erster Linie ums Zuhören, das Finden von Gemeinsamkeiten und das Geben von Denkanstößen. Und das ist in diesem Gespräch sehr gut gelungen.

"Unser Motto ist hier: Wir sind alle gleich, aber wir sind auch alle anders", sagt Kram in der Anmoderation jeder Sendung. "Ich mache diesen Podcast, weil ich glaube, dass wir in der queeren Community bei allen unseren Unterschieden doch auch ein Gespür dafür haben, eine Art inneres Verständnis, für das, was uns eint. Und ja, ich glaube, dass wir uns alle etwas zu sagen haben."

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Zu Gast bei QUEERKRAM

Folge 1 mit Falk Richter und Jonas Dassler:
Warum sich Schauspieler outen sollten
Folge 2 mit Anastasia Biefang:
Warum das Transsexuellengesetz auf den "Müllhaufen der Geschichte" gehört
Folge 3 mit Ralf König:
Warum Ralf König genug vom "Gezicke in sozialen Medien" hat
Folge 4 mit Stephanie Kuhnen und Juliane Löffler:
Wie viel kreatives Potenzial steckt in der Corona-Krise?
Folge 4 mit Georg Uecker:
Warum gibt es so viel Häme auch in der Community?
Folge 6 mit Ines Pohl:
Outest du dich im Interview mit Homohassern, Ines Pohl?
Folge 7 mit Patrick Lindner:
Warum Patrick Lindner auf dem CSD singen muss!
Folge 8 mit Pierre Sanoussi-Bliss:
"Dass mein Leben auch zählt, müssen mir Weiße nicht sagen"
Folge 9 mit Annie Heger:
"Ich werde als Christin von der LGBT-Community mehr angefeindet als andersrum"
Folge 10 mit Aminata Touré und Tessa Ganserer:
"Zwischen Queerfeindlichkeit und Rassismus gibt es Parallelen"
Folge 11 mit Riccardo Simonetti:
Warum wir auf unser "Anderssein" stolz sein können!
Folge 12 mit Sookee:
"Eine rassistisch agierende Community kann sich erneuern"
Folge 13 mit Linus Giese
"Trans Menschen müssen nicht ihre Existenz erklären"
Folge 14 mit Kevin Kühnert
Warum schweigt die Politik zum Mord in Dresden, Kevin Kühnert?
Folge 15 mit Manuela Kay
"Die Berliner Szene kann die Pest sein"
Folge 16 mit Kristina Marlen
"So offen hat sich die Fratze der heteronormativen Ordnung selten gezeigt"
Folge 17 mit Klaus Lederer
Klaus Lederer: Wie er Wowereit mit "sanftem Druck" zur Gleichstellung drängte
Folge 18 mit Karin Hanczewski und Godehard Giese
3 Wochen #ActOut: Karin Hanczewski und Godehard Giese ziehen Bilanz



#1 ElfolfProfil
  • 13.03.2021, 09:57hHamburg
  • Ich mag Stöckel. Gerade im Dschungel Camp ist er durch konsequente Fröhlichkeit aufgefallen. Man wunderte sich über die Qualen der anderen Teilnehmer, wenn man gleichzeitig dieses Wunder der Natur munter rumhüpfen sah. Er ist politisch unkorrekt, sagt, was ihm gerade durch den Kopf geht und nimmt seine Umwelt nicht ernster, als sie es verdient hat.
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#2 OlliAnonym
  • 13.03.2021, 11:03h
  • Antwort auf #1 von Elfolf
  • Ich halte diesen Typen und sämtliche Formate, in denen er rumtänzelt für saudumm. Er ist in der Tat damit so wie er ist: lächerlich, affektiert, aggressiv und dumm. Dass man auf leichte Unterhaltung steht, ist kein Vergehen. Das, was diese Formate jedoch bieten, ist Vorführung, Bestätigung von Vorurteile und Demonstration, dass man nichts mehr können muss.
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#3 gifiAnonym
  • 13.03.2021, 12:48h
  • Fand's schön am Gespräch, dass Stoeckel "mit neuen Gedanken konfrontiert" wurde, ohne aber belehrt und vorgeführt zu werden. Er hat echt viel von Mooshammer: Er ist nicht "woke" oder besonders reflektiert, aber durch seine bloße Präsenz als Paradiesvogel hat er einen positiven Effekt.
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#4 toreiProfil
#5 StaffelbergblickAnonym
  • 13.03.2021, 15:24h
  • Diese mediengeile Knallcharge hat gerade noch gefehlt. Mich hat es angekotzt, wie er bei der Trauerfeierlichkeit von Hannelore Elsner sich ins Rampenlicht gestürzt hat ...
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#6 LotiAnonym
#7 sarcocaulonAnonym
  • 13.03.2021, 19:13h
  • Die meisten Kommentare hier zeigen vor allem eins: Toleranz gibt es in der Szene wenig!
    Ich bin weder ein Fan von Julian.FM.Stöckel und auch kein Liebhaber der Sendungen in denen er auftritt. Aber lasst ihn doch einfach so sein wie er ist und ich finde er ist sehr mutig! Und das ist doch großartig!
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#8 ElfolfProfil
  • 13.03.2021, 21:59hHamburg
  • Antwort auf #7 von sarcocaulon
  • Es ist gut von dir beschrieben. Stöckel ist eine eigenständige Person, der genauso das Recht hat, sein Leben zu gestalten, wie wir alle. In den letzten Jahren wird aus der Gay Community plötzlich ein heteronormatives Verhalten verlangt, um bloß keine Angriffsfläche zu bieten. Bestenfalls darf man sich noch als Opfer inszenieren. Vor dreißig Jahren war schon mal viel mehr Spaß und Lebensfreude und scheiß auf Vorurteile. Trash TV sind Hofnarren, die sich selbst nicht wichtig nehmen. Lasst uns mal wieder politisch unkorrekt sein. Dann dürfen wir auch ein Arschloch wieder Arschloch nennen, ohne an Sex zu denken.
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#9 LotiAnonym
  • 14.03.2021, 05:04h
  • Antwort auf #8 von Elfolf
  • Ich habe im Leben wahrlich schon echt viele Schwule mit sehr, sehr großer Klappe kennengelernt. Und man kann sich auch über andere lustig machen, solange dabei niemand öffentlich beleidigt oder verbal angegriffen wird. Kommt vor, bleibt aber im privatem Bereich. Aber sich derart ins Rampenlicht zu stellen um auch ja genug mediale Aufmerksamkeit zu erhaschen, ist einfach nur billig. Wenn diese Type obendrein auch noch Werbung für einen Privatsender betreibt, ist bei mir sowieso schon schluss.
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#10 ElfolfProfil
  • 14.03.2021, 06:09hHamburg
  • Antwort auf #9 von Loti
  • Hallo Lotti. Der Stöckel macht im Fernsehen nicht halb so viel, wie Olivia Jones. Sie sind in den selben Trash Formaten und sie treten ähnlich schrill auf. Nur das der eine dabei einfach nur seinen Spaß hat, wärend der andere alles komplett komerzialisiert. Von daher verstehe ich nicht, warum die Szene beide so unterschiedlich beurteilt. Die aufgeklärten Kulturtunten unter uns stellen nicht die Mehrheit. Egal welche sexuelle Orientierung, die Bandbreite menschlichen Verhaltens ist größer, als wir sie im Alltag wahrnehmen.
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