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"Supernova"

Kein schwuler Sex: Regisseur beklagt Selbstzensur in Russland

Der britische Regisseur Harry Macqueen wehrt sich gegen die Zensur seines Films "Supernova" in Russland: Eine Sexszene mit den schwulen Hauptfiguren wurde vom Verleih herausgeschnitten.


In Russland nicht zu sehen: Colin Firth und Stanley Tucci beim Sex in "Supernova" (Bild: Studiocanal)

Weil ein russischer Verleiher den Sex eines schwulen Paares aus einem britischen Film herausgeschnitten hat, hat der Regisseur Selbstzensur in Russland beklagt. "Wir Filmemacher protestieren in entschiedenster Weise gegen die Zensur von 'Supernova' in Russland", sagte Harry Macqueen in einem Interview des Magazins "Advocate". Das Drama "Supernova", dessen russische Version drei Minuten kürzer ist, solle überall auf der Welt im Original gezeigt werden, forderte Macqueen. "Auch wenn wir den Druck anerkennen, unter den die russischen Filmverleiher gesetzt werden, werden wir eine solche Zensur nicht tolerieren."

"Supernova" mit Colin Firth und Stanley Tucci in den Hauptrollen handelt von der gemeinsamen Reise eines schwulen Paares, das seit 20 Jahren zusammen ist. Nachdem einer der beiden Männer die Diagnose Demenz bekommen hat, möchten sie noch einmal Freund*innen, Familie und die Orte ihrer Vergangenheit besuchen. Während der Tour mit ihrem Wohnmobil durch England beginnen jedoch ihre Zukunftsvorstellungen zu kollidieren und ihre Liebe zueinander wird auf die Probe gestellt. "Eine herzergreifende und zutiefst romantische Geschichte mit feinfühligem Humor", urteilte im vergangenen Jahr das Zurich Filmfestival (queer.de berichtete). Wann der Film in die deutschen Kinos kommt, steht bislang nicht fest.

Gesetz gegen "Homo-Propaganda" seit 2013 in Kraft

In der "Supernova"-Version, die seit vergangener Woche in russischen Kinos gezeigt wird, fehlt eine Szene, in der die Partner erfolglos versuchen, miteinander zu schlafen. Das sei ein gravierender Eingriff, kritisierte der russische Filmkritiker Anton Dolin: Unaufmerksame Zuschauer*innen könnten nun denken, der Film zeige einfach eine tiefe Männerfreundschaft.


Szene aus "Supernova" (Bild: Studiocanal)

Homosexualität ist in Russland vielerorts nicht nur ein Tabuthema, seit 2013 verbietet auch ein Gesetz gegen "Homo-Propaganda" die "Bewerbung nicht-traditioneller sexueller Beziehungen unter Minderjährigen" (queer.de berichtete). Immer wieder beklagen Künstler*innen seitdem das Herausschneiden von gleichgeschlechtlichem Sex aus Filmen. Streit gab es beispielsweise im Jahr 2019, als im Film "Rocketman" über das Leben des britischen Popstars Elton John in der russischen Version gleich mehrere Szenen fehlten (queer.de berichtete). (cw/dpa)

Direktlink | Offizieller Trailer zu "Supernova"
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#1 SebiAnonym
  • 15.03.2021, 17:33h
  • Ich finde solche Selbstzensur ungeheuerlich.

    Dann sollte man lieber auf diesen Markt komplett verzichten, statt ein Werk so zu verstümmeln.

    Solche Verleiher braucht niemand.
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#2 LorenProfil
  • 16.03.2021, 01:46hGreifswald
  • Der Putinismus duldet halt keine Abweichung von den eigenen machtkonformen Vorgaben. Wer sich mit dem gemein macht, ist mein politischer Gegner.
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