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Wuppertal

CDU-Ratsmitglied empört sich über offen lebende Schwule

"Was nur sehr nervt, ist, daß Schwule mir ständig ihre sexuelle Vorliebe unter die Nase reiben wollen", postete der Wuppertaler CDU-Stadtverordnete Holger Reich auf Facebook. Seine Partei distanzierte sich, die Jusos fordern eine Entschuldigung.


Holger Reich ist seit 2020 Ratsmitglied der Stadt Wuppertal (Bild: CDU Wuppertal)

Mit einem queerfeindlichen Facebook-Post hat der Wuppertaler CDU-Stadtverordnete Holger Reich einen Sturm der Empörung ausgelöst. "Was nur sehr nervt, ist, daß Schwule mir ständig ihre sexuelle Vorliebe unter die Nase reiben wollen", kommentierte der 61-Jährige einen "Bild"-Artikel. "Ständig dröhnt es aus dem TV, dem Radio oder sonst woher daß dieser oder jener sich als Schwul geoutet hat und alle, die es nicht 'toll finden' automatisch homophob (=krank) abgestempelt werden." Der Post wurde mittlerweile gelöscht.

Die Wuppertaler Jusos reagierten auf Reichs Entgleisung mit einer Pressemitteilung. "Ein demokratischer Stadtverordneter, der die Bürger*innen der Stadt Wuppertal im Rat vertritt, sollte für eine offene Gesellschaft eintreten und Diskriminierungsformen nicht noch reproduzieren", kritisierte der SPD-Nachwuchs. "Wir fordern Holger Reich auf, sich für seine queerfeindlichen Äußerungen zu entschuldigen. Denn wir sollten stolz darauf sein, dass sich Menschen zu ihrer sexuellen Identität bekennen können, egal zu wem sie sich hingezogen fühlen."

CDU-Kreisverband distanziert sich von Reich

Auch aus der Union kam Kritik: "Für die Kreispartei CDU teile ich mit, dass die Ansichten von Holger Reich mit denen der CDU nicht übereinstimmen", erklärte Parteichef Rolf Köster gegenüber der "Wuppertaler Rundschau". "Von den mir bekannt gewordenen Äußerungen distanziere ich mich für den Kreisverband." Laut CDU-Fraktionschef Ludger Kineke bedauere Reich seine Äußerungen und habe dies auch an Teilnehmende der Facebook-Diskussion kommuniziert.

Wenn es um seine eigene sexuelle Orientierung geht, hat Holger Reich übrigens keine Hemmungen, allen Menschen davon zu erzählen. Auf seiner Homepage schreibt der CDU-Politiker: "Holger Reich ist verheiratet mit Michaela Reich; gemeinsam haben sie 3 erwachsene Kinder und mehrere Enkelkinder."

Seinen CDU-Eintritt begründet Reich auf der Website mit seinem "Puls" über Entscheidungen der früheren rot-grünen Bundesregierung. Als Beispiel nennt er die 2001 eingeführten eingetragenen Lebenspartnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare, die er als "Spontanangriff des damals neues Bundeskanzlers auf die Ehe durch Gleichstellung/Gleichschaltung mit der sog. Homoehe" bezeichnet. (mize)

Nachträglich ergänzt um Zitat zum Lebenspartnerschaftsgesetz.



#1 SchonProfil
  • 15.03.2021, 06:56hFürth
  • Echt jetzt? Ich schaue mir einen Krimi im Fernsehen an... klar ohne mindestens eine Hetero-Bettszene geht gar nichts.
    Es muss nicht einmal im Zusammenhang mit dem Mord stehen.
    Irgend ein anderer Film? Ohne eine Darstellung heterosexuellen Handlungen kommt doch heute kein Spielfilm mehr aus.
    Und jetzt beklagt sich so ein armer Mensch, dass die Schwulen so aufdringlich mit ihrer Sexualität sind?
    Ich empfinde die in den Medien dargestellte Heterosexualität als aufdringlich, aber ich beschwere mich im Gegensatz nicht, weil ich tolerant bin.
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#2 Pu244Anonym
  • 15.03.2021, 07:22h
  • Ich würde sagen, dass das ausgleichende Gerechtigkeit wäre, immerhin schmieren CDUCSU einem bei jeder erdenklichen Gelegenheit ihre sexuelle Vorliebe für "Ehe zwischen Mann und Frau als Kern der Familie" aufs Brot.

    Im Gegenteil, eigentlich ist das sogar noch recht harmlos, denn CDU/CDU lassen auch bei jeder Gelegenheit, zumindest unterschwellig, erkennen, dass sie alle anderen Lebensentwürfe (und sei es nur die heterosexuelle Partnerschaft ohne Ehe) als minderwertig bis verwerflich erachten.
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#3 WipperfischerAnonym
  • 15.03.2021, 07:54h
  • Der Herr Reich spricht wohl nur das aus, was ein Durchschnittswähler der CDU/CSU wirklich empfindet. Wie lässt sich sonst erklären, dass die AfD jemals eine solche Bedeutung bekam? Es sind im Wesentlichen ehemalige CDU-Wähler, denen die CDU nicht rechtsradikal genug ist. War sie soch stets die Partei, wo Naziverbrecher nach dem 2. Weltkrieg weiß gewaschen und gefördert wurden. Die "Veränderungen" in dieser Partei sind doch nichts anderes als eine Oberflächenpolitur, weil man mit der Regierung Willy Brandt merkte, dass der alte Kurs nicht mehr beim Wähler ankam. Jetzt trauen sich die "alten Kämpfer" wieder aus den Löchern.

    Übrigens, die CDU/CSU ist in Ostdeutschland auch nichts anderes als ein Sammelbecken von alten SED-Kadern. Die haben sofort ihren "Klassenstandpunkt" gewechselt und sich mit den zukünftigen Mächtigen verbündet. Nach der Wende konnte man sehr gut im Wahlkampf beobachten, wie die ehemaligen Genossen eine großen Bogen um die PDS machte. Diese allseitig gebildeten sozialistischen Persönlichkeiten hatten zuvor noch die späteren PDS-Anhänger als "Verräter der Arbeiterklasse" beschimpft und drangsaliert.

    Was mit diesem Exkurs gesagt werden soll, ist die Tatsache, dass es ganz Viele Reichs gibt, die unbedingt wieder die heilige Familie samt ihren Rollenverteilungen und Diskriminierung von Anderslebenden wieder zur Lebensrichtschnur in der BRD machen wollen. Das klappt ja schon seit Corona sehr gut. Die Frau am Herd und der Mann verdient. Die Kinder sind zuhause gut aufgehoben und die "guten Adenauerzeiten" zum Greifen nah. Corona muss man nur einmal als Chance begreifen. Diese CDU/CSU muss dasselbe Schicksal erleiden, wie die "Democrazia Christiana" in Italien. Am besten gleich die SPD noch mit in den Abgrund reißen, dann könnte tatsächlich eine Demokratisierung dieses Landes in nahe Zukunft rücken.
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#4 Benjamin KoskaAnonym
  • 15.03.2021, 08:04h
  • Mittlerweile muss man/frau es doch sagen und beobachtet es auch - in krisengebeutelten Zeiten trauen sich wieder viele besondere Verdächtige aus ihren Löchern. Es gibt einen Zusammenhang dahingehend, dass es gerade jetzt so ist, dass Parteien wie auch AfD nicht nur angesagt sind - egal ob sie nun einige Prozent der Wähler verloren haben sollten oder nicht - so nun ja AUCH (!) bürgernahe (lach laut) Parteien wie die CDU und SPD einzelne Mitglieder hervorbringen, die ähnlich menschenverachtend ins Horn blasen. Sie fördern so nicht nur Risse in der Gesellschaft anhand jüngst geschehener Skandale wie der Maskenaffäre und immer weiter verlängerter Lockdowns gegen den Willen sehr vieler Menschen. Nicht zu vergessen die psychischen Probleme Kinder und Jugendlicher, die nicht mehr spielen können wie es für ihre Entwicklung wichtig erscheint, oder sich als Heranwachsende zu verlieben und sich selbst zu finden. Es ist auch der Niedergang der Wirtschaft, den alle bald im Portemonnaie merken werden, der dadurch beschleunigt wird oder etwa eine Zweiklassen-Gesellschaft durch eine Begünstigung von Bald-Geimpften gegenüber Nicht-Geimpften, weil man der einen Gruppe wieder mehr Freiheiten verspricht, die andere soll aber diese nicht ganz erfahren dürfen. Allerdings scheint man zu vergessen, dass jeder Grundrechte besitzt, ob geimpft oder nicht.

    Was nun allerdings diesen Artikel betrifft, gehe ich nun weiter darauf ein, nur bekommt man immer wieder ein schräges Menschenbild durch einige Geschehnisse oder Aussagen in diesen Zeiten von auch CDU oder SPD besonders. Und ja -Krisenzeiten sind es auch, welche eben nicht nur Personen wie diesen CDU-Rat auf dumme Ideen bringen und befeuern, nein - auch der SPD -Wichtigtuer Wieland hat hier wohl eine Vorlage gespielt und jetzt gibt es andere, die über Facebook mit ihrer Grütze Ihresgleichen suchen und mehrheitlich gerne punkten will.

    Antisemitismus, Homophobie und andere Formen sind auf dem Vormarsch. Jetzt fällt die Klappe und da reißt auch ein anderer AR**H jetzt seine Klappe auf. Es trifft die Schwächeren. Warum sind wir schwächer, wenn auch einige von uns ein dickes, stabiles Fell haben mögen? - ganz einfach - Minderheitenkloppe geht immer.

    Ein ganz entscheidender Punkt wird von dem CDU-Bonzen vergessen: Wenn er sich aufregt, wer sich im Radio, TV etc. so alles outet, so sollte er doch mal daran denken, dass es immer noch Jugendliche Homosexuelle gibt, seien es Schwule oder Lesben, auch Trans etc.. welche Rollenvorbilder brauchen. Viele sind eben schwach und psychisch nicht gefestigt. Sie werden ja auch in eine heteronormative Mehrheitsgesellschaft hineingeboren. Da braucht man besondere Stärke. Und nun..? - Viele davon bringen sich um, ehe sie das Erwachsenenalter erreichen, Das bedenken solche CDU-Machtmenschen nicht. Ich wünsche ihm allerdings schwule oder lesbische Kinder - als Menschentoleranz-Erlern-Feld. Vielleicht kapiert er es dann.
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#5 bicurseEhemaliges Profil
  • 15.03.2021, 08:09h
  • Immer wenn jemand soetwas sagt, wird es doch klar, womit sie sich innerlich beschäftigen. Jemand der sich derart und ständig mit der S-S-S-Sexualität konfrontiert sieht und das der Welt mitteilt, hat Probleme.
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#6 Korinthen KKAnonym
  • 15.03.2021, 08:24h
  • "Was nur sehr nervt, ist, daß Schwule mir ständig ihre sexuelle Vorliebe unter die Nase reiben wollen"

    Echt? Im persönlichen Gespräch, oder wo? Rennt man ihm hinterher, um das zu tun?
    Sicher kann er sagen, ob diejenigen Top oder Bottom sind, aktiv oder passiv, auf Behaarung stehen oder nicht, usw. Oder welche sexuellen Vorlieben meint er?
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#7 GodzillaAnonym
  • 15.03.2021, 08:33h
  • Immer wieder erstaunlich, wie sich Unwissenheit mit homophoben Aussagen paart, denn Homosexualität ist keine Vorliebe, sondern eine Orientierung.

    Und die SPD, wenn auch "nur" die Jusos, schafft bei anderen was sie in ihren eigenen Reihen nicht schafft: Kritik an solchen Aussagen. Klar, zurecht wird es kritisiert aber die Doppelmoral ist schwerlich zu übersehen. Und die CDU übt zwar ebenfalls Kritik aber waren bei Thierse auch erstaunlich still, also auch hier Mal wieder Heuchelei.
    Man kann doch nicht bei dem einen berechtigte Kritik äußern und bei dem anderen verdächtig still sein oder gar schützend die Hand drüber halten.
    Und nun rudert dieser Mann zurück und fertig ist die Kiste, zumindest für die, die glauben die Entschuldigung ist ernst gemeint. Dabei wird Mal wieder vergessen, dass solche Verbalergüsse nicht Mal eben aus dem Nichts oder aus Unwissenheit herrühren.

    Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass Heten einem am laufenden Band ihre Orientierung offenbaren aber wenn das Menschen mit einer abweichenden sex. Orientierung tun, ist das aufdringlich, ganz großes Kino, Doppelstandards at its best.
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#8 BenOAnonym
  • 15.03.2021, 08:38h
  • Wes Geistes Kind der Mann ist, erschließt sich mühelos, wenn man die Ausführungen auf seiner Homepage schreibt (sic!):

    "Am Anfang stand bei mir ein Gefühl der Unzufriedenheit mit denen da oben. Ein Gefühl der Machtlosigkeit gegenüber den großen Entscheidungen, die vornehmlich in Berlin getroffen worden sind. Bei einigen Entscheidungen bekomme ich heute noch regelrecht Puls, (...)
    Ebenso der Spontanangriff des damals neues Bundeskanzlers auf die Ehe durch Gleichstellung/Gleichschaltung mit der sog. Homoehe. Oder so ein hanebüchener Unsinn, wie die Einführung des neuen Namensrechtes? Heute ist es doch völlig unklar, wer nun mit wem verheiratet ist oder wer der Vater. Die zahllosen Kombinationssmöglichkeiten haben doch nur Verwirrung gebracht. nachdem seit Jahrzehnten die rentenkassen geplündert wurden, werden die rentner von heute zunehmend bestraft. Offensichtlich alles gewollt von denen, die die Destabilisierung der alten und bewährten Werte bewußt gewollt haben. "

    www.holgerreich.eu/warum-ich-mich-fuer-die-cdu-entschieden-h
    abe/


    Ja, verwirrt scheint er tatsächlich zu sein. Problem ist nur, dass die CDU solch verwirrten Menschen nur zu gerne eine politische Heimat bietet.
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#9 GodzillaAnonym
  • 15.03.2021, 08:39h
  • P.S. zu meinem vorherigen Kommentar:
    Wenn er doch Vorlieben meinen sollte, bricht er Homosexualität allein auf Sex herunter und das würde die Aussage seinerseits noch schlimmer machen.
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#10 Korinthen KKAnonym
  • 15.03.2021, 08:56h
  • Antwort auf #8 von BenO
  • Aber natürlich passiert das alles aus bösem Willen, um alles zu destabilisieren.
    Wo soll das noch hinführen, wenn Frauen auch noch arbeiten wollen oder sich weigern, als "Fräulein" bezeichnet zu werden, solange sie ledig sind?
    Das verwirrt die Leute doch nur! Hinterher weiß man gar nicht mehr, wer das Geld verdient, oder ob die Frau nun verheiratet ist, oder nicht!
    Oder wenn man außerhalb der Kirche heiraten will! Oder gar konfessionsverschieden! Da weiß man ja gar nicht mehr, ob das Kind nun katholisch oder evangelisch oder gar anders erzogen wird!
    Sehr verwirrend für das christliche Menschenbild!
    [/Sarkamus aus]
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