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USA

Amazon stoppt Verkauf von Büchern, die queere Menschen für geisteskrank erklären

Der Onlineversandhändler hat in einem Brief an rechtskonservative US-Politiker erklärt, dass er keine Bücher verkaufen werde, in denen queeren Menschen pauschal eine psychische Störung attestiert wird.


Autor Ryan T. Anderson ist ein Philosoph, der in Büchern Büchern wie "What Is Marriage? Man and Woman: A Defense" oder "When Harry Became Sally: Responding to the Transgender Moment" die Minderwertigkeit von Homo- oder Transsexuellen propagiert

Der amerikanische Konzern Amazon verkauft keine Bücher mehr, "die LGBTQ+-Identität als Geisteskrankheit bezeichnen". Wie US-Medien berichten, geht dies aus einer Antwort des Versandhändlers aus Seattle an die LGBTI-feindlichen republikanischen Senatoren Marco Rubio, Mike Lee, Josh Hawley und Mike Braun hervor.

Zuvor hatten die vier Bundespolitiker Amazon-Chef Jeff Bezos zu einer Stellungnahme aufgefordert, weil das Sachbuch "When Harry Became Sally" ("Als Harry Sally wurde") im Februar aus dem Katalog des Buchhändlers entfernt worden war. Grund war, dass Autor Ryan T. Anderson trans Menschen pauschal unterstellt hatte, an einer Geisteskrankheit zu leiden. Laut den vier Republikanern erkläre das Buch aber lediglich "bessere Wege, um mit einer Geschlechtsstörung umzugehen". Mit der Entfernung des Buches missbrauche Amazon seine Marktmacht, "um eine wichtige Stimme zum Schweigen zu bringen, nur weil diese sich nicht dem Gruppendenken anschließt", so Rubio, Lee, Hawley und Braun. Hintergrund ist, dass Amazon in den USA mehr als die Hälfte aller gedruckten Bücher und 80 Prozent aller E-Books verkauft.

Amazon-Sprecher Brian Huseman verteidigte den Schritt und erklärte, Amazon biete eine in seinen Büchern eine große Anzahl von Standpunkten. Man behalte sich aber vor, "bestimmte Bücher nicht zu verkaufen".

Während viele Konservative und sogenannte "Free Speech Activists" die Entfernung des Buches als Zensur verurteilen, begrüßte die LGBTI-Organisation GLAAD den Schritt von Amazon: "Es gibt eine antiquierte und schandhafte Gleichsetzung der queeren Identität mit Geisteskrankheit", heißt es in einer Erklärung. Diese Bücher seien eine Falschinformationskampagne, deren einziges Ziel es sei, queeren Menschen – besonders trans Jugendlichen – Schaden zuzufügen. (dk)



#1 LupdejuppAnonym
  • 15.03.2021, 13:57h
  • Ich kann nur wiederholen was ich schon beim google/titanic Bericht geschrieben hab (und yeah, ich weiß das ich hier mit der Meinung nahezu alleine bin, kein Ding):

    Amazon ist - größe hin oder her - kein staatliches Unternehmen und darf im Rahmen der jeweiligen Gesetzlage frei entscheiden was verkauft wird und wie ihre Richtlinien/Nutzungsbedingungen aussehen. Fertig....

    (Das Amazon hier sicher nicht aus "moralischen Gründen" handelt sondern der PR-Effekt und Imagepolierung höher wiegt als der durch entsprechende Bücher generierte Umsatz steht auf nem anderen Blatt)
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#2 NevermindAnonym
  • 15.03.2021, 14:35h
  • Antwort auf #1 von Lupdejupp
  • Diese amerikanischen Internetfirmen wie Apple, Google und amazon hatten von Anfang an eine fortschrittliche Unternehmenskultur und eine positive Einstellung zu queeren Menschen. Jeff Bezos hat 2012 mit zwei Millionen Dollar eine Kampagne für die Ehe für alle unterstützt. Es könnte also schon sein, dass der Konzern seine Marktmacht bewusst für einen guten Zweck nutzt.
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#3 Taemin
  • 15.03.2021, 14:49h
  • Diejenigen, die dafür kämpfen, dass Homohasser keine Hotelzimmer an gleichgeschlechtliche Paare vermieten oder ihnen Hochzeitstorten verkaufen müssen, weil das ein Eingriff in ihre Freiheit wäre, schreien danach, in die Freiheit eines Unternehmens einzugreifen, das keine menschenfeindliche Propaganda verkaufen will. Die einzige Freiheit, die diese Leute kennen, ist die Freiheit des Hasses.
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#4 LupdejuppAnonym
#5 AndererBlickAnonym
  • 15.03.2021, 15:41h
  • Antwort auf #4 von Lupdejupp
  • Das eine schließt das andere doch nicht aus. Nur, weil einige Sachen schlecht sind, müssen doch nicht alle anderen Sachen auch schlecht, weil PR-kalkuliert, sein. Ich finds jedenfalls einen mutigen Schritt, sich so offen gegen Republikaner-Größen zu stellen.
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#6 LupdejuppAnonym
  • 15.03.2021, 15:58h
  • Fucking hell ey, grad mal geguggt weil irgendwie schon erwartet, aber:

    Bei Amazon "When Har" eingeben und das genannte Buch ist der erste Vorschlag noch vor "When Harry met Sally"... (Aber nicht im Verkauf)...

    Aber jepp, wahrscheinlich hat der Autor jetzt mehr Aufmerksamkeit und mehr Verkäufer als je zuvor....
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#7 Anonyma
  • 15.03.2021, 16:25h
  • Antwort auf #4 von Lupdejupp
  • "Du meinst die Firma die in den USA Toilettengänge kontrolliert, Gewerkschaften verhindert und nahezu keine Steuern zahlt ?"

    Ich weiß gerade gar nicht, was ich davon halten soll, dass hier jemand aus einem Land, das keine Gelegenheit (Gesetze, medizynische Leitlinien, Richtlinien der Krankenkassen etc.) auslässt, trans Menschen zu pathologisieren und zu psychiatrisieren, glaubt, mit dem moralischen Zeigefinger auf einen amerikanischen Konzern zeigen zu müssen, der konsequent Literatur, die queere Menschen pathologisiert, aus seinem Sortiment entfernen will... Wieviel verdrängte kognitive Dissonanz braucht es wohl, um aus einem solchen Glashaus eingebildeter moralischer Überlegenheit heraus mit solchen Backsteinen zu werfen?
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#8 LupdejuppAnonym
  • 15.03.2021, 16:38h
  • Antwort auf #7 von Anonyma
  • lol... zum angegriffen sein gehört ein Angriff, sonst wird das nichts ...

    Ich hab den Sachverhalt des Einstellen des Verkaufes zu keinem Zeitpunkt bewertet, ich hab nur die Intention dahinter in Frage gestellt!

    Wie kommt man überhaupt auf den Vergleich "Amazon"/"Deutschland"..... kommt jetzt so ein "Deutschland ist eine GmbH" Monolog ?
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#9 SebiAnonym
  • 15.03.2021, 17:23h
  • Im Jahr 2021 kommt Amazon endlich mal auf die Idee, keine homophoben Hetzschriften mehr verkaufen zu wollen, die jeglichen wissenschaftlichen Fakten widersprechen und Menschen schaden.

    Wollen die jetzt Applaus dafür? Das kommt 10 Jahre zu spät.
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#10 Anonyma
  • 15.03.2021, 23:41h
  • Antwort auf #8 von Lupdejupp
  • "Ich hab den Sachverhalt des Einstellen des Verkaufes zu keinem Zeitpunkt bewertet, ich hab nur die Intention dahinter in Frage gestellt!"

    Und genau auf die von Dir unterstellte Intention bezog sich mein Kommentar. Ich finde diese Überheblichkeit, mit der man hier in Deutschland immer glaubt, alles, was in anderen Ländern passiert, beurteilen zu können, einfach nur gruselig. Firmen wie Amazon, Apple, Google, Microsoft usw. sind in Amerika beim Thema Diversity nicht nur hiesigen Firmen, sondern ganz Deutschland weit voraus. Und sogar die amerikanischen Niederlassungen deutscher Firmen kriegen dort deutlich mehr auf die Reihe als die "Originale" hier in Deutschland. Woran mag das wohl liegen? Vielleicht daran, dass Deutschland in seiner jahrzehntelang gepflegten piefig spießigen moralischen Überheblichkeit einfach den Anschluss an die Gegenwart verpennt hat?
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