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Academy Awards

Andra Day und "Eurovision" für Oscar nominiert

In ihrer ersten Rolle stellte die 36-jährige Soul-Sängerin die lesbische Ikone Billie Holiday dar – und wurde gleich nominiert. Erstmals steht beim Oscar auch indirekt der Eurovision Song Contest auf der Nominiertenliste. Nicht gereicht hat es dagegen für "Welcome to Chechnya".


Andra Day schlüpfte in die Rolle der amerikanischen Jazz-Legende Billie Holiday (Bild: Paramount Pictures)
  • 15. März 2021, 15:16h, noch kein Kommentar

Priyanka Chopra Jonas und Nick Jonas haben am Montagmittag in London die Nominierungen für die 93. Verleihung der Academy Awards bekanntgegeben. Am erfolgreichsten schnitt "Mank" ab, die Filmbiografie über den Drehbuchautor Herman J. Mankiewicz (1897-1953). Die Netflix-Produktion erhielt insgesamt zehn Nominierungen, darunter die für den besten Film, den besten Regisseur und den besten Hauptdarsteller. Dahinter folgen mit jeweils sechs Nominierungen das Roadmovie "Nomadland", der Gerichtsthriller "The Trial of the Chicago 7", das koreanisch-amerikanische Familiendrama "Minari – Wo wir Wurzeln schlagen", das Familiendrama "The Father", das Musikdrama "Sound of Metal" und die Filmbiografie "Judas & The Black Messiah".

Aus queerer Sicht interessant ist die Nominierung von Andra Day als beste Hauptdarstellerin in "The United States vs. Billie Holiday", einem im US-Streamingdienste Hulu gezeigten 130-Minuten-Film. Day, die mit der Darstellung der bisexuellen Sängerin Billie Holiday (1915-1959) ihr Filmdebüt feierte, war bereits vor zwei Wochen mit dem Golden Globe als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet worden (queer.de berichtete). Days Nominierung ist die einzige für den Biografiefilm, der eher gemischte Kritiken erhielt, allerdings wurde die schauspielerische Leistung Days hoch gelobt. In Deutschland ist die Produktion noch nicht erhältlich.

Auch der Netflix-Schenkelklopfer "Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga" von US-Star Will Ferell kann sich Hoffnung auf einen Oscar machen. Das auf Isländisch und Englisch gesungene Lied ""Husavik (My Hometown)" erhielt eine Nominierung als bestes Originallied. Damit steht erstmals der Eurovision Song Contest auf der Oscar-Liste.

Fünf Nominierungen für "Ma Rainey's Black Bottom"

Ebenfalls von queerem Interesse ist der Film "Ma Rainey's Black Bottom" des offen schwulen Regisseurs George C. Wolfe. Dabei handelt es sich wie beim Billie-Holiday-Film um einen musikalischen Biografiefilm, dieses Mal über die bisexuelle amerikanische Bluessängerin Gertrude "Ma" Rainey (1882-1939). Rainey-Darstellerin Viola Davis ist ebenfalls für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert – also in der gleichen Kategorie wie Andra Day. Posthum nominiert wurde der im August 2020 verstorbene Hauptdarsteller Chadwick Boseman, der den Trompetenspieler Levee Green darstellte. Außerdem erhielt der Film Nominierungen für das beste Szenebild, die besten Kostüme sowie in der Kategorie für die beste Schminke/Haarmode.

Nicht gereicht hat es dagegen für die US-Dokumentation "Welcome to Chechnya" als bester Dokumentarfilm von Regisseur David France. In dem Film wird eine Gruppe russischer LGBTI-Aktivist*innen vorgestellt, die versuchen, Lesben und Schwule aus Tschetschenien zu schmuggeln, um ihnen die Ausreise aus dem homophoben Russland zu ermöglichen. Der Film war im Februar auf der Shortlist der 15 möglichen Oscar-Nominierungen aufgetaucht. In die Nominiertenliste schafften es nur fünf Dokus.

Auch die lesbische Schauspielerin Jodie Foster erhielt keine Nominierung, obwohl sie für ihre Nebenrolle im Gerichtsdrama "The Mauritanian" erst vor zwei Wochen mit einem Golden Globe ausgezeichnet worden war (queer.de berichtete). In der Oscar-Kategorie "beste Nebendarstellerin" landeten allerdings fünf Kolleginnen – unter anderem die Bulgarin Maria Bakalova aus der Amazon-Mockumentary "Borat Anschluss Moviefilm". Foster ist bereits eine zweifache Oscar-Preisträgerin – sie wurde 1989 für "Angeklagt" und 1992 für "Das Schweigen der Lämmer" ausgezeichnet.

Die Oscarverleihung findet dieses Jahr am 26. April statt. (dk)