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"Es gibt seit längerem Diskussionen"

Deutsche Bischöfe uneins über Vatikan-Nein zu Homo-Segnungen

Der Vatikan hatte mit Zustimmung des Papstes die Türe für homosexuelle Paare zugeschlagen. Doch für den Chef der Bischofskonferenz hat das römische Nein keinen Ewigkeitswert.


Der deutsche Bischofschef Georg Bätzing hofft auf einen offeneren Umgang seiner Kirche mit Homosexuellen, während andere Bischöfe voll auf Homophobie setzen (Bild: Bistum Limburg)
  • 15. März 2021, 14:42h 11 2 Min.

Nach dem Nein des Vatikans zur Segnung homosexueller Partnerschaften hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, auf die Möglichkeit einer Weiterentwicklung der katholischen Lehre verwiesen. Die Glaubenskongregation gebe in ihrer Erklärung den derzeitigen Stand der kirchlichen Lehre wieder, teilte Bätzing am Montag mit.

"In Deutschland und in anderen Teilen der Weltkirche gibt es seit längerem Diskussionen, in welcher Weise diese Lehre und Lehrentwicklung allgemein mit tragfähigen Argumenten vorangebracht werden kann – auf der Basis grundlegender Wahrheiten des Glaubens und der Moral, der fortschreitenden theologischen Reflexion und ebenso in Offenheit für neuere Ergebnisse der Humanwissenschaften und der Lebenssituationen heutiger Menschen."

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Der derzeitige Reformprozess in der katholischen Kirche in Deutschland, der Synodale Weg, sei bestrebt, "gerade das Thema gelingender Beziehungen in einer umfassenden Weise zu diskutieren, die auch die Notwendigkeit und die Grenzen kirchlicher Lehrentwicklung bedenkt". Die von der Glaubenskongregation vorgebrachten Gesichtspunkte müssten selbstverständlich in diese Gespräche Eingang finden.

Ganz anders äußerte sich der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, der in der Vergangenheit schon mal eine homophobe "Demo für alle"-Petition unterstützt hatte. Er begrüßte in einer Pressemitteilung ausdrücklich das Verbot der katholischen Kirche und erklärte: "Die Glaubenskongregation hat deutlich gemacht, dass die Kirche nicht die Vollmacht hat, gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu segnen", so Voderholzer.

"Wir sind Kirche": Rom zementiert Diskriminierung

Die katholische Reformbewegung "Wir sind Kirche" hat das Nein des Vatikans zur Segnung homosexueller Partnerschaften als "unsägliche Entscheidung" kritisiert. Der Versuch Roms, von oben her weltweit Glaubens- und Sittenregeln zu verordnen, werde nicht gelingen. "Mit dieser Entscheidung trägt der Vatikan dazu bei, dass die in vielen Ländern nach wie vor bestehende Diskriminierung homosexueller Menschen bis hin zur Gefängnis- und Todesstrafe als gottgegeben angesehen werden kann", sagte "Wir sind Kirche"-Sprecher Christian Weisner am Montag.

Es bedürfe dringend einer Weiterentwicklung der kirchlichen Morallehre, sagte Weisner. "Es bleibt zu hoffen, dass es weiterhin Priester geben wird, die auch homosexuellen Partnerschaften wenn nicht den Segen der Kirche, so doch den Segen Gottes zusprechen werden."

Die Glaubenskongregation hatte am Montag klargestellt, dass die Kirche nicht befugt sei, homosexuelle Paare zu segnen. Unzulässig sei jede Segnungsform, die eine homosexuelle Partnerschaft anerkenne (queer.de berichtete). (dpa/dk)

-w-

#1 SebiAnonym
  • 15.03.2021, 17:20h
  • "Doch für den Chef der Bischofskonferenz hat das römische Nein keinen Ewigkeitswert."

    Das ist aber nun wirklich herzlich egal, ob dieser Hass "ewig" anhält oder noch 1000 Jahre oder noch 100 Jahre oder wie lang auch immer.

    Wenn ausgerechnet die Kinderschänder-Sekte im Jahr 2021 liebende Menschen nicht mal segnen will, obwohl sie Autos, Motorräder, Tiere, Spielsachen und sogar Waffen segnet, dann ist echt egal, ob man auf den St-Nimmerleins-Tag warten soll oder nicht.
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#2 GargamelAnonym
  • 15.03.2021, 17:21h
  • "...wenn nicht den Segen der Kirche, so doch den Segen Gottes zusprechen werden."

    anders als im obigen Zitat dargestellt ist der Segen der Kirche im Vergleich zum Segen Gottes doch eher zweit Rangig - finde ich ;-)
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#3 SebiAnonym
  • 15.03.2021, 17:35h
  • Antwort auf #2 von Gargamel
  • Wobei ich mich eh frage, warum manche Menschen den Segen anderer Menschen brauchen, die sich für etwas besseres halten, obwohl sie nach wie vor Kinderschänder in den eigenen Reihen decken, wie aktuell z.B. im Bistum Köln durch Kardinal Woelki.
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