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Comedy-Serie

Der Schwule ist der Straight Man

Nach sieben Jahren ist die 15-teilige US-Sitcom "The McCarthys" über einen jungen schwulen High-School-Lehrer in Boston und dessen schräge Eltern und Geschwister erstmals in Deutschland zu sehen.


Der schwule Ronny McCarthy (Tyler Ritter, mi.) wird von seiner Familie voll akzeptiert (Bild: CBS)

Eine klassische Sitcom, mit Lachern aus der Konserve und einer Familie im Zentrum, die die meiste Zeit zwischen Wohnzimmer- und Küchen-Kulissen wechselt? Was früher im Wochentakt auf dem Bildschirm zu sehen war, ist inzwischen so selten geworden, dass einem das Konzept schon richtig altmodisch vorkommt. Weswegen es dann fast schon wieder passend ist, dass "The McCarthys" – die bei uns ab dem 16. März auf Joyn Primetime erstmals überhaupt in Deutschland zu sehen sind – bereits aus dem Jahr 2014 stammen.

Dass die 15-teilige Comedy-Serie nur sieben und nicht 27 Jahre alt ist, merkt man eigentlich nur daran, dass in ihrem Zentrum ein schwuler Protagonist steht. Ronny (Tyler Ritter) ist 29 Jahre alt, Vertrauenslehrer an einer High School und schon seit einiger Zeit geoutet. Und vor allem lebt er, wie sich das für die Sprösslinge von irisch-stämmigen Familien in Boston geradezu zu gehören scheint, in direkter Nachbarschaft von Mama und Papa. Was vor allem deswegen praktisch ist, weil er nicht nur einmal in der Woche zusammen mit seiner Mutter Marjorie (Laurie Metcalf) "The Good Wife" (ach, das waren noch Zeiten!) guckt, sondern ohnehin ständig zuhause auf dem Familiensofa sitzt. Genau wie seine drei, ebenfalls erwachsenen Geschwister auch.

Nur Ronny mag keinen Sport

Was die McCarthys zusammenhält? Einerseits die Neigung zu einem eher frotzeligen Umgang miteinander, andererseits die Liebe zum Sport. Vater Arthur (Jack McGee) ist nämlich Coach der Basketball-Schulmannschaft und hat seine Leidenschaft auch an die Zwillingssöhne Sean (Jimmy Dunn) und Gerard (Joey McIntyre von den New Kids on the Block) sowie Tochter Jackie (Kelen Coleman) vererbt. Nur Ronny kann nicht so wirklich viel anfangen mit Basketball, weder im Fernsehen noch in der Turnhalle, was für die anderen – anders als seine Homosexualität – definitiv ein Affront ist. Doch ausgerechnet ihn macht Arthur schließlich zu seinem Assistenten, um der lesbischen Mutter eines potentiellen neuen Star-Spielers die Queer-Freundlichkeit des Teams zu beweisen.


Ronny und sein Boyfriend Ben, gespielt von Drew Tarver (Bild: CBS)

Von einer aufregenden Handlung kann in "The McCarthys" nicht die Rede sein, und auch die Gag-Dichte ist – verglichen etwa mit "Will & Grace" oder "Modern Family" in ihren besten Zeiten – nicht übermäßig hoch. Die famose Laurie Melcalf immerhin, weltberühmt geworden als Jackie in "Roseanne" und für "Lady Bird" für den Oscar nominiert, ist umwerfend komisch als Matriarchin (und riesiger Kyra-Sedgwick-Fan). Tyler Ritter, Sohn des verstorbenen Sitcom-Urgesteins John Ritter ("Herzbube mit zwei Damen") ist als Ronny dagegen vor allem nett, brav und ein bisschen langweilig. Also quasi der schwule Straight Man, wie man in einer solchen Komödie die ernsthaft-aufrichtigen Protagonisten nennt, die von lauter schrägen Exzentrikern umgeben sind.

Eine sympathische Abwechslung

Genau in dieser Grundkonstellation liegt durchaus ein charmanter Reiz dieser von Brian Gallivan, einem schwulen Drehbuchautoren und Komiker, entwickelten Serie. Man kennt all die Konventionen einer Familien-Sitcom, die hier aufgefahren werden, nur dass im Zentrum eben ein junger Mann steht, der "Sound of Music" liebt und Männer datet, aber ansonsten ein ziemlich durchschnittlicher Spross einer ziemlich typischen liberalen, aber wertkonservativen amerikanischen Mittelstandsfamilie ist.

Das war auch schon 2014 nicht mehr wahnsinnig revolutionär, aber in jedem Fall eine sympathische Abwechslung. Für mehr als eine Staffel hat es am Ende trotzdem nicht gereicht.

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#1 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 16.03.2021, 06:19h
  • Warum kommt sowas immer nur ins Bezahlfernsehen, warum nicht zu den öffentlich-rechtlichen Sendern, oder zu RTL und Sat1? Antwort: Wie das ÖRF immer noch homophob ist.
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#2 LupdejuppAnonym
#3 interessantAnonym
  • 19.03.2021, 17:08h
  • Ich werde es mir erstmal anschauen, habe es auch in den amerikanischen Mefien nicht mitbekommen. Bin aber immer wieder verwundert, dass in Bezug queere Sichtbarkeit immef wieder Will & Grace zitiert. Aus Sicht eines schwulen Zuschauer war die Show zwar witzig und bissig (nicht zuletzt wegen der schwulen Klischees und Karen), aber sicher kein Meilenstein der queeren Unterhaltung. Homosexuelle Beziehung wurden dargestellt als wäre es eine Kinderserie, und man sich schämen müsste, während bei hetero Liebesszenen mehr zu Sache ging.
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