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Katholische Kirche

LSVD: Vatikan legitimiert Ausgrenzung von Lesben und Schwulen

Aus der queeren Community kommt scharfe Kritik am Nein des Vatikans zur Segnung homosexueller Partnerschaften. Die Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) ruft die deutschen Bischöfe zum Widerstand auf.


Das Schreiben der Glaubenskongregation, das Segnungen von lesbischen und schwulen Paaren verbietet, wurde mit Zustimmung von Papst Franziskus veröffentlicht (Bild: ashwinv11 / unsplash)

Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) kritisiert das Nein des Vatikans zur Segnung homosexueller Partnerschaften als ausgrenzend und diskriminierend. Vorstandsmitglied Henny Engels sagte am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: "Als Mitglied des LSVD-Bundesvorstands und der katholischen Kirche lehne ich diese erneute Aussage des Vatikans entschieden ab."

Die Entscheidung aus Rom behindere die gegenwärtigen Bemühungen der hiesigen katholischen Kirche um einen angemessen und realitätsbezogenen Umgang mit Lesben und Schwulen. Mit dem neuen Schreiben der Glaubenskongregation, dass Homosexualität angeblich nicht in dem Schöpfungsplan Gottes eingeschrieben sei, würden grundlegende Erkenntnisse etwa der Humanwissenschaften weiter missachtet, erklärte Engels. "Zugleich legitimiert die Aussage, dass Lesben und Schwule nicht gottgewollt seien, Ausgrenzung und Diskriminierung."

HuK: Starrheit hat Kirche "vor den Abgrund geführt, wo sie heute steht"

Am Montag hatte die Glaubenskongregation des Vatikans klargestellt, dass die katholische Kirche nicht befugt sei, homosexuelle Partnerschaften zu segnen (queer.de berichtete). In dem sogenannten Responsum ad dubium (Antwort auf einen Zweifel) heißt es, Segnungen menschlicher Beziehungen seien nur möglich, wenn damit den Plänen Gottes gedient sei. Unzulässig sei jede Segnungsform, die homosexuelle Partnerschaften anerkenne. Die christliche Gemeinschaft sei aber aufgerufen, Menschen mit homosexuellen Neigungen zu respektieren. Das Schreiben der Glaubenskongregation wurde mit Zustimmung von Papst Franziskus veröffentlicht.

Die ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) forderte die deutschen Bischöfe zum Widerstand gegen den Vatikan auf. "Wir fordern alle unsere katholischen Bischöfe in Deutschland auf, dem römischen Versuch des Ausschließens entgegenzutreten", sagte HuK-Vorstandsmitglied Thomas Pöschl, der Deutschen Presse-Agentur in Nürnberg. Die Starrheit der römisch-katholischen Kirche habe sie "vor den Abgrund geführt, wo sie heute steht". Die deutschen Bischöfen hatten gespalten auf das Schreiben aus dem Vatikan reagiert (queer.de berichtete).

Ex-Mönch Bilgri: "Das passt ja wie die Faust aufs Auge"

Der ehemalige Benediktinermönch Anselm Bilgri, der sich kürzlich als schwul geoutet und erst am Freitag seinen langjährigen Lebensgefährten geheiratet hatte, sieht sich in seiner Entscheidung bestätigt, der römisch-katholischen Kirche den Rücken zu kehren: "Das passt ja wie die Faust aufs Auge", sagte der 67-Jährige. "Genau diese starre Haltung der Kurie war für mich der Grund, zur alt-katholischen Kirche überzutreten. Dort ist eine offizielle kirchliche Segnung einer homosexuellen Ehe möglich."

Bilgri sieht in der Mitteilung aus Rom einen "Affront" gegen Katholik*innen in Deutschland und den laufenden Reformprozess "Synodaler Weg". (cw/dpa)



#1 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 16.03.2021, 06:12h
  • Waffen und Straßenköter dürfen gesegnet werden, nicht aber zwei sich liebende Menschen desselben Geschlechts? Mittelalter!
    Und, deutsche Bischöfe werden vor Rom kuschen, hängt doch zu viel vom "Gehorsam" ab: Geld, Macht, Ansehen und nicht zuletzt der politische Einfluß in der "C" Partei.
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#2 stephan
  • 16.03.2021, 06:58h
  • Man ist tatsächlich fassungslos angesichts solcher Ignoranz. Und obwohl man vielleicht eine irrationale Hoffnung auf ein 'Wunder' hatte, war doch den meisten von uns klar, dass die kirchliche Anerkennung des Irrtums mit Blick auf die Sexualität ebenso lange dauern werde, wie die Anerkennung der bewussten Leugnung der Wahrheit im Fall Galilei.

    Nach meiner Auffassung kann man von der römischen Kirche nur noch als einer menschenfeindlichen Institution reden und es ist die Aufgabe aller vernünftigen Menschen den Einfluss einer solchen Institution immer und überall zurückzudrängen. Wir müssen dafür sorgen, dass die römische Kirche ihre Sonderrolle und ihren Einfluß auf den Staat und die Gesellschaft verliert ... und natürlich - ganz wichtig - ihre Pfründe!
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#3 Ketzer_inAnonym
  • 16.03.2021, 07:01h
  • Antwort auf #1 von DramaQueen24
  • Also ich habe persönlich ja gar nichts gegen Straßenköter. Im Gegenteil - Hunde sind meist sehr soziale Wesen, was man von Würdenträgern gewisser Kirchen nicht unbedingt immer so behaupten kann.

    Schon fast witzig finde ich ja "Bemühungen der hiesigen katholischen Kirche um einen angemessen und realitätsbezogenen Umgang mit Lesben und Schwulen". Als hätte es einen angemessenen Umgang mit queeren Menschen irgendwann in der Geschichte dieser Verbrecherorganisation gegeben. Unsere Diskriminierung gehört schließlich zum Markenkern. Und was hat ein Konstrukt, das seine weltumspannende Macht auf einem imaginären "Gott" aufbaut, mit Realitätsbezug zu tun?

    Warum "glauben" Menschen den allergrößten, gefährlichen Unsinn, nur um sich an etwas Imaginärem festklammern zu können? Ich kann dazu nur sagen: Sapere aude*.

    * »habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!« (Wahlspruch der Aufklärung)
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#4 KumpelAnonym
  • 16.03.2021, 08:27h
  • Antwort auf #1 von DramaQueen24
  • Ausgerechnet Hunde als Straßenköter zu bezeichnen, zeigt mir ganz deutlich welch antisoziales Verhalten doch in Dir steckt. Aber von jemanden, der sogar die Todesstrafe als solche befürwortet, erwarte ich weder Anstand dem besten Freund des Menschen gegenüber, noch mit aller Wahrscheinlichkeit sich selbst gegenüber. Dein Hass, nicht nur auf Religionen, muß ja grenzenlos sein.
    Ich besitze keinen treuen Vierbeiner als meinen besten Freund, weil ich in der Großstadt lebe. Das tue ich Hunden nicht an. Weiß aber nur zu gut, zu was nicht nur Hunde im Leben von einsamen und gebrechlichen Personen an positive Ausstrahlung hervorbringen können. Du bist sowas von abgrundtief negativ eingestellt.
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#5 KumpelAnonym
#6 KirchenaustrittAnonym
  • 16.03.2021, 08:43h
  • Gegen Hassprediger hilft nur Kirchenaustritt.

    Reden davon, dass man keine "Sünde" segnen könne, vertuschen aber selbst immer noch so viel Missbrauch in den eigenen Reihen wie möglich. (Z.B. im Bistum Köln.)

    Wer bisher noch nicht aus diesem menschenverachtenden Verein ausgetreten ist, sollte das spätestens jetzt tun.

    kirchenaustritt.de

    "Religion ist das Asyl der Dummen."
    (Spinoza)
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#7 LupdejuppAnonym
  • 16.03.2021, 09:16h
  • Antwort auf #4 von Kumpel
  • "Ausgerechnet Hunde als Straßenköter zu bezeichnen....."...

    Naja, für Giraffen oder Eisbären wäre die Bezeichnung etwas irreführend.... oO

    Was du so aus einem Wort immer alles herleiten kannst ist schon beeindruckend amüsant.....
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#8 KumpelAnonym
#9 moornAnonym
#10 kuesschen11Profil
  • 16.03.2021, 10:59hFrankfurt
  • Ach, der Vatikan ist nicht "bevollmächtigt", Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren durchzuführen?

    Das ist doch aller letzte Schublade aus dem Mittelalter.

    Beim Papst zählt das Bevollmächtigen mehr als die Menschenwürde.

    Da bleibt für viele Menschen nur noch eines: Raus aus diesem Macht-Konstrukt der Katholischen Kirche.
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