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Abstammungsrecht
Berlin will Rechte lesbischer Paare mit Kind stärken
Der Berliner Senat berät heute über eine Bundesratsinitiative zur Reform des Abstammungsrechts. Den Entschließungsantrag eingebracht hat der grüne Justizsenator Dirk Behrendt.

Diskriminierung gegenüber heterosexuellen Paaren: Die Ehefrau einer Mutter wird nach geltendem Recht bislang nicht als zweites Elternteil anerkannt (Bild: Lighthouse)
- 16. März 2021, 05:33h 2 Min.
Berlins Justizsenator Dirk Behrendt will die Rechte verheirateter lesbischer Paare mit Kind stärken. Der Grünen-Politiker hat für die Sitzung des Senats am Dienstag einen entsprechenden Entschließungsantrag zur Reform des Abstammungsrechts vorbereitet, der in den Bundesrat eingebracht werden soll.
"Auch nach der Öffnung der Ehe werden lesbische Paare rechtlich weiterhin schlechter gestellt als verschiedengeschlechtliche Paare, auch wenn sie verheiratet sind", erläuterte der Senator für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung. "Wird ein Kind in einer Ehe geboren, hat es zwei Elternteile. Dieses selbstverständliche Recht wird verheirateten lesbischen Paaren verwehrt."
Behrendt will Abstammungsrecht "im Sinne des Kindeswohl ändern"
Zwei Mütter zu haben, ist im Abstammungsrecht bisher nicht vorgesehen. Die Senatsverwaltung argumentiert, es hinke der gesellschaftlichen Realität hinterher. "Kinder aus Zwei-Mütter-Familien haben einen Anspruch, mit zwei rechtlich anerkannten Elternteile aufzuwachsen", sagte Behrendt. "Deshalb müssen wir die aktuellen gesetzlichen Regelungen zum Abstammungsrecht im Sinne des Kindeswohl ändern."
Beobachter*innen gehen davon aus, dass der rot-rot-grüne Senat der Bundesratsinitiative zustimmen wird. In ihrem Programm zur Bundestagswahl fordert auch die SPD ein "modernes Abstammungsrecht" und "gleiche Rechte von Homosexuellen in der Ehe" (queer.de berichtete). (cw/dpa)
Update 13:30h: Senatsbeschluss wurde gefasst
Der Senat hat am Dienstagvormittag einen entsprechenden Beschluss gefasst. Die Bundesratsinitiative hat nach Angaben der Justizverwaltung außerdem das Ziel, die Ungleichbehandlung von trans- und intergeschlechtlichen Eltern aufzuheben, die soziale Elternschaft zu stärken und einen Impuls für eine zukünftige Regelung von Mehrelternschaften zu setzen.















Die werden bei der Berichterstattung dazu irgendwie meist vergessen.
Es gibt genügend Männer, vorrangig homosexuelle Männer, die gerne Nachwuchs mit einem lesbischen Paar bekommen würden. Nicht als reiner Samenspender, sondern als Papa, der ebenso wie die beiden Mütter, Rechte und Pflichten eingeht.
Nur scheitert es oft daran, so zumindest meine Erfahrung, dass die lesbische Comutter das Kind adoptieren möchte, was dazu führt, dass der biologische Vater absolut keinerlei Rechte mehr hätte.
Reform ja, aber bitte nicht zu Lasten der Väter, die ebenfalls Interesse daran haben, das Kind mit großzuziehen.
Wir brauchen eine Mehrelternschaft, im Idealfall mit Elternteil 1, 2, 3 und 4.