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Katholisches LSBT+-Komitee
Segnungs-Verbot: Queere Katholik*innen fordern "Ungehorsam" von Bischöfen
Die Glaubenskongregation wolle mit einem "Herz aus Stein" eine "Diskriminierungskirche" durchsetzen, beklagen HuK, KjGay und Co.

Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK), hier auf einem evangelischen Kirchentag, ist Teil des Komitees (Bild: HuK.eV / facebook)
- 16. März 2021, 11:58h 2 Min.
Das Katholische LSBT+-Komitee, ein Zusammenschluss mehrerer Gruppen und Verbände, hat sich "empört" gezeigt über das am Montag veröffentlichte Papier der Glaubenskongregation, die eine Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ausschließt und damit Liberalisierungs-Debatten unter anderem in Deutschland beenden will (queer.de berichtete).
"Die erläuternde Note der Glaubenskongregation rückt gleichgeschlechtliche Liebesbeziehungen in den Kontext von Sünde und fordert homosexuelle Menschen auf, ihre sexuelle Orientierung zu unterdrücken. Vor diesem Hintergrund kann das übliche vorangestellte amtskirchliche Geplänkel von Respekt und Takt bestenfalls als heuchlerisch gelten", kommentierte das Komitee am Dienstag in einer Pressemitteilung.
Die Glaubenskongregation verspiele so "die vermutlich letzte Chance, weltweit menschenfreundlich und ethisch anschlussfähig zu bleiben". Dabei zeigten die Erfahrungen der vergangenen Jahre, dass Katholik*innen vielerorts nicht mehr dazu bereit seien, gleichgeschlechtliche Beziehungen als Sünde zu diffamieren, dass die biblische Verurteilung homosexueller Beziehungen theologisch nicht mehr haltbar sei und "dass Segensfeiern bereits Teil 'inoffizieller' kirchlicher Praxis" seien.
Widerstand von Bischöfen gefordert
"Die Autorität der Glaubenskongregation muss an der theologischen Qualität ihrer Argumentation gemessen werden und die ist in fast allen Aspekten mangelhaft. Angesichts der pastoralen Bedürfnisse von LSBT+ zeigt sie ein Herz aus Stein", so Michael Brinkschröder, Sprecher des Katholischen LSBT+Komitees. "Die Glaubenskongregation ist inzwischen selbst zu einem der größten Hindernisse für die Evangelisierung geworden, da sie eine Diskriminierungskirche durchsetzen möchte."
Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare gehörten seit Langem zum inoffiziellen kirchlichen Alltag, ergänzte Veronika Gräwe, Sprecherin des Komitees. "Ihre Verankerung in den Diözesen muss im Synodalen Weg weiter diskutiert werden. Wir appellieren an alle Menschen guten Willens und besonders an unsere Bischöfe pastoral handlungsfähig zu werden, auch wenn dies mit Mut zum pastoralen Ungehorsam verbunden sein sollte."
Zu den Mitgliedsgruppen des Katholischen LSBT+Komitees zählen die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK), das Netzwerk Katholischer Lesben (NkaL), die AG Schwule Theologie, die Vereinigung Katholische Schwule Priestergruppen Deutschlands (KSPD) sowie KjGay der KjG (Katholische junge Gemeinde), Lesbischwule Gottesdienstgemeinschaften (LSGG), Initiative Homo Cusanus und Einzelpersonen.
Die HuK hatte bereits am Montag die deutschen Bischöfe aufgefordert, "dem römischen Versuch des Ausschließens entgegenzutreten" (queer.de berichtete). Der LSVD hatte beklagt, dass der Vatikan die Ausgrenzung von Lesben und Schwulen legitimiere. Die deutschen Bischöfe hatten unterschiedlich auf die Botschaft aus Rom reagiert (queer.de berichtete). (pm/cw)















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