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Katholisches LSBT+-Komitee

Segnungs-Verbot: Queere Katholik*innen fordern "Ungehorsam" von Bischöfen

Die Glaubenskongregation wolle mit einem "Herz aus Stein" eine "Diskriminierungskirche" durchsetzen, beklagen HuK, KjGay und Co.


Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK), hier auf einem evangelischen Kirchentag, ist Teil des Komitees (Bild: HuK.eV / facebook)

Das Katholische LSBT+-Komitee, ein Zusammenschluss mehrerer Gruppen und Verbände, hat sich "empört" gezeigt über das am Montag veröffentlichte Papier der Glaubenskongregation, die eine Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ausschließt und damit Liberalisierungs-Debatten unter anderem in Deutschland beenden will (queer.de berichtete).

"Die erläuternde Note der Glaubenskongregation rückt gleichgeschlechtliche Liebesbeziehungen in den Kontext von Sünde und fordert homosexuelle Menschen auf, ihre sexuelle Orientierung zu unterdrücken. Vor diesem Hintergrund kann das übliche vorangestellte amtskirchliche Geplänkel von Respekt und Takt bestenfalls als heuchlerisch gelten", kommentierte das Komitee am Dienstag in einer Pressemitteilung.

Die Glaubenskongregation verspiele so "die vermutlich letzte Chance, weltweit menschenfreundlich und ethisch anschlussfähig zu bleiben". Dabei zeigten die Erfahrungen der vergangenen Jahre, dass Katholik*innen vielerorts nicht mehr dazu bereit seien, gleichgeschlechtliche Beziehungen als Sünde zu diffamieren, dass die biblische Verurteilung homosexueller Beziehungen theologisch nicht mehr haltbar sei und "dass Segensfeiern bereits Teil 'inoffizieller' kirchlicher Praxis" seien.

Widerstand von Bischöfen gefordert

"Die Autorität der Glaubenskongregation muss an der theologischen Qualität ihrer Argumentation gemessen werden und die ist in fast allen Aspekten mangelhaft. Angesichts der pastoralen Bedürfnisse von LSBT+ zeigt sie ein Herz aus Stein", so Michael Brinkschröder, Sprecher des Katholischen LSBT+Komitees. "Die Glaubenskongregation ist inzwischen selbst zu einem der größten Hindernisse für die Evangelisierung geworden, da sie eine Diskriminierungskirche durchsetzen möchte."

Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare gehörten seit Langem zum inoffiziellen kirchlichen Alltag, ergänzte Veronika Gräwe, Sprecherin des Komitees. "Ihre Verankerung in den Diözesen muss im Synodalen Weg weiter diskutiert werden. Wir appellieren an alle Menschen guten Willens und besonders an unsere Bischöfe pastoral handlungsfähig zu werden, auch wenn dies mit Mut zum pastoralen Ungehorsam verbunden sein sollte."

Zu den Mitgliedsgruppen des Katholischen LSBT+Komitees zählen die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK), das Netzwerk Katholischer Lesben (NkaL), die AG Schwule Theologie, die Vereinigung Katholische Schwule Priestergruppen Deutschlands (KSPD) sowie KjGay der KjG (Katholische junge Gemeinde), Lesbischwule Gottesdienstgemeinschaften (LSGG), Initiative Homo Cusanus und Einzelpersonen.

Die HuK hatte bereits am Montag die deutschen Bischöfe aufgefordert, "dem römischen Versuch des Ausschließens entgegenzutreten" (queer.de berichtete). Der LSVD hatte beklagt, dass der Vatikan die Ausgrenzung von Lesben und Schwulen legitimiere. Die deutschen Bischöfe hatten unterschiedlich auf die Botschaft aus Rom reagiert (queer.de berichtete). (pm/cw)



#1 raus daAnonym
#2 DamienAnonym
  • 16.03.2021, 13:51h
  • immer sollen die anderen was machen, diesmal die bischöfe.

    werdet doch selbst mal aktiv, liebe HUK'ler und ähnliche und tut mehr, als immer nur forderungen zu stellen: tretet aus!
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#3 komplett vernageltAnonym
  • 16.03.2021, 14:00h
  • Typisches Stockholm-Syndrom-Verhalten. Das Kommittee spielt schon im Ansatz seiner "Empörung" den Frontalangriff auf Homosexuelle durch ihre Peiniger willentlich herunter: "Die erläuternde Note der Glaubenskongregation rückt gleichgeschlechtliche Liebesbeziehungen in den Kontext von Sünde ..."

    FALSCH! Der Vatikan hat Homosexualität nicht nur "in den Kontext von Sünde gerückt", sondern Homosexualität ohne Wenn und Aber zur Sünde erklärt:

    "Gott 'segnet nicht die Sünde und er kann sie nicht segnen', so die Glaubenskongregation."
    www.queer.de/detail.php?article_id=38361

    www.kirchenaustritt.de
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#4 LupdejuppAnonym
  • 16.03.2021, 14:13h
  • Die Kirche wird nicht verschwinden, daher ist es begrüßenswert wenn Leute sich aktiv engagieren... viel Erfolg und do your thing !
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#5 Homonklin_NZAnonym
  • 16.03.2021, 14:24h
  • Hat denn im Ernst Jemand gehofft, diese in sich bis zum Grund hin verbohrte, verkniffene, Pädophilen Unterschlupf gewährende Glaubensfirma würde ihre "AGB" und Satzung ändern, bloß weil ganz viele wege und Methoden herangebracht werden, wie man's anders auch leben könnte?

    Seid doch nicht länger so naiv, die Introjektion lässt sich aufbrechen und mit ihr der Wahn um diesen Fantasmus mit Bezeichnung "Gott".
    Man kann sich davon loseisen und es erwartet ein freies Dasein ohne diese Fesseln, unter denen Ihr Eure Sexualität wegdrücken sollt, und Orientierung nicht Natur entsprechend leben dürft.

    www.kirchenaustritt.de ist ein möglicher Weg in die Freiheit.42ngn
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#6 AlexAnonym
  • 16.03.2021, 15:13h
  • Statt ständig auf etwas zu hoffen, was eh nicht passieren wird, sollten die lieber austreten.

    Man kann ja auch gläubig sein und seinen Glauben leben, ohne Mitglied einer Kirche zu sein.

    Im Gegenteil: ich frage mich eh, wie man als angeblicher Christ noch Mitglied einer Organisation sein kann, wo nicht nur so vielen Kindern geschadet wurde, sondern bis heute zu so viel wie möglich vertuscht wird. Von den anderen Verbrechen gegen die Menschlichkeit mal ganz zu schweigen.

    Wie kann man das mit seinem Gewissen vereinbaren?
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#7 LupdejuppAnonym
#8 qwertzuiopüAnonym
  • 16.03.2021, 15:39h
  • An die Kommentierenden hier: Es wäre glaub ich angebracht anderen Queeren bzw Menschen überhaupt mit ein wenig mehr Respekt für ihre persönlichen Glaubensentscheidungen entgegenzutreten.
    Rein persönlich finde ich es auch irritierend sich selbst einer Kirche anzuschließen, die einen im Kern nicht akzeptiert, wie man ist, danz davon zu schweigen, dass Gläubige dort generell nicht emanzipiert sind, wie man schon an dem Gerede von Pastor, Hirte usw sieht.. Aber die Leute sind durchaus in der Lage selbst zu denken und diesen dauernden Hinweis auf den Kirchenaustritt finde ich ehrlich gesagt mittlerweile auch etwas primitiv und im Ton übergriffig. Machen wir queere Katholiken nicht zu Kämpfern an zwei Fronten.
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#9 DamienAnonym
  • 16.03.2021, 16:04h
  • Antwort auf #7 von Lupdejupp
  • ja klar. man sieht ja all überall, wie bombastisch erfolgreich diejenigen sind, die seit jahrzehnten "von innen" für veränderung sorgen wollen.
    außer, dass sie der kirche noch dienen, weil diese mit ihren mitgliederzahlen einen bestimmten status beansprucht, fördern sie das ganze auch noch mit ihrem geld. warum "um himmels willen" sollte die kirche an diesem alimentierschema irgendwas ändern. die kirche ändert sich erst, wenn die schäfchen in massen austreten, wie man hier in deutschland sehr gut sehen kann.
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#10 LupdejuppAnonym
  • 16.03.2021, 16:18h
  • Antwort auf #9 von Damien
  • Die Frage war "wie sie es mit ihrem Gewissen vereinbaren", ich hab ne wertungsfreie und nachvollziehbare Antwort gegeben....

    Und nope, du kannst nicht sagen das der bisherige Aktionismus nichts gebracht hat weil man nicht weiß wie die Entwicklung und vor allem die öffentliche Diskussion der letzten Jahre ohne diesen Aktionismus ausgesehen hätte....

    Aber ich glaube das/dein eigentliche/s Problem liegt darin das ich religiöse Menschen einfach nicht per se hasse und verachte, huh....
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