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#hypocrisy

Elton John prangert Heuchelei an: Homophober Vatikan macht Profit mit schwulem Film

Der Vatikan investierte viel Geld in "Rocketman", also einen Film über einen Mann, der seit fast drei Jahrzehnten glücklich liiert ist. Gleichzeitig behauptet die Kirche, alle schwule Liebe sei Sünde.


Elton John prangert die Heuchelei der katholischen Kirche an (Bild: Terry O'Neill)

Der britische Popstar Elton John hat auf Instagram die Entscheidung der katholischen Kirche, homosexuelle Paaren nicht zu segnen, als "Heuchelei" kritisiert. "Wie kann sich der Vatikan weigern, homosexuelle Ehen zu segnen, weil diese 'Sünde sind', aber gleichzeitig freudig Profit damit machen, dass er Millionen in 'Rocketman' gesteckt hat – also einen Film, der zelebriert, wie ich Glück in meiner Ehe zu David finde?", fragte der "I'm Still Standing"-Sänger. John fügte seinem Text den Hashtag #hypocrisy bei, zu Deutsch: Heuchelei.

Die Investition des kircheneigenen, im Steuerparadies Malta ansässigen Centurion Global Fund war Ende 2019 bekannt geworden (queer.de berichtete). Laut der Tageszeitung "Corriere della Sera" soll die katholische Kirche eine Million Euro in das Biopic gesteckt haben.

Die katholische Kirche steht seit Montag weltweit in der Kritik, weil sie in einem offiziellen Papier alle gleichgeschlechtlichen Liebesbeziehungen als "Sünde" brandmarkte und diesen Paaren den Segen weiter verweigert (queer.de berichtete).

Die Homosexualität Elton Johns ist kein Geheimnis: Er hatte sich 1976 zunächst als bisexuell und 1988 als schwul geoutet. Seit 1993 ist er mit dem kanadischen Filmemacher David Furnish zusammen. Die beiden gingen 2005 eine eingetragene Lebenspartnerschaft in England ein und heirateten nach der Öffnung der Ehe im Jahr 2014 (queer.de berichtete). Furnish selbst kommt in "Rocketman" nicht vor, da diese von den früheren Jahren Johns erzählt. Am Ende des Filmes werden aber Bilder von John und Furnish und deren zwei Kinder gezeigt. Dazu wird als Text eingeblendet, dass der Sänger "endlich wahre Liebe gefunden" habe.

Anders als der ein gutes halbes Jahr zuvor veröffentlichte Film "Bohemian Rhapsody" setzte "Rocketman" auf explizite schwule Liebesszenen, unter anderem eine Oralsex-Szene. John wollte so den Film authentischer wirken lassen. Ursprünglich hatten mehrere Filmstudios das Biopic deshalb abgelehnt (queer.de berichtete). Grund für die Auseinandersetzung war, dass schwule Sexszenen in den USA fast immer zu einer Altersfreigabe ab 17 führen, während "Bohemian Rhapsody" nur eine Altersempfehlung ab 13 Jahre erhalten hatte, was in der Regel einen größeren Erfolg an den Kinokassen bedeutet. Tatsächlich konnte "Bohemian Rhapsody" mit mehr als 900 Millionen Dollar fast fünf Mal so viel Geld aus Eintrittskarten einspielen als "Rocketman" mit unter 200 Millionen Dollar. Filmkritiker*innen bescheinigten jedoch "Rocketman", das bessere Biopic zu sein.

Kebekus attestiert katholischer Kirche "Menschenfeindlichkeit"

Auch andere Prominente kritisierten die Entscheidung des Vatikans, Homo-Paaren den Segen zu verweigern. So erklärte die deutsche Komikerin Carolin Kebekus gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: "In dieser Entscheidung offenbart sich erneut die mannigfaltige Menschenfeindlichkeit der katholischen Kirche." Die Kirche beweise einmal mehr, dass sie sich nicht bewegen wolle, am allerwenigsten in ihrer Sexualmoral. "Hier werden Motorräder und Tiere und letztes Jahr sogar ein Gitter vor dem Kölner Dom gesegnet. Aber homosexuelle Menschen nicht. Ein Armutszeugnis." (dk)



#1 David JacobAnonym
  • 17.03.2021, 17:24h
  • Der eigentliche Skandal ist ja, dass die Beteiligung des Vatikans aus Spendengeldern bestand.
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#2 Teddy63Ehemaliges Profil
  • 17.03.2021, 20:45h
  • "Der Zweck heiligt die Mittel." Dieses Prinzip kannte die RKK doch schon lange vor Machiavelli.

    Auch die katholische PAX-Bank fiel schon vor über einem Jahrzehnt auf, weil sie Geschäfte mit Rüstungskonzernen und einer Pharma-Firma machte, welche eine Anti-Baby-Pille produziert. Das können die alles prima mit ihrem "Glauben" vereinbaren, das sind alles ethische Geldanlagen...

    Pecunia non olet. Amen
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